virtuelle Straße

Die E-mail von Petra rief mich als Bloger hier wieder auf den Plan. Das Layout erinnert an 20six und daher werde ich es so schnell nicht verlassen können. Die virtuellen Kontakte waren da sehr nett und leider blieben diese nach der Umstellung auf der Strecke.

Das sehe ich heut noch immer als schade an, denn diesen Aspekt haben die Betreiber sicher unterschätzt. Wahrscheinlich haben sie die technischen Wichtigkeiten überschätzt und die Kontakt-schmiede-möglichkeiten, die diese Software mit sich brachte, einfach unterschätzt.

Kontakte sind ja überhaupt das Wichtigste in Leben der Leute und ein wirksames Mittel gegen Vereinsamung. Und so haben die Community´s dieser Zeit eine wichtige Funktion im gesellschaftlichen Leben eingenommen. Viele Kontakte können hier geknüpft werden und für so manchen ist das die einzige Möglichkeit, Kontakte herzustellen, die ihm aus einer Isolation herauszuholen.

Damals,  ja damals - wie sich das anhört - ja, da war alles anders.

Ich wuchs in einem Dorf und zu einer Zeit auf, als das Fernsehen  die Familien noch nicht in den Wohungen festhielt und die Wirtschaft die Menschen im Gegensatz zu heut eher zusammenschmiedete. Alle saßen in einem Boot und saßen die Familien abends nach Feierabend auf den Bänken vor ihren Häusern, guckten und hörten, was es so Neues im Dorf gab. Auf der Straße vor den Häusern gingen auch Familien spazieren und plauschten sie mal mit dem oder einem anderen. Das heißt, die Leute gingen abends vor die Tür - statt heut hinter ihre Tür - und blieben auf diese Weise untereinander in Kontakt.

Eine ähnliche Funktion haben die Community´s mit ihren Blogs.

Abends, wenn Feierabend ist, dann setzen die Leute sich vor die Rechner und wollen einfach nur mal schauen, wie es dem virtuellen Nachbars rechts und links so ergangen ist, oder sie erzählen selber ihre Geschichten und wollen wissen, was der Nachbar dazu zu sagen hat.

Das wird für dann  irgendwann zur Gewohnheit und in einem gewohntern Rahmen.

Und wenn sich der Rahmen ändert, dann ändern sich auch alles anderes, was mit der liebgewordenen Gewohnheit in Verbindung steht, eins zieht eben das andere nach sich.

Diesen Aspekt haben die Betreiber von 20six nicht beachtet und den Rahmen in der Annahme verändert, das alles andere beim Alten bleibt.

Das war eine Fehleinschätzung.

Die Folge, der Kern von 20six hat sich  aufgelöst.

Zur Zeit schwirrt nur noch eine fast leere Hülle  von dem herum, dort mal ein Kern war.

Vielleicht gelingt es Petra hier, eine Art gemütliche Dorfstraße zu schaffen, an deren Straßenrand die User nach Feierabend auf eine vertraute Weise ihre liebgewordenen Bewohnheiten nach zugehen und ihre leibgewordenen Kontakte zu pflegen.

In dem Sinne - Petra - drücke ich dir die Daumen und ich freue mich schon auf die Straße, die du für die User schaffen wirst und wenn sie gut geworden ist, dann wird die Straße eines Tages so belebt, wie damals bei 20six sein

einen Gruß an Pertra und die Blogger hier

LaWe

am  10. Februar 2006  um  19:21

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Na, das ist j mal nett ;o)
Danke für die guten Wünsche!
auf ein fröhliches Bloggen, das mit dem Weg wird schon, sobald alles schnee- und eisfrei ist ;o)
lg
liane

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