Worte
Ich bin mir sicher, nichts auf dieser Welt kann es besser beschreiben. Nichts fasst es besser zusammen. Keine anderen Worte können meine Gefühle derzeit so gut ausdrücken, wie diese. Diese drei Worte sagen einfach alles aus. Alles! Ihre Tiefe scheint von Vielen unterschätzt, ihre Bedeutung teils untergraben. Ihre positive Wirkung wird nunmehr gar nicht richtig gesehen. Wie kann unsere Gesellschaft tief greifende Sätze zu willkürlichen Floskeln verkommen lassen? Gelehrte und Intellektuelle könnten versuchen, es zu umschreiben mit bedeutungsschwangeren Wörtern, die den Sinn mehr und mehr verdrängen und alles in ein schier riesiges Chaos von Fremdwörtern zu verwandeln. Doch will man das? Will man Gefühle und Empfindungen wie in einem Fremdwörterbuch erklärt wissen? Kann man nicht einfach durch ein Spiel der Betonung alles in wundervolle drei Worte verpacken?
Ich denke weiter darüber nach und formuliere schließlich: „Darf ich kotzen?"
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Normalerweise entdeckt man beim konfusen AufräumNachmittag kleine Anekdoten, amüsante Erzählungen, witzige Fehlerchen und verwirrendes Gekritzel. Dies kann man auch erwarten, wenn man die zweite Deutschklausur der 8. Klasse erblickt. Thema: Schilderung. In regelrechten Erinnerungswellen kommen pulsierend die Umstände dieses Ereignisses ins Gedächtnis zurück. Man wähle sich ein Bild aus 20 verschieden plakatartigen Fotografien heraus und schreibe dazu die passende Schilderung. Für einen Vierzehnjährigen pubertierenden Teenager wohl keine riesige Herausforderung. Nur vergaß ich, dass ich meinen Gemütszustand von damals nicht mehr mit dem von heute vergleichen konnte. Hier die Geschichte ohne Bild. Lasst eure Phantasie Amok laufen und stellt euch nun das Bild hierzu vor.
Freude und Trauer
Die Strahlen der Sonne fallen durch das lichte Blätterdach der Bäume. Die Wärme der lauen Herbstbrise streichelt zärtlich meine Wangen. Die Leidenschaft des Sommers kehrt zurück. Das Glück der Welt könnte, nein, muss hier verborgen sein. Das Singen der Vögel erobert mein Gedankenreich. Die Klänge der Fröhlichkeit spiegeln sich hier wider. Ein Fluss, nein, ein Bächlein rauscht sinnlich vorbei.
Der Spiegel meiner Sinne!
Doch was ist das? Stille überklingt das Singen, das Rauschen der Blätter. Dunkelheit überrennt mich, Finsternis kehrt in mich ein. Eine Hütte, eine schwarze, traurige, zerborstene Hütte trübt das Bild der Schönheit des Tages. Kein Vogel zeigt seine Künste des Morgens nun, nur die Klänge der Dämmerung sind noch weit zu hören. Das Flüsschen, es trägt auf einmal schwarzes, ewig klingendes Wasser unher und ergießt sich über einem brosenden Wasserfall direkt in einen dunklen See geschaffen aus tausend Tränen der Furcht. Als ob die Menschheit ewig weine.
Rauer kalter Stein umringt mich, meine Freude wird verschlossen. Eine Nacht des Grauens beginnt. Der Geruch des Todes schwebt durch die Lüfte. Die Geschöpfe der Nacht besetzen die glatten Spalten der Felsen. Die Kälte umschlingt mein Herz wie Garn gesponnen aus Todesangst. Wie eine Kreatur der Schwärze durchdringt die Trauer meinen Körper, wie eine Seuche verbreitet sie sich langsam in mir, um mich endgültig zum Schweigen zu bringen. Die Brette der Hütte des Grauens knarzen in dieser endlosen, für die Ewigkeit geschaffenen Stille. Das Wasser umspült meine Beine. Die Feuchte kriecht meinen Körper empor und die Furcht beherrscht meine Gedanken.
Ich will nicht! Ich will nicht mehr! Es soll aufhören! Die Tiefe der Stille soll mich verschlingen!
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Buntes Auf und Ab
In der wundervollen überzeugendsten Selbstdarstellungs- und Verbesserungsrolle: meine Eltern. „Wie haben dich so lieb, wie du bist." Eine Familie der oberen bürgerlichen Mittelschicht. Eine Mutter, die oberflächlich gesehen sich nicht mehr anstrengen könnte, um die Beziehung zu ihrem verkorksten jüngsten Sohn ein wenig neu zu formen. Ein schweigender Vater, ein witzelndes ältestes Bruderherz, ein sympathischer erscheinender Studentenbruder. Mitten drin: Ich.
Ich bin der Clown, der lacht und weint zugleich.
„
Schon wieder Zukunftsängste und die Erkenntnis, dass ich vor Nichts stehen bleiben könnte. Mein Leben wohl nicht mehr wert als das Sparbuch anderer Jugendlicher.
Der Clown lacht weiter.
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Meanwhile
Irgendwie gelangweilt. Ausgelaugt? Eigentlich garnicht. Total energiegeladen. Nur weiss ich nicht wohin mit dieser unvorhergesehenen Energie. Sie in theatralisch-emotionale oder aggressive Textchen investieren? Nein. Ich hab keine Lust mich metaphorisch geschwängerten Sätzchen zu widmen und sie mit alliterativen Ausdrücken, Vergleichen und Symboliken zu stopfen wie einen Weihnachtsbraten.
Wen interessiert dieses WutWirrWarr, diese HassHymne, diese EgozentrikEuphorie? Da lacht mich der Satz an, der mir einst sagte, es gäbe Meinungen hierzu. Dem widerspreche ich in meiner absolut überzeugten Weise. Nein. Es interessiert nun wirklich niemanden. Dies alles hier stellt eher ein Archiv für mich selbst dar. Eine Bibliothek der Selbsterkenntnis, der Selbstdarstellung und der Selbstfindung. Was klingt das wieder theatralisch-emotional. So verrückt dies alles auch erscheinen mag -
Der Wahnsinn braucht keine Therapie.
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Koversationen Maul / Hirn - ein Monolog
H: Ja.
M: Was hast du gedacht?
H: Na „was".
M: Wie?
H: Ich hab „was" gedacht!
H: Du hast was gesagt, nicht wahr?
M: Ja.
H: Was hast du gesagt?
M: Na „was".
H: Wie?
M: Ich hab „was" gesagt!
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