Dienstag, 23. Februar 2010
Rom: Droschenkenpferde dürfen Wagen nicht mehr bergauf ziehen

Pferdedroschken vor dem Pantheon in Rom.
Mit Nummernschildern und Sonderauflagen soll Roms Droschkenpferden das Leben erleichtert werden. Wie italienische Medien berichteten, legte die römische Stadtverwaltung jetzt in einer neuen Regelung fest, dass die Kutsch-Pferde der Ewigen Stadt ab sofort ihre 800 Kilogramm schweren Wagen nicht mehr bergauf ziehen dürfen. Zahlreiche Straßen des hügeligen historischen Zentrums der italienischen Hauptstadt von Via Barberini bis Via Panisperna sind damit für die Tiere tabu. Außerdem sollen die Pferdekutscher - die sogenannten "Vetturini" - Nummernschilder an ihren Kutschen anbringen, um Verstöße leichter ahnden zu können.
Tierschützer kritisierten die Maßnahme als bloßes Beruhigungsmittel. "Die Kutschen müssen abgeschafft werden", forderte der Präsident des italienischen Tierschutzvereins "Animalisti Italiani Onlus", Walter Caporale. "Es ist undenkbar, dass im Jahr 2010 immer noch Pferde schwere Kutschen durch Rom ziehen".
Qual für die Pferde
Die Droschken und ihre Besitzer stehen schon seit längerem in der Kritik. Besonders im schwülen römischen Sommer kam es in den vergangenen Jahren wiederholt zu Protesten von Tierschutzorganisationen, da sich die "Vetturini" nicht an die gültigen Gesetze hielten. Danach sollen die Tiere im Sommer von 13.00 bis 17.00 Uhr ruhen. Der Smog und die verstopften, lauten Straßen seien schlicht eine Qual für die Pferde. Oftmals werde zudem der vorgeschriebene "Acht-Stunden-Tag" nicht eingehalten.
Im November 2008 verunglückte ein Droschkenpferd vor dem Kolosseum so schwer, dass es eingeschläfert werden musste. Ob der Grund für den Ausrutscher ein Auto oder einfach Schwäche war, blieb bis heute unklar.
Quelle: n-tv.de
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von: romehome
Donnerstag, 18. Februar 2010
Skandal: TV-Koch empfiehlt gebratene Katze

TV-Koch Beppe Bigazzi: "Wer an Fastnacht keinen Speck hat, tötet eine Katze."
Wie bereitet man am besten eine Hauskatze zu? Geht es nach dem italienischen TV-Koch Beppe Bigazzi, legt man das Tier drei Tage in Quellwasser ein und lässt es dann im eigenen Saft schmoren. "Eine Köstlichkeit" sei das, schwärmte der 77-Jährige am vergangenen Mittwoch in der Sendung "Prova del cuoco" ("Die Kochprüfung") beim Sender Rai Uno.
Er selbst habe diese Speise mehrfach probiert und sei begeistert von dem Ergebnis, erklärte Bigazzi, ein weißhaariger, betagter Mann in kariertem Hemd und Lederjacke. In der Toscana, vornehmlich im Gebiet Valdarno, habe das Katzenkochen schließlich Tradition.
Nicht nur die Moderatorin der Sendung, Elisa Esoardi, wand sich vor Ekel und schlug die Hände vors Gesicht: "Okay, lasst uns Katzen essen, davon haben wir ja genug", versuchte sie einen Scherz und ging dann auf Tauchstation. Auch Hunderte Zuschauer fanden den Vorschlag des Küchenchefs mehr als geschmacklos. Eine Welle des Protestes erhob sich - Tierschützer, Medienwächter und die Partei der Grünen liefen Sturm gegen den Vorschlag des greisen TV-Gurus.
Selbst die Staatssekretärin im Gesundheitsministerium, Francesca Martini, fühlte sich Anfang der Woche berufen, Stellung zu der TV-Posse zu beziehen: Der Vorfall sei "hanebüchen" und "absolut bedenklich", ließ Martini die Wähler wissen und forderte den Generaldirektor des Senders auf, etwas gegen die "schädlichen" und unsensiblen Äußerungen Bigazzis zu unternehmen.
Sender auf Kuschelkurs
Rai Uno ging unverzüglich auf Konsenskurs und suspendierte den vorlauten Koch vom kulinarischen Dienst an der Nation. "Eine schmerzliche, aber unvermeidliche Entscheidung", laut Sender-Chef Mauro Mazza, ein "notwendiger Schritt" laut Cristina Morelli von der Partei der Grünen, die als eine der ersten gegen die fragwürdigen Menüvorschläge des TV-Recken protestiert hatte. Ob der Sender ein Problem mit Tieren oder vielleicht doch eher mit seinen Moderatoren habe, wollte auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE bei Rai Uno niemand beantworten.
Carla Rocchi, Vorsitzende des italienischen Tierschutzverbands Enpa (Ente Nazionale Protezione Animali) zeigt sich "sehr zufrieden" mit der Entlassung. "Es ist nicht das erste Mal, dass Bigazzi sich daneben benimmt. Er denkt, er sei geistreich, dabei ist er nur ein Kretin", sagte sie SPIEGEL ONLINE. Es sei einfach dumm, kulturelle Kategorien zu ignorieren, nur weil man meine, originell sein zu müssen: "In unseren Breitengraden isst man seinen besten Freund und Lebenspartner nicht einfach auf - und damit basta."
Kurz nachdem Bigazzi sein umstrittenes Rezept zum Besten gegeben hatte, verstieg er sich in der Sendung zu einem weiteren - wahrhaft fragwürdigen - Statement: Jetzt würden die "Naturfreunde" unter den Zuschauern bestimmt wieder empörte Briefe schreiben, ahnte er und fragte das Publikum: "Warum kümmern die sich nicht lieber um Menschen, das sind doch Rassisten!" Rassistische Tierschützer? Carla Rocchi lehnt es ab, dies weiter zu kommentieren: "Jeder Mensch qualifiziert sich durch das, was er sagt."
"Ich bereue niemals irgendetwas"
"Ich wurde missverstanden", erklärte der 77-jährige Politologe und Ex-Banker Bigazzi nach dem Eklat. Seit zehn Jahren tritt er täglich um 12 Uhr für die Kochsendung vor die Kameras - das Gezerre um seinen Auftritt ist ihm offensichtlich unverständlich. Er habe lediglich anlässlich der Weiberfastnacht eine Redensart aus seiner Heimat zitiert, rechtfertigte er sich: "Wer an Fastnacht keinen Speck hat, tötet eine Katze."
Er habe in den dreißiger und vierziger Jahren Katzenfleisch gegessen und schäme sich nicht dafür. Es sei aber vollkommen verrückt zu glauben, er habe die Menschen dazu ermuntern wollen, heute dasselbe zu tun, sagte Bigazzi laut "Repubblica". Gesagt sei aber nun mal gesagt - "ich bereue niemals irgendetwas".
Einzig Fausto Maculan, Enologe und Weinpromoter aus dem Veneto, hielt seinem schwer gebeutelten Freund Bigazzi die Stange: "Ich stehe zu Bigazzi und werde bei der ersten Gelegenheit Katzenfleisch probieren", sagte er der Zeitung "Corriere del Veneto". "Ich bin überzeugt, dass es exquisit schmeckt." Schließlich würden auch in China Katzen verzehrt, und in Italien habe bisher niemand ein Problem damit, Pferd oder Kaninchen auf die Speisekarte zu setzen. "Katzenfleisch ist bestimmt nahrhaft. Uns halten nur sentimentale Gründe davon ab, es zu essen."
"Mehr als eine Katze zu Wurst verarbeitet"
Angesichts solcher Unbelehrbarkeit wundert es nicht, dass das Thema weiter brisant bleibt. Am gestrigen Dienstag traf es Brunos Vespas beliebte Talk-Show Porta a Porta ("Tür an Tür"), die ebenfalls auf Rai Uno ausgestrahlt wird. Insgesamt sieben Tierschutzorganisationen protestierten in einer gemeinsamen Erklärung gegen eine Sendung vom 15. Februar, in der es um die Jagd ging - einen "Krieg gegen die Natur mit vielen Gewehren im Studio", so die Aktivisten.
"Eine Friedensarmee, kämpferischer als ein Trupp CIA-Killer", ätzte prompt das Berlusconi-Blatt "Il Giornale" angesichts des Engagements der Tierschützer, die versuchen, rund 8,6 Millionen Katzen landesweit vor Übergriffen zu schützen.
Ist das Verhältnis der Italiener zu ihren Tieren gestört? "Wir konnten in den vergangenen Jahren eine größere Sensibilität feststellen", sagt Tierschützerin Rocchi. "Aber viele unserer Landsleute sind weit davon entfernt, die Tierschutzregeln zu beachten." Italien verfüge auf diesem Gebiet zwar über eine "hervorragende und moderne Gesetzgebung", die aber viel zu selten zur Anwendung komme, weil die Italiener auf Grund ihres tief verwurzelten Misstrauens gegen jede Behörde Verstöße nicht zur Anzeige brächten.
"Seien wir keine Heuchler", schreibt der Journalist und Medienexperte Aldo Grasso in einem Kommentar für den "Corriere della sera". "Während des Krieges ist mehr als eine Katze zu Wurst verarbeitet worden." Tatsächlich muss man die Frage stellen, ob es keine schlimmeren Vergehen in dem von Medienzar und Premier Silvio Berlusconi dominierten Fernsehen gebe. "Wenn wir die Unnachgiebigkeit der Staatssekretärin Martini auf alle Sendungen des Senders Rai anwenden würden, müsste man jeden Tag die Rote Karte zeigen."
Quelle: DER SPIEGEL
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von: romehome
Dienstag, 19. Januar 2010
Europas größtes Roma-Lager in Rom wird abgerissen

Europas größtes und ältestes Roma-Behelfslager im Rom, in dem etwa 650 Menschen leben, wird abgerissen. Am Dienstag wurden die ersten Baracken von Baggern zerstört. 50 Personen, vor allem Bosnier, Serben und Mazedonier, verließen die Behelfsunterkünfte und wurden in eine neue von der Gemeinde errichtete Siedlung gebracht. Andere Roma sollen in den nächsten Tagen folgen.
Zu Beginn der Operation, die zum kompletten Abriss der seit 40 Jahren bestehenden Siedlung führen wird, waren Vertreter des Roten Kreuzes, der Roma-Gemeinschaft und katholischer Vereine anwesend. "Unser Ziel ist, bis Ende dieses Jahres alle illegalen Roma-Siedlungen in Rom abzureißen. Alle Roma sollen eine Wohnung haben. Wir wollen ihnen eine konkrete Möglichkeit geben, eine Arbeit zu finden und sich zu integrieren. Wir wollen die Schande der Behelfssiedlungen ohne Wasser, Strom und voller Müll löschen", erklärte der römische Bürgermeister Gianni Alemanno.
Die Bewohner der neuen Siedlungen sollen am Eingang eine Karte zu ihrer Identifizierung vorweisen. Man will so verhindern, dass illegale Immigranten Zugang zur Siedlung haben. Wer in der Siedlung wohnt, muss eine Aufenthaltsgenehmigung besitzen. Eltern sind gezwungen, ihre Kinder in die Schule zu schicken. Wer die Regeln verletzt, kann das Fürsorgerecht für die Kinder verlieren und aus der Siedlung entfernt werden.
2008 wurde in ganz Italien eine umstrittene Zählung der Roma durchgeführt. Die meisten von ihnen leben in Rom. "Die Frage der Roma-Behelfssiedlungen galt bisher als unlösbares Problem. In wenigen Wochen haben wir alle legalen und illegalen Siedlungen gezählt. Über 100 Siedlungen dieser Art gab es bisher in Rom, die Polizei hat 40 davon abgebaut", sagte der römische Bürgermeister kürzlich.
Quelle: KLEINE ZEITUNG
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von: romehome
Montag, 18. Januar 2010
Beifall für den Papst in Roms Synagoge

Papst Benedikt XVI. am Sonntag bei seiner Ankunft in der Großen Synagoge in Rom.
Papst Benedikt XVI. hat Juden und Christen aufgerufen, den Weg der Aussöhnung und des Dialogs fortzusetzen. Die Neuorientierung der katholischen Kirche im Konzil sei unwiderruflich, versicherte er am Sonntag bei seinem ersten Besuch in der Synagoge von Rom. Mit Nachdruck beschwor er die Gemeinsamkeiten der beiden Religionen und forderte ihre Angehörigen auf, trotz bestehender Differenzen zusammen für eine bessere Welt zu arbeiten. Mit aller Entschiedenheit verurteilte Benedikt XVI. jeden Antisemitismus und entschuldigte sich für das Fehlverhalten von Christen gegenüber jüdischen Mitbürgern. Die Schoah sei ein einzigartiges Drama gewesen, ein Gipfelpunkt des Hasses, stellte das Kirchenoberhaupt klar.
"Mögen die Wunden des Antisemitismus für immer heilen", sagte der Papst unter großem Applaus. Konkret ging er auf die jüdische Gemeinde Roms und die Verfolgung während der deutschen Besatzung ein: "Wie kann man an dieser Stelle nicht an die römischen Juden erinnern, die aus diesen Häusern, von diesen Mauern weggezerrt und in schrecklicher Qual in Auschwitz getötet wurden?"
Der Präsident der jüdischen Gemeinde Roms, Riccardo Pacifici, dankte anschließend dem Papst für die Ehre des Besuchs und rief Christen und Juden zum gemeinsamen Kampf gegen Fremdenfeindlichkeit und Vorurteile auf.
Pacifici äußerte sich ebenfalls zur Situation seiner Gemeinde während der NS-Verfolgung in Rom. Er dankte christlichen Konventen, die Juden versteckt hielten, und begrüßte anwesende Ordensschwestern. Aber er ging auch kritisch auf Papst Pius XII. ein: "Das Schweigen von Pius XII. zur Schoah schmerzt auch heute als versäumte Tat. Vielleicht hätte er nicht die Todeszüge stoppen können, aber er hätte diesen unseren Brüdern ein Signal, ein Wort der Bestärkung, der menschlichen Solidarität sagen sollen, die zu den Schornsteinen von Auschwitz transportiert wurden." Ausdrücklich sprach sich Pacifici für eine Öffnung der vatikanischen Archive aus.
Noch vor Betreten der Synagoge hatte der Papst einen Kranz niedergelegt am Gedenkstein für die 1021 Bewohner der jüdischen Gettos, die am 16. Oktober 1943 von den Nazis deportiert worden waren. Nur 17 von ihnen waren später lebend zurückgekehrt.
Quelle: WELT ONLINE

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von: [unbekannt]
Donnerstag, 14. Januar 2010
Attentäter möchte Termin beim Papst

Ali Agca.
Papstattentäter Mehmet Ali Agca will nach Angaben seines Anwalts nach seiner Haftentlassung in der Türkei das Grab von Johannes Paul II. in Rom besuchen. Zudem wolle er mit Papst Benedikt XVI. sprechen.
Das teilte der Anwalt des 52-jährigen Attentäters, Haci Ali Özhan, am Donnerstag mit. Er selbst habe in dieser Angelegenheit im März vergangenen Jahres in Rom persönlich mit Vatikansprecher Federico Lombardi gesprochen.
Zugleich habe er die Bitte seines Mandanten schriftlich an Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone geschickt. Es gebe aber noch keine Klarheit darüber, ob das Gespräch auch zustande komme. Agca wird am kommenden Montag aus der Haft entlassen. Özhan erklärte, nach seiner Freilassung wolle sein Mandant zuerst einmal Urlaub machen, um sich von der langen Haft zu erholen. Agca will demnach in einem nicht näher genannten "Feriengebiet" ausspannen.
Anschließend widmet sich der Papstattentäter laut seinem Anwalt den mehreren Dutzend Angeboten für Filme und Bücher, die von Produktionsfirmen und Verlagen aus aller Welt eingetroffen seien. Innerhalb von zwei Monaten wolle Agca entscheiden, welche Angebote er annehmen wolle, erklärte Özhan.
Den Angaben des Anwalts zufolge gibt es keinerlei rechtliche Hindernisse für Auslandsreisen Agcas nach der Freilassung. Einen Reisepass könne sein Mandant innerhalb weniger Tage erhalten. Bei Kontakten mit den Botschaften mehrerer Länder sei ihm zudem versichert worden, dass Agca keine Schwierigkeiten bei der Visa-Erteilung zu erwarten habe, sagte Özhan.
Agca sitzt in der Türkei wegen der Ermordung des türkischen Journalisten Abdi Ipekci im Jahr 1979 ein. Kurz nach seiner damaligen Verurteilung floh Agca aus dem Gefängnis und setzte sich aus der Türkei ab. Zwei Jahre später gab er auf dem Petersplatz die Schüsse auf Papst Johannes Paul II. ab.
Die Hintergründe für die Tat sind immer noch nicht aufgeklärt. Vor seinen italienischen Richtern machte Agca widersprüchliche Angaben und bezeichnete sich selbst als Jesus Christus. Nach 19 Jahren Haft in Italien wurde Agca im Jahr 2000 begnadigt und in die Türkei abgeschoben, wo er seitdem die Reststrafe für den Ipekci-Mord absitzt.
Quelle: RP.ONLINE
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von: romehome
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