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Am Boden

Ich weiß grad auch nicht so genau, in mir gerade vorgeht. Diese Woche ist (also korrekterweise wohl eher nächste Woche) es nun endlich - oder auch leider schon - soweit. Endlcih weil dann dieser ganze Spuk ein Ende hat, weil ich dann wahrscheinlich wenigstens mal ein paar Tage lang an was anderes denken können werde, als an dieses beschissene Examen. Meine Nerven liegen im Moment echt blank. Hier ist total schönes Wetter und was mache ich? Ich sitze vor meinem Rechner, höre laut Musik - in der Hoffnung dass das irgendwie die Gedanken an diese furchtbare - bisher wichtigste - Prüfung meines Lebens übertönen könnte - ist natürlich zwecklos. War ja aber auch irgendwie klar. Je näher der Termin rückt, desto aufgeregter werde ich. Und obwohl ich versuche den Tag mit lernen auszufüllen, um irgendwas zu tun haben, hab ich manchmal das Gefühl es kann einfach gar nicht klappen. Und dann muss ich anfangen zu weinen, so wie jetzt. Ich halt das einfach nicht mehr länger aus. Dieses Warten auf das ungewisse, auf das irgendwie auch unberechenbare. Das ist furchtbar. Ich mein ich hättes auch schlimmer treffen können, mit den Prüfern, aber Sie sind auch glaub ich alle sehr anspruchsvoll. Und ich befürchte, das könnte alles eine Nummer zu groß sein für mich. Ich hab - auf Prüfungen bezogen - gerne alles unter Kontrolle, bin gern auf jede eventuelle Frage vorbereitet - bei dem Stoffumfang unmöglich. Es geht einfach nicht - und dieser Kontrollverlust macht mich wahnsinnig. Ich kann nichts machen, außer mein Bestes geben - aber ob das reicht...das steht im Moment noch in den Sternen. Auf der anderen Seite denke ich mir, ich bin schon so weit gekommen. Ich hab ein echt gutes Abi geschafft - es war viel Arbeit, aber ich wollte es unbedingt also hab ich das auch geschafft. Und auch den Studienplatz musste ich mir hart erkämpfen. Und auch das hab ich geschafft. Ich bin bis hierher gekommen, ohne auch nur eine einzige Prüfung nochmal machen zu müssen und die Prozentwerte waren auch meist über 80% - also so doof kann ich ja dann doch nicht sein. Aber doof ist wahrscheinlich keiner, ders bis hier geschafft hat. Und die Frage ist, kann ich das auch beweisen? Ich meine, keine Frage, für meinen Wissensstand habe ich es verdient zu bestehen. Aber darum geht es ja nicht. Das muss ich den Prüfern erst noch zeigen, dass ich es wirklich verdient habe. Das Schlimme ist ja eigentlich - ich kann mich nur selbst schlagen - keiner von den Prüfern macht so einen gemeinen Eindruck, als würde er jemanden reinreiten wollen. Also hängt es von mir ab: davon wieviel und wie gut ich in den letzten Wochen und ja im Prinzip ja auch Jahren gelernt habe und wie gut ich das abrufen kann und das alles miteinander verknüpfen kann. Ich weiß, dass es sehr sehr viele Leute gibt, die an mich glauben - vielleicht mehr als ich selbst. Und sicher wäre auch niemand enttäuscht von mir - außer mir selbst. Also mach ich das für mich. Und mit mir. Ich kann mich nur selbst belohnen für alles was ich an Entbehrungen hingenommen habe dieses Jahr. Niemand kann mir das Gefühl geben, was ich mir diese Woche holen kann. Niemand - niemals. Und deshalb muss ich das schaffen. Ich werde alles geben - mehr kann ich nicht. Mir bleibt nur zu hoffen, dass das genug ist dafür, dass ich mein Wunschstudium ohne Unterbrechung weiterführen kann. Ich will das schaffen.
 
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fertig mit mir und der welt

Ich kann nicht mehr. Ich kann einfach nicht mehr. Ich kann nicht mehr lernen. Und ich will nicht mehr. Und das ist ein Teufelskreis. Seit nunmehr gerade mal 4 Wochen lerne ich jeden Tag und ich will nicht mehr. Es wird alles immer oberflächlicher wie ich die Themen bearbeitet. Ich könnte es also auch gleich lassen. Die ersten haben jetzt ihre Briefe bekommen mit Prüfungstag und Prüfern. Allesamt um den 28. -31. Juli rum. Das heißt wohl, dass ich später dran bin. Oder vielleicht gar nicht zugelassen und ich weiß es bloß noch nicht. Und sie haben alle recht faire und gute Prüferkombinationen. Einige haben sogar Dozenten dabei, bei denen wir schon hatten. Wenn ich wenigstens wüsste, dass ich Prüfer hab, bei denen das alles schaffbar wäre, dann wäre ich wenigstens etwas beruhigter. Aber so?

Ich denke 24 Stunden am Tag an diese Prüfung, daran, dass es bestimmt nicht gut gehen wird. Male mir aus wie schrecklich das sein wird durchzufallen. Und das Schlimmste ist eigentlich - Keiner kann mir helfen. Und irgendwie versteht mich auch keiner so richtig. Meine Eltern, die wissen nicht richtig, was für ein Druck das ist, die sind zu materiefern. Die sehen immer nur mich, und wieviel ich lerne, aber das ist eben nicht anders. Meine Kommilitonen verdrehen schon die Augen, wenn ich sage, dass ich Angst habe es nicht zu schaffen und sagen "was sollen wir denn dann sagen, du kannst doch schon alles". So als dürfte ich keine Angst haben, weil ich die letzten Semester eigentlich schon gut gelernt habe. Dann kommt mein ehemaliger Tutor und sagt, dass, wenn es mit normalen Umständen abläuft ich schon eine 1,x haben müsste. Der hat vielleicht eine Ahnung. Ich wäre der glücklichste Mensch, wenn ich BESTEHEN würde. Sowieso und überhaupt von allen immer zu hören, dass sie sich bei mir keine Sorgen machen und als 1er-Kandidatin gehandelt zu werden, macht komischerweise die Sache für mich nicht unbedingt leichter.

Ich habe Angst im Moment. Ich kriege Herzrasen beim Gedanken an den Brief, in dem mein Schicksal besiegelt wird. Das Datum, die Uhrzeit und die Prüfer machen das ganze so unabwendbar. Ich habe eigentlich jeden Tag Angst. Vor der Prüfern, vor den Themen, von irgendwelchen komplizierten Anwendungsbeispielen, krümelkackrigen Fragen und vor Fragen die ich nicht beantworten kann. Und vor dem Durchfallen. Ich weiß, es wird niemand vor dem Gebäude auf mich warten. Niemand, den ich dann umarmen kann - und niemand der meine Tränen auffangen wird - seien es Tränen der Freude oder der Trauer und Enttäuschung- ich werde allein sein damit. Wobei ich es natürlich nicht so schlimm fänd, mit meiner Freude alleine zu sein, das wäre mir dann auch eher egal. Aber da wird niemand sein, der mich auffängt wenn es schief gegangen ist.

Neben all diesem Stress und der nervlichen Belastung im Moment, erscheinen andere "Probleme" echt winzig. B. und S. sind mittlerweile gestorben für mich. B., weíl er mich eh ignoriert und S. weil ich nicht einfach mit mir spielen lasse. Die psychische Anspannung hat mir das vor Augen geführt. Und wäre es nicht ein gerechter Ausgleich? Ich bin wenn die Prüfungen rum sind, dann schon 3 Jahre Single, dann kann ich doch wohl wenigstens bestehen, damit nicht ein zweiter Bereich aus dem Gleichgewicht kommt.

I´ll keep you informed.

 

 
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