Freundschaft

ich hatte gestern eine schöne begegnung - obwohl eigentlich waren es zwei. am montag hatte mir meine brieffreundin aus rostock, die ich vor 10 jahren im urlaub kennengelernt und jetz seit 4 jahren nicht mehr gesehn habe eine sms geschrieben, dass sie wegen einer tagung in der stadt sei und ob ich nich etwas zeit hätte. aufgrund des lernstress trifft es "etwas" ganz gut, zumal ich nacher noch mit a. ins kino wollte. ich hab mich echt riesig gefreut n. mal wieder zu sehen, aber irgendwie war mir dabei auch ein bisschen mulmig. man hat sich ja doch auch verändert und so ein brief is dann ja doch was ganz anderes als mal wieder ein persönliches treffen. würden wir uns noch verstehen? haben wir uns genug zu erzählen? oder sind unsere entwicklungen doch in zu unterschiedliche richtungen gegangen? ich - studentin mit abi, viel zu lernen. sie - realschulabschluss, dann durchgestartet, jetzt schon stellvertretende marktleiterin, viel zu arbeiten. aber in dem moment wo ich sie dann wieder im arm hatte, war mir klar - es ist alles bestens. so stark das band unserer freundschaft auch in den letzten jahren strapaziert worden sein mag, so unterschiedlich unsere probleme auch sein mögen, es gibt da was, das uns zusammenhält. das allen unterschieden trotzt und das in der lage ist, innerhalb von sekunden ein gewohntes gefühl der geborgenheit zu erzeugen. ich hab es genossen und mir geschworen, dass wir nicht mehr so lange getrennt bleiben dürfen.

und dann war ich im kino - mit a. auch eine freundin, die ich sehr schätzen und lieben gelernt habe, seit ich hier bin. wenn ich mit a. zusammen bin, egal ob zum lernen oder irgendwas anderes, dann ist es, als würde ich sie schon ewig kennen. quasi so, wie meine beste freundin zu schulzeiten, bei der die freundschaft allerdings nach der regel geführt wird: aus den augen, aus dem sinn. im unterschied dazu kommt mir bei a. aber zu gute, dass sie single ist. klingt etwas egoistisch, ist es vielleicht auch. wenn sie allerdings sich mit freund so verhält wie sie es selbst von sich erwartet, dann wäre auch das ok ;) aber es ist leider so, dass viele menschen, grade frauen - zumindest die, mit denen ich befreundet war, ich freunde vergessen, wenn sie vergeben sind, freundschaft läuft dann nur noch am rande mit, solange sie nicht zu viel arbeit macht. und das ist schade, denn freundschaften sind oft beständiger als beziehungen. geben mehr verlässlichkeit. bei freunden besteht nich einfach die gefahr, dass sie sich von heut auf morgen ne andere suchen, oder die gefühle weg sind. aber viele sehen das nicht so. und das ist traurig. ich hoffe, wenn es irgendwann einmal dazu kommt, was ich mir auf jeden fall sehr wünsche, dass a. mal in feste hände gerät, so hoffe ich, dass es unsere freundschaft nicht mindern wird.

ein leben ohne freunde ist möglich, aber sinnlos. genauso wie ein leben ohne partner irgendwann einsam enden kann. selbst wenn man freunde hat. nämlich dann, wenn zum beispiel nach einenm treffen alle nach hause gehen, mit dem sicheren wissen, da wartet jemand, während man selbst allein nach hause geht. ein partner kann nie einen freund ersetzen und eine freundin keinen partner.

wenn das leben ein langer weg ist, den man gehen muss, egal wohin er einen persönlich führt, dann sollte man stehts an einer hand die liebe halten, und an der anderen die freundschaft.

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