Am Boden
Current mood:
Traurigfertig mit mir und der welt
Ich kann nicht mehr. Ich kann einfach nicht mehr. Ich kann nicht mehr lernen. Und ich will nicht mehr. Und das ist ein Teufelskreis. Seit nunmehr gerade mal 4 Wochen lerne ich jeden Tag und ich will nicht mehr. Es wird alles immer oberflächlicher wie ich die Themen bearbeitet. Ich könnte es also auch gleich lassen. Die ersten haben jetzt ihre Briefe bekommen mit Prüfungstag und Prüfern. Allesamt um den 28. -31. Juli rum. Das heißt wohl, dass ich später dran bin. Oder vielleicht gar nicht zugelassen und ich weiß es bloß noch nicht. Und sie haben alle recht faire und gute Prüferkombinationen. Einige haben sogar Dozenten dabei, bei denen wir schon hatten. Wenn ich wenigstens wüsste, dass ich Prüfer hab, bei denen das alles schaffbar wäre, dann wäre ich wenigstens etwas beruhigter. Aber so?
Ich denke 24 Stunden am Tag an diese Prüfung, daran, dass es bestimmt nicht gut gehen wird. Male mir aus wie schrecklich das sein wird durchzufallen. Und das Schlimmste ist eigentlich - Keiner kann mir helfen. Und irgendwie versteht mich auch keiner so richtig. Meine Eltern, die wissen nicht richtig, was für ein Druck das ist, die sind zu materiefern. Die sehen immer nur mich, und wieviel ich lerne, aber das ist eben nicht anders. Meine Kommilitonen verdrehen schon die Augen, wenn ich sage, dass ich Angst habe es nicht zu schaffen und sagen "was sollen wir denn dann sagen, du kannst doch schon alles". So als dürfte ich keine Angst haben, weil ich die letzten Semester eigentlich schon gut gelernt habe. Dann kommt mein ehemaliger Tutor und sagt, dass, wenn es mit normalen Umständen abläuft ich schon eine 1,x haben müsste. Der hat vielleicht eine Ahnung. Ich wäre der glücklichste Mensch, wenn ich BESTEHEN würde. Sowieso und überhaupt von allen immer zu hören, dass sie sich bei mir keine Sorgen machen und als 1er-Kandidatin gehandelt zu werden, macht komischerweise die Sache für mich nicht unbedingt leichter.
Ich habe Angst im Moment. Ich kriege Herzrasen beim Gedanken an den Brief, in dem mein Schicksal besiegelt wird. Das Datum, die Uhrzeit und die Prüfer machen das ganze so unabwendbar. Ich habe eigentlich jeden Tag Angst. Vor der Prüfern, vor den Themen, von irgendwelchen komplizierten Anwendungsbeispielen, krümelkackrigen Fragen und vor Fragen die ich nicht beantworten kann. Und vor dem Durchfallen. Ich weiß, es wird niemand vor dem Gebäude auf mich warten. Niemand, den ich dann umarmen kann - und niemand der meine Tränen auffangen wird - seien es Tränen der Freude oder der Trauer und Enttäuschung- ich werde allein sein damit. Wobei ich es natürlich nicht so schlimm fänd, mit meiner Freude alleine zu sein, das wäre mir dann auch eher egal. Aber da wird niemand sein, der mich auffängt wenn es schief gegangen ist.
Neben all diesem Stress und der nervlichen Belastung im Moment, erscheinen andere "Probleme" echt winzig. B. und S. sind mittlerweile gestorben für mich. B., weíl er mich eh ignoriert und S. weil ich nicht einfach mit mir spielen lasse. Die psychische Anspannung hat mir das vor Augen geführt. Und wäre es nicht ein gerechter Ausgleich? Ich bin wenn die Prüfungen rum sind, dann schon 3 Jahre Single, dann kann ich doch wohl wenigstens bestehen, damit nicht ein zweiter Bereich aus dem Gleichgewicht kommt.
I´ll keep you informed.
Current mood:angsterfüllt
Kleiner Feigling
Ach ja, heute habe ich mal wieder die konfrontation erlebt, mit der sorte menschen, die ich am wenigsten mag - feiglinge. aber auch da gibt es ja unterschiedliche arten.
hatte heute ein gespräch mit einem kommilitonen, der als es auf das thema prüfer bei der anstehenden prüfung kam eine einstellung an den tag gelegt hat, bei der mir sprichwörtlich das messer in der tasche aufgeht. er sagte doch allen ernstes, dass es prüferkombinationen gibt, bei denen er sich krankschreiben lassen würde. für mich ist das betrug, und für mich ist auf meiner beliebtheitsskala dermaßen in den keller gerutscht, dass es egal ist, ob es nötig sein wird, dass er sich krankschrieben lässt, oder nicht. er WÜRDE und das reicht aus. ich bin vielleicht nicht die stärkste, die hübscheste oder der klügste, aber ich hab mut. und selbst wenn ich diese prüfung nicht bestehen sollte, so bin ich ihm menschlich weit überlegen. man muss sich aufgaben stellen, kann nicht einfach - wenn die hürde größer wird, als es vielleicht zu schaffen ist - immer zu mutti rennen und sich krankschreiben lassen. mit so jemandem möchte ich später nie beruflich zu tun haben - mit feiglingen wie ihm generell nicht. dann lieber mit leuten, die einmal durchgefallen sind.
naja dafür kann er klugscheißen und mich korrigieren wenn ich statt "deinetwegen" "wegen dir" sage - manchen mag das ja auch was wert sein...
wo ist denn mein leben hin?
diese oder ähnliche fragen stelle ich mir in letzter zeit immer häufiger - meist kombiniert mit der frage: wo sind eigentlich die letzten drei monate hin? ich weiß es nicht und als wissen in meinem kopf haben sie sich leider auch nicht verewigt. seit anfang mai - also fast seit anfang des semesters - habe ich so gut wie jeden tag gelernt, seit 15. juni lernen ich jeden tag - min. 5 stunden meistens aber mehr: 7-8. denn im august, steht ne richtig große prüfung an - staatsexamen. ich weiß nicht wie ich das schaffen soll, weiß nicht, wie das mein körper noch schaffen soll - obwohl genug reservegewicht hat er ja in letzter zeit angelegt, obwohl es schon wieder etwas besser geworden ist. aber von tag zu tag wird es schwieriger mich selbst zu motivieren. es fehlt der erfolg. der mensch kann ja motivation erzeugen durch die aussicht auf erfolg, aber obwohlnur rund 10% von den 160 erstversuchern durchfall, ist mir das alles zu wage - zu willkürlich - zu sehr von prüfer, tag und thema abhängig. und ich will auch nicht mehr. ich will mal wieder einen tag mit gutem gewissen nicht lernen können. aber im moment geht das nicht. wenn ich durchfallen würde - ich weiß nicht ob ich die kraft hätte um - mit dem wissen was da kommt - das ganze nochmal in angriff zu nehmen.
aber gott sei dank gibt es auch immernoch sachen, die mich weiterlernen lassen - die aussicht, das mit jedem thema, das ich gelernt oder wiederholt habe, die chance steigt, dass ein thema geprüft wird, dass ich gut kann; das sprichwort, dass das glück mit den tüchtigen ist; die tatsache, dass och bis hierher alle prüfungen beim ersten mal und gut geschafft habe; die hoffnung; der wille meine eltern und vor allem mich selber unglaublich stolz zu machen. das gefühl zu wissen ich habe etwas geschafft, etwas großes - aus eigener kraft. und die erkenntnis, dass mühe, disziplin und arbeit belohnt werden. hoffentlich...
Freundschaft
ich hatte gestern eine schöne begegnung - obwohl eigentlich waren es zwei. am montag hatte mir meine brieffreundin aus rostock, die ich vor 10 jahren im urlaub kennengelernt und jetz seit 4 jahren nicht mehr gesehn habe eine sms geschrieben, dass sie wegen einer tagung in der stadt sei und ob ich nich etwas zeit hätte. aufgrund des lernstress trifft es "etwas" ganz gut, zumal ich nacher noch mit a. ins kino wollte. ich hab mich echt riesig gefreut n. mal wieder zu sehen, aber irgendwie war mir dabei auch ein bisschen mulmig. man hat sich ja doch auch verändert und so ein brief is dann ja doch was ganz anderes als mal wieder ein persönliches treffen. würden wir uns noch verstehen? haben wir uns genug zu erzählen? oder sind unsere entwicklungen doch in zu unterschiedliche richtungen gegangen? ich - studentin mit abi, viel zu lernen. sie - realschulabschluss, dann durchgestartet, jetzt schon stellvertretende marktleiterin, viel zu arbeiten. aber in dem moment wo ich sie dann wieder im arm hatte, war mir klar - es ist alles bestens. so stark das band unserer freundschaft auch in den letzten jahren strapaziert worden sein mag, so unterschiedlich unsere probleme auch sein mögen, es gibt da was, das uns zusammenhält. das allen unterschieden trotzt und das in der lage ist, innerhalb von sekunden ein gewohntes gefühl der geborgenheit zu erzeugen. ich hab es genossen und mir geschworen, dass wir nicht mehr so lange getrennt bleiben dürfen.
und dann war ich im kino - mit a. auch eine freundin, die ich sehr schätzen und lieben gelernt habe, seit ich hier bin. wenn ich mit a. zusammen bin, egal ob zum lernen oder irgendwas anderes, dann ist es, als würde ich sie schon ewig kennen. quasi so, wie meine beste freundin zu schulzeiten, bei der die freundschaft allerdings nach der regel geführt wird: aus den augen, aus dem sinn. im unterschied dazu kommt mir bei a. aber zu gute, dass sie single ist. klingt etwas egoistisch, ist es vielleicht auch. wenn sie allerdings sich mit freund so verhält wie sie es selbst von sich erwartet, dann wäre auch das ok ;) aber es ist leider so, dass viele menschen, grade frauen - zumindest die, mit denen ich befreundet war, ich freunde vergessen, wenn sie vergeben sind, freundschaft läuft dann nur noch am rande mit, solange sie nicht zu viel arbeit macht. und das ist schade, denn freundschaften sind oft beständiger als beziehungen. geben mehr verlässlichkeit. bei freunden besteht nich einfach die gefahr, dass sie sich von heut auf morgen ne andere suchen, oder die gefühle weg sind. aber viele sehen das nicht so. und das ist traurig. ich hoffe, wenn es irgendwann einmal dazu kommt, was ich mir auf jeden fall sehr wünsche, dass a. mal in feste hände gerät, so hoffe ich, dass es unsere freundschaft nicht mindern wird.
ein leben ohne freunde ist möglich, aber sinnlos. genauso wie ein leben ohne partner irgendwann einsam enden kann. selbst wenn man freunde hat. nämlich dann, wenn zum beispiel nach einenm treffen alle nach hause gehen, mit dem sicheren wissen, da wartet jemand, während man selbst allein nach hause geht. ein partner kann nie einen freund ersetzen und eine freundin keinen partner.
wenn das leben ein langer weg ist, den man gehen muss, egal wohin er einen persönlich führt, dann sollte man stehts an einer hand die liebe halten, und an der anderen die freundschaft.
Current mood:
Glücklich
)