Neue Herausforderungen für Übersetzer
Übersetzungen werden seit jeher benötigt, denn kulturellen Austausch und Sprachvermittlung gab es schon immer. Die technischen Errungenschaften, die wir zur Verfügung haben, eröffnen jedoch ungeahnte neue Möglichkeiten. Die Globalisierung ist im vollen Gange und sie hat vor nicht allzu langer Zeit ein unglaublich effektives Werkzeug dazugewonnen: Das Internet.
Das Internet ist eine gigantische Plattform für Kommunikation und Informationsaustausch, und das weltweit. Die Übersetzungsbranche hat sich hierauf eingestellt, wodurch sich ein neuer Markt eröffnet hat, welches von Website-Übersetzungen bis zu Software-Lokalisierungen reicht. Auch wird das Internet von namhaften Übersetzungsbüros als Plattform für die Auftragsabwicklung von Übersetzungen genutzt.
Im Grunde unterscheiden sich Website-Übersetzungen nicht groß von "gewöhnlichen" Übersetzungen. Zum einen ergeben sich technisch neue Herausforderungen: Website-Texte können in unterschiedlichen Dateiformaten vorliegen, in der Regel liegen pro Website mehr als ein Dateiformat vor. Texte liegen so zum Beispiel in HTML, in Bild-, Flash- oder Javaskripten oder in Form von PDF-Dateien vor. Zum anderen aber erfordern Webseiten und insbesondere Software häufig eine Lokalisierung.
Bei der Lokalisierung von Software oder Webseiten werden nicht nur die Texte, wie sonst von professionellen Übersetzungsagenturen auch, an die zielsprachliche Region angepasst, sondern auch Dinge, die in den Bereich der usability reichen. Die Grundvoraussetzung ist natürlich, dass die Software etc. technisch kompatibel ist. Weiterhin können aber auch andere Normen in der Gestaltung üblich sein. Von wohl größter Bedeutung ist und bleibt auch an dieser Stelle die inhaltliche Lokalisierung.
Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Sprachen
Auf der Welt gibt es leider zu viele Sprachen als das ein Mensch sie alle lernen könnte. Aber wenn man sich die verschiedenen Sprachen näher anschaut, dann stellt man fest, dass es unzählige Gemeinsamkeiten gibt. Die Gemeinsamkeiten sind natürlich dadurch bedingt, dass sie häufig einen gemeinsamen Ursprung haben. Es wird von Sprachzweigen gesprochen und es werden Stammbäume von Wissenschaftlern erstellt, in denen die Entwicklung der Sprachen und ihre Verwandtschaft zueinander dargestellt werden.
Verschiedene Sprachen haben häufig die verschiedensten Ähnlichkeiten. So klingen häufig zum Beispiel Begriffe in vielen Sprachen beinahe identisch. Man denke zum Beispiel an das Wort "Hallo" bzw. "Hola" oder "Hello" usw. Aber es gibt auch verblüffendere Gemeinsamkeiten, so fällt zum Beispiel bei vielen indogermanischen Sprachen auf, dass sich die Begriffe für "Nacht" und "Acht" vom Klang her sehr ähneln. Im Französischen haben wir "nuit" und "huit", im Italienischen "notte" und "otto", im Spanischen "noche" und "ocho" und im Englischen "night" und "eight". Woran das liegt sind sich die Sprachwissenschaftler nicht einig. Es könnte zum Beispiel daran liegen, dass es häufig gegen acht dunkel wird. Oder es könnte daran liegen, dass es häufig ca. acht Stunden dunkel bleibt. In jedem Fall ist eine solche Gemeinsamkeit ein Beleg für einen gemeinsamen Ursprung der Sprachen, der bis heute tief in den Sprachen verwebt ist.
Interessant ist es auch sich Sprachen anzuschauen, die nicht oder nur sehr entfernt miteinander verwandt sind. So gibt es Sprachen, die verfügen nicht nur über komplett andere Schrift-, sondern auch über stark unterschiedliche Grammatiksysteme. Solche Sprachen sind natürlich für uns schwerer zu erlernen, gestalten aber die Suche nach sprachlichen Gemeinsamkeiten und Unterschieden häufig aufregender und sind aufgrund der Andersartigkeit eine komplett neue Erfahrung.
"Austriazismen" und "deutsches Deutsch"
Ich komme aus Österreich und wohne seit ca. einem Jahr in Deutschland. Ich muss sagen, obwohl sich Österreich und Deutschland in vielen Punkten sehr ähneln, habe ich manchmal das Gefühl ich bräuchte einen Übersetzer, denn es sind die kleinen Sachen im Alltag die dann doch einen so großen Einfluss haben, dass es sich bemerkbar macht, dass man in einem anderen Land lebt. Was hierbei natürlich offenkundig auf der Hand liegt ist in erster Linie die Sprache. Wie es auch schon innerhalb Deutschlands starke Unterschiede in den Dialekten gibt, man denke an Bayerisch, Sächsisch, Kölsch oder Berlinerisch, so gibt es natürlich erst recht Unterschiede zwischen dem Deutschen und dem Österreichischen.
"Österreicherisch" kommt wohl am ehesten deutschen Dialekten nahe, die sich im Süden Deutschlands befinden. Das kann das Verständnis untereinander schon ganz schön stören, schließlich wohne ich ganz im Norden Deutschlands. Aber mittlerweile verstehe ich alles. Neben dem Klang der Sprache unterscheiden sich aber auch einige Wörter im "deutschen Deutsch". Wer Interesse hat findet unter OpenThesaurus eine Zusammenfassung von sogenannten "Austriazismen". Ich denke dieser Aspekt wird aber von manchen überschätzt, es handelt sich nur um wenige Begriffe, die von dem gegenüber sogar häufig auch verwendet werden.
Überhaupt finden die Sprachunterschiede die meisten eher sympathisch als nervig, denn wirkliche Verständnisprobleme begegnen einem als Österreicher im Norden Deutschlands nicht wirklich, irgendwie kann man sich schon verständlich machen.