Kunstkonsum
Dabei vollzieht sie einen Balanceakt zwischen analytisch und burlesk, der es ihr erlaubt, scheinbar erledigte, aber eben doch immer wieder virulente Fragen neu zu stellen, so etwa das Verhältnis von individueller Selbstverwirklichung zu gesellschaftlich-politischem Engagement, das Annika Lindgren im Bett liegend als Dialog zwischen zwei Früchten abhandelt - mit sämtlichen Phrasen und Fakten, Skrupeln und Klischees, die solche Erörterungen begleiten.
Gunnar Krantz rührt am widersprüchlichen Verhältnis zwischen der gesellschaftlich organisierten Realität und ihrer künstlerischen Umsetzung, indem er das propagandistische Instrumentarium der politischen Linken - revolutionsrote Transparente, kämpferische Flugblätter - so einbringt, daß offen bleibt, ob es sich bereits um die quasi-folkloristische Inszenierung eines kulturhistorischen oder ethnologischen Museums oder um die Spuren einer spontanen Polit-Aktion handelt, mit der die solemne Abgeschiedenheit gepflegten Kunstkonsums gestört werden sollte.
Textportrait von Madonna (Foto).Kommentare: 0
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