Thoughts on ED
Es wird besser. Wenn auch in gaaaanz kleiner Schritten. Zumindest stellenweise. Alkohol bekomme ich zwar kaum noch runter (Ahhh...Kalorien!), und mit einem vernüftigen Abendessen habe ich auch so meine Probleme (das wird dann entweder ein Gelage oder ein Apfel), aber sonst... Es wird besser. Vielleicht weil ich mir mehr darüber bewusst werde, dass ich versuche, diese Unsicherheit(en) in meinem Leben zu kompensieren. Und selbst Essen bzw. Nicht- Essen mir doch nicht so ganz diese "Sicherheit" bieten kann, die ich mir insgeheim wünsche. Es klingt lächerlich, "Sicherheit" obendreib spießig und überhaupt. Aber so ist das im Moment nun mal und wenn ich mir das eingestehen kann, bin ich schon einen Schritt weiter.
Einen kleinen, aber immehrin.
Klinik? Ohne mich!
War neulich bei meiner Internistin. Die bald nicht mehr meine Internistin ist. Ich erzählte ihr von der Bulimie (fällt mir immer noch schwer, das Wort hinzuschreiben) und sie meinte, ich sähe ganz schrecklich auch und müsste unbedingt in eine KLinik, stationär und über längere Zeit. Ich sagte ihr, dass ich das partout nicht will und auch nicht tun werde. Und dass ich für eine Klinik ohnehin nicht krank genug bin.
Sie hat mir dann trotzdem eine Broschüre auf Auge gedrückt, von einer angeblich ganz tollen Klinik. Die sich Zuhause als Privatklinik herausgestellt hat.
Ich bin Kassenpatientin.
Will die mich eigentlich verarschen?!
Zwiespalt
Kaum lässt man die Waage mal einen Tag lang nur ein Elektrogerät sein, das somit ignoriert werden darf, bekommt man am nächsten Tag eine "tolle" Überraschung präsentiert. Hab ca. 700 g zugenommen, big drama. (Natürlich weiß ich, dass ich mehr gegessen habe und so, aber trotzdem.)
Eigentlich sollte ich mich darüber freuen, weil ich sowieso merklich untergewichtig bin. Eigentlich. Aber sofort nistet sich wieder die Panik in meinem Kopf ein, ich könnte ja plötzlich...Ich hab schon so eine Aversion gegen das Wort, ich kann's nicht mal hinschreiben.
Aber diese 700 g krampfhaft wieder abnehmen, will ich irgendwie auch nicht. Weil ich weiß, das davon nichts besser wird. Vielleicht sollte ich jetzt mal einfach nur "Gewicht halten" anpeilen. Vielleicht... Verdammt, es streiten sich zwei Stimmen in meinem Kopf und ich weiß nicht, was ich fühlen, denken oder tun soll.
Feiertage...
Verdammt, ich hab Angst. Angst, vor den kommenden Feiertagen, Angst vor dem Menü, das es dann gibt, Angst davor, die ganze Zeit mit sovielen Menschen in einem Haus "eingespeert" zu sein, Angst, davor, zu wenig Privatsphäre zu haben. Am meisten hab ich Angst davor, dass ich es so lange (bis zum 27. Dezember) ohne K...... nicht aushalte. Das wären über vier Tage. So lange habe ich es nicht mehr seit England geschafft. Ich weiß auch nicht, wie... Das kann ich mir eigentlich gar nicht vorstellen, ich kann immer noch nicht glauben, was ich da tue. Dass ich so etwas überhaupt tue, und dann noch so häufig (kommt mir zumindest so vor).Irgendwie hoffe ich, ja rechne ich sogar damit, dass sich eine Gelegenheit dazu ergibt, wenn meine Eltern mit meinen Großeltern einen Ausflug machen und mein Bruder auch nicht daheim ist. Ich weiß jetzt schon, dass ich morgen Schokolade und co. einpacken werde, bevor ich losfahre. Die wird dann in meinem alten Zimmer versteckt, und wartet dann still auf ihren Einsatz...
Ich würde so gerne mit jemandem reden, aber all meine Freunde sind längst zu ihren Eltern nach XYZ gefahren. Dort will ich sie auch nicht anrufen. Das heißt, eigentlich wissen sie davon ja auch gar nichts.Ausser meiner Psychiaterin und meiner Therapeutin weiß davon niemand etwas, die Leser dieses Blogs natürlich ausgenommen. Ein paar mal war ich kurz davor, einer sehr guten Freundin davon zu erzählen (meiner "besten" Freundin, sozusagen-zumindest aus meiner Sicht), habe dann aber doch gekniffen.
Ich trau mich einfach nicht. Ich habe Angst, dass sich dann was ändert, das sie mich komisch anschaut, dass sie sich ekelt, abgestoßen fühlt oder mich misstrauische beäugt, wenn ich ein paar Pommes esse.Und wenn ich jemandem von meinen Problemen erzähle, egal welcher Art, hab ich fast immer ein schlechtes Gewissen. So als hätte ich die Person damit "belastet" oder "ausgenützt" oder wäre einfach nur egozentrisch.
Widersprüche...?
Jedes Mal frage ich mich wieder, warum hast du das jetzt getan, war es das wert, was bitte wolltest du damit bezwecken, und doch kenne ich die Antwort genau. Das Lächerliche ist, ich will es mir nicht "wegnehmen" lassen, von Menschen, die es nicht verstehen oder nur zu gut verstehen...
Verhüllten Neid unterstelle ich gewissen Personen, denjenigen, die sich angwidert wegdrehen, denjenigen, die sich anmaßen, sie wollten nur dein Bestes, dich heilen und die ganze Welt mit dazu. Ob ich damit recht habe, sei mal dahin gestell.
Ich weiß, es klingt wirr, weil ich nicht sagen will, um was es hier eigentlich geht, aber diejenigen, die es vielleicht ahnen, denen brauche ich es nicht zu sagen. Und um es den anderen zu erklären, bin ich einfach zu feige. 
Noch nie habe ich so etwas Widersprüchliches erlebt, etwas das mich in solch einen Zwiesplat gestürzt hat. Zwei sich ausschließende, widersprechende Dinge "gleichzeitig" tun...Das Wort "Hassliebe" hatte früher keine Bedeutung, jetzt kenne ich sie besser als ich es je für möglich hielt.
Traurig
)