Einträge "Studio D11.4":

Donnerstag, 14. Juni 2007

zu Thurber: Die Schildkröte und der Hase, Moral

Wir hatten in Unkenntnis des englischen Textes über Übersetzungsprobleme gesprochen (Thurber: The Tortoise and the Hare).

Heute habe ich von Herrn Schwarz folgende Darstellung bekommen (und daran seht ihr dann, was Übersetzungsprobleme sind):

"Hab mir die Moral jetzt von Ustinov im AU-Format (?) über Windows Media Player angehört:
A new broom may sweep clean, but never trust an old saw.
Das ist zunächst einmal tatsächlich, was Rowohlt schreibt - nur: "saw" kann auch "Sprichwort, Spruch" heißen!

Oxford Advanced Learner's Dictionary:
(old-fashioned) a short phrase or sentence that states a general truth about life or gives advice

Außerdem ist "never trust" wohl etwas schillernder als das betuliche "verlass dich nicht drauf" - das hat auch sehr deutlich etwas Drohendes, Warnendes: "trau ... bloß nicht über den Weg!"

Also könnte man auch übersetzen:
"Neue Besen mögen ja gut kehren, aber trau bloß alten Sprüchen nicht über den Weg!"
Aber damit ist die Hälfte des Gags weg ... Ist halt nicht übersetzbar."

von: studioD
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Geändert am 14. Juni 2007 um 18:28

Mittwoch, 13. Juni 2007

Meine Lieben,

ganz so lustlos wie heute braucht ihr (resp. der betroffene Teil, nicht alle!) am Freitag nicht herumzusitzen und zu schwatzen; diese Demonstration, dass nur für Noten gearbeitet wird, ist unter unserer Würde - ich arbeite zwar (auch) für Geld, aber sicher nicht nur für Geld (für mein Gehalt reichte weniger Arbeit).
von: studioD

Mittwoch, 6. Juni 2007

HA zum 13. Juni

Vergleichende Analyse der Fabel von Hase und Schildkröte (bei Äsop und Thurber), schriftlich, ausformulieren
von: studioD

Samstag, 2. Juni 2007

Fabelvergleich

Ihr solltet unsere jetzige Übung auch als Vorbereitung für Kl. 12/13 sehen: Gedichtvergleich, allgemeiner: Vergleich fiktionaler Texte als Aufgabe.
von: studioD

Freitag, 1. Juni 2007

Über Kindereien

Der Vorfall heute, nach dem ich eine Schülerin gebeten habe, den Raum zu verlassen, veranlasst mich, noch etwas zum Thema Kinderei zu sagen. Es ist so, dass in der 6. Klasse, die ich seit zwei Jahren unterrichte, solche Kindereien nicht vorkommen: Wer etwas nicht gemacht hat, sagt das zu Beginn, und wer erwischt wird, steht dazu; und wer etwas zugibt und sich entschuldigt, wird auch nicht ausgeschimpft.

Die prächtige Formulierung "Sie wollte einmal sehen, ob sie es richtig hat", ist nur eine schwach verhüllte Einkleidung der Wahrheit: "Ich habe beim Pfuschen geholfen." Den Namen der Schülerin zu nennen hätte nicht bedeutet, ihr zu schaden, sondern hätte nur bedeutet, dass sie nicht eine Leistung vortäuschen kann, die nicht ihre eigene war, dass sie also keinen unverdienten Gewinn erzielt. [Entscheidend ist also, dass man über die empfundene Kameradschaft das geltende Recht stellen und diese Geltung denken kann: Es gibt kein Recht auf Täuschung! Ich soll schließlich Noten ja auch nach Rechtsgrundsätzen und nicht nach meinem Empfinden geben.]

Die ganze Argumentation ist diffizil... Vielleicht sage ich deshalb einfach, dass ich sehr enttäuscht war und deshalb vielleicht auch so (zu?) heftig reagiert habe; denn ich habe den Auftritt so empfunden, dass ein Pakt zwischen uns gekündigt worden ist (oder dass mir gezeigt wurde, dass er nicht bestanden hat): der Pakt der offenen, ehrlichen und gleichberechtigten Zusammenarbeit zwischen Lehrer und Schülern auf der Basis des Rechts. Mir kam es so vor, als würde indirekt gesagt: "Wir Schüler müssen gegen Lehrer zusammenhalten; Kameradschaft geht vor (ehrlicher Leistungsbewertung zum Beispiel)." In dieser so nicht laut ausgesprochenen Vorstellung ist ein Verständnis von Schule und Lehrerrolle impliziert, das ich nicht teilen kann (und wofür ich auch nicht so arbeite, wie ich es täglich tue).

von: studioD
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Geändert am 6. Juni 2007 um 21:28