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Dienstag, 15. Januar 2008

Die vier S, das A und O des eigenen Schreibens

Für die Anforderungen an einen Aufsatz habe ich den Merksatz von den vier S gefunden:
schauen (oder: suchen),
sammeln (mit Belegen),
sortieren (gliedern),
schreiben.
In dieser Reihenfolge sollt ihr arbeiten, die Phasen des Sammelns und Sortierens sollen dokumentiert werden (zu Deutsch: Konzept oder Schmierblatt vorlegen; im Abitur ist es ein Bestandteil der Klausur und wird bei der Seitenzählung vom Lehrer mitgezählt).
von: studioD

Auf dem Weg zum guten Aufsatz

Über mündliche und schriftliche Kommunikation

Einen Aufsatz schreiben heißt:
mit jemandem indirekt kommunizieren. Aus unserer Erfahrung kennen wir zunächst nur die direkte Kommunikation: Man ist mit anderen zusammen, spricht über dies und jenes, hört den Tonfall des Partners, sieht ihn lächeln oder die Stirn runzeln...
   Wir können einen Aufsatz vom Gespräch her verstehen. Dort sind (zwei) Menschen in einer Situation zusammen; im Gespräch wird gefragt, auf Fragen geantwortet, Einwände werden vorgetragen, es wird argumentiert. Man kann auch das Thema wechseln, einen Witz machen, an vorhergehende Gespräche anknüpfen, das Gespräch unterbrechen, Rückfragen stellen usw. Ein Aufsatz unterscheidet sich in der Regel darin vom Gespräch,
a) dass der Leser den Autor nicht hört oder sieht,
b) dass in eine Richtung über ein Thema gesprochen wird,
c) dass kein bestimmter Leser angesprochen wird.
   Deshalb muss der Autor so schreiben, dass diese Einschränkungen die Kommunikation nicht verhindern. Er muss sowohl sein Thema als auch das Vorwissen und die Interessen des Lesers beachten. Er muss also vorab das Thema festlegen und dann
* die Kommunikation eröffnen;
* das Ziel in klar abgegrenzten Schritten ansteuern und dabei
*- Rückfragen überflüssig machen,
*-- indem er die Voraussetzungen seiner Gedanken deutlich macht;
*-- indem er das Ziel immer im Auge behält,
*-- Zusammenhänge eindeutig herstellt und
*-- das Verständnis durch Verweise und Zusammenfassungen erleichtert;
*- mögliche Einwände beachten,
*- - indem er sie durch Argumente überflüssig macht
*-- oder sie eigens aufgreift und bespricht;
*- den Leser bei der Stange halten
*-- durch die Klarheit der Darstellung (siehe oben) sowie
*-- durch kleine Scherze und rhetorische Kunst;
* die Kommunikation beenden.
   Wenn die schriftliche Kommunikation so viele Probleme mit sich bringt, wozu ist sie dann gut? Sie macht Kommunikation zu einem beliebigen Zeitpunkt mit jemandem möglich, der nicht da ist; sie hilft uns ferner, eigene Gedanken zu klären.
   In den drei schräg fett gedruckten Aufgaben des Autors siehst du bereits die drei Teile eines Aufsatzes: Einleitung, Hauptteil und Schluss. - Was über Berichten, Bechreiben und Erklären als Formen des Schreibens in Kl. 5 und 6 gesagt worden ist, ist natürlich Einführung ins Aufsatzschreiben.
von: studioD

Formen schriftlicher Darstellung

(in Anlehnung an: Kurze Stilistik. Hrsg. von B. Friedrich und J. Zech. Volk und Wissen: Berlin 1987)

Formen erlebnisorientierten Darstellens:
* erzählen: Erlebnisse sind Begebenheiten, die uns auf besondere Weise innerlich bewegen; Erlebnisse erzählen wir;
* schildern: Eindrücke beruhen auf Wahrnehmungen, die in bestimmter Weise auf uns gewirkt haben; Eindrücke schildern wir; durch den Eindruck, den sie macht, wird eine Person charakterisiert.
Formen sachorientierten Darstellens:
* beschreiben: Wenn wir Gegenstände oder Vorgänge durch Bezeichnen ihrer Teile oder durch Angabe ihrer Merkmale genau kennzeichnen, beschreiben wir sie; damit ist das Definieren als eine Sonderform des Beschreibens anzusehen; Vorstufen sind das Nennen, Aufzählen, Feststellen von einfach Wahrnehmbarem; wenn wir die näheren Umstände eines Geschehens darstellen, beschreiben wir sie; die Inhaltsangabe ist eine Textbeschreibung;
* erklären: Wenn es darum geht, Zusammenhänge aufzuzeigen (v.a. zwischen einer Erscheinung und einem Gesetz oder Prinzip), dann erklären wir etwas; v.a. wenn wir die Beziehungen von Grund, Folge oder Zweck (im weiten Sinn) aufzeigen, erklären wir etwas;
* berichten: Wenn wir über ein einmaliges Geschehen neutral und umfassend informieren sollen, berichten wir darüber.
Formen problemorientierten Darstellens:
* beurteilen, bewerten;
* erörtern: Wenn man sich mit einem Problem auseinandersetzt und dann den Prozess und das Ergebnis dieser Auseinandersetzung darstellt, erörtert man das Problem;
* argumentieren: Wenn es bei der Lösung von Aufgaben zu unterschiedlichen Auffassungen kommt, aber ein einheitlicher Standpunkt (oder eine Entscheidung) erforderlich ist, argumentieren wir (im Hinblick auf eine Situation und auf einen Partner); wir können auch innerhalb anderer Darstellungsformen (v.a. in der Erörterung) argumentieren;
* fordern, auffordern: Wie das Argumentieren kann das Fordern Teil einer größeren sprachlichen Darstellung sein, es kann aber auch den Grundtenor einer Darstellung bestimmen.

Diese Darstellung mag ihre Schwächen haben - Dr. Liewerscheidt hat sie einmal kritisiert; aber sie stellt immerhin den Versuch dar, einen Überblick zu gewinnen. (Man könnte noch darauf achten, wie sich diese Formen nach dem Modus und dem Tempus unterscheiden.) Wichtig für den Deutschlehrer: Diese verschiedenen Formen des Darstellens kann und muss man gesondert einüben, damit daraus das Gesamtkunstwerk der Erörterung entstehen kann!

Für den Hausgebrauch unterscheide ich vier (fünf) dominierende Sprechweisen bei Sachtexten:
beschreiben und berichten / erklären / bewerten / fordern.
   Diesen vier Sprechweisen kann man intendierte Leistungen des Hörers zuordnen: zur Kenntnis nehmen / verstehen / beurteilen / handeln. Quer dazu steht das Argumentieren; denn man kann sowohl beim Erklären als auch beim Bewerten und Fordern argumentieren. Die relevante Unterscheidung ist: argumentieren / bloß behaupten (daherreden); und darüber steht der Gedankengang. Vgl. das, was zu den Arbeitstechniken bei der Analyse (entsprechend: Abfassung) theoretischer Texte (bloghof.net/norberto42) gesagt ist!

Mit einer Klasse 9c des ruhmreichen FMG habe ich einmal folgende Liste ausgearbeitet:
Sprechweisen - Unterscheidungen für (theoret.) Texte
Man kann in dieser Hinsicht hauptsächlich vier Sprechweisen nennen:
Ein Sprecher stellt etwas dar: -> damit der Hörer es weiß;
er erklärt etwas: -> damit der Hörer es versteht;
er bewertet etwas: -> Hörer soll seine Sicht der Dinge ändern;
er fordert auf zu... -> Hörer soll es tun.
   Man kann diese vier Sprechweisen in vielerlei Hinsicht differenzieren: nach verschiedenen Arten des Darstellens oder nach Graden der Intensität (beim Auffordern), auch nach positiver (Bitten) oder negativer (Verbieten) Ausrichtung usw.
   Auch ist die Logik der Sprechweise nicht immer das Ziel des Sprechers, weil die vier Hauptbegriffe nur Sammelbegriffe sind und weil der Sprecher in einer Situation über Sprechweisen verfügt: So kann man jemanden verspotten und ihn damit auch bewerten, ohne dass man damit erreichen will, dass der Verspottete diese Sicht übernimmt; oder man kann gemeinsam über einen herziehen (ihn also bewerten), ist sich aber schon vorher in der Sicht einig...
   Mit diesen Einschränkungen kann man eine erweiterte Tabelle anlegen:
1. darstellen:
* berichten (über einmalige Vorfälle, Geschehnisse) - sachlich;
* beschreiben (das, was der Fall ist: Situationen, Gegenstände, regelmäßig Handlungen) - sachlich;
* schildern (Gegenstand unbestimmt) - anschaulich, auch eindringlich;
* erzählen (Erlebnisse) - persönlich, auch zu Unterhaltung, zum Miterleben;
2. erklären:
verborgene Zusammenhänge aufdecken, durch kausale, konditionale (immer wenn..., dann...), modale, finale und konsekutive Angaben;
3. bewerten:
Das wird eigens untersucht! Vorab schon kann man ‚positiv / negativ‘ unterscheiden!
4. auffordern:
a) positiv: empfehlen; raten; bitten; (er)mahnen; auftragen; vorschreiben; befehlen...
b) negativ: abraten; bitten; (er)mahnen; warnen; verbieten...

Die sprachlichen Formen, in denen der Sprecher dies alles tut (und die Situationen, in denen es geschieht), können vielfältig sein.
Ich unterscheide hier drei sprachliche Hauptformen:
1. Stimmführung; Auswahl und Anordnung des Gesagten (erzählen);
2. verbale Bezeichnung des sprachlichen Handelns („Ich bitte dich...“); Tempus;
3. Bezeichnung durch andere Wörter und Wendungen („Es wäre am besten...; wenn du meinen Rat hören willst; das kann nicht gut ausgehen; ein Kind in deinem Alter sollte...“).
[Vgl. Ehlen, Wilfried: Deutsch. Ein Sprach- und Übungsbuch. Verlag H. Stam: Köln o.J. (6. Aufl.)]
von: studioD
Entry modified
Geändert am 19. Januar 2008 um 09:17

Einen Brief schreiben (Kl. 5)

Einen Brief schreiben - Vorüberlegungen
Drei Fragen muss man geklärt haben, ehe man zu schreiben beginnt:
1. Was will ich?
2. Was will der andere (was interessiert ihn)?
3. In welchem Verhältnis stehen wir zueinander?

Wenn diese drei Fragen beantwortet sind, kann man überlegen, wie man den Brief aufbaut: Wie fange ich an? Wie sage ich das, was ich eigentlich will? Wie höre ich auf?
Folgende Einzelheiten könnte man dazu bedenken:
A) Wie fange ich an?
- Ich stelle mich vor (mit Datum, Adresse).
- Welche Anrede nehme ich (wie herzlich)?
- Warum habe ich mich an den Adressaten erinnert?
- Warum schreibe ich jetzt? Wann hatten wir zuletzt Kontakt?
- Muss ich mich nach ihm erkundigen?
- Musste ich etwas für ihn erledigen oder besorgen?
- Ist für ihn wichtig, wie es mir geht?
- Sind meine Pläne für ihn interessant?
B) Wie sage ich das, was ich eigentlich will?
- Wie offen bzw. wie direkt kann ich sprechen?
- In welcher Reihenfolge trage ich meine Gedanken vor?
- Was muss im Einzelnen erklärt oder begründet werden?
- Mit welchen Einwänden oder Bedenken sollte ich rechnen?
- Welche Worte (höflich - grob) wähle ich?
(Beachte diese Frage, wenn du den Brief überarbeitest!
Manchmal ist es auch besser, wenn man etwas verschweigt oder auf sich beruhen lässt - man muss nicht alles aussprechen!)
C) Wie höre ich auf?
- Soll ich von meinen Plänen oder von Bekannten sprechen?
- Besteht Aussicht auf ein Treffen, das ich nennen kann?
- Welche guten Wünsche sollte ich äußern?
- Wie herzlich soll oder darf ich grüßen?
Unterschrift

Drei Dinge sind noch zu ergänzen:
* Hier ist der Gesprächspartner immer „der andere“ genannt, auch
wenn man an Tante Ilse schreibt oder an die Großeltern.
* Der Hauptteil kommt hier in unseren Überlegungen knapp weg, aber nicht weil er unwichtig wäre, sondern weil man oft nicht genug beachtet, wie wichtig die Einleitung und der Schluss sind; die hier genannten Fragen müssen nicht alle beantwortet werden - sie sind als ein Katalog gedacht, anhand dessen man prüfen kann, ob man nichts Wichtiges vergessen hat. (Wer kennt weitere Fragen für den Katalog?)
* Was hier vom Briefschreiben gesagt ist, gilt grundsätzlich auch vom Telefonieren und für jede Art von Kontakt - also dann, wenn man in ein Gespräch eintritt (oberste Regel):
Denke nicht nur daran, was du selber erreichen möchtest,
sondern beachte auch den anderen: was er weiß, was ihn interessiert, wie er dein Auftreten empfindet!
Etwas abstrakter formuliert: In der Kommunikation musst du auch den anderen wahrnehmen und ernstnehmen; und da der Brief eine Einwegkommunikation ist, musst du die Position des anderen in deinen Überlegungen vorwegnehmen!
Beachte auch das Übungsdiktat zum Briefschreiben in den "Übungsdiktaten Kl. 5" und den Aufsatz über "Perspektive" (bzw. dessen Anfang) in "Schreiben - produktiv"!


Beispiel: Klassenarbeit Kl. 5
Einen Brief schreiben; in Literatur produktiv eingreifen; Bedeutung der Perspektive (1./3. Person) kennen - eine Schulstunde

1. Aufgabe zu „Die Freunde“ von Wilhelm Busch:
Am Tag des Diebstahls gehen den Kindern und Herrn Schramm allerlei Gedanken durch den Kopf.
Zu vier Stellen habe ich den Gedanken einer Person angegeben. Schreibe du auf, was die jeweils genannte andere Person denkt:
(1) Ferdinand denkt (zu Vers 8-10): „Käthchen nutzt uns aus.“
Käthchen denkt: ____________________________________________________
____________________________________________________________________
____________________________________________________________________
(2) Ferdinand denkt (V. 18-22: „Fritz hat mich im Stich gelassen.“)
Fritz denkt: ___________________________________________________________
___________________________________________________________________
____________________________________________________________________
(3) Schramm denkt (zu Vers 26-28): „Da habe ich den Dieb gerecht bestraft.“
Ferdinand denkt: _____________________________________________________
__________________________________________________________________
__________________________________________________________________
(4) Ferdinand denkt (zu V. 33 f.): „Fritz ist ein mieser Verräter.“
Käthchen denkt: ____________________________________________________
____________________________________________________________________
____________________________________________________________________
2. Aufgabe:
In den Oktoberferien ist Fritz mit seinen Eltern verreist; er hat über die Birnengeschichte noch einmal nachgedacht und möchte die alte Freundschaft mit Ferdinand wieder herstellen. Am 14. Oktober, dem vorletzten Ferientag, schreibt Fritz aus Trier einen Brief an Ferdinand.
Aufgabe: Schreibe diesen Brief!
(Überlege, ob du dir vorher einige Stichworte notieren willst!
Denke daran, wie ein Brief aufgebaut ist!)

Viel Erfolg! Tn

[Für Lehrer: Das Gedicht war bekannt und besprochen.]


Beispiel:
Einen Brief schreiben von Figur zu Figur eines Romans,
zu Tolkien: Der kleine Hobbit (Kl. 7)
Nachdem Bilbo glücklich den Zauberring gefunden hat und Gollum entronnen ist, ist er allein und weiß nichts von Galfand und den Zwergen (S. 105, Mitte).
1. Wenn er annimmt, dass es ihnen gut geht, könnte er sie suchen und ihnen vorab schon einmal von seinen Erlebnissen berichten. - Du musst dich dann fragen: Wie wirkt sich diese Absicht bzw. der Anlasss darauf aus,
a) was Bilbo schreibt,
b) wie er es schreibt?
Du siehst hier, wie die Annahme über die Situation der Adressaten der (möglichen) Absicht oder Zielsetzung des Schreibers entspricht und wie beides zusammen die Eigenart des Briefes bestimmt.
2. Wenn er annimmt, dass sie wahrscheinlich bedroht und gefährdet sind, könnte er sie suchen und ihnen seine Hilfe anbieten; dann wird er zwar auch kurz seine Rettung erwähnen und vor allem die Kraft des Zauberrings hervorheben, aber auch seine Sorge um die Zwerge ausdrücken und ihnen seine Hilfe anbieten. - Auch hier siehst du, wie die Annahme über die Situation der Adressaten der (möglichen) Absicht oder Zielsetzung des Schreibers entspricht und wie beides zusammen die Eigenart des Briefes bestimmt.

Theorie dazu:
Es gibt die Gesamtsituation (aller Beteiligten), bestehend aus
Situation des Schreibers (ist bekannt!) / Situation des/der Adressaten (wie genau ist sie bekannt?)
Diesen beiden Teilsituationen entsprechen
- Möglichkeiten des Schreibers / Möglichkeiten des/der Adressaten,
- die Bedürfnisse des Schreibers / Bedürfnisse (Erwartungen) der Adressaten

Gesamtsituation -> Ziel (Absicht) des Schreibers,
der beim Schreiben dann die Möglichkeiten und Erwartungen der Adressaten berücksichtigen muss, wenn er sie nicht verärgern will, aber doch auch sein Ziel verfolgen muss!

von: studioD

Etwas beschreiben, eine Beschreibung anfertigen (Kl. 6)

Beschreiben, was man tun muss - Übungsdiktat
1 Wenn jemand irgendwohin gehen will, aber den Weg nicht kennt, fragt er: „Wie komme ich dahin?“ Diese eine Frage lässt sich unterteilen: In welche Richtung muss ich gehen? Wie weit gehe ich in diese Richtung? (Und woran erkenne ich, dass ich richtig gehe?)
2 Die beiden Teilfragen werden wiederholt im Wechsel beantwortet: Der Weg wird aus vielen Stücken zusammengesetzt. Den Weg kann ein Fremder finden, wenn die Orientierungspunkte klar und eindeutig zu erkennen sind.
3 Der Weg ist gut beschrieben, wenn der Fragende das Ziel erreicht, ohne sich zu verlaufen, ohne noch einmal nachzufragen oder unsicher zu werden; er muss genau, anschaulich und vollständig beschrieben worden sein.
4 Komplizierter wird es, wenn man ein Spiel mit seinen Regeln beschreibt. Zunächst kommt es darauf an sich vorzustellen, welche Fragen jemand stellt, der das Spiel nicht kennt, und welche nicht.
5 Zu einem Brettspiel werden die Fragen etwa lauten: Wie viele Spieler nehmen teil? Welches Zubehör gibt es? Wie stelle ich die Spielsteine auf? Nach welchen Regeln werden sie gezogen? Wer hat gewonnen?
6 Über die günstigste Reihenfolge der Antworten kann man streiten. - Mit Fachbegriffen kann man Erklärungen abkürzen; oft ist aber schwer zu entscheiden, welche Fachausdrücke man als bekannt voraussetzen darf und welche nicht.
7 Beim Basteln und Kochen lauten die Fragen meistens so: Was brauche ich an Material und Werkzeug? Was mache ich (in welcher Reihenfolge) damit? Wie lange dauert es, bis ich fertig bin? Das sind ähnliche Fragen wie beim Brettspiel.
8 Wenn man ein Haustier hält, gibt es eine Reihe von Aufgaben: Das Tier muss untergebracht und gefüttert werden; die Jungen müssen versorgt, kranke Tiere müssen gepflegt werden. Die entsprechenden Fragen ergeben sich einfach aus dem Leben eines Tiers.

1. Hauptproblem: Halte ich mich an die Reihenfolge der Tätigkeiten oder an die Hauptfragen des Lesers (Hörers)?
2. Hauptproblem: Welche Fachbegriffe darf ich als bekannt voraussetzen? Im Zweifelsfall: den Begriff erklären!

Beschreibungen in Physik und Chemie
Wenn wir jetzt üben, etwas zu beschreiben, solltest du daran denken, dass du das in anderen Fächern bereits geübt hast. Im Physikbuch steht, wie ein kurzes Versuchsprotokoll aussieht und wie Protokolle aufgebaut sind:
Der Physiker trennt bei der Versuchsbeschreibung Beobachtungen und Überlegungen.
Ein vollständiges Protokoll sieht so aus
nach dem Physikbuch:
- Fragestellung
- Aufbau und Durchführung
- Beobachtung
- Auswertung und Ergebnis
nach Frau Rögels (Chemikerin):
- Problemstellung
- Versuchsaufbau
- Versuchsdurchführung
- Schlussfolgerungen, Auswertung

Frau Rögels hat für Chemie hinzugefügt,
1. dass beim Punkt ‚Durchführung‘ die Reihenfolge beachtet und dass Fachbegriffe verwendet werden müssen,
2. dass bei den Schlussfolgerungen bzw. der Auswertung überlegt wird, was sich aus dem Versuch für die ‚Problemstellung‘ ergibt.
   Was die Physiker und Chemiker ‚Protokoll‘ nennen, heißt bei uns ‚Beschreibung‘ eines Versuchs. W i e  aber kommt in Physik und Chemie die gleiche Reihenfolge Fragestellung / Versuchsaufbau / Durchführung / Ergebnis / Auswertung zustande? Notiere hier deine Erklärung:
____________________________________________________________

Beschreiben - einige Probleme
1. Wie kriege ich Ordnung in meine Beschreibung? Wie gehe ich also vor?
a) Beispiel: Versuchsprotokoll
Das Versuchsprotokoll ist nicht nur eine Beschreibung, sondern enthält auch Elemente des Berichtens und des Erklärens. Wenn man davon einmal absieht, kann man an ihm besonders schön die Frage bedenken, wie man beim Schreiben vorgeht:
* Am Anfang steht eine Frage, ein Problem.
* Dazu wird ein Versuch durchgeführt:
- Man braucht Material.
- Man baut es auf und macht etwas.
- Man beobachtet, was dabei oder danach geschieht.
* Die Beobachtungen werden ausgewertet (erklärt); die Frage wird beantwortet.
Dieses dreiteilige Schema gilt für alle Versuche in den Naturwissenschaften.
b) Beispiel: eine Spielanleitung (Spielbeschreibung), hier „Mensch, ärgere dich nicht“
* Am Anfang muss man das Material beschreiben:
- das Brett mit seinen drei Arten von Feldern (Ausgangsfelder, Parcours, Ziel) und der entsprechenden Anzahl von Spielern),
- die Spielsteine und die Ordnung, wie sie aufgestellt werden,
- der oder die Würfel.
* Dann müssen zwei Arten von Regeln beschrieben (genannt) werden:
- Wer darf beginnen a) mit dem Würfeln, b) mit dem Ziehen der Steine?
- Wie die Figuren gezogen werden:
a) ins Spielfeld,
b) im Spielfeld,
c) ins Zielfeld.
* Dann wird das Ziel des Spiels genannt, also der Sieger definiert.
* Eventuell könnte man zum Schluss noch Spieltipps geben.
2. Was kann man wahrnehmen? Beschreibung eines Stars
An diesem Beispiel kann man noch einmal erklären, was man im strengen Sinn unter „beschreiben“ versteht: das benennen, was man wahrnimmt.
   Wahrnehmen kann man allgemeine Merkmale (Körpergröße, Haarfarbe, Geschlecht, Kleidung ...); identifizierende Angaben kann man nicht wahrnehmen, also zum Beispiel seinen Namen oder bestimmte Daten, an denen er „das dritte Tor zum 17. Sieg über die Polen im Fußball“ geschossen hat; möglich ist aber die Wahrnehmung, dass er in Fußballländerspielen Tore geschossen hat; wahrnehmen kann man die Rückennummer 10 und die Farbe des Trikots (braun und gelb), aber nicht „Borussia Dortmund“ - das ist ein Name. BVB ist eigentlich auch ein Name oder die Abkürzung eines Namens, aber die kann man wahrnehmen; hier zeigt sich, dass man letztlich Identifizierendes und Allgemeines nicht sauber trennen kann.
(Was kann man wahrnehmen? Das gehört in die zwanzig Fragen des Spiels „Personenraten“, bei dem man 20 Fragen stellen darf, die mit Ja-Nein zu beantworten sind, und 3 Namen. In der Regel schafft man es, die Person zu finden!)
von: studioD