Einträge "Dezember 2006":

Montag, 1. Januar 2007

Kleine Übersicht

über Sprach- und Wortgeschichte:
Animation zur Etymologie, d.h. zur Lehre, wie Wörter an ihre Lautgestalt und Bedeutung kommen und wie sich diese beiden verändern:
http://www.linse.uni-essen.de/kuntermund_loewenmaul/etymologie_html/start.htm

von: studioD in: Für alle
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Geändert am 1. Januar 2007 um 13:12

Gefunden, ohne es zu suchen:


eine kleine Animation zur Etymologie, d.h. zur Lehre, wie Wörter an ihre Bedeutung kommen und wie sich Bedeutungen verändern:
http://www.linse.uni-essen.de/kuntermund_loewenmaul/etymologie_html/start.htm
von: studioD in: Studio D6
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Geändert am 1. Januar 2007 um 01:40

Freitag, 29. Dezember 2006

Das Verb

ist vielleicht die wichtigste Wortart, sofern man so etwas überhaupt sagen kann - jedenfalls die Wortart mit den meisten Leistungen. Ihr solltet also für die ZP 10 wiederholen:
- das Tempussystem (geht leicht mit dem Schülerduden Grammatik),
- das System Aktiv-Passiv,
- die Modi des Verbs. - Zu den beiden letzten Themen habe ich eben im kulando-blog in der Kategorie "Lesen: der Satz" (28.12.06) zwei Aufsätze veröffentlicht ("Passiv" und "Modalität"), anhand derer ihr in die Thematik einsteigen könnt.

Dass ihr die finiten Verbformen von den infiniten (Infinitiv, Partizip I und II) unterscheiden könnt, setze ich voraus. Vielleicht schaut ihr euch auch noch einmal die Tabelle der Wortarten an? - Im kulando-blog findest du unter "Wichtige Hilfsmittel" den kleinen Beitrag "Grammatik im www" mit einigen Links.

Ansonsten gilt immer noch mein Tipp: Woche für Woche 20 Seiten SD Grammatik wiederholen! Schau auch mal in folgende Adresse: http://www.dlc.fi/~michi1/uebungen/gra.htm

von: studioD in: Studio D10
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Geändert am 2. Januar 2007 um 15:40

Sonntag, 24. Dezember 2006

Brecht - Piscator

Unter diesen Suchworten (die ersten 50 Einträge bei Altavista) habe ich u.a. gefunden:

http://www.dhm.de/lemo/html/biografien/PiscatorErwin/
http://www.erwin-piscator.de/02%20Biografie/Set-05.htm
http://www.uni-essen.de/einladung/Vorlesungen/ausblick/bre_radio.htm
http://www.uni-essen.de/einladung/Vorlesungen/dramatik/brechtep.htm
http://www.br-online.de/wissen-bildung/telekolleg/faecher/deutsch/literatur/folge_6/fakten.shtml
http://www.svtb-astt.ch/piscator.htm
http://www.bpb.de/publikationen/ANC4LZ,1,0,Brecht_und_die_politischen_Systeme.html
http://www.hdg.de/lemo/html/weimar/kunst/theater/index.html
http://theater-info.de/politisches_theater.html
http://sammelpunkt.philo.at:8080/archive/00000079/01/brecht2.htm
(http://sammelpunkt.philo.at:8080/archive/00000079/01/brechti.htm#i01)

Wir lassen Judith Malina und andere, die Brechts und Piscators Arbeit fortgesetzt haben, jetzt einmal außer Acht - es geht mir darum, dass ihr seht, dass Brecht nicht vom Himmel gefallen ist, sondern in einem Umfeld gearbeitet hat.
von: studioD in: Studio D13
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Geändert am 11. Januar 2007 um 23:12

Samstag, 23. Dezember 2006

Schülerlexikon

Es gibt eine Reihe "Basiswissen Schule", die vom paetec-Verlag zusammen mit dem Bibliographischen Institut (Brockhaus, Duden) herausgegeben wird. Auf diese Reihe hat man auch im Netz Zugriff, und zwar unter http://www.schuelerlexikon.de; für uns sind natürlich die Bände "Literatur" und "Deutsch" interessant.
von: studioD in: Für alle
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Geändert am 23. Dezember 2006 um 15:23

Mittwoch, 20. Dezember 2006

Frohe Weihnachten

und schöne Ferien

wünsche ich euch.

Mein Tipp: Fangt schon mal mit der Wiederholung fürs Abitur an (am 27.12.) - fürs erste Fach, in dem ihr schreibt, den Stoff der Klasse 12, so aufgearbeitet, dass ihr ihn danach nur noch zu wiederholen braucht (und das anhand eurer Unterlagen auch könnt).

von: studioD in: Studio D13

Frohe Weihnachten

und schöne Ferien

sowie ein sinnvolle Praktikum

wünsche ich euch.

Frohe Weihnachten

und schöne Ferien

sowie ein sinnvolles Praktikum

wünsche ich euch.

Frohe Weihnachten

und schöne Ferien

wünsche ich euch!

von: studioD in: Studio D10

Frohe Weihnachten

und schöne Ferien

wünsche ich euch!

P.S. Eben habe ich das Diktat korrigiert: Sechs Kinder haben keinen, einer hat einen halben Fehler; das sind sieben Schüler im Bereich von 1 (bei der Rechtschreibung). Zum Vergleich: Beim letzten Diktat in Kl. 5 war es nur ein Schüler bei 82 Wörtern, jetzt hatten wir 95 Wörter. In der Spitze ist also eine deutliche Leistungssteigerung festzustellen, aber auch in der Breite: Diesmal haben 20 Kinder drei oder weniger Fehler, beim letzten Diktat waren es nur 15 Kinder. Dabei ist jetzt auch noch die Zeichensetzung hinzugekommen! Mit dieser Leistungssteigerung bin ich sehr zufrieden. 20. 12., 18.00 Uhr.

P.S. Heute habe ich die Klassenarbeit zu Ende korrigiert und mich dabei als Weihnachtsmann betätigt: Es gibt dreimal 1, keine 5, der sogenannte Durchschnitt ist 2,9. Zwei lustige Fehler will ich euch mitteilen: In einer Windmühle wird Wind gemahlen, und ein Müller ist der Mann, der die Mülltonnen leert. 21. 12.

von: studioD in: Studio D6
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Geändert am 24. Dezember 2006 um 15:30

Mittwoch, 20. Dezember 2006

Falls jemand

sich auf unseren ersten Autor, den wir nach Weihnachten lesen werden, vorbereiten will (Arno Holz mit dem Gedicht "Ein Andres"), so könnte er resp. sie sich schon einmal umschauen (Stichworte: "Arno Holz" +Naturalismus) oder das Gedicht selber intensiv lesen:
http://www.literaturwelt.com/epochen/natural.html
http://www.pohlw.de/literatur/epochen/natural.htm
http://de.wikipedia.org/wiki/Naturalismus_(Literatur)
http://www.br-online.de/kultur-szene/thema/lit_moderne/index.xml
http://www.fulgura.de/extern/holz/50-jahre-tot.html
http://www.fulgura.de/extern/holz/berlin2.html


DRITTER GROSSSTADTLYRIKER, am gleichen Platz:

Der Himmel blinkt wie Blut so rot,
die Dirne tritt den Straßenkot.
Sie ist das abendlich gewohnt -
o Gott, wie seltsam hängt der Mond!

Die Seele siech, mit kranker Brust,
fast jedem gibt sie sich zur Lust,
von schnödem Sold kaum karg belohnt -
o Gott, wie seltsam hängt der Mond!

Er weiß, er weiß es, sie bereuts!
Ins Bett blickt ihr ein Christuskreuz!
Zu oft hat sie vor ihm gefront -
o Gott, wie seltsam hängt der Mond!


Das ist eine Parodie auf die sozialkritische Großstadtlyrik, wie sie auch Arno Holz selbst geschrieben hat. Der Text steht im I. Akt seines lyrisch-satirischen Dramas "Die Blechschmiede" (1902). (Die Parodie versteht ihr besser, wenn wir Trakl und Heym gelesen haben.)

von: studioD in: Studio D10
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Geändert am 13. Januar 2007 um 17:50

Dienstag, 19. Dezember 2006

Zu Hebel: Der Wasserträger

Ihr findet eine einzige Analyse der Erzählung im Netz, die ich eben freigeschaltet habe - d.h. die alte bei 20six konntet ihr die ganze Zeit einsehen, da ist nur die Formatierung defekt. - Ein Hinweis für den Fall, dass jemand sich noch einmal mit der Analyse befassen will.

Die Lösungserwartung zur Klausur lösche ich, sie steht nur noch unter "Dramen", dort: Schiller: Kabale und Liebe.

Die von mir genannte Rubrik „Schemata -> k“ (und damit den Aufsatz mit der Sammlung der Schemazeichnungen, mit denen ich die Analyse verschiedener Textarten erfassen möchte) findet ihr im norberto42-blog hier bei bloghof.

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Geändert am 21. Januar 2007 um 22:02

Sonntag, 17. Dezember 2006

Meine Lieben,

es darf nicht sein, dass ihr euch jetzt bei der Gedichtanalyse so anstellt, als hätten wir so etwas noch nie gemacht. Ihr müsst unsere alten Erfahrungen und Ergebnisse aktivieren können. Dazu gehört, dass ihr euch daran erinnert, dass im kulando-blog unter "Methodisches" die beiden Arbeitsblätter stehen und dass es eine Reihe von Musteranalysen gibt, die man sich noch einmal anschauen kann; Hesse: Im Nebel, war unsere Klausur, die anderen Titel solltet ihr auch noch kennen (resp. in euren Unterlagen identifizieren können). Bei Analysen von einer halben Seite Umfang könnt ihr nichts lernen!
von: studioD in: Studio D10
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Geändert am 17. Dezember 2006 um 01:42

Wortgeschichte "schließen"

Eben habe ich mich einmal in der Wort- und Bedeutungsgeschichte von "schließen" umgesehen. Am meisten habe ich in "Etymologisches Wörterbuch des Deutschen" von Wolfgang Pfeifer u.a. (1989) gefunden:
Dort wird das Wort auf eine indoeuropäische Wurzel (die man nur erschließt, aber nicht nachweisen kann!) *kleu, *klau zurückgeführt (und so mit lat. "clavis" verbunden): Haken, krummes Holz oder Astgabel, anhaken, verhaken, durch einen Haken oder Riegel verschließen. - Das heißt, dass die Bedeutung des (räumlichen) Zusperrens die älteste ist; das wird dann auch mehr oder weniger ausdrücklich unter dem Stichwort "Schluss" gesagt: Abschließen, Zusammendrücken, räumlicher und zeitlicher Abschluss, Ende.
Hier wie bei den Präpositionen "nach" und "vor" ist es so, dass die räumliche Bedeutung die ältere, die zeitliche die daraus (metaphorisch) entwickelte jüngere Bedeutung ist.
Als dritte Bedeutung für "schließen" ist dann im 16. Jahrhundert "[logisch] folgern", d.h. "an Voraufgehendes gedanklich anschließen" entstanden (Duden: Etymologie).

von: studioD in: Studio D6
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Geändert am 16. Dezember 2006 um 23:47

HA zum 20. 12.

Bitte anhand des Interviews mit Böckenförde überlegen und in einigen dass-Sätzen festhalten,
worin der Unterschied [im Modell gedacht] zwischen einem theoretischen Text (Alt) und einem irgendwie "praktischen" Sachtext besteht.

Rückblick auf

die Klausur bzw. die Anlage der Szenenanalyse:
Das Gliederungsschema sollte auch bei anderen Aufsätzen beibehalten werden, wenn ihr es hinreichend allgemein versteht:
- Ausganggsituation: Kontext eines Textes, sei es sachlich, historisch, textuell...
- Phasen: Übersicht über das Ganze, Überblick über den Aufbau...
- Einzelanalyse
- Fazit.

Donnerstag, 14. Dezember 2006

Lösungserwartung 2. Klausur

Goethe: Ein zärtlich jugendlicher Kummer
Zunächst spricht das lyrische Ich bei einem einsamen Gang ins Freie reflektierend zu sich selbst; seine Stimmung scheint der noch winterlichen Natur, durch die es geht (Melodie zu meinem Lied, V. 6), zu entsprechen. Doch finden sich in der Naturbeschreibung Spannungen, die das Andringen eines Neuen anzeigen (ödes Feld - stiller Morgenschlummer; starr - wiegt; schauernd - rauschend). Fazit: Die Mutter Erde (Bild der Mutter: wiegt, singt) hat Hoffnung in sich (Schlussvers).
   Danach spricht das Ich die Sonne an und kommt so aus seiner Selbstbezogenheit heraus; es blickt auf das künftige Naturgeschehen voraus (Sonne im Mai; Jüngling, Mädchen; Veilchen) und begründet so sein Verständnis der Natur und ihres hoffnungsvollen Zustandes (V. 8/9: Denn... bald); im Bedeutungsfeld des Neuen (offenes Auge, neue Wiesen, junges Gras, reizender Busen) zeigt sich, dass die Hoffnung der still-trauernden Natur berechtigt war. Die Figuren treten als Paare auf (statt Ich allein im öden Feld). Das Tempo in der zweiten Strophe ist schneller als das in der ersten; die Reime „kränzen/Tänzen“ und die frohe Hoffnung des Mädchens spiegeln die veränderte Stimmung des Ich wieder.
   In der dritten Strophe beginnt das Ich mit Freudenrufen (Rufzeichen) angesichts eines gegenwärtigen Ereignisses (plus Rückblick auf den endgültig vergangenen Winter: Tempuswechsel; „Schnee, hager, Nebel, kalt, Grau“ nehmen noch einmal einige Aspekte der Natur aus der 1. Str. auf): Ein Mann arbeitet bereits; er hat Ernteträume, weshalb er jetzt „sät und hofft“. Das ruhige, zum Teil entschlossene Sprechtempo spiegelt den Gang des Sämanns wider.
   Insgesamt könnten neben der jeweils veränderten Sprechsituation das Tempo und seine Variation (Jambus, mit Taktstörungen in V. 6, 21, 24 und 29; unterschiedliche Verslängen) und (die Bedeutung wichtiger Reime sowie) das Fazit in den Schlußversen der drei Strophen beachtet werden, damit herausgearbeitet wird, wie das Ich im Gang durch die Natur, im Ausblick auf ihr künftiges Erblühen und beim Anblick des hoffnungsfrohen Arbeiters selber neue Hoffnung schöpft.
   Überraschend für den jungen Goethe ist übrigens, dass Arbeit als gleichberechtigte Form der hoffnungsfrohen Zuwendung zur Natur neben dem Maienfest steht.

Eben (15. 12., 22.15 Uhr) habe ich die Klausur zum zweiten Mal gelesen und dabei darüber nachgedacht, worin eigentlich für euch das Problem bestanden hat, das Gedicht zu verstehen. Es geht offensichtlich darum, die drei Strophen als eine Einheit und in ihrer Einheit zu begreifen. Dazu macht ihr folgende Vorschläge:
* Es wird der Übergang vom Winter zum Frühling beschrieben; die Einheit ist eine solche des Geschehens (Wechsel der Jahreszeiten);
* es wird beschrieben, wie der Jugendliche zum Jüngling und später zum arbeitenden Mann wird (oder das lyrische Ich als Mädchen und Frau); die Einheit wäre eine solche der Figuren und ihrer Entwicklung;
* der Autor Goethe setzt verschiedene Mittel ein, um irgendwelche Wirkungen zu erzielen; die Einheit wäre die eines vom Autor angefertigten Gedichts;
* es wird darauf verzichtet, eine Einheit zu finden; das äußert sich als Versuch, irgendwelche fröhlichen oder traurigen Wörter (!) oder Strophen zu finden bzw. irgendwo irgendwelche Stimmungen (ohne Träger der Stimmung - am einfachsten also: Stimmung in dieser Strophe) zu beschreiben - das ist der hilfloseste aller vorgestellten Versuche.
* Ich aber habe euch lang und breit und hoch und tief zu erklären und zu demonstrieren versucht, dass die Einheit eines Gedichtes vom Sprecher her gedacht (verstanden) werden muss: Das lyrische Ich (Sprecher) geht am Morgen durchs Feld, sieht seinen eigenen Kummer in der Natur gespiegelt, spricht mit oder zu sich selbst; dann blickt es voraus in den Mai, um zu begreifen, wieso die Natur "hoffnungsvoller" als sein eigenes Herz ist. Dabei wird es selber in seiner Gestimmtheit von dem Aufbruch des Neuen, den es da vor sich sieht, ergriffen, wie sich in der letzten Strophe zeigt: Es preist einen Mann, den es im Feld (!) Ende März arbeiten sieht, weil der trotz der ganz unfrühlinghaften Witterung (V. 26 ff.) mit der Feldarbeit begonnen hat und so zeigt, dass seine Seele "voll von Ernteträumen" ist, dass also auch er von Hoffnung erfüllt ist.
   Ein weiteres methodisches Problem besteht darin, dass einige von euch einfach "Wörter" herausgreifen und daran etwas zeigen wollen - das ist der Reflex der Verzweiflung eurer Deutschlehrer, die irgendwann gefragt haben: "Ja, an welchen Wörtern siehst du das denn?" Wie gesagt: Verzweiflung - an Wörtern sieht man gar nichts! Die bessere Variante des gleichen Fehlers besteht darin, dass irgendetwas vom Winter (3. Strophe) gesagt wird, wie schlimm der ist oder was weiß ich - dabei dient dem Sprecher die Vertreibung des Winters durch den März (V. 24 ff.) lediglich dazu, die Arbeit des Mannes zu datieren und zu zeigen, wie frühzeitig, also wie ungeduldig er zu arbeiten begonnen hat (kaum - da); wenn man diese Zuordnung nicht sieht, versteht man's nicht.

So, und jetz kommt das große Problem: Wie können wir diese meine Einsichten zu euren und damit fruchtbar machen? Denn die methodischen Probleme sind immer die gleichen: Wir müssen vom Sprecher (etwa dem Autor eines Sachtextes, den Figuren eines Dramas, dem Erzähler einer Kurzgeschichte oder Novelle) ausgehen, um Äußerungen (in einer Situation) zu verstehen. 

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Geändert am 16. Dezember 2006 um 17:24

HA zum 20. 12.

Brecht: Leben des Galilei, (6) - (9) lesen, ebenso den Artikel "Leben des Galilei" im KLL.
Sollte der Unterricht am 20. 12. in der 6. Stunde ausfallen, bleibt die HA zur ersten Stunde nach den Ferien bestehen.

P.S. Wir haben neu geplant, die HA verschiebt sich auf die erste Stunde nach den Ferien. 

von: studioD in: Studio D13
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Geändert am 15. Dezember 2006 um 22:45

Mittwoch, 13. Dezember 2006

Wortfamilie "fahren"

Zur Wortfamilie "fahren" gehören alle Wörter, die im Lauf der Zeit von "fahren" abgeleitet worden sind oder mit "fahren" (oder einem davon abgeleiteten Wort) zusammengesetzt werden (bzw. worden sind), also zum Beispiel "abfahren, umfahren, Fahrt, Fahrgeld, Fahrer, Beifahrer, Schwarzfahrer, Fähre..."
Die Bedeutung dieser Wörter kann man so erklären, dass man sie auf "fahren" oder ein bereits (in der vorgegebenen Reihenfolge) davon abgeleitetes Wort zurückführt, und zwar in einem ganzen Satz:
* Wer von einem Ort weg fährt, fährt dort ab.
* Wer einem Hindernis ausweicht, umfährt es.
* Wer über einen Pfahl oder einen Menschen hinweg fährt, fährt sie um. (Achte auf die Betonung und die unterschiedliche Konjugation der beiden Bedeutung von "umfahren"!)
* Wer von einem Ort zum anderen fährt, macht eine Fahrt.
* Wer für eine Fahrt bezahlen muss, weil ihn jemand mitnimmt, zahlt Fahrgeld.
* Wer bei der Fahrt nicht mitgenommen wird, sondern selber das Fahrzeug steuert, ist der Fahrer. [Muss "Fahrzeug" vorher erklärt sein?]
* Wer nicht selber fährt, sondern neben dem Fahrer ist, ist ein Beifahrer.
* Wer für eine Fahrt nicht bezahlt, obwohl er es tun müsste, ist ein Schwarzfahrer. [Das ist also eine Art Metapher; noch deutlicher ist das beim Wort "Trittbrettfahrer". So bezeichnet man Menschen, die von den Leistungen anderer profitieren, ohne selber etwas zu tun - als ob sie auf dem Trittbrett einer Straßenbahn ständen und umsonst mitführen, während die anderen alle Fahrgeld bezahlen.]
* Eine Fähre ist ein Gerät, mit dem man selber über Wassser fährt oder Gegenstände transportiert.

Achtung: Achte darauf, dass du ganze Sätze bildest und dich beim Erklären nur auf Wörter der Wortfamilie beziehst, die schon erklärt sind!

von: studioD in: Studio D6
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Geändert am 13. Dezember 2006 um 22:52

Einige Bemerkungen

zum Kapitel I des Buches von J. A. Alt:

Das zunächst genannte Modell ist das Modell der Informationstheorie von Shannon und Weaver (1949); ihr findet eine für euch schon zu schlaue Übersicht im wikipedia-Artikel "Kommunikationsmodelle". Wenn ihr dort (oder anderswo) noch Karl Bühlers Modell der Kommunikation ("Organonmodell") euch anschaut, bin ich zufrieden - noch mehr Modelle verwirren einen nur, finde ich.

Beim AB "Analyse theoretischer Texte" ist wichtig,
- dass ihr die vier elementaren sprachlichen Handlungen sicher unterscheiden können: berichten (beschreiben), erklären, bewerten, fordern;
- dass ihr davon die Operationen des Argumentierens [behaupten - bestreiten, beweisen - widerlegen (entkräften); Denkfigur des Einwands; beispielhaft zeigen, verallgemeinern, schließen] unterscheidet;
- dass ihr die auf den konkreten Hörer oder Leser bezogenen Operationen kennt: zum Thema hinführen, eine Übersicht geben, vorgreifen und zurückverweisen, mögliche Einwände und Fragen aufgreifen, um die Aufmerksamkeit kämpfen, evtl. rhetorische Figuren und Mittel erkennen...

[Ihr solltet natürlich auch begreifen, dass das Modell des wissenschaftlichen Sprechens und die entsprechende Analyse theoretischer Texte nur ein Modell ist; in Wirklichkeit sind die Wissenschaftler (meistens) auch Menschen, die sich selber mit ihren Interessen zur Geltung bringen: Sie wollen vielleicht auch
- einem Kollegen zeigen, wie blöde er ist;
- einem Institut zeigen, wie gut sie selber sind (weshalb sie also einen Posten bekommen sollten);
- ihrem Chef zeigen, dass sie begriffen haben, wie schlau er ist;
- der Öffentlichkeit demonstrieren, dass sie vor zehn Jahren doch schon Recht hatten,
- auch jetzt die modernsten Theorien, Methoden und Schlagwörter kennen
- und dass sie überhaupt noch da sind und hervorragend arbeiten usw.]

Das heißt insgesamt, dass ihr den Begriff des sprachlichen Handelns kennen und die Akte des sprachlichen Handelns im Bereich wissenschaftlicher Argumentation kennen(lernen) solltet.

Analyse von Kap. I
Alt untersucht die Frage, welche Funktionen die menschliche Sprache haben kann. (Oder: Alt prüft im Hinblick auf die nächsten Kapitel seines Buches, wie man das Argumentieren in ein Modell der Kommunikation einordnen kann.) Er stellt Bühlers Modell der Funktionen sprachlicher Äußerungen vor und erweitert es um die argumentative Funktion.
   In Absatz (1) referiert er die „gängige Auffassung“, dass die Sprache Medium der Kommunikation ist. Er bewertet dieses Verständnis als richtig, aber unzureichend (Z. 4-10). 
   Diese Kritik begründet er mit dem Hinweis auf Karl Bühlers Organon-Modell, in dem mehrere Funktionen einer Äußerung unterschieden werden. Alt erklärt dann anhand von Beispielen die drei in Bühlers Modell erfassten Funktionen: die Ausdrucksfunktion (2), die Auslösefunktion (3) und die Darstellungsfunktion (4, bis Z. 54).
   Am Beispiel der Wegbeschreibung (Z. 47 ff.) zeigt er, dass wir prüfen können, ob eine Darstellung zutreffend ist; aus diesem Beispiel leitet Alt als weitere Funktion der menschlichen Sprache die argumentative Funktion ab und erklärt sie kurz (ab Z. 54). In (5) warnt er mit Berufung auf Popper davor, diese Funktion nicht zur Kenntnis zu nehmen; in (6) behauptet er, dass die Funktionen der Sprache aufgrund der Evolution zusammenhängen, wehrt dann vor allem (ab Z. 83) den Einwand ab, dass man die verschiedenen Funktionen aufeinander zurückführen könne. - Insgesamt will Alt in (5) und (6) die Einführung der neu formulierten Sprachfunktion verteidigen.
   In (7) und (8) untersucht Alt die weitere Frage, welche Bedeutung unsere Fähigkeit, Sätze zu bilden, hat. Er erklärt, dass in Sätzen beim Menschen (im Unterschied zum Tier) das Wissen vom Körper abgelöst wird bzw. ist (7), dass sich deshalb ein überindividueller Wissensspeicher bilden und Wissen sich rasch verändern kann (8).

P. S. Die Darstellung der Analyse hier weicht von der im Unterricht erstellten ab; du siehst hier, dass Alt eigentlich vier Schritte macht, um zum Ziel zu kommen - die Darstellung des Bühlerschen Modells bewerte ich hier als einen Schritt, auch wenn sie im Text mehrere absätze ausmacht.

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Geändert am 14. Dezember 2006 um 13:48

Montag, 11. Dezember 2006

HA für den ersten Tag

nach eurem Praktikum: Chamisso, Peter Schlemihls wundersame Geschichte, S. 9-71, lesen; die Vorworte besprechen wir später. Mein Tipp: Macht euch beim Lesen Notizen ("Lektüreliste", mit Belegstellen), dann lest ihr einmal langsamer und sorgfältiger und habt außerdem später einen Anhalt, wo ihr was suchen sollt.
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Geändert am 11. Dezember 2006 um 23:09

Theoretischer Hintergrund

unseres kommenden Unterrichts ist das Arbeitsblatt zur Analyse erzählender Texte, das du in "Methodisches (Studio D)" im kulando-blog findest; dort gibt es viele Links zu weiteren guten Seiten (Thomas Gransow usw.). - Es gibt ein ausgezeichnetes Buch von Jochen Vogt über Erzähltexte in unserer Bibliothek, allerdings ist es etwas dicker als ein Comic. Dann gibt es viele Einführungen in die Arbeitstechniken des Fachs Deutsch als Abiturvorbereitung, wo auch die Analyse erzählender Texte behandelt wird.

In dem anderen bloghof-blog (norberto42) gibt es eine Rubrik "Schemata -> k", worin du eine Übersicht über die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Analyse verschiedener Textformen findest.

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Geändert am 11. Dezember 2006 um 23:06

Sonntag, 10. Dezember 2006

Klassenarbeit

Die Klassenarbeit ist für den 20. 12. geplant; was müsst ihr kennen und können?

- Wortbildung durch Zusammensetzung und Ableitung [SD Grammatik 386 - 411];

- Wortbedeutung ermitteln und erklären [SD Grammatik 392 und die Übungen im Schülerduden, dazu die beiden Techniken auf der Rückseite des Arbeitsblattes "Adjektive mit dem Suffix -ig" vom 5. 12.];

- Bedeutung von Wörtern innerhalb einer Wortfamilie ermitteln und erklären (kommende Woche);

- für das Diktat sind ÜD 6/1 (Bildhafte Sprache in Gedichten) und ÜD 6/3 (Berichten) die Grundlage.

Teilt euch die Arbeit ein, damit ihr nicht am letzten Tag noch etwas Neues lernen müsst - am 19. 12. sollte man nur noch wiederholen, was man bereits gelernt hat. 

von: studioD in: Studio D6

Samstag, 9. Dezember 2006

2. Klausur

Lösungserwartung und Bewertung

Als Problemhorizont müsste aus dem Unterricht bekannt sein, was den ersten Absatz des Kapitels „der einzelne in der Gesellschaft“ ausmacht (im Unterricht besprochen!).
Analyse
Frage: Was bedeutet Anpassung an gesellschaftliche Normen für die Figuren (in Fontanes Romanen) und was für das Bild der Gesellschaft?
1. A erklärt, was die geforderte Anpassung an die Normen der Gesellschaft für den sich Anpassenden leistet (oder leisten soll): ihn vor Einsamkeit bewahren (Z. 1-8).
2. A grenzt (schränkt) die Leistung von Anpassung erklärend ein und bewertet sie so:
- Anpassung gewährt (ebenso wie ein Ausbruch) kein Glück, stellt also keine „wirkliche“ Lösung dar (Z. 8-13);
- sie expliziert („was bleibt“) die Bewertung „[k]eine wirkliche Lösung“: Es bleibe nur Resignation in verschiedenen Formen (u.a. Konvenienzehe), Z. 13-19. [Die Zuordnung von Z. 13 ff. zu Z. 8 ff. ist nicht gerade klar.]
3. Sie erklärt die Bedeutung von „Resignation“ [„definiert“ ist zu hart]:
- Wissen um die Vergeblichkeit persönlichen Glücksstrebens (Z. 20-23, mit Zitat als Beleg),
- Wissen um den Doppelcharakter (sinnlos / notwendig) gesellschaftlicher Ordnungen (also Normen), Z. 23-26.
4. Aggeler erklärt die Sinnlosigkeit des durch Anpassung entstehenden Leidens (anhand von drei Kriterien sinnvollen Leidens, Z. 28-33) und bewertet es so als sinnlos bzw. als Symptom für den (kranken) Zustand der Gesellschaft (Z. 26-35).
5. Aggeler bewertet die Leidenden in Fontanes Romanen als die Menschlichen (und umgekehrt die Standesbewussten als unmenschlich)
und erklärt so, wie durch das gesellschaftlich erzeugte Leiden der Menschlichen die Gesellschaft selbst in den Augen von Lesern kritisiert wird (Z. 35-53).
[Diese Passage lese ich als Einheit, da Z. 35-38 sich kaum von Z. 51-53 unterscheidet und Aggeler letztlich ihr Lieblingsthema entfaltet, die Kritik an der Gesellschaft.]
Zu erörtern sind also die Fragen,
1. ob Botho (nur für ihn gilt die Forderung, sich anzupassen) durch seine Anpassung davor bewahrt wird bzw. werden will, aus seinem Stand (seiner Klasse) herausgedrängt zu werden;
2. ob Anpassung Botho kein Glück gewährt;
3. ob Botho um die Vergeblichkeit persönlichen Glücksstrebens in der Anpassung weiß;
4. ob Botho die gesellschaftliche Ordnung als sinnlos und zugleich notwendig begreift [Timo hat die Bestimmung "zugleich" als logisch unsinnig kritisiert];
5. ob Botho sinnlos leidet (oder sich doch verändert);
6. es könnten grundsätzlich die Kriterien sinnvollen Leidens diskutiert werden;
-- dem entspricht die Frage, ob besagtes Leiden nur Symptom für den kranken Zustand der Gesellschaft ist (ob es also auch sinnvolle Normen gibt und ob die Anerkennung sinnvoller Normen nicht auch Versagung fordern, Enttäuschung bringen kann).
Was man zur Beantwortung heranziehen könnte (erste Ideen):
zu 1. Brief der Mutter, S. 96 ff.; Reflexion über die Herkunft, 102/8 ff.; seine Ansicht über des Lebens Bestes, 100/24 ff.;
zu 2. Lenes Bild kommt immer wieder, S. 116 f.; seine Ehe 117/7 f.; seine Einsichten S. 158 f.; man kann seine Ehe mit Käthe wohl als Konvenienzehe betrachten (begründen!); das Zitat Lenes besagt nichts - es ist nur Antwort auf eine wenn-Frage, im Kontext sieht es ohnehin anders aus;
Lenes Glück steht eigentlich nicht zur Debatte, ist aber nicht völlig ausgeschlossen (106/17 ff.; Frankes Äußerung 147/4 f.); Lenes Heiratsgrund (134/3 ff.) sagt nicht zwingend etwas über ihre Ehe; sie rechnet mit der Möglichkeit neuen Glücks (105/36 f.);
interessant wäre die Diskussion der Grundsatzfrage, ob man heiraten kann oder soll, um ewiges Liebesglück zu genießen, oder ob eine solche Erwartung nicht naiv ist - es gibt ziemlich sicher kein ewiges Glück;
zu 3. Botho beklagt eher den Verlust des gegenwärtigen Glücks (101/2 ff.; S. 104-106; ); er ist in der Ehe nicht einfach unglücklich (117/7 f.), vgl. seine späte Einsicht (158/28 f.);
zu 4. Botho und Lene begreifen die gesellschaftliche Ordnung nicht als sinnlos, im Gegenteil (102/9-11; 102/26 ff.; 106/24);
zu 5. Botho leidet nicht sinnlos, da er einmal um der Familie willen entsagt (103/16 ff.) und sich auch persönlich weiterentwickelt (vgl. S. 101 f. und S. 158 f.: Traum von der Liebe vs. Anerkennung menschlicher Gegebenheiten);
zu 6. die Diskussion der Kriterien ist interessant, führt aber philosophisch weit ab (Sinn des Leidens insgesamt gibt es vor allem, wenn man eine Weltvernunft oder einen lenkenden Gott annimmt - aber auch da gibt es Probleme, siehe Hiob).
Fazit: Die Frage ist, was „Resignation“ heißt (-> Wb!); wenn man Pragmatismus nicht für Resignation hält, wenn man also daran festhält, dass Enttäuschung auch von Täuschungen befreien kann, ist Aggelers These zu hart. Ihre Ansprüche an den Sinn von Leiden sind zu hoch; die gesellschaftskritische Sicht ist verengt, sie verwechselt auch Standesnormen mit gesellschaftlichen Normen und spricht missverständlich von „Gesellschaft“ (Z. 1 f.), wo sie nur von Klasse oder Stand sprechen könnte. - Neben Aggelers gesellschaftskritischer Sicht sollte man auch S. Freuds psychologische Sicht stellen („Das Unbehagen in der Kultur“).
Kleines P.S.
Vielleicht liegt Z. 12 f. ein logischer Schnitzer vor („noch in der Befreiung“ - das kann unter dem Stichwort „Anpassung“ nicht diskutiert werden und scheint auch in der Romanen Fontanes von niemandem konsequent verwirklicht zu werden).

Bewertung
Ich hatte mir ein System ausgedacht, nach dem für die Analyse 20 und die Erörterung 30 Punkte vergeben werden; dazu gab es einige Sonderpunkte (Übersicht, Fazit), aber auch Abzüge: Erörterung schon in der Analyse, keine Belege, schwere sprachliche Fehler (dafür bis 5 Pt., also in der 15er-Skala zwei Stufen). Das Ergebnis dieser ersten Bewertung ist als Punktzahl auf der Vordereite eurer Klausur festgehalten - das Ergebnis war ein Totalschaden.
Deshalb habe ich davon abgesehen, dass zu Beginn die Fragestellung genannt werden musste (noch eine Forderung vom 24. 11.), und mich mit einer thematischen Zusammenfassung begnügt. Zugleich habe ich probiert, was sich ergibt, wenn ich meine Erwartungen für die Erörterung senke (24 statt 30 Punkte erforderlich); außerdem habe ich damit experimentiert, alle erzielten Punkte mit 1,1 oder 1,2 zu multiplizieren.
Das Ergebnis sieht so aus, dass ich den "Prozesscharakter des Schreibens" stärker berücksichtigt und deshalb Abstriche an meiner Leistungsforderung gemacht habe, als ich die Klausuren noch einmal angeschaut habe - das heißt auch, dass es jetzt kein stringentes Punktschema für die Bewertung gibt; die sprachlich-gedanklichen Fehler und Schwächen bleiben aber als Grund der Notenabsenkung erhalten, sodass umgekehrt die sprachlich-gedankliche Klarheit positiv gewertet wird (volle "Punktzahl").

Tipps brauche ich jetzt nur noch denen zu geben, die auch in 13.2 schreiben:
- Der Modus der indirekten Rede (zur Darstellung fremder Auffassungen) bleibt Konjunktiv I.
- Legt zu Brecht eine Lektüreliste an; die Kenntnis des Romantextes war weithin miserabel!
- Wegen der unscharfen Sprache Aggelers sollte man prüfen, was sie wohl meint, damit man keinem Popanz nachjagt: Was sind also "die Vorschriften der Gesellschaft"? Was heißt: "sich vom Alleinsein loskaufen"?
- Argumentiere nicht mit dem, was du persönlich meinst, wenn es darum geht, wie die Figuren im Roman dargestellt sind und warum sie etwas tun (ich glaube nicht an das Schicksal; Glück ist subjektiv...)!
- Hast du bei der Skizze (Vorarbeit zur Analyse) schon so klar gearbeitet, dass du diese später zur Frage nutzen konntest, was zu erörtern ist?

von: studioD in: Studio D13
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Geändert am 10. Dezember 2006 um 12:39

Samstag, 9. Dezember 2006

Lessings Theatertheorie,

die wir in einem Auszug aus der Hamburgischen Dramaturgie kennengelernt hat (TTS S. 169),
- dient der Rechtfertigung des neuen bürgerlichen Theaters (bürgerliches Trauerspiel),
- knüpft an der Theorie des großen Aristoteles an, wodurch sich für Lessing Übersetzungsprobleme ergeben, damit die Anknüpfung gelingt [Lessing baut als guter Aufklärer auf des Aristoteles Tugendtheorie auf:
So wie die Tapferkeit die richtige Mitte zwischen übermütigem Leichtsinn und Angst ist, so ist jede Tugend als die vom gesunden Menschenverstand geforderte Mitte anzusehen, wovon der Mensch unter dem Einfluss der Leidenschaften abgelenkt wird.]:

1. Aristoteles spricht von Mitleid und Furcht, die das Theater erregen solle, und meint damit Mitleid mit anderen und mit uns selbst (Z. 1 ff.).
2. Nur so kann im Sinn des Aristoteles das Theater unsere Leidenschaften reinigen (Z. 13 ff.);
3. denn nur die Furcht, die uns das gezeigte Übel für uns selbst schöpfen lässt, bleibt über das Ende des Stücks hinaus bestehen (Z. 25 ff.).
4. Die Reinigung der Seele geschieht dadurch, dass Leidenschaften in tugendhafte Fertigkeiten umgewandelt werden (Z. 55-58);
5. denn Tugend ist die Mitte zwischen zwei Extremen (Z. 58 ff.). [Leidenschaften können also zu Tugenden erzieherisch umgeformt werden, N.T.]

Lessing sieht also den Zweck des neuen Theaters (Bürger als tragische Hauptfiguren) als einen moralischen: Reinigung der Leidenschaften im Sinn des gesunden Menschenverstandes; dem entspricht die Technik der Aufführung, dass die Bürger-Zuschauer sich gefühlsmäßig mit den bürgerlichen Helden identifizieren können. Dem entspricht ebenso der Aufbau der Dramen, die auf einem Konflikt der Protagonisten beruhen, der sich als unlösbar erweist und in der Katastrophe des 5. Aktes endet.
Vorher waren die Bürger nur in Komödien die Hauptpersonen, während in Tragödien Könige oder mythische Figuren scheitern mussten, damit auch die nötige Fallhöhe (beim Sturz in die Tiefe der Katastrophe) vorhanden war.

von: studioD in: Studio D13
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Geändert am 10. Dezember 2006 um 12:41

Mittwoch, 6. Dezember 2006

Textanalyse

Bitte auf die homepage des FMG gehen, dort "Fächer" anklicken, dort "Deutsch" anklicken, dort "Analyse" anklicken
und den Artikel mit Verstand dreimal lesen!

Es gibt im kulando-blog in der Kategorie "Methodisches (Studio D)" die entsprechenden Arbeitsblätter; vermutlich helfen auch die Aufsätze "Analysieren" und "Grundbegriffe sprachlichen Handelns" im norberto42-blog hier bei bloghof in der Rubrik "Schemata -> k" zu einem besseren Verständnis der Problematik.

Ich will am Freitag die Unterscheidung von Sachtexten und theoretischen Txten und einige Grundgedanken zur Möglichkeit des Verstehens vortragen; wir werden das dann an einem Beispiel durchspielen.

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Geändert am 6. Dezember 2006 um 23:41

Mittwoch, 6. Dezember 2006

Dramentheorie

Um Dramentheorien (hier die klassische von Lessing und eine moderne von Brecht) zu erfassen, muss man zweierlei verstehen, einmal den Aufbau eines (der Theorie gemäßen) Dramas und einmal die Theorie vom Zweck und die dieser entsprechende Aufführung eines Dramas.
Unser Buch TTS gibt S. 160 ff.ausreichend Hinweise zu diesen Aspekten; wer sich im Netz umschauen will, gibt das Stichwort "Dramentheorie" (auch: "Theatertheorie") ein, eventuell +Lessing oder +Brecht.

Eine etwas allgemeiner gehaltene Theorie moderner Dramen stammt von Volker Klotz. Er unterscheidet die offene und die geschlossene Form von Dramen; Goethes Faust wird man der offenen Form zurechnen. Unter dem Stichwort "Drama: offene - geschlossene Form" findet man viele Hinweise im Netz.
Für Lessing und Brecht nenne ich ein paar Links: 
http://www.hamburger-bildungsserver.de/welcome.phtml?unten=/faecher/dsp/theorie/ (Dramentheorie insgesamt!)
http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Episches_Theater.html (ein Lexikon, zum Weitersuchen)
http://www.teachsam.de/deutsch/d_literatur/d_aut/les/les_sonst/les_theatheo/les_thea0.htm (Lessing)
www.lehrer-online.de/dyn/bin/485012-485083-2-aufklaerung_ab5_lessingii.doc -
http://lbs.hh.schule.de/welcome.phtml?unten=/faecher/dsp/theorie/ (Lessing - Brecht)
http://de.wikipedia.org/wiki/Drama (Aufbau klassischer Dramen)

Der Artikel "Dramentheorie" bei wikipedia ist übrigens unterentwickelt, der von encarta miserabel.

von: studioD in: Studio D13
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Geändert am 9. Dezember 2006 um 14:53

Prädikativ

In der Tat habt ihr in Latein nicht das Prädikativ besprochen. Mit SD Grammatik [483] f. kommt ihr weiter.
Am Beispiel lässt sich leicht zeigen, was gemeint ist:
(1) Meine Mutter backt hervorragend Stollen.
(2) Meine Schwestern ist seit gestern krank.
"hervorragend" ist Adverbial der Art und Weise: Wie (auf welche Weise) backt meine Mutter Stollen?
Das geht aber bei "krank" nicht - da könnte ich nur fragen: Was ist meine Schwester seit gestern?
Wir können "krank" nicht als Adverbial verstehen, sondern eben als Prädikativ; das ist so ähnlich wie in
(3) Mein Vater war Holzschuhmacher. - Was war mein Vater?
"Holzschuhmacher" ist eine Angabe im Nominativ, das Subjekt "mein Vater" wird mit "Holzschuhmacher" gleichgesetzt. Dieser Vorgang der Gleichsetzung ist vielleicht das Merkmal, an dem man das Prädikativ erkennen kann:
(4) Mein Onkel heißt wirklich Caruso.
(5) Olaf war meine erste große Liebe.
Das geht auch bei Verben wie "nennen", dann im Akkusativ:
(6) Der Staatsanwalt nannte den Angeklagten einen Gauner.
(7) Er beschimpfte ihn als unehrlich. ("als" ist Konjunktion, "unehrlich" ist aber nicht dekliniert - im Deutschen ist das Satzadjektiv immer undekliniert, ob es nun adverbial oder prädikativ gebraucht wird!)

von: studioD in: Studio D10
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Geändert am 5. Dezember 2006 um 23:17

Freitag, 1. Dezember 2006

Aufbau des klassischen geschlossenen Dramas


Im TTS (S. 160 f.) findet ihr als Beispiel des klassischen Dramas den Aufbau von Lessing: Emilia Galotti.
Ich möchte euch noch ein weiteres Beispiel vorführen, das ihr aus der 11 kennt, Schiller: Kabale und Liebe.

Dramatische Situation am Ende von I:
Luise steht zwischen zwei Männern; dem Sekretär Wurm ist sie versprochen (10/3 f.), aber sie liebt Ferdinand. Ihr Vater missbilligt beide Männer, ihre Mutter sieht in der Beziehung zu Ferdinand die Möglichkeit zum sozialen Aufstieg (9/18-20).
Ferdinand liebt Luise (I 1 ff.), aber sein Vater will ihn mit der Milford verheiraten (19/22); Wurm unterstützt dessen Planung, auch aus eigenem Interesse (20/16 ff.); über Liebe, gar zu einer Bürgerlichen, kann der Präsident nur lachen (18/1 ff.).
Die beiden Väter stehen also den Liebesplänen ihrer Kinder entgegen und sind in ihrem Widerstand fest. Die Kinder sind seltsam gespalten:
* Luise, 16 Jahre alt (85/1), kann Ferdinand nicht vergessen (12/27 ff.) - entsagt ihm für dieses Leben (14/12) - beklagt, dass sie von ihm getrennt wird (16/9) - hat ihre Träume vergessen und wird doch von wilden Wünschen erfüllt (17/9 ff.) - in diesem Zwiespalt bleibt das ganze Stück hindurch, also den ganzen einen Tag über.
* Ferdinand, über 20 (24/9), ist ein Adeliger (16/13), der sich auch auf seine Ehre beruft (26/9), also auf ein Prinzip adeligen Lebens; gleichzeitig hält er die Liebe für die höchste Macht (etwa 16/12-16) und beruft sich auf sie und sein Herz (26/32 f.; 24/26).
In diese persönlich-privaten Spannungen spielen verstärkend die Intrigen (Kabale) des Hofes hinein: Der Präsident will seinen Sohn aus politischen Gründen verheiraten (klassisches Adelsprinzip, I 5), wobei er durch Wurm aus persönlichen Gründen im Tricksen unterstützt wird (18/1 f.; 19/24 ff.; 20/1 ff.).

Dramatische Situation am Ende von II:
Die Situation spitzt sich in diesem Akt zu, wobei sich einmal die Intrigen des Präsidenten, zum anderen die Aktionen Ferdinands auswirken.
Was Lady Milford betrifft, muss F seine moralischen Vorurteile gegen sie ablegen, als er ihre Lebensgeschichte erfährt; sie verzichtet auf seine Liebe, um ihrer Ehre willen aber nicht auf die Heirat - sie kündigt Unheil an (S. 42). F entgeht nur knapp dem Charme der Frau und flüchtet zu Miller; er findet die Familie bedroht und aufgeregt. F „heiratet“ L formlos und ohne sich groß um die Familie zu kümmern und widersetzt sich mit letzter Kraft (und der Drohung, seine Machenschaften zu verraten) dem Versuch seines Vater, Familie Miller verhaften zu lassen.
Die Pläne des Präsidenten scheinen also vorerst gescheitert zu sein, während die Liebe F.s zu L besiegelt zu sein scheint; doch die Drohung der Lady steht im Raum.

Dramatische Situation am Ende von III:
Der 3. Akt wird im Wesentlichen von der Intrige Wurms bestimmt, Ferdinand eifersüchtig zu machen (III 1); dazu werden die Eltern L.s verhaftet (III 3) und L durch weitere Drohungen unter Druck gesetzt, den vermeintlichen Liebesbrief an den Hofmarschall zu schreiben (III 6). Zuvor hat sie F.s Vorschlag, mit ihm zu fliehen und allein der Liebe zu leben, abgelehnt; F kann das nicht verstehen und erblickt hinter ihrer Weigerung eine andere Liebesbeziehung L.s (III 4), zeigt also bereits die Eifersucht, die Wurm erst erwecken will. Kabale und Liebe spielen zusammen und bereiten eine Katastrophe vor.

Dramatische Situation am Ende von IV:
Bis IV 5 steht die Person F im Vordergrund: Er hat den Brief gefunden, verzichtet auf Bestrafung des vermeintlichen Nebenbuhlers von Kalb und richtet seinen Hass gegen L - in seiner Maßlosigkeit spielt er sich zum Richter und Gott Luises auf (IV 4, vgl. den ersten Monolog IV 2), wobei die Heuchelei seines Vaters ihn noch in seinem Verdacht bestärkt (IV 5). Im zweiten Teil des 4. Aktes steht insgesamt Lady Milford im Vordergrund, wobei L ihr in einem großen Dialog Paroli bietet (IV 7); durch diese Begegnung beschämt und durch L.s Drohung mit Selbstmord erschüttert, besinnt die Lady sich und räumt das Feld (IV 9), womit dem Liebesverhältnis F - L scheinbar eine neue Chance eingeräumt wird. Doch sind die beiden Liebenden nacheinander in noch tiefere Verzweiflung gestürzt worden, sodass ihr Untergang durch die Flucht der Lady nur ein wenig hinausgezögert werden kann.

Dramatische Situation am Ende von V:
Luise und Ferdinand sind tot, von Ferdinand in seiner Verblendung vergiftet; Luise hat vor ihrem Tod jedoch die Intrige Wurms bzw. des Präsidenten aufgedeckt (und den Präsidenten als Schuldigen ausgemacht). Sterbend hat sie Ferdinand vergeben; Ferdinand hat noch seinen Vater anklagen können. Der Präsident hat die Schuld auf Wurm gewälzt, dieser will alle Schuld der beiden aufdecken, gemeinsam mit dem Präsidenten sich dem Gericht stellen und gemeinsam mit ihm zum Tod verurteilt werden. Ferdinand hat seinem Vater zum Schluss vergeben, Miller bleibt trostlos zurück.

von: studioD in: Studio D13
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Geändert am 6. Dezember 2006 um 00:58