Gedankenstriptease.
Bonjour Tristesse! Die Glücksgefühle sind wieder dahin.
Die Zeit im Studio war heute sehr anstrengend. Natürlich ist es das immer - so viele Menschen und niemals Stillstand.
Aber heute war ich wackeliger als sonst auf den Beinen und konnte mich nicht jedem so widmen, wie er es verdient hätte.
Die Nachricht, dass der Tod des Lebensgefährten meiner Chefin nun eingetreten ist, hat uns alle sehr mitgenommen.
Es ist ein Schwebezustand, wir können es noch gar nicht fassen. Dabei haben wir alle schon so lange damit gerechnet.
Mir ist schwindelig geworden, als sie gestern zu mir kam und sagte: "Wir beide sind jetzt allein. Er ist heute Morgen im Leid gegangen."
Sie war sehr gefasst, als sie das gesagt hat, aber sie sah furchtbar aus.
Ich weiß nicht, wie es ihr geht, sie ist viel unterwegs. Aber der Tod und die Trauer sind sehr gegenwärtig.
Dieses einzigartige Gefühl, dass man nicht atmen kann, weil alles zugeschnürt ist.
Es ist unglaublich schwer in Worte zu fassen, was der Tod eines Menschen bei den Verbliebenen auslöst: Die Stimmung, Gefühle und das Verhalten.
Trauer ist genauso schwer zu definieren wie Liebe.
Und wenn ich das so miterlebe, fällt mir auf, dass ich den Tod meines Menschen schon sehr gut verarbeitet habe. Und das macht mich stolz!
Natürlich denke ich noch oft an ihn und vermisse ihn schrecklich.
Aber ich glaube, dass er genauso stolz ist wie ich, dass ich mein Leben ohne ihn in den Griff bekommen habe.
Gedankensprung.
Mit IHM spreche ich viel über dieses Thema. Er selbst hat auch schon schwere Erfahrungen damit gemacht.
Gestern habe ich ihm geschrieben, dass es nun passiert ist.
Es kam keine Reaktion.
Ich fühle mich schon wieder unglaublich verunsichert. Weiß gar nicht, ob das alles überhaupt echt ist.
Vielleicht ist es nur eine Illusion, die ich jetzt einfach brauche und die ich deshalb mit Leidenschaft lebe.
Vielleicht bin ich auch einfach bescheuert und mache mir Gedanken, die kein Mensch braucht.
An Tagen wie heute habe ich es einfach satt, nur abzuwarten und zu sehen, was passiert.
Dabei weiß ich genau, dass jede andere Entscheidung ein großer Fehlschuss wäre.
Diese Ungeduld macht die Glücksgefühle kaputt.
Ich muss endlich lernen, sie besser festzuhalten.
Gast in der Wirklichkeit.
Love Spreader
Ich könnte kotzen vor Glück. Ja, wirklich.
An diesem Sonntagmorgen habe ich meine Freundin aus Köln zum Bahnhof gebracht, sitze jetzt hier mit Michkaffee und begutachte die Fotos aus den letzten Tagen, höre nebenbei meine neue Lieblings-CD und bin etwas nervös, weil ich in drei Stunden Richtung Kiel aufbrechen werde, um IHN zu sehen.
Es könnte gar nicht schöner sein.
Current mood:
GlücklichDas Nilpferd und die Ruhe vor dem Sturm.
Willkommen zurück in der Phase, in der einfach nur gemacht wird.
Und zwar genau das, was der Chef erwartet, was die Freunde erwarten, der Liebhaber und natürlich auch die Familie.
Es ist gar nicht so schwer zu funktionieren. Einmal gefunden, halten Rhythmus und Alltag sich die Treue.
Aber umso überraschender sind die Momente, in denen ich plötzlich Zeit für mich habe.
"Hallo ich! Wie geht es dir?"
Gerade fühle ich mich wie ein Nilpferd in der Ruhe vor dem Sturm.
Ich weiß, was in den nächsten Tagen passieren wird, kann aber das Ausmaß noch nicht abschätzen.
Was soll's. Das Nilpferdkostüm wird einfach abgeworfen und im Wind getanzt.
Garstiges Hühnchen.
Unerfreuliches Erlebnis:
In meinen vegetarischen Nudeln, die ich gestern im Asia-Imbiss bestellt habe, fand sich ein großes Stück Hühnchen.
Leider konnte ich es nicht sofort als solches identifizieren und habe herzhaft hinein gebissen.
Es wanderte dann, in eine Serviette verpackt, umgehend in den nächsten Mülleimer.
Ich hätte ihm ein schöneres Ende gewünscht.
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