Packende Situation?

Heute Morgen wurde ich im Büro von einer Vielzahl von Müllsäcken und Pappkartons begrüßt, die mich schon im Flur erwarteten.
Gefüllt mit Lebensmitteln, Zeitschriften, Medikamenten und Kleidung schienen sie nur darauf zu warten, dass ich sie endlich zum Container bringe.
 
Beeindrucken ließ ich mich jedoch nicht davon, sondern machte mir erst einmal einen Milchkaffee und wartete auf die Ansprache der Chefin.
Die wiederum saß auf dem Sofa, noch im Morgenmantel gekleidet, telefonierte und schaute nebenbei Rote Rosen.
Nach einer Begrüßung und der Feststellung, dass sie schon wieder etwas fitter aussieht, bat sie mich, den Krempel wegzubringen.
Natürlich tat ich ihr den Gefallen und kam dazu noch in den Genuss, mit ihr kleine Tannenbäume zu verstecken und eine Asselbande von der Terrasse zu fegen.
Solche Ereignisse schweißen eben doch zusammen...
 
Gedankensprung.
 
Seinetwegen bin ich gestern mit Wut im Bauch eingeschlafen. Mit viel Wut.
Ich konnte nicht nachvollziehen, warum er sich nicht gemeldet hat. Gerade in so einer Situation.
Und heute bringt er mit wenigen Worten Licht ins Dunkle: Akku leer. Ladegerät im Chaos verschollen. Ob es mir wieder besser ginge?
Oh ja...
 

Gedankenstriptease.

Bonjour Tristesse! Die Glücksgefühle sind wieder dahin.

Die Zeit im Studio war heute sehr anstrengend. Natürlich ist es das immer - so viele Menschen und niemals Stillstand.
Aber heute war ich wackeliger als sonst auf den Beinen und konnte mich nicht jedem so widmen, wie er es verdient hätte.

Die Nachricht, dass der Tod des Lebensgefährten meiner Chefin nun eingetreten ist, hat uns alle sehr mitgenommen.
Es ist ein Schwebezustand, wir können es noch gar nicht fassen. Dabei haben wir alle schon so lange damit gerechnet.
Mir ist schwindelig geworden, als sie gestern zu mir kam und sagte: "Wir beide sind jetzt allein. Er ist heute Morgen im Leid gegangen."
Sie war sehr gefasst, als sie das gesagt hat, aber sie sah furchtbar aus.

Ich weiß nicht, wie es ihr geht, sie ist viel unterwegs. Aber der Tod und die Trauer sind sehr gegenwärtig.
Dieses einzigartige Gefühl, dass man nicht atmen kann, weil alles zugeschnürt ist.
Es ist unglaublich schwer in Worte zu fassen, was der Tod eines Menschen bei den Verbliebenen auslöst: Die Stimmung, Gefühle und das Verhalten.
Trauer ist genauso schwer zu definieren wie Liebe.

Und wenn ich das so miterlebe, fällt mir auf, dass ich den Tod meines Menschen schon sehr gut verarbeitet habe. Und das macht mich stolz!
Natürlich denke ich noch oft an ihn und vermisse ihn schrecklich.
Aber ich glaube, dass er genauso stolz ist wie ich, dass ich mein Leben ohne ihn in den Griff bekommen habe.

Gedankensprung.

Mit IHM spreche ich viel über dieses Thema. Er selbst hat auch schon schwere Erfahrungen damit gemacht.
Gestern habe ich ihm geschrieben, dass es nun passiert ist.
Es kam keine Reaktion.

Ich fühle mich schon wieder unglaublich verunsichert. Weiß gar nicht, ob das alles überhaupt echt ist.
Vielleicht ist es nur eine Illusion, die ich jetzt einfach brauche und die ich deshalb mit Leidenschaft lebe.
Vielleicht bin ich auch einfach bescheuert und mache mir Gedanken, die kein Mensch braucht.

An Tagen wie heute habe ich es einfach satt, nur abzuwarten und zu sehen, was passiert.
Dabei weiß ich genau, dass jede andere Entscheidung ein großer Fehlschuss wäre.
Diese Ungeduld macht die Glücksgefühle kaputt.
Ich muss endlich lernen, sie besser festzuhalten.

 

Gast in der Wirklichkeit.

Es war sehr schön. Gestern, mit ihm.
Wie eine Seifenblase, in die man sich am Tage hinein träumt und von der man sich wünscht, dass sie wahr werden würde.
Ich bin verzückt. 
 

Love Spreader

Ich könnte kotzen vor Glück. Ja, wirklich.

An diesem Sonntagmorgen habe ich meine Freundin aus Köln zum Bahnhof gebracht, sitze jetzt hier mit Michkaffee und begutachte die Fotos aus den letzten Tagen, höre nebenbei meine neue Lieblings-CD und bin etwas nervös, weil ich in drei Stunden Richtung Kiel aufbrechen werde, um IHN zu sehen.

Es könnte gar nicht schöner sein. 

 

 
Currently playing:Saboteur - A Place Where Painters Meet
Current mood: Glücklich

Das Nilpferd und die Ruhe vor dem Sturm.

Willkommen zurück in der Phase, in der einfach nur gemacht wird.
Und zwar genau das, was der Chef erwartet, was die Freunde erwarten, der Liebhaber und natürlich auch die Familie.

Es ist gar nicht so schwer zu funktionieren. Einmal gefunden, halten Rhythmus und Alltag sich die Treue.

Aber umso überraschender sind die Momente, in denen ich plötzlich Zeit für mich habe.
"Hallo ich! Wie geht es dir?"

Gerade fühle ich mich wie ein Nilpferd in der Ruhe vor dem Sturm.
Ich weiß, was in den nächsten Tagen passieren wird, kann aber das Ausmaß noch nicht abschätzen.
Was soll's. Das Nilpferdkostüm wird einfach abgeworfen und im Wind getanzt.

 

Garstiges Hühnchen.

Unerfreuliches Erlebnis:

In meinen vegetarischen Nudeln, die ich gestern im Asia-Imbiss bestellt habe, fand sich ein großes Stück Hühnchen.

Leider konnte ich es nicht sofort als solches identifizieren und habe herzhaft hinein gebissen.

Es wanderte dann, in eine Serviette verpackt, umgehend in den nächsten Mülleimer.

Ich hätte ihm ein schöneres Ende gewünscht.

 
Currently playing:Super VE - C Elegy

Hormonchaos.

Innere Unruhe, mit dem Nährboden namens Zweifel.
Ich kann nicht still genießen und alles in mich aufsaugen. Ich behalte immer die Perfektion im Blick.

Heute habe ich mich nach der Arbeit mit einem Freund getroffen. Der, der letztens so schön den Rettungsring für mich gegeben hat.
Auch heute hat er das getan, wenn auch in abgeschwächter Form. Hat sich meine Klagen angehört, breit gegrinst und dann das Thema gewechselt. Tougher Typ eben.

Und dann bekomme ich eine SMS und bin mir plötzlich gar nicht mehr sicher, wo ich stehe und was ich will. Warum will ER sich denn erst später mit mir treffen, wo ich doch gerade für ihn den ganzen Nachmittag erkämpft habe?
Ich verstehe die Welt nicht mehr.
Und höre dabei nicht einmal mehr dem Menschen zu, der mir nicht nur in dem Moment nahe ist. Räumlich und geistig.

Es stört mich sehr, dass mich das stört. Genau genommen macht es mich ein bisschen wahnsinnig.
Viel zu viele Gedanken um eine Person, die ich nicht gut kenne und von der ich nicht einmal weiß, ob ich sie besser kennenlernen möchte.
Aber ich möchte den Kanal auch nicht sofort wieder abbrechen. I caught a glimpse and now it haunts me.

Der ganze Stress, der jetzt auf mich zukommt, die hormonale Übersättigung - Augen zu und durch.
Wenn Sonntag scheiße wird, dann verfluche ich jede Minute und jeden Gedanken, den ich ihm geschenkt habe.
Für dieses Spielchen bin ich zu alt. Zumindest wenn ich die Spielregeln nicht festlegen darf.

Ich bin schon wieder böse auf mich selbst. Und was sagt Oscar dazu?

"Frauen sind ein faszinierend eigenwilliges Geschlecht.
Jede Frau ist eine Rebellin und gewöhnlich in wildem Aufruhr gegen sich selbst."

Wie Recht Du hast! 

 

In aller Munde.

Ganz offensichtlich scheint mein Sonntag Aufsehen erregt zu haben.
Jedenfalls hat mich heute sogar meine beste Freundin noch einmal darauf angesprochen, die sich sonst herzlich wenig von Gerüchten beeindrucken lässt. Ganz im Gegensatz zu ihrem Mitbewohner, dessen liebstes Diskussionsthema es derzeit zu sein scheint und jeden damit behelligt.
Dann zitiere ich eben an dieser Stelle meinen Freund Oscar Wilde:
"Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten."
 

grinsen galore!

Eigentlich haben wir uns für heute Abend verabredet, also wirklich bloß "eigentlich", nicht so richtig.
Wie das so ist, kommt der Zufall dazwischen und die Verabredung wird abgesagt.

Als ich seine SMS gelesen habe, dass es heute Abend nicht klappt, konnte ich gar nicht allzu enttäuscht sein. Denn die Worte waren sehr behutsam und vielsagend, dass das Wiedersehen bald nachgeholt wird.

Geantwortet habe ich nicht, denn eigentlich war ja alles gesagt.
Und eine Stunde später ruft er mich besorgt an und fragt mich, ob ich seine SMS bekommen hätte und wann wir unser Treffen denn nachholen könnten.

Schön. Wirklich schön!
Mit einem Grinsen galore gehe ich nun ins Bett...

 
Current mood: Grinsend

// and boy I love the way you get to me //

Meine Damen und Herren,

mein Lachen ist zurückgekehrt!
Alle sind wieder glücklich, denn die Wut ist verraucht und mir ist ein riesiger Stein vom Herzen gepoltert...

Mit seelischem Beistand habe ich mich doch noch dazu aufgerafft, ihm eine SMS zu schreiben.
Er hat gleich geantwortet und mich noch schneller angerufen, als ich ihn darum gebeten habe.
Ein schönes Gefühl.

Nun bin ich gespannt, wie unser Wiedersehen wird.
Hoffentlich mit einem Rattenschwanz namens Chaos weniger verbunden...

 

...

Von wegen Erleuchtung! Das einzige, was hier leuchtet, sind die Blitze am Gewitterhimmel. Pah!

 

(Na ja, der Tag ist ja noch nicht ganz rum...)

 
Currently playing:Es donnert. Und stürmt.
Current mood: Wütend

// now she's run-run-running right over the edge //

In mir steigt gerade Übelkeit hoch.
Genau genommen kommen mir die Zweifel hoch.

Samstag habe ich einen wunderbar sympathisch jungen Mann kennen gelernt. Wir haben uns tatsächlich auf Anhieb gut verstanden, was mir nicht oft passiert. Meine innere Stimme hat mit mir zugeflüstert, dass er ein guter Fang sei und ich habe ihr vertraut.
Es war so schön, dass wir den Sonntag gleich miteinander verbracht haben. Der Wohlfühlfaktor war enorm hoch. Und ich unglaublich entspannt.

Nun kommen mir unschöne Dinge zu Ohren, die ihn betreffen.
Lauter Dinge, die ich gar nicht hören will - die ich aber wissen sollte.
Ich bin unglaublich verunsichert.
Was soll das jetzt werden??!

Bin gespannt, was der morgige Tag bringt. Ich hoffe doch eine Erleuchtung. 

 
Currently playing:Sons & Daughters

O

Da war er, mein Rettungsring.
Hat meine gute Laune gerettet und vor allem meine Hoffnung in Menschen.
Ja, der grenzenlose Optimismus war tatsächlich etwas angeknackst. Bonjour Tristesse!

Es sollte nur ein Kaffee werden, vielleicht auch zwei, oder gleich ein Feierabendbier.
Stattdessen diskutieren wir liebevoll über geografische Distanzen zum nächsten Bankautomaten und suchen dann den gesamten Dom nach der richtigen Fressbude ab. Für ihn: Crêpe mit Nutella und Käse. Für mich: Baguette mit Camembert und Marmelade.
Und während wir dort sitzen und die vorübergehenden Menschen beobachten, sprechen wir über Themen, über die ich so selten mit Männern spreche und ich bin erstaunt, wie konsequent er auch da seine Meinung vertritt: Kleidung. Farbkombinationen, die funktionieren und solche, die es eben nicht tun. Genauso die Schnitte.

Dann in meine Lieblingskneipe. Für ihn: Weizen. Für mich: Fritz Kola.
Wir sitzen genau dort, wo wir immer sitzen. Es ist gemütlich, vielleicht ein bisschen zu verraucht und zu weitläufig, aber ich mag das. Die besten Gespräche kann man hier führen. So auch gestern: Wir öffnen unsere geheimen Schatzkisten und packen aus. Nicht alles, natürlich. Aber genau so viel, um unser Vertrauen und Verständnis einmal neu zu erkunden.
Drei Getränke schaffen wir, dann brechen wir auf. Die Nacht ist viel zu schön, um sie schon zu beenden. Aber wir sind vernünftig, wir müssen beide am nächsten Tag früh raus.

Ich bringe ihn nach Hause und die Kneipe an der Ecke hat noch geöffnet. Wir sind spontan und gehen auf ein letztes Getränk hinein. Für ihn: Fritz Kola. Für mich: Spezi.
Die Müdigkeit siegt. Wir reden weiter, immer weiter, aber immer schwerfälliger. Meine Augenlider machen sich beinahe selbstständig und so gehen wir schnell wieder an die frische Luft. Viele Feuerwehrwagen fahren an uns vorbei und lenken uns von unserem eigentlichen Vorhaben, den Abend zu beenden, ab. Wir schauen ihnen hinterher und rätseln, was passiert sein könnte. Und noch über ein paar andere Dinge. Zu einem Ergebnis kommen wir nicht. Also doch der Abschied, jetzt.

Wir umarmen uns lange, in der Euphorie über den schönen Abend.
Da war er, mein Rettungsring.

 

Hart durchdrehen!

Diese Unzufriedenheit!
Ich möchte mich selbst am liebsten laut anbrüllen und dann mit Schwung in den Arsch treten!

Und ich habe noch nicht einmal heraus gefunden, was der Auslöser ist:
Bin ich privat gestresst, weil es auf Arbeit so stressig ist oder bin ich auf Arbeit gestresst, weil ich mich privat gestresst fühle??

Es nervt.
Ich nerve mich selbst!
Und meine Erkältung nervt auch.

Ich werde mich jetzt selbst-beleidigt in mein Schlafgemach zurückziehen und noch ein wenig vor Zorn grollen.
Vielleicht kommt ja morgen schon der Rettungsring, der mich ablenkt...

 
Currently playing:Virginia Jetzt! - Sehen, sehen, sehen
Current mood: Wütend

träge.

Wie gern würde ich mich jetzt in mein Bett legen und dort ausharren, bis die Woche fast zuende ist.

Oder in mein Auto setzen und weit weg fahren, ganz weit weg.

Aber stattdessen werde ich mich in mein Bett legen, morgen früh aufstehen und mit dem Auto zur Arbeit fahren.

Realitätsflucht in die Realität oder wie?

 

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