Prokrastination now!
Es ist viel zu tun, also die richtige Zeit für einen neuen Eintrag.
Im Grund hat es auch sehr geschmeichelt und motiviert, dass ein Freund meinen Blog entdeckte und lobte.
Also: Hallo, hier bin ich wieder!
Derzeit übe ich mich darin, meine spärliche Freizeit bestmöglich zu gestalten. Frei nach dem Motto "Schlafen kann man noch genug, wenn man tot ist". Hm.
Hole ich in meiner Erzählung jetzt etwas weiter aus, kann ich berichten, dass ich letzten Freitag beim Melt! Klub im Übel & Gefährlich war.
Melt! Klub ist eine Konzertreihe vom Melt! Festival, die für Vorfreude bei den Kartenkäufern bzw. denen, die es noch werden wollen, sorgen soll.
Mein Entschluss dorthin zu gehen kam sehr kurzfristig und so habe ich mich mit Brause im Bauch allein auf den Weg gemacht, um mir Dillon, Ladyhawk, Klee und The Infadels anzusehen.
Dillon stand bei meiner Ankunft schon auf der Bühne und hat das interessiert äugende Publikum nicht so wirklich aus der Reserve locken können. Klar, erster Act eines Konzertabends zu sein, ist nicht immer eine Ehre. Vor allem, wenn das Publikum lieber an der Bar steht und die nordische Arroganz perfektioniert. Aber getanzt wurde trotzdem. Und irgendwie war sie auch nicht unsympathisch. Gut, also Applaus für Dillon. Nicht laut, aber von Herzen.
Ladyhawke hatte es da etwas leichter: Klassische Bandbesetzung um eine blonde Sängerin. Das funktioniert. Ebenso wie die musikalische Mischung: Bisschen Rock, bisschen Pop, bisschen Synthies, insgesamt sehr tanzbar. Und der Vergleich schreit irgendwie nach The Sounds. Vielleicht die Country-Version von The Sounds. Meine Sympathieträger des Abends!
Die kurzen Umbaupausen nutzte ich, um euphorisch-ungeniert die anwesenden Leute zu beobachten. Was für ein Spaß! Wortlose Pärchen, kindliche Fashionvictims, behaarte Britpopper und lustlose Merchandise-Verkäufer. Ich habe fröhlich vor mich hingegrinst.
Zur späten Stunde standen dann Klee auf der Bühne. Pele kannte ich ja noch von früher, aber dem Rest der Band habe ich zuvor noch nicht in die Augen gesehen. Und Klee machten auch einfach das, was sie können: Popmusik mit hübsch-fluffigen elektronischen Elementen. Ok. Nach vier Liedern habe ich mich dann verabschiedet. Gar nicht böse, sondern begeistert. Von dem Gesamtbild dieses Abends.
So früh ich den Konzertabend verabschiedet habe, so früh musste ich auch einige Stunden später wieder aufstehen, um nach Berlin zu fahren. Mein Wunsch, der Hauptstadt nach gut zwei Jahren wieder einen Besuch abzustatten, ist erfüllt worden - wenn auch im Rahmen der Arbeit.
Die zwei Tage in Berlin Mitte verbrachte ich mit viel Kaffee, guter Gesellschaft und einem Kopf voll neuer Informationen und Ideen.
Das Abendprogramm ließ mich in einer russischen Kneipe enden, wo der Wodka-Genuss die Motivation für jegliche Tanzerei betäubte. Zugegeben, der Platzregen vor der Tür war auch nicht verlockend. Aber das Partyleben hätte ich ursprünglich doch sehr gern erneut getestet!
Einzig die Rückfahrt trübte meine Begeisterung: Aufgrund eines "Personenschadens" auf den Gleisen erreichte ich erst mit knapp drei Stunden Verspätung mein Ziel. Die moralisch fragwürdige Bemerkung dazu spare ich mir an dieser Stelle.
Sicher ist aber, dass es das nächste Mal nicht zwei Jahre dauern wird, bis ich wieder nach Berlin fahre!