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Annibale Carracci Umkreis, Schreibender Knabe (Evangelist Johannes?), o.J.
Spricht man von den „Deutschrömern“, so meint man damit im engeren Sinne eine Gruppe von Künstlern, die in den Jahrzehnten um und nach 1800 aus dem Norden in die Ewige Stadt am Tiber eilten, sich häufig für viele Jahre oder sogar lebenslang dort ansässig machten und sich sowohl von der italienischen Kunst der Alten als auch von Landschaft, Licht und Kultur der Mittelmeerhalbinsel inspirieren ließen. Der Drang von Künstlern nördlich der Alpen nach Rom ist jedoch viel älter und erreicht einen ersten Höhepunkt in der zweiten Hälfte des 16ten Jahrhunderts. Verantwortlich dafür waren die politischen und religiösen Verhältnisse in Mitteleuropa: Während sich der Norden in ärgerlichen Glaubensstreitigkeiten aufrieb und das künstlerische Leben dadurch erheblich beeinträchtigt war, stellte das Konzil von Trient den mediterranen Raum auf ein festes katholisches Fundament. Davon profitierten notwendigerweise auch Architektur, Malerei und Plastik: Rom, Sitz des Hauptes der katholischen Christenheit, wurde ein Magnet für Künstler aus aller Herren Länder und blieb es für die kommenden drei Jahrhunderte.
Der ersten Hälfte dieser Zeitspanne römischer Kunst, zwischen etwa 1550 und 1700, widmet sich nun eine Ausstellung mit Beständen aus der Staatlichen Graphischen Sammlung in der Pinakothek der Moderne in München. Präsentiert wird ein Querschnitt durch das zeichnerische Schaffen von Künstlern, die aus Rom stammten oder nach Rom gekommen waren. Da tauchen so illustre Namen wie Federico Zuccari, Gian Lorenzo Bernini, Pietro da Cortona, Annibale Carracci oder Carlo Maratta auf, denen sich Meister aus dem Norden wie Adam Elsheimer, Nicolas Poussin, Paul Bril, Claude Lorrain oder Johann Heinrich Schönfeld hinzugesellen. Insgesamt circa 150 Blätter von Spätrenaissance bis Hochbarock illustrieren eine an künstlerischen Entwicklungen außerordentlich reiche Zeit, die hinsichtlich der Gattung Zeichnung überdies als eine der glanzvollsten der Kunstgeschichte gelten kann.
Die Ausstellung „Zeichner in Rom 1550-1700“ läuft vom 2. Februar bis zum 13. Mai. Die Pinakothek der Moderne hat dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr, donnerstags zusätzlich bis 20 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 10 Euro, ermäßigt 7 Euro. Der Katalog kostet im Museum 36 Euro.
Pinakothek der Moderne
Barerstraße 40
D-80333 München
Telefon: +49 (0)89 – 23 805 360
Quelle: Kunstmarkt.com
Bei einem Aufenthalt in Rom oder Umgebung empfíehlt es sich, rechtzeitig eine Unterkunft zu suchen. Angebote von Ferienwohnungen, Privatzimmern und Pensionen haben Romehome.de und Romabed.de im Programm.
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