Mehr Touristen als Rettung? Rom und sein Kolosseum

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Ein Kolosseum-Rundgang gehört in Rom oft ebenso zum Besuchsprogramm wie ein Blick in den Petersdom. Die Ruine des Amphitheaters zählt zu den größten antiken Denkmälern der Stadt. Doch die alten Mauern machen Probleme. Ausgerechnet mehr Touristen könnten die Lösung sein.

Es war das größte Amphitheater der römischen Welt und jahrhundertelang die Stätte grausamer Gladiatorenkämpfe. Mit 100-tägigen blutigen Spielen weihte Kaiser Titus im Jahr 80 nach Christus das Monumentalwerk für weit mehr als 50 000 Zuschauer ein. Noch heute ist das Kolosseum mehr denn je Besuchermagnet und Wahrzeichen Roms. Fast sechs Millionen Besucher im Jahr zieht es an. Doch das Kolosseum hat "Krebs", die Luftverschmutzung nagt an den Steinen. Also bereitet die Tiber-Metropole eine Rettung vor.

Roms Baumeister verarbeiteten etwa 100 000 Kubikmeter Travertinstein im Kolosseum. Bretter bedeckten den Boden im Inneren, darunter lagen die "Eingeweide" des Amphitheaters. Heute würde man wohl "backstage" sagen: Hier hielten sich die Gladiatoren auf, und auch Tiere, die bei den Spielen eingesetzt wurden - nachdem sie mit Flaschenaufzügen aus ihren Käfigen in die Arena gehievt worden waren. "Morituri te salutant" hieß der Spruch der Sklaven oder Abenteurer, die sich hier zerfleischen ließen: "Die Todgeweihten grüßen dich."

Doch die Zeit der Gladiatoren ging zu Ende, und das 50 Meter hohe Kolosseum war irgendwann "out". Es diente als Steinbruch unter anderem für den Bau des Petersdoms. Denn es gab in Rom eine sehr lange Zeit, in der die Antike nichts mehr galt. Nach und nach wurde aus dem stolzen Amphitheater - großer Ellipsendurchmesser: 188 Meter - eine riesige Ruine, die zeitweise von Unkraut fast überwuchert war.

Und heute? Das Kolosseum ist "krank", es braucht viel Geld für die Rettung. Es stehen aber auch ziemlich attraktive Neuerungen ins Haus, die noch mehr Touristen in das "Anfiteatro Flavio" locken sollen, wie das Monumentalwerk auf Italienisch auch heißt. Das bringt Geld in die Kassen. Derweil suchen die Behörden dringend nach Sponsoren: "Wir brauchen 23 Millionen Euro, um das Bauwerk völlig zu säubern, die Anlagen- und Überwachungstechnik zu modernisieren, die Einfriedung zu erneuern und die Wandelgänge im ersten und zweiten Stock zu restaurieren", sagt die Direktorin des Kulturdenkmals, Rossella Rea.

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