Tausende Delegierte haben sich in Rom um den italienischen Premier versammelt. Sie werden die Fusion seiner Forza Italia mit den Post-Faschisten offiziell vollenden
Knapp ein Jahr nach seinem Wahlsieg gründet der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi seine neue Partei "Volk der Freiheit" an diesem Wochenende offiziell. Tausende von Delegierten kamen am Freitag nach Rom, um den Zusammenschluss der postfaschistischen Alleanza Nazionale (AN) mit Berlusconis bisheriger Partei Forza Italia (FI) einzuleiten.
Der 72- jährige Mailänder Medienzar und Milliardär hatte die Gründung Ende 2007 angekündigt und mit dem Bündnis "Volk der Freiheit" (PdL/Popolo della libertà) im April 2008 bei der Parlamentswahl bereits einen klaren Sieg erzielt. Berlusconi wird auch die neue Partei PdL leiten.
Zwar ist der konservative Berlusconi als Parteichef unangefochten und soll in offener Wahl ohne Gegenkandidaten ernannt werden, doch gibt es in der PdL einen zweiten starken Mann: Parlamentspräsident Gianfranco Fini, der die Alleanza Nazionale in den vergangenen Jahren aus einer postfaschistischen Ecke geholt und zu einer Partei der gemäßigten Rechten gemacht hatte.
Seine Nationale Allianz war am vergangenen Wochenende aufgelöst worden, Berlusconis Forza Italia verschwindet mit dem Gründungsparteitag der PdL. Nach Umfragen liegt das "Volk der Freiheit", das in der Regierung mit der populistischen Lega Nord koaliert, mit riesigem Vorsprung vor der linken Opposition.
Der Erbauer des Kolosseums und Begründer der flavischen Dynastie, Kaiser Vespasion, wird anlässlich seines 2000. Geburtstags gewürdigt.
Anlass der Schau im Amphitheater ist der 2000. Geburtstag des Kaisers, der als einer der bedeutendsten Herrscher des Römischen Reiches gilt. In den Bogengängen des Kolosseums, dessen Bau Vespasian zwischen 69 und 79 nach Christus veranlasste, reihen sich Marmorbüsten der Flavier-Dynastie an filigran gearbeitete Grabsteine und eine in Stein gemeißelte römische Stadtkarte.
Rekonstruktion. In mehreren Etappen rekonstruiert die Ausstellung den Aufstieg Vespasians vom einfachen Soldaten zum Kaiser und die Entwicklung der Dynastie der Flavier, eines römischen Herrschergeschlechts. Gezeigt wird ihr Einfluss auf die Stadtentwicklung Roms und den kulturellen Aufschwung des Römischen Reiches. Einige der Ausstellungsstücke, die bisher in den Kellerräumen des Kolosseums verwahrt wurden, sind zum ersten Mal in der Öffentlichkeit zu sehen. Neben den politischen und kulturellen Entwicklungen unter der Herrschaft der Flavier werden die architektonischen Leistungen Vespasians und seiner Söhne dargestellt.
Regentschaft. Kaiser Vespasian regierte zehn Jahre lang als bescheidener und toleranter Herrscher. Danach ging die Macht an seine Söhne Titus und Domitian über. Die Ausstellung ist bis zum 10. Jänner 2010 zu sehen.
Das Schlimmste ist also verhindert worden. Nach einer Sondersitzung gestern Nachmittag im römischen Kapitol hat Bürgermeister Gianni Alemanno zurückgerudert. Es wird keinen Sonderkommissar für die römische Oper geben. Verwaltungsrat und Intendant werden - zumindest vorerst - bleiben. Ein runder Tisch soll nun neue Strategien erarbeiten.
Ein erster Sieg im Opernkrieg der Hauptstadt und der einzig logische - so der künstlerische Leiter des Opernhauses Nicola Sani. "Schwer zu sagen, wie ein Sonderkommissar die Probleme hätte lösen können. Da es an Geld fehlt, wären die Mittel auch mit einem Verwalter nicht aufgetaucht. Seine einzige Möglichkeit wäre gewesen, die Saison zu beschneiden. Aber das will der Aufsichtsrat nicht."
Subventionen gekürzt Doch wie konnte es überhaupt dazu kommen? Die Initialzündung gab eine Entscheidung der Regierung Berlusconi. Sie kürzte die Subventionen für die Bühnen Italiens - den sogenannten Einheitsfonds - drastisch. Bis zu 40 Prozent sollen es werden. Das stürzte den Kulturbetrieb in schwere Turbulenzen.
"Wir sind von einem bestimmten Budget ausgegangen sind und finden uns in der laufenden Saison mit einem extrem reduzierten Budget wieder", so Sani. "Das bedeutet, entweder kommt es zu Sonderfinanzierungen oder wir müssen trotzdem schmerzhafte Entscheidungen treffen, sprich Produktionen streichen."
Politisch motivierte Postenvergabe? Hart ins Gericht mit dem verantwortlichen Kulturminister Sandro Bondi geht der Kulturkritiker Luca del Fra. Man merkt die Absicht und ist verstimmt - meint er. Denn im Fall der römischen Oper gebe es gar keine wirtschaftlichen Gründe für ein Einschreiten des Staates.
"Sie ist eines der wenigen italienischen Theater, das bis Ende des Jahres 2008 eine ausgeglichene Bilanz hatte", betont Luca del Fra. "Das wahre Motiv ist, dass der neue römische Bürgermeister Alemanno seine Leute in den diversen kulturellen Institutionen platzieren will. Das ist eine verabscheuungswürdige italienische Praxis, die alle Parteien betrifft."
Kampagne gegen Opernhäuser Luca del Fra geht sogar noch weiter. Er ortet eine regelrechte Kampagne gegen die italienischen Opernhäuser - und er beruft sich dabei auf verschiedene Aussagen und Interviews des Ministers und seiner Mitarbeiter. "Er hat sogar falsche Angaben über die Arbeiter an den Theatern und ihre angeblichen Privilegien gemacht. All das soll zur Auflösung der fixen Orchester führen. Das passiert in keinem anderen europäischen Land. Im Gegenteil."
Auch für Nicola Sani ist die Vorgangsweise nicht mit der aktuellen Wirtschaftskrise des Landes zu rechtfertigen. Im fehlt es an einer grundsätzlichen Haltung gegenüber im Bereich Kultur.
Strategie gefordert "Ich denke, Italien braucht eine echte Strategie für seine Opernhäusern verfährt und die Oper seiner Hauptstadt. Man muss entscheiden, ob sie vergleichbar mit anderen europäischen Hauptstädten werden oder ob sie ein Provinztheater bleiben soll. Das alles ist nicht zu verstehen. Die römische Oper steht ja stellvertretend für das Land, in dem die Opernmusik entstanden ist", sagt Sani.
Auch wenn der Sturm erstmals ohne große Schäden über das Haus in Rom abgezogen ist, für Italiens Bühnen sind es harte Zeiten. 150.000 Jobs sind landesweit damit verbunden. Ein Sektor drei Mal so groß wie Fiat. Für viele droht nun das Aus für ihren Arbeitsplatz. Nicht nur die Orchestermusiker wollen daher gegen die Subventionskürzungen auf die Barrikaden steigen.
In Rom hat am Samstag der Auflösungskongress der Rechtspartei Alleanza Nazionale (AN)begonnen. Die zweitstärkste Regierungspartei fusioniert mit der konservativen Partei Forza Italia um den italienischen Ministerpräsidenten Berlusconi. Daraus entsteht die neue Mitte-Rechts-Formation "Volk der Freiheit", die bei einem dreitägigen Kongress ab dem 27. März in Rom aus der Taufe gehoben wird.
Am Kongress in Rom beteiligen sich mehrere Spitzenpolitiker der italienischen Politik, darunter Oppositionschef Dario Franceschini. "Endlich entsteht die Partei der Italiener", lautet der Slogan der Plakate, die für den Kongress gedruckt wurden. Das bisherige Symbol der Alleanza Nazionale, eine Flamme in den Farben der italienischen Fahne, wird zum Logo einer neu gegründeten "AN-Stiftung", die sich um das Erbe der aufgelösten Partei kümmern soll. Die Stiftung wird die Immobilien der AN verwalten, die mit 400 Millionen Euro bewertet werden.
Die Auflösung der AN ist ein weiterer Schritt eines langen Umwandlungsprozesses der italienischen Rechten. Die Partei war beim Kongress in Fiuggi 1994 aus der neofaschistischen MSI entstanden. Ihr Gründer Gianfranco Fini bemühte sich in diesen Jahren, von der faschistischen Vergangenheit der Partei auf Distanz zu gehen und ging eine Wahlallianz mit Berlusconis Partei Forza Italia ein, die bis heute hält.
Fini verteidigte sich immer wieder eloquent gegen internationale Attacken. Nur eine Minderheit in der AN sei "neofaschistisch". Er arbeitete unermüdlich am Image der von ihm aufgebauten salonfähigen "neuen Rechten".
Mysteriöser Vorfall: Frau mit Sprengstoffgürtel an Bett gefesselt Die Besitzerin einer römischen Pension in der Volturno-Straße traute am Donnerstag ihren Augen nicht.
Als sie in das Zimmer eines Gastes trat, den sie seit einigen Tagen nicht mehr gesehen hatte, fand sie eine bizzarre Szene vor: Eine Frau war ans Bett gefesselt, um ihre Taille hatte sie einen Sprengstoffgürtel mit fünf Sprengsätzen gebunden.
Ihren Angaben zufolge war der Kopf der 39-jährigen Silvana S. mit einer Kapuze verdeckt. Ihr Gesicht war stark angeschwollen, der Körper der Frau wies Quetschungen und Prellungen auf.
Sofort alarmierte die Besitzerin die Ordnungshüter, die die Straße rund um die Pension für den Verkehr und für Fußgänger absperrten. Es wurde befürchtet, dass es sich bei der Frau, die die italienische Staatsbürgerschaft besitzt, um eine Selbstmordattentäterin handeln könnte.
Mittlerweile soll die Frau von den Einsatzkräften vom Sprengstoffgürtel befreit worden sein. Nähere Details zum mysteriösen Fall sind noch nicht bekannt.
Geändert am 20. März 2009 um 17:58 Donnerstag, 19. März 2009
Maurizio Cattelan bekommt Preis der Quadriennale Rom
Maurizio Cattelan.
Der italienische Künstler Maurizio Cattelan wird von der Jury der 15. Kunst-Quadriennale Rom mit dem Preis für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Das berichtete die italienische Nachrichtenagentur ANSA gestern.
Anlässlich der Preisverleihung am 24. März werde der 38-Jährige an einem ihm gewidmeten Studientag im römischen Nationalmuseum der Künste des 21. Jahrhunderts teilnehmen. Ziel des Studientags sei, "einen lebendigen Diskurs zwischen dem Künstler, seinem Werk und den Kunststudenten der römischen Universitäten zu fördern", so die dreiköpfige Jury der Quadriennale.
Hitler als kniender Schulbub
Cattelan hat mit seinen provokanten Arbeiten immer wieder international für Aufsehen gesorgt. So zeigten seine Installationen Papst Johannes Paul II. von einem Meteoriten erschlagen und Adolf Hitler als knienden Schulbuben.
Die Quadriennale di Roma wurde 1927 ins Leben gerufen und organisiert seither alle vier Jahre eine Sammelausstellung zeitgenössischer italienischer Kunst im Palazzo dell'Esposizioni in Rom.
Emanzipationserfolg in Rom - Polizistinnen auf der „Piazza Venezia“
Emanzipationserfolg für italienische Polizistinnen: In Rom ist es jetzt erstmals auch Verkehrspolizistinnen gestattet, auf dem extra dafür vorgesehenen Sockel den Autostrom an der Piazza Venezia - dem größten Verkehrsknotenpunkt im historischen Zentrum der Ewigen Stadt - zu regeln.
Dies berichteten italienische Zeitungen am Dienstag. Während die weiblichen „Vigili Urbani“ ansonsten auch in Rom bereits zum Straßenbild gehören, war es bislang allein ihren männlichen Kollegen vorbehalten, den Verkehr auf der großen Kreuzung beim Kapitolshügel zu kontrollieren.
Der Grund: Es sei befürchtet worden, Frauen könnten die Autofahrer „zu sehr ablenken“ und so die Sicherheit auf der Straße gefährden.
Deutsch-Italienischer Preis für literarische Übersetzungen verliehen
Die Übersetzerin Sigrid Vagt wurde gestern Abend im Berlin durch Kulturstaatsminister Bernd Neumann und den italienischen Staatssekretär für Kultur Francesco Giro mit dem Deutsch-Italienischen Übersetzerpreis geehrt.
(von links) Francesco Giro, Sigrid Vagt, Bernd Neumann, Marianne Schneider, Esther Hansen, Klaus Wagenbach.
Prämiert wurde ihre herausragende Übertragung des Romans „Die Legende von Redenta Tiria von Salvatore Niffois (Zsolnay Verlag 2007). Der Preis für das Lebenswerk ging an Marianne Schneider. Beide Auszeichnungen sind jeweils mit 7 500 Euro dotiert. Esther Hansen erhielt als beste Nachwuchsübersetzerin ein Aufenthaltsstipendium in der Villa Massimo in Rom.
Der Deutsch-Italienische Übersetzerpreis ist ein lobenswertes Ergebnis gemeinsamer europäischer Kulturpolitik. Kulturstaatsminister Bernd Neumann, das Auswärtige Amt und das Goethe-Institut gehen mit dem Kulturministerium in Rom zusammen, um gemeinsam im jährlichen Wechsel die besten literarischen Übersetzungen auszuzeichnen und damit die Verständigung zwischen den Kulturen zu fördern. Nachdem im vergangenen Jahr die Preise an Übersetzer aus dem Deutschen ins Italienische gingen, wurden jetzt erstmals deutsche Übersetzungen prämiert. Den Vorrang hat dabei die Gegenwartsliteratur. Und auch alle drei Preisträgerinnen haben sich mit ihren Übersetzungen gerade von zeitgenössischen Autoren besonders hervorgetan. Sigrid Vagts „Erfindergeist und nuancenreicher Wortschatz“ im Umgang mit der sardischen Sprache wurde ebenso gelobt wie „die Frische und stilistische Vielfalt“ in den Übersetzungen von Marianne Schneider. Esther Hansen fiel durch ihre ausgezeichnete Übertragung von Marcello Fois’ Krimi „Sardische Vendetta“ (List 2008) auf.
In den inspirierenden klassischen Gewölben des Berliner Bode-Museums, wohin Kulturstaatsminister Neumann als Schirmherr und Träger des Preises geladen hatte, wurde auch über die weitere Förderungspolitik der Bundesregierung gesprochen. Neumann kündigte an, den deutschen Übersetzerfonds kontinuierlich auszubauen und noch in diesem Jahr um 50 000 Euro auf 350 000 Euro aufzustocken. Die Förderung der literarischen Übersetzung sei ein besonderes Anliegen der Bundesregierung.
talienisch ist heute nach dem Englischen und Französischen die drittwichtigste Übersetzersprache auf dem deutschen Buchmarkt. 2007 erschienen 195 Übersetzungen aus dem Italienischen. Verleger Klaus Wagenbach, dessen Verlag sich seit Jahren um die Herausgabe italienischer Literatur besondere Verdienste erworben hat, mahnte allerdings, zusätzliche Fördermittel nicht für Mainstream-Titel, sondern vor allem für die Übersetzung literarisch schwieriger Texte einzusetzen, um ihnen eine Chance am deutschen Buchmarkt zu eröffnen. Zudem schlug er vor, nach dem Modell der Villa Massimo in Rom auch in Berlin eine Villa Humboldt für den Aufenthalt italienischer Autoren einzurichten.
Romführer gibt es bekanntlich unzählige, sodass die Auswahl vor der Reise in die Ewige Stadt schwerfällt. Auf dem Gebiet der Führer durch Rom betritt der Fuldaer Verlag Petra Kehl mit seinen „akustischen Pilgerführern“ Neuland. Die bekannteste Kirche der Christenheit, „Sankt Peter in Rom“, sowie passend zum aktuellen Paulusjahr die Basilika „Sankt Paul vor den Mauern“ können nun in jeweils etwa zwei Stunden mittels einer mp3-CD erkundet werden. Durch den Petersdom führt der bekannte Theologe und Romkenner Ulrich Nersinger, während die Führung durch St. Paul vor den Mauern von dem Historiker Michael Hesemann verfasst wurde.
Die Führung durch den Petersdom beginnt mit einem kompakten geschichtlichen Abriss, bevor der Pilger sich über den Petersplatz in die Vorhalle der Basilika begibt. Sodann erklärt Nersinger die Bedeutung der fünf Pforten, durch die man den Petersdom betreten kann. Im Inneren der Basilika werden die klassischen Stationen eines Rompilgers angesteuert: Neben der Bronzestatue des heiligen Petrus und dem Papstaltar mit seinem Baldachin auch die Kathedra Petri, die Sakramentskapelle und die Pietà von Michelangelo. Schließlich gelangt man zu den vatikanischen Grotten. Zu dieser Reihenfolge erklärt Nersinger: „Da Sie aus den Grotten, die einen eigenen Ausgang nach draußen haben, möglicherweise nicht zurück in die Basilika gelangen können, besuchen wir diese zum Schluss.“
Auch der Rundgang durch die Basilika St. Paul vor den Mauern beginnt mit dem geschichtlichen Hintergrund. Anschließend schildert Michael Hesemann die beeindruckende Architektur mit Glockenturm, der Mosaikfassade oder dem Atrium. Innerhalb der Basilika, die eine der Hauptkirchen Roms ist und durch das Paulusjahr immer mehr besucht wird, beschreibt Hesemann beispielsweise die „berühmte Serie der Papstporträts“, welche eines der bekanntesten Wahrzeichen von St. Paul vor den Mauern ist. Der für Christen wichtigste Ort der Basilika ist jedoch zweifellos das Paulusgrab.
Bei beiden CDs ist es erfreulich festzustellen, dass nicht nur der künstlerische Wert der Basiliken beschrieben wird, wie man es von den meisten Romführen gewöhnt ist, sondern auch auf Ihre Bestimmung als Haus des Gebets hingewiesen wird. Zu Beginn der Führung durch den Petersdom heißt es: „St. Peter ist eine Kirche, kein Museum. Der Gottesdienst geht daher immer vor. […] Angemessene Kleidung und ein würdiges Benehmen sollten selbstverständlich sein.“ Doch nicht nur die künstlerischen Aspekte werden von den beiden Pilgerführern berücksichtigt, sondern auch die Geschichte sowie einige Anekdoten rund um Petersdom und St. Paul vor den Mauern.
Insgesamt sind beide Pilgerführer unbedingt zu empfehlen. Die von Ulrich Nersinger verfasste Führung orientiert sich jedoch etwas mehr an den klassischen, persönlichen Romführungen. Man bemerkt kaum, dass man nicht von einem leibhaftigen Führer durch die Basilika begleitet wird, sondern „nur“ von einer CD. Komplettiert werden die akustischen Streifzüge von einem kleinen Booklet, womit der Rompilger seine Route genau verfolgen kann.
Sprecher der beiden akustischen Pilgerführer sind Michael Speer und Christian Büsen. Michael Speer ist als Sprecher für Funk und TV des SWR tätig und wirkt daneben als Gastspieler am Staatstheater Stuttgart. Außerdem hat er eine Stelle als Dozent an der Stuttgarter Musikhochschule und der Schauspielabteilung des Mozarteums im österreichischen Salzburg. Auch Christian Büsen arbeitet als freier Sprecher für den SWR sowie für arte und den Deutschlandfunk. Seine Ausbildung erhielt er an der Staatlichen Hochschule für Musik und darstellende Künste in Stuttgart, wo er inzwischen auch als Dozent lehrt. Der Verlag Petra Kehl hat in der Vergangenheit bereits zahlreiche Hörbücher, darunter die Nachfolge Christi oder den großen historischen Roman „Quo vadis“ von Henryk Sienkiewicz, veröffentlicht.
Nersinger, Ulrich / Hesemann, Michael (Autoren Büsen, Christian / Speer, Michael (Sprecher) Sankt Peter in Rom / Sankt Paul vor den Mauern Verlag Petra Kehl ISBN 978-3-930883-46-2 / 978-3-930883-47-9 Spielzeit ca. 115 / 108 Minuten je 14,90 € verlag-kehl.soforthoeren.de
Ein Fan von Arsenal London wurde vor dem Achtelfinal-Rückspiel der Champions League beim AS Rom (0:1 n.V., 7:6 i.E.) niedergestochen.
Römische Hooligans hatten den Anhänger in einem Bus auf dem Weg zum Stadion angegriffen und ins Bein gestochen. Zwei weitere Arsenal-Fans wurden am Kopf verletzt. Es bestand jedoch keine Lebensgefahr. Der FC Arsenal sowie die römische Polizei bedauerten den Vorfall und beteuerten, alles Mögliche für die Sicherheit der Fans getan zu haben. Immer wieder war es in Europapokal-Spielen der Römer zu Ausschreitungen gekommen.
Am Rande der Duelle mit Manchester United im Jahr 2007 hatten sich Fans beider Klubs heftige Ausschreitungen geliefert. Arsenal hatte am Mittwoch in Rom durch ein 7:6 im Elfmeterschießen das Viertelfinale erreicht.
Geändert am 12. März 2009 um 21:55 Mittwoch, 11. März 2009
Afghane eine Woche als Geisel in Kühlschrank eingesperrt
Ein 34-jähriger Afghane ist eine Woche lang als Geisel in einem ausgeschalteten Großkühlschrank eines Döner-Ladens im römischen Ortsteil Trastevere eingesperrt worden.
Während im ersten Stock die Kunden aus und eingingen, wurde der unterernährte Mann im Keller mit Stromstößen und Eimern voller Eiswürfel misshandelt, wie der Mailänder „Corriere della Sera“ berichtete. Dabei soll es auch um Lösegeld gegangen sein. Der aus Deutschland kommende Afghane wurde von einer Gruppe kurdischer Türken mit der Aussicht auf Arbeit nach Rom gelockt. Vom Bruder der Geisel, einem Unternehmer in Dresden, sollen sie 20 000 Euro Lösegeld gefordert haben.
Geändert am 11. März 2009 um 22:10 Dienstag, 10. März 2009
Papst fordert nach Übergriffen auf Migranten Ende der Gewalt
Es war ein eher symbolischer und kein Staatsbesuch, zu dem Papst Benedikt XVI. am Montag in seinem schwarzen Mercedes vom Vatikan zum Kapitol aufbrach. Diesmal besuchte er nicht den Präsidenten der italienischen Republik im Quirinal (einem ehemaligen Papstpalast), sondern den Bürgermeister Roms auf dem niedrigsten der sieben Hügel der Stadt. Allerdings verdankt auch jeder Saal des Rathauses fast immer einem jeweils anderen Papst seine Pracht und Ausstattung. Gianni Alemanno ist Walter Veltroni hier im Frühjahr 2008 auf den Vorsitz der römischen Stadtregierung gefolgt, und seiner immer noch wachsenden Popularität hat es nicht geschadet, dass er aus der postfaschistischen Alleanza Nazionale auf diesen Stuhl nachgefolgt ist.
Jetzt ließ er den Papst mit Glockengeläut in der ganzen Innenstadt begrüßen. Unter dem Hügel war die Piazza Venezia, einer der verkehrsreichsten Plätze Europas, für den Verkehr gesperrt. 35 Buslinien wurden umgeleitet. Die römische Stadtregierung ist eine der ältesten noch existenten kommunalen Autoritäten der Erde - älter sogar als das Petrusamt. Erstaunlich ist da nur, wie selten dennoch Päpste seit der Staatsgründung Italiens auf diesem Hügel erschienen sind. Johannes Paul II. war vor elf Jahren hier, Paul VI. im Jahr 1966, davor Pius IX. im Jahr 1870.
Doch nun bedrängen viele Probleme die Stadt ebenso wie die Kirche. Da sei die Erinnerung hilfreich, dass das bürgerliche und das christliche Rom weder Gegensätze noch Alternative seien, wie der Bürgermeister zur Begrüßung hervorhob. Vielmehr würde sie "im Respekt der unterschiedlichen Zuständigkeiten" vieles in dieser Zeit der Krise einen, um Rom weiterhin als eine "Stadt des Lebens, der Gastfreundschaft und der Hoffnung" zu kultivieren, für die Rom in der Vergangenheit berühmt geworden sei.
Kardinal Agostino Vallini, der Generalvikar des Bistums Rom, hatte Radio Vatikan schon vorher gesagt: "Alle Analysen zeigen, dass Rom im Moment einem radikalen Wandel unterliegt. Das historische Zentrum entvölkert sich, die Leute ziehen in die Peripherie." Da treffe sich die Stadtverwaltung in vielen Interessen mit den Bemühungen der Kirche von Rom (die sein Vorgänger einmal als "Labor" bezeichnete, das Rom immer befruchtet habe), um diese dramatische Entwicklung zu begleiten und aufzufangen. Das hob auch der Papst in seiner Rede in einem Festsaal hervor, als er Roms Bedeutung als "Zentrum der lateinischen und christlichen Zivilisation" rühmte, wo sich Stadt und Kirche gemeinsam auf den Genius Loci - die geistige Atmosphäre - besinnen müssten. Nur so könnte die Stadt auch in der Postmoderne noch einmal Vorreiterin eines neuen Humanismus werden: als ein "Leuchtturm des Lebens und der Freiheit, der sittlichen Kultur und der nachhaltigen Entwicklung" sein.
Europa sei auf drei Hügeln erbaut, hat Theodor Heuss nach der Unterzeichung der Römischen Verträge im Jahr 1957 bemerkt, wo der Golgatha für den Frieden stehe, die Akropolis für Demokratie "und das Kapitol für die Herrschaft des Rechts". Es sind Sätze, mit denen sich Festredner hier gern schmücken. Doch nach einer Serie gewaltsamer Übergriffe auf Migranten in den vergangenen Wochen an der trostlosen Peripherie Roms klang in der Rede des Papstes höchste Aktualität mit. Benedikt XVI. pochte freundlich darauf, dass Rom vom antiken Recht und dem christlichen Glauben geformt worden sei. Beide würden Rom auch in Zukunft die Kraft verleihen, "von jedermann den Respekt vor den Regeln des Zusammenlebens einzufordern und jede Form von Intoleranz und Diskriminierung streng zurückzuweisen" - auch in jenem Prozess der Umformung, der nun selbst Rom in "eine multiethnische und multireligiöse Metropole" verwandle.
Das österreichische Auktionshaus "Dortheum" hat am Montag (9. März) eine neue Repräsentanz in Rom eröffnet. Zur Eröffnung im prachtvollen Palazzo Colonna im Zentrum der italienischen Hauptstadt kamen rund 700 Gäste.
Versteigerungen werden weiterhin im Wiener Stammhaus durchgeführt. Doch sollen unter der Leitung der Kunsthistorikerin Maria Cristina Paoluzzi regelmäßige Expertentage und Auktions-Vorbesichtigungen abgehalten werden.
"Für uns ist der italienische Markt sehr wichtig, und er wird noch wichtiger werden", begründet Dorotheum-Geschäftsführer Martin Böhm im APA-Gespräch den Offensivkurs Richtung Süden, der auch angesichts der Wirtschaftskrise beibehalten wurde. Böhm verweist auf den Erfolg der jüngsten Yves Saint Laurent-Auktion in Paris und sieht keinen Grund, sich zu fürchten. "Die schönen Dinge, vor allem aber die qualitätvollen, werden immer einen Markt haben", ist sich Paoluzzi sicher. "Im Gegensatz zum Aktienmarkt ist der Kunstmarkt absolut stabil."
Vor allem im Bereich der Alten Meister ist Italien für das Dorotheum der zentrale Markt. Entsprechend hat man die bis Mittwoch laufende Eröffnungsausstellung in den 140 Quadratmeter großen Räumlichkeiten und im extra aufgebauten Festzelt zusammengestellt: Aus den rund 500 Stücken, die Ende März/Anfang April in Wien zur Versteigerung kommen, wurden vor allem jene ausgewählt, die einen Bezug zu Italien oder zu jenen Kunstschätzen haben, die sich mit dem römischen Dorotheum-Büro unter einem Dach befinden. Die Kunstsammlung der Familie Colonna, die auf eine über 700-jährige Geschichte und eine enge Verbindung zu den Päpsten zurückblickt, ist eine der wertvollsten, vor allem aber eine der am besten gepflegten Privatsammlungen Roms.
Geändert am 9. März 2009 um 13:33 Sonntag, 8. März 2009
Fellinis großer Drehbuchautor Tullio Pinelli ist tot
Tullio Pinelli.
Federico Fellinis großer Drehbuchautor Tullio Pinelli ist tot. Der Mann, der die Vorlagen und Drehbücher für eine Reihe von Meisterwerken des italienischen Kinos geliefert hatte, starb im Alter von 100 Jahren in Rom, berichteten italienische Medien.
"La Strada" (Die Straße), "La Dolce Vita" (Das süße Leben) sowie "Achteinhalb" und auch "Ginger und Fred" gehören zu den vielen Erfolgsfilmen des Regisseurs Fellini, für die Pinelli das Drehbuch geschrieben oder Vorlagen bearbeitet hatte. Sie setzten Maßstäbe in der Blütezeit des italienischen Films der 1950er Jahre. Pinelli arbeitete auch mit zahlreichen anderen Regisseuren zusammen, darunter Pietro Germi und Mario Monicelli.
Jährlich besuchen Millionen von Touristen das antike Kolosseum in Rom. Einheimische nutzen das, indem sie sich als Gladiatoren verkleidet vor dem Amphitheater gegen Geld fotografieren lassen. Dabei ist der Kampf um zahlungskräftige Kundschaft groß – und so heftig, dass es jetzt sogar einen Verletzten gab.
Römische „Gladiatoren“ kämpfen um Touristen – wenn es sein muss, auch mit Gewalt. Weil einer der Gladiatoren-Darsteller vor dem vielbesuchten Kolosseum in Rom dem anderen vorwarf, ihm eine Gruppe Urlauber und damit das Geld für ein Erinnerungsfoto „geklaut“ zu haben, wurde er handgreiflich. Wie die Zeitung „La Repubblica“ berichtete, beschimpfte er den Konkurrenten und schlug dann so brutal auf ihn ein, dass dieser mit Kopfverletzungen ins Krankenhaus gebracht werden musste.
Für die Touristen hatte der Zwischenfall zunächst wie ein inszeniertes Spektakel ausgesehen. Doch als der Mann dann im Gladiatorenkostüm mit blutüberströmtem Gesicht auf dem Boden lag, wurde klar, dass es sich dabei nicht mehr um eine reine Unterhaltungseinlage für die Besucher handeln konnte. Die Fotos mit den verkleideten Männern vor dem Kolosseum sind bei Touristen aus aller Welt sehr beliebt.
Deutsch-Italienischer Preis für literarische Übersetzung
Der Deutsch-Italienische Preis für literarische Übersetzung wird am 18. Märu im Goethe-Institut in Rom übergeben.
Der deutsch-italienische Preis für literarische Übersetzung hat als Ziel, den geistigen und kulturellen Austausch zwischen Deutschland und Italien zu fördern. Im jährlichen Wechsel wird eine herausragende literarische Übersetzung vom Italienischen ins Deutsche bzw. vom Deutschen ins Italienische ausgezeichnet.
Kulturstaatsminister Bernd Neumann und der italienische KulturministerSandro Bondi werden die von Staatsminister Bernd Neumann und dem Auswärtigen Amt in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut ausgelobten Preise gemeinsam überreichen.
Den Preis für eine herausragende Übersetzung eines italienischen literarischen Werkes ins Deutsche erhält Sigrid Vagt, die für ihre Übersetzung von Salvatore Niffois Roman La leggenda di Redenta Tiria („Die Legende von Redenta Tiria") ausgezeichnet wird. Der Preis für das Lebenswerk geht an Marianne Schneider. Das Aufenthaltsstipendium zur Nachwuchsförderung erhält Esther Hansen für ihre Übersetzung von Marcello Fois' Krimi La memoria del vuoto („Sardische Vendetta").
Digitalisierte Fingerabdrücke sollen künftig das beliebte Mogeln italienischer Abgeordneter verhindern, die als «Pianisten» oft für ihre abwesenden Kollegen mit abstimmen.
Sie beweisen die Bandbreite ihres Repertoires, indem sie bei einem Votum nicht nur für sich selbst auf den Knopf drücken, sondern für mehrere andere Abgeordnete gleich mit. Es sei eine «Sache der öffentlichen Moral», dieses abzustellen, sagte Parlamentspräsident Gianfranco Fini und stellte den Medien die neue Abstimmungstechnologie vor. «Pianisten» waren geschätzt, weil der abwesende Abgeordnete 250 Euro Tagegeld einstreichen konnte, wenn ein anderer für ihn drückte.
System bereit
Die allermeisten der 630 Abgeordneten hätten ihre Fingerabdrücke bereits abgeliefert, so dass sie beim ersten elektronischen Votum mit dem neuen Kontrollsystem in der kommenden Woche identifiziert werden können, erklärte Fini. Mehrere Abgeordnete lehnen die Fingerabdrücke indessen als «Überwachung» ab. Sie dürfen zwar weiterhin auf die alte Weise auf den Knopf drücken, müssen sich allerdings laut Fini damit abfinden, «dass ihre Namen öffentlich gemacht werden, denn jetzt ist Transparenz angesagt.» Manche «Pianisten» sollen bis zu siebenfach abgestimmt haben. Derzeit gibt es noch keine Pläne, auch von den 315 Senatoren der zweiten Parlamentskammer die Fingerabdrücke zu nehmen.
Zwischen dem 9. und 11. März werden die Mitgliedsstaaten der Internationalen Walfangkommission (IWC) während einer interimistischen Tagung in Rom über die Zukunft der Kommission und ihre festgefahrenen Fronten verhandeln. Zentraler Punkt der Diskussionen ist ein von einigen Staaten angestrebter Kompromiss, der Japan freiwillig zur Reduktion oder vollkommenen Einstellung seines wissenschaftlichen Walfangprogramms in der Antarktis bewegen und im Gegenzug den "traditionellen Walfang" in Küstengewässern ermöglichen soll. Aus dem heute veröffentlichten Bericht 'Small Type Whaling, A false choice for the IWC' der internationalen Wal- und Delfinschutzorganisation WDCS und japanischen Organisation IKAN geht jedoch hervor, dass die von Japan vorgelegten Informationen irreführend und falsch sind. Der Bericht entlarvt die Einführung der neuen Walfangkategorie klar als einen weiteren Versuch Japans, das international geltende Walfangmoratorium auszuhebeln.
"Unter Vortäuschung falscher Tatsachen sollen die Mitgliedsstaaten der IWC der Einführung einer neuen Kategorie von Waltötungen zustimmen, die nichts anderes ist als kommerzieller Walfang. Dies wäre ein fauler Kompromiss, der zahlreichen Staaten Tür und Tor öffnet, kommerzielle Walfangaktivitäten aufzunehmen", kommentiert Nicolas Entrup, Sprecher der WDCS in Deutschland die Ausgangssituation vor Beginn der Tagung in Rom.
Japan behauptet seit nunmehr 2 Jahrzehnten, dass das internationale Walfangverbot vier japanische Küstengemeinden in den wirtschaftlichen Ruin getrieben und den kulturellen Verfall beschleunigt habe, da diese eine lange Tradition des Zwergwalfangs besäßen und auf diesen angewiesen seien. Der WDCS-IKAN Bericht kommt hingegen zu der Schlussfolgerung, dass zwei der Städte, Taiji und Wada, keinerlei Tradition des Zwergwalfangs in ihren Küstengewässern nachweisen können. In den anderen beiden Städten, Abashiri und Ayukawa, begann der Zwergwalfang in seiner jetzigen Form erst vor rund 70 Jahren.
Darüber hinaus profitierten vor allem genau jene Gemeinden ursprünglich vom Inkrafttreten des internationalen kommerziellen Walfangverbotes, da diese die von der IWC unregulierte Bejagung von Kleinwalen (Schnabelwale, Delfine und Schweinswale) fortsetzten, während das Angebot an Produkten von Großwalen stark zurückging. Erst mit dem Einsetzen und der Ausweitung des "wissenschaftlichen Walfangprogramms" Japans und der damit verbundenen Anhäufung von tausenden Tonnen an Walprodukten in Zeiten einer stetig sinkenden Nachfrage erhöhte sich der Druck auf die vier Gemeinden. Später, im Jahr 2002, wurden die modernen Walfangschiffe der vier Gemeinden in das kommerzielle als "wissenschaftlich" bezeichnete Walfangprogramm Japans im Nordpazifik integriert.
Die WDCS zeigt sich besorgt über die Verhandlungsbereitschaft der Europäischen Union, die der Schaffung einer neuen Walfangkategorie offen gegenübersteht und dabei im Gegenzug auf eine freiwillige Senkung der Walfangquoten des wissenschaftlichen Walfangs hofft. "Kommerzieller Walfang bleibt kommerzieller Walfang. Wir warnen die Regierungen der EU Staaten davor, den Lügen einer Walfanglobby Glauben zu schenken, deren einziges Ziel die kommerzielle Ausbeutung von Walen und Delfinen ist" richtet sich Entrup von der WDCS mit einem Appell an die Europäischen Regierungen im Vorfeld der Tagung in Rom.
Der Vatikan hat am Montag offiziell bestätigt, dass Papst Benedikt XVI. den Verzicht des umstrittenen Pfarrers von Windischgarsten, Gerhard Maria Wagner, auf das Amt des Linzer Weihbischofs akzeptiert hat. Eine entsprechende Mitteilung wurde im Bulletin des vatikanischen Presseamtes abgedruckt. "Der Heilige Vater hat Gerhard Wagner von der Pflicht entlastet, das Amt des Weihbischofs von Linz anzunehmen", hieß es darin.
Damit dürfte ein Schlussstrich unter eine lange Reihe von Spekulationen gezogen worden sein. Konservative Kreise hatten nach wie vor gehofft, dass Wagner doch noch zu höheren Weihen kommen könnte. Diözesanbischof Ludwig Schwarz sei nun bemüht, wieder alle an einen Tisch zu bekommen, hieß es nach Bekanntwerden der Veröffentlichung bei der Diözese Linz.
"Es ist eine sehr klare Mitteilung, es gibt über den Fall nichts mehr zu sagen", kommentierte der vatikanische Pressesprecher, Pater Federico Lombardi, den Beschluss von Papst Benedikt XVI., Wagners Verzicht auf das Amt des Linzer Weihbischofs anzunehmen. Noch unklar ist, wann ein neuer Weihbischof in Linz designiert werden soll. "Wir haben über die neue Ernennung nichts zu sagen", sagte Lombardi lakonisch.
Geändert am 3. März 2009 um 12:57 Montag, 2. März 2009
Mutmaßliches Selbstporträt da Vincis entdeckt
Mutmaßliches Leonardo-Porträt: Glücksfall für Forscher.
In Italien ist ein Gemälde von Leonardo da Vinci entdeckt worden, bei dem es sich um ein Selbstbildnis handeln könnte. Er habe das Porträt auf einem Notizblock des Malers gefunden, sagte der Journalist Piero Angela auf einer Pressekonferenz in Rom. Über 500 Jahre lang sei sie unter der Handschrift des Künstlers verborgen gewesen.
Angela veröffentlichte ein Statement auf der Website des italienischen Rundfunksenders RAI. Darin erklärt er, er habe zuerst die Kontur einer Nase unter Leonardos Handschrift entdeckt.
Nach monatelanger Restaurierungsarbeit habe man das Werk mit kriminologischen Verfahren schließlich datieren können, so Angela. Zwei Gesichtschirurgen hätten es außerdem in seinem Auftrag mit späteren Porträts da Vincis verglichen und Ähnlichkeiten festgestellt.Es handele sich um das Bild eines jungen Mannes mit langem Haar und dünnem Bart, der in Gedanken versunken scheint.
Ein führender Leonardo-Experte hat die Vermutungen Angelas bestätigt: Der bei den Restaurierungsarbeiten beteiligte Kunstprofessor Carlo Pedretti erklärte, er sei unbedingt überzeugt, dass es sich um ein Porträt des Künstlers handele. Der Fund wäre von großer Bedeutung für die Leonardo-Forschung, so Pedretti.
Bei einem Aufenthalt in Rom oder Umgebung empfíehlt es sich, rechtzeitig eine Unterkunft zu suchen. Angebote von Ferienwohnungen, Privatzimmern und Pensionen haben Romehome und Romabed im Programm.
Geändert am 2. März 2009 um 02:29 Sonntag, 1. März 2009
Roms wehrhafte Frauen
Die "Vergewaltigung am Valentinstag" an der Via Appia brachte das Fass zum Überlaufen: Überall in Italien bilden sich politisch sanktionierte Privatgruppen gegen das ausufernde Verbrechen. Auf Patrouille mit einer weiblichen Bürgerwehr
Francesca Cappagioli hat viel zu erzählen, während sie so läuft. Darüber, dass die Jugendlichen keine Werte mehr kennen, Werte wie Vaterland, Familie und Gott. Oder darüber, dass sie sich nicht mehr traue, in die Disco oder nachts über die Straße zu gehen. Zwischendurch leuchtet Francesca mit ihrer Taschenlampe ins Gebüsch.
Francesca ist 18 Jahre alt. Sie hat eine modische Brille mit glitzernden Steinen auf dem Steg, macht eine Ausbildung zur Buchhalterin und hat schöne braune Locken, die sie mit einer Baseballkappe zu bändigen versucht. Auf der klebt ein Abzeichen: Italienische Fahne, Fackel, der Schriftzug "La Destra" - "Die Rechte". Dies ist eine Partei, die nicht Partei, sondern "Bewegung" genannt werden will und auf deren Veranstaltungen man schon mal den Arm zum römischen Gruß erheben darf.
Francescas Taschenlampe ist klein, sie leuchtet kaum weiter als zwei, drei Schritte weit auf dem Kiesweg, aber darum geht es ihr und den anderen Frauen, Sabrina, Lilo und Flavia, auch nicht. Sie laufen durch die sternklare, kalte Nacht und halten Wache. Sie werden "Ronde rosa" genannt, die "Rosa Streife", sie sind eine Bürgerwehr, Aktivistinnen von "La Destra". In Norditalien gibt es schon viele Bürgerwehren, organisiert von der "Lega Nord", in Rom müht sich "La Destra" seit eineinhalb Jahren, Bürgerwehren zu organisieren. Nach dem, was vor zwei Wochen passierte, erhalten sie viel Zulauf von Frauen wie Francesca Cappagioli.
Denn hier, im Park der Caffarella nahe der Via Appia, vergewaltigten am 14. Februar zwei rumänische Männer ein 15-jähriges Mädchen vor den Augen ihres Freundes. Was anderswo - örtlich begrenzt - für Schrecken und Mitgefühl sorgen würde, bringen die Zeitungen und Fernsehnachrichten in ganz Italien seither in allen Entwicklungen als erste Meldung: Die "Vergewaltigung am Valentinstag" schien zu demonstrieren, wie schlecht es um ein Land stehen muss, wenn es ohnmächtig ist, ein Teenager-Pärchen am romantischsten Tag des Jahres vor dem Bösen zu schützen. Täglich kommen neue Meldungen, am Freitag über den Mord an einer Mutter und ihrem Kind, verübt in Treviso in Venetien, von einem Marokkaner. Am Mittwoch wurde ein Pädophiler laut "La Repubblica" "von der Menge fast gelyncht".
Dies wird auch für Ministerpräsident Silvio Berlusconi wenige Monate vor den Europawahlen zum Problem, schließlich war er wegen so markiger Sprüche wie "Nie mehr illegale Einwanderer vor dem Haus" zum Premier gewählt worden. Etwas fahrig versucht er nun, einerseits die extreme Rechte in Schach zu halten, andererseits nicht wegen allzu harter Sicherheitsgesetze europaweit wieder als xenophober Populist dazustehen. Deshalb erließ sein Kabinett ein Dekret, "Anti-Vergewaltigungs-Verordnung" genannt: schwere Strafen für Sex-Verbrecher, längere Untersuchungszeiten für Einwanderer, und, in Artikel 6: "Bürgermeister können sich der Mithilfe von unbewaffneten Bürgern bedienen, die an die Polizeikräfte Angelegenheiten melden können, welche die städtische Sicherheit beeinträchtigen." Jeder zweite Italiener, so eine Umfrage der Zeitschrift "Moderne Frau", ist dazu bereit.
Doch Francesca Cappagioli und ihre Mitstreiterinnen haben heute nicht viel zu tun. In dieser Woche waren sie im Stadtviertel Monte Rotondo im Einsatz, ein paar Tage davor in Settebagni, gestern rief sie einer an, sie müssten zur Metro-Station Laurentina kommen, dort beobachteten Spanner ein Liebespaar im Auto: "Als wir hinkamen, war alles in Ordnung", sagt Francesca, "keine Spanner".
Stefano Passarelli, der örtliche Chef von "La Destra", hält gerade das für ein Ergebnis der Patrouille. "Wären wir nicht unterwegs, vielleicht wäre was passiert", sagt er. Ein Erfolg für "La Destra" ist die Aktion allemal. "Es ist überwältigend, wie viel Zustimmung wir bekommen", sagt Passarelli, seine "Bürgerinnenwehr" sei in allen Zeitungen gewesen.
Doch nicht nur "La Destra", auch echte neofaschistische Gruppen erfreuen sich des vermeintlich Italien-weiten Rufes nach mehr Sicherheit. Zwar sollen eigentlich erst ab 1. März Bürgerwehren mit Erlaubnis des Bürgermeisters durch die Gemeinde ziehen dürfen - doch während die Bürgermeister noch im Amtsblatt, Ausgabe 45, die Bestimmungen des Dekretes nachlasen, begannen die Rechtsaußen-Gruppen schon, quasi im Regierungsauftrag, Stadtviertel zu überwachen: Nach einer Übersicht der Tageszeitung "La Repubblica" organisiert die militante "Fiamma Tricolore" in Triest Bürgerwehren und will sie nach dem Faschisten Ettore Muti benennen, in Turin machten 50 rechtsgerichtete Jugendliche einen "Spaziergang für die Legalität", in Pescara und Foggia plant die faschistische "Forza Nuova" Stadtgänge.
Wenn man so etwas dem Polizeichef Vittorio Tomasone erzählt, dann atmet er erst einmal tief durch und lauscht einen Moment den Klängen der Puccini-Oper "Tosca"; er liebe alles Schöne, sagt Tomasone und höre bei der Arbeit immer Opern. Es sei wahr, dass 60 Prozent aller Personen, die seit dem 1. Januar in seinem Arbeitsgebiet festgenommen wurden, Ausländer seien. "Aber ich glaube, es ist vor allem die Art der Straftaten, welche die Leute in Angst versetzt." Eine Vergewaltigung am Valentinstag, dagegen kämen selbst die zufriedenstellenden Zahlen des Jahres 2008 nicht an. "Dann glauben alle, es braucht Bürgerwehren." Mit offener Kritik an der Idee der Regierung hält er sich zurück, begeistert sieht er aber nicht aus, angesichts neuer "Kollegen" wie Francesca: "Die Sicherheit eines Stadtviertels darf nicht von Freiwilligen aufrechterhalten werden." Kollegen von ihm sind weniger diplomatisch: "Sicherheit ist nicht Privatsache", warnt Enzo Letizia vom italienischen Polizeiverband, "das lässt uns an vergangene Zeiten zurückdenken", Verfassungsrechtler Stefano Merlini spricht gar von einem "Schritt weg vom Rechtsstaat". Eine Pressemitteilung der in Trümmern liegenden Demokratischen Partei folgt der anderen, etwa über eine drohende Unterwanderung der Bürgerwehren durch die Mafia. Im römischen Multikultiviertel auf dem Esquilin wollten am Samstagabend Parteipolitiker der Linken und Bürgergruppen demonstrieren.
Vor der Pizzeria "Pirati" in der Via Menghini steht der Barmann und raucht. "Solange sie nicht bewaffnet sind, können sie gern herumlaufen", sagt er mit Blick auf Francesca und die anderen, die gerade die Straße herunterkommen. Eins ist Francesca aber noch wichtig: "Wir sind keine Faschisten, wir sind junge Leute von der Rechten", sagt sie. Am Samstag treffen sich alle wieder, in Frosinone auf dem Weg nach Neapel: Die "Italienische Jugend", die Jugendorganisation von "La Destra", will demonstrieren. Auf dem Aufruf sind zwei Fotos zu sehen: Eines zeigt eine Frau mit halb heruntergelassenen, zerrissenen Hosen, die sich weinend abwendet, auf dem anderen sieht man eine Beerdigung von Kindern im Gazastreifen. Darüber steht: "Vergewaltigungen, Gewalt, Pädophilie: Ist das die Welt, die ihr wollt?" Und darunter: "Mir ist das nicht egal: Samstag, 28. Februar, Frosinone."
romehome"Anderer Orten muß man das Bedeutende aufsuchen, hier werden wir davon überdrängt und überfüllt.(...) Man müßte mit tausend Griffeln schreiben, was soll hier eine Feder!"
Goethe in Rom, am 7. November 1786
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