Vatikanstaat feiert 80-jähriges Bestehen

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Im kommenden Jahr feiert der Vatikanstaat sein 80-jähriges Bestehen. Anlässlich dieses Jubiläums wird es im Vatikan eine Gedenkausstellung mit fünf Themenschwerpunkten geben. Es werden der Vatikan vor 1929, das Pontifikat Pius XI., die Lateran-Verträge, der Aufbau des Vatikanstaates und die Pontifikate ab Pius XI. vorgestellt. Die Ausstellung im "Braccio Carlo Magno" wird von 12. Februar bis zum 10. Mai 2009 geöffnet sein.

Der "Staat der Vatikanstadt" ist der kleinste allgemein anerkannte Staat der Welt. Er ist eine Enklave innerhalb des Stadtgebiets von Rom, hat eine Fläche von 0,44 Quadratkilometer und rund 1.000 Einwohner. Zahlreiche Gebäude in Rom und Umgebung (so die Basiliken San Giovanni in Laterano, Santa Maria Maggiore, San Paolo fuori le Mura, Palazzo San Calisto, die Sommerresidenz Castel Gandolfo usw.) sind zwar exterritorialer Besitz des Heiligen Stuhls, aber nicht Teil des vatikanischen Staatsgebiets. Der Heilige Stuhl als nichtstaatliches, eigenständiges, vom "Staat der Vatikanstadt" zu unterscheidendes Völkerrechtssubjekt vertritt den Zwergstaat auf internationaler Ebene.

Der Amtssitz der Päpste war bis ins 14. Jahrhundert nicht der Vatikan, sondern der Lateranpalast. Vatikan bezeichnete zunächst einen am rechten Tiberufer gelegenen Hügel. Dort befand sich in der Antike der Zirkus des Kaisers Nero, wo zahlreiche Hinrichtungen von Christen stattfanden. Im 4. Jahrhundert ließ Kaiser Konstantin der Große an dieser Stelle eine große Grabeskirche errichten, den Vorläuferbau des heutigen Petersdoms.

Mit dem Zerfall der römischen Reichsverwaltung beanspruchten die Päpste die weltliche Herrschaft über das Territorium um Rom, das zur Keimzelle des künftigen Kirchenstaats wurde. Die Päpste residierten jedoch nicht im Vatikan, sondern im Lateranpalast; San Giovanni in Laterano ist bis heute die Kathedrale des Papstes als Bischof von Rom. Der Vatikan wurde erst am Ende des 14. Jahrhunderts mit der Rückkehr der Päpste aus Avignon (1377) zum päpstlichen Regierungssitz und Standort der römischen Kurie.

Als Frankreich seine Schutztruppen wegen des deutsch-französischen Krieges 1870 aus Rom abzog, wurde der Restkirchenstaat (Latium mit Rom) durch italienische Truppen besetzt. Damit war die weltliche Herrschaft des Papstes beendet. Der Status der Vatikanstadt war zunächst ungeklärt ("Römische Frage"). Erst durch die Lateranverträge von 1929 zwischen dem Heiligen Stuhl und dem Königreich Italien wurde der Kirchenstaat (in extrem reduzierter Form) wieder als souveräner Staat festgeschrieben.

Der Papst ist als Bischof von Rom Staatsoberhaupt des "Staates der Vatikanstadt" und hat die oberste gesetzgebende, ausführende und richterliche Gewalt inne. Als Souverän wird aber in den Lateranverträgen der Heilige Stuhl bezeichnet.

Qelle: kathnet.at
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