
Rekruten der Schweizergarde exerzieren im Vatikan.
Papst Benedikt XVI. hat Daniel Anrig zum neuen Kommandanten der Päpstlichen Schweizergarde ernannt. Anrig wird sein Amt als Nachfolger von Elmar Mäder am 1. Dezember antreten, wie die Schweizer Bischofskonferenz mitteilte.
Der 36-jährige Jurist ist derzeit Kommandant der Glarner Kantonspolizei. In Sargans geboren und aufgewachsen, diente er bereits zwei Jahre in der Schweizergarde, bevor er sich an der Universität Freiburg (Schweiz) einschrieb. Sein Studium beendete Anrig 1999 mit dem Lizenziat im zivilen und kanonischen Recht. Seine Polizei-Laufbahn begann er als Chef der Kriminalpolizei bei der Glarner Kantonspolizei.
Hauptmann in der Schweizer Armee
Der neue Kommandant der Päpstlichen Schweizergarde ist mit einer Theologin verheiratet und Vater von vier Kindern. In der Schweizer Armee bekleidet er den Rang eines Hauptmanns.
Anrigs Vorgänger Mäder hatte im März seinen Rücktritt bekanntgegeben. Mäder hatte 2002 die Nachfolge von Pius Segmüller angetreten, nachdem er zuvor vier Jahre lang Vizekommandant gewesen war.
Konkurrenz durch vatikanische Gendarmerie
Hauptaufgabe der 1506 gegründeten Garde ist die Kontrolle der Tore zum Vatikan. Sie fühlt sich inzwischen jedoch zunehmend durch die vatikanische Gendarmerie bedrängt, die inzwischen auch eine «Schnelle Eingreiftruppe» und eine «Anti-Sabotage-Abteilung» zum Schutz gegen Terroranschläge aufgebaut hat.
Anlässlich seines Rücktritts hatte Mäder in einem Zeitungsinterview erklärt, die Schweizergarde müsse «auf der Hut sein», um nicht von der Gendarmerie in den Hintergrund gedrängt zu werden.
Quelle: Neue Zürcher Zeitung Online
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