Einträge "August 2008":

Donnerstag, 28. August 2008

Die letzte von einst 13 Synagogen

 Synagoge der ältesten jüdischen Gemeinde europas, foto: lalupa
Synagoge der ältesten jüdischen Gemeinde.    

Es heißt, nicht einmal der Heilige Geist wisse, wie viele Kirchen es in Rom gibt. Selbst die umfassendste Aufzeichnung, die Mario Armellini vor 120 Jahren vorgenommen hat, dürfte weder vollständig, geschweige denn aktuell sein. Allein auf Papst Johannes Paul II gehen über 50 Segnungen zurück. Dabei fällt ein anderes Gotteshaus aus dem Rahmen, das zwar an Jahren nicht mithalten kann, sich aber an Anmut und Schönheit nicht hinter den meisten Kirchen verstecken muss. Die einzige noch vorhandene Synagoge der ewigen Stadt symbolisiert zugleich die älteste jüdische Gemeinde in Europa.
    
Wie aus einem orientalischen Märchenbuch entliehen, steht das im assyrisch- babylonischen Stil errichtete Gebäude zwischen Palmen und Laubbäumen am Lungotevere dé Cenci, unmittelbar gegenüber der Tiberinsel. Die 1904 nach über dreijähriger Bauzeit eingeweihte Synagoge wurde auf einem frei gewordenen Grundstück des angrenzenden jüdischen Viertels errichtet, das sich zwischen Tiber, Piazza Venezia, Kapitol (Campidoglio) und der Via Arenula befindet.

Um die teils engen und kargen Gassen besser verstehen zu können, lohnt sich ein Blick in die Geschichte des Judentums in Italien: Die ersten Zuwanderungen gehen auf etwa 200 vor Christus während der Herrschaft der Makkabäer zurück. Gut betuchte Familien suchten hier ihr Glück und konnten sich ungestört einen Platz in der Stadt suchen. Von Pompeius verschleppt, gelangten im ersten Jahrhundert vor Christus die ersten Gefangenen nach Rom.

Durch die Niederschlagung des jüdischen Aufstands in Palästina und der Zerstreuung der Juden in alle Welt durch Kaiser Titus 73 nach Christus kamen weitere in die Stadt. Ihr Leidensweg wurde auf dem Fries des Triumphbogens des Titus (am südöstlichen Ausgang des Forum Romanums) festgehalten. Der heilige Strom Jordan wird in der Gestalt eines Greises auf einer Bahre getragen. Im Durchgangsbogen sind im Siegeszug die geraubten Schätze zu erkennen: der siebenarmige Leuchter, der goldene Tisch, die Lade, in der sich das Gesetz befand, und die silbernen Trompeten für das Jubeljahr. Nach ihrer Freilassung als Sklaven ließen sich viele unter anderem auf der anderen Uferseite des Tibers nieder, im Trastevere.

Bis zum Ende des Kaiserreichs (mit der Absetzung des weströmischen Kaisers 476 nach Christus) sollen nach Schätzungen zwischen 30.000 und 40.000 Juden relativ unbehelligt in bis zu 13 selbstständigen Gemeinden in der Stadt gelebt haben. In den folgenden Jahrhunderten waren die Lebensverhältnisse, wie das Ausüben religiöser Sitten und Gebräuche, vom Wohlwollen des jeweils amtierenden Papstes abhängig. Zur Errichtung des Ghettos kam es unter Papst Paul IV, der am 14. Juli 1555 mit der Bulle „Cum nimis absurdum" die Juden Roms in die Gassen nördlich der Tiberinsel, in Roms kleinstem Stadtbezirk Sant'Angelo, verbannte. Eingerissen wurden die Mauern um das Ghetto erst 1870, als die weltliche Macht anstelle der des Papstes trat.

strassenszene Ottavia trastevere
Blick auf die Via del Portico d'Ottavia.

Auf rund 500 jüdische Familien werden die Einwohner geschätzt, die heute dort leben und in ihren Geschäften Haushalts- und Kurzwaren, koschere Speisen, Kleidung, Schmuck und Bücher anbieten. Die gesamte jüdische Gemeinde Roms hat nach eigenen Angaben 15.000 Mitglieder. Die meisten Geschäfte befinden sich in der Via S. Maria del Pianto und in angrenzenden Via del Portico d'Ottavia, wo sich die Reste der Halle der Ottavia befinden. Hier soll der Siegeszug von Vespasian und Titus über Palästina entlanggezogen. Auch in der Via dei Falegnami, Via del Funari sowie in der Via Bottegle Oscure finden sich kleine Restaurants, ein russischer Tea Room und Läden für den täglichen Bedarf. Freunde jüdischer Literatur werden in dem kleinen Buchladen „Menorah" am Piazza delle Cinque Scole, unweit der Synagoge, fündig.

Jüdische Symbole an hauswand in rom Foto: giebenhain
Hauswand in der Via della Reginella mit eingemeißelten jüdischen Symbolen. 

in den engen Seitengassen nagt unaufhörlich der Zahn der Zeit an vielen Häusern; der Verputz bröckelt und viele der schweren Holztüren scheinen seit Jahren nicht mehr geöffnet worden zu sein. Wenig Licht dringt durch die verwinkelten Gänge. Bei genauerer Betrachtung finden sich aber auch hier Spuren der jüdischen Vergangenheit, wie den in eine Hauswand eingemeißelten siebenarmigen Leuchter in der Via della Reginella.

Nachdem auch die italienischen Faschisten vor der Judenverfolgung und -deportation nicht Halt gemacht hatten, durften sich die wenigen Verbliebenen nach dem Krieg zum Zeichen der Versöhnung den Platz für den Neubau der Synagoge aussuchen. Die ärmlichsten Häuser des Ghettos mussten ohnehin weichen. Im Untergeschoss ist das Museo Ebraico di Roma, das jüdische Museum, untergebracht. Im Eingangsbereich befinden sich Kopien antiker Gedenksteine, topografische Übersichten und Marmortafeln aus den Katakomben.

Fünf Säle beherbergen jüdische Kultgegenstände, wertvolle Kronen, Halbkronen, Leuchter aus Gold und Silber, darunter viele Leihgaben von begüterten Gemeindemitgliedern, die nach alter Tradition auch ihr Büro in einem Seitengebäude der Synagoge unterhalten. Manuskripte und Drucke gewähren einen Einblick in die Geschichte der Juden in Rom, die allerdings weder vollständig noch chronologisch geordnet wiedergegeben wird. Einen kurzen Abriss bietet ein Videofilm mit Untertitel in englischer Sprache. Ebenso wird eine gut halbstündige Führung auf Italienisch und Englisch angeboten - Informationen auf Deutsch gibt es nicht.

Tempio Maggiore in Sant'Angelo Foto: Giebenhain
Der „Tempio Maggiore" in Sant'Angelo. | Fotos: Manfred Giebenhain

Höhepunkt der Führung ist zweifelsohne der Tempio Maggiore, der Tempel mit seiner vierflächigen Aluminiumkuppel, in deren Mitte eine viereckige Laterne ein warmes Licht den dreigliedrigen Raum erhellt. Die assyrischen Säulen, die auch die reichlich mit jüdischen Symbolen verzierte Außenfassade schmücken, stützen die seitlich verlaufenden Buckelquader. Darüber folgen drei zentrale Arkaden, die von Fenstern unterbrochen werden. Zwei zinnengekrönte Halbtürme fügen sich beiderseits an den Zentralbau und verleihen dem imposanten Gebäude so die Größe und Erhabenheit einer Kathedrale oder eines Doms.

Die Apsis in der Form eines halben Sechsecks umfasst die massive Konstruktion des Aròn (Toraschrein, Heilige Lade); die hölzerne Bimàh (das Pult) ist in die Tribüne rund um den Schrein eingelassen. Das um acht Stufen erhöhte Podium wird von einer Balustrade mit kleinen Säulen und Gittern umfasst. Die Wandverzierungen werden durch orientalische Ornamente und verspielte Linien des Jugendstils voneinander getrennt. In vielen von Säulen getrennten Fächern steht eine Menòra; zahlreiche Bibelsprüche in hebräischer Schrift lockern das Gesamtbild auf. Ein Zeichen für Versöhnung setzte Papst Johannes Paul II mit seinem Besuch der Synagoge am 13. April 1986, die mit einer symbolischen Umarmung mit dem Oberrabbiner Professor Elio Toaff endete.

Das „Museo Ebraico di Roma" ist sonntags bis freitags von 10 bis 17 Uhr, samstags bis 14 Uhr geöffnet.

Quelle: Neue Rheinische Zeitung
NRhZ-Online - Neue Rheinische Zeitung - Logo



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Mittwoch, 27. August 2008

Alitalia: Doch noch Rettung in Sicht?

 

Der Rettungsplan für die italienische Fluggesellschaft Alitalia nimmt Formen an. Zehn italienische Privatunternehmer sind bereit, eine Milliarde Euro in die "neue" Alitalia zu investieren, die von der privaten Fluggesellschaft Air One übernommen werden soll. Piaggio-Chef Roberto Colannino soll den Posten des Vorstandsvorsitzenden der neuen Gesellschaft übernehmen, berichtete die  Tageszeitung "Corriere della Sera" am Dienstag.

Das Kabinett Berlusconi wird voraussichtlich am Donnerstag die Alitalia durch eine Neufassung der aktuellen Insolvenzregelung unter Aufsicht eines Verwalters stellen.

Rettungsgesellschaft

Eine neue Gesellschaft, die die Rettung der italienischen Fluggesellschaft Alitalia ermöglichen soll, ist in Rom am Mittwoch gegründet worden. Die Gesellschaft, deren Aufsichtsrat in den nächsten Tagen ernannt werden soll, wird unter der Führung des Chefs des Motorroller-Konzerns Piaggio, Roberto Colaninno, stehen, berichteten italienische Medien.

16 Aktionäre haben eine symbolische Beteiligung an die neue Gesellschaft in Höhe von 1.000 Euro unterschrieben. Zu den Aktionären soll unter anderem Italiens stärkste private Fluggesellschaft Air One zählen. Dem Vorhaben zufolge soll zu einem späteren Zeitpunkt noch ein internationaler Partner einsteigen.

Zuletzt hatte es in Kreisen geheißen, Italien ziehe als mögliche Partner die Deutsche Lufthansa, British Airways sowie den Ex-Bieter Air France-KLM in Betracht. Die Lufthansa hatte jedoch davor wiederholt betont, Alitalia müsse sich einer umfassenden Restrukturierung unterziehen, bevor an ein Engagement zu denken sei.

Sanierungskonzept

Die von der Regierung mit der Alitalia-Privatisierung beauftragte Bank Intesa-Sanpaolo will noch vor Freitag das Sanierungskonzept mit der Aufteilung der Alitalia in zwei Gesellschaften präsentieren. Geplant ist die Gründung einer "neuen Alitalia" mit dem Eintritt privater Investoren und einer "bad company" mit den Altschulden zur Liquidation. Für diese Lösung bedürfe es einer Neufassung der aktuellen Insolvenzregelung, heißt es in Rom.

Vorgesehen ist auch die Stärkung des Mailänder Flughafens Malpensa bei internationalen und Langstreckenflügen und ein ausländischer Partner. An dem Rettungsplan soll sich der luxemburgische Investmentfonds Equinox beteiligen.

Im Gespräch seien darüber hinaus 5.000 Kündigungen, was zu Konfrontationen mit den Gewerkschaften führen wird, die bereits mit einer Streikwelle drohen. "Wir warten mit Spannung auf die Zahl der Stellen, die im Rahmen des Rettungsplans gestrichen werden sollen", sagte der Chef des Gewerkschaftsverbands UIL, Raffaele Bonanni. Arbeitsminister Maurizio Sacconi versprach den Eingriff der Regierung für soziale Maßnahmen zu Gunsten entlassener Alitalia-Mitarbeiter.

Quelle: derStandard.at



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Dienstag, 26. August 2008

Große Nachfrage beim diesjährigen Festival Internazionale di Musica e Arte Sacra in Rom

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Die Wiener Philharmoniker.

Wenn sich am Abend des 13. Oktober für die Wiener Philharmoniker unter der Leitung von Stardirigent Christoph Eschenbach der Taktstock hebt, markiert dies den ersten besonderen Höhepunkt des siebten "Festival Internazionale di Musica e Arte Sacra" in Rom.

In dessen Rahmen erwartet die Zuhörer vom 12. Oktober bis zum 30. November ein hochkarätiges Programm in den vier römischen Patriarchalbasiliken San Giovanni in Laterano, San Paolo fuori le Mura, Santa Maria Maggiore sowie dem weltberühmte Petersdom und verspricht dabei Musikgenuss auf höchstem Niveau. Wie in den vergangenen Jahren wird auch in 2008 mit einer großen Nachfrage bei den Liebhabern klassischer und sakraler Musik gerechnet.

Bei dem besonderen Konzert am 13. Oktober 2008 in der Patriarchalbasilika San Paolo fuori le Mura werden die Wiener Philharmoniker die Symphonie Nr. 6 von Anton Bruckner spielen.

Zu diesem Konzert werden hochrangige Persönlichkeiten aus dem Europäischen Hochadel, Kultur, Politik und Weltkirche erwartet: Neben der Fürstin von Liechtenstein, dem italienischen Kulturminister Sandro Bondi und dem deutschen Kulturstaatsminister Bernd Neumann haben auch Italiens Ministerpräsident Berlusconi, zahlreiche europäische Botschafter sowie die Delegierten der zu diesem Zeitpunkt im Vatikan tagenden Weltbischofssynode als Ehrenggäste ihr Kommen zugesagt.

Quelle: Presseportal
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Große Nachfrage beim diesjährigen Festival Internazionale di Musica e Arte Sacra in Rom

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Die Wiener Philharmoniker.

Wenn sich am Abend des 13. Oktober für die Wiener Philharmoniker unter der Leitung von Stardirigent Christoph Eschenbach der Taktstock hebt, markiert dies den ersten besonderen Höhepunkt des siebten "Festival Internazionale di Musica e Arte Sacra" in Rom.

In dessen Rahmen erwartet die Zuhörer vom 12. Oktober bis zum 30. November ein hochkarätiges Programm in den vier römischen Patriarchalbasiliken San Giovanni in Laterano, San Paolo fuori le Mura, Santa Maria Maggiore sowie dem weltberühmte Petersdom und verspricht dabei Musikgenuss auf höchstem Niveau. Wie in den vergangenen Jahren wird auch in 2008 mit einer großen Nachfrage bei den Liebhabern klassischer und sakraler Musik gerechnet.

Bei dem besonderen Konzert am 13. Oktober 2008 in der Patriarchalbasilika San Paolo fuori le Mura werden die Wiener Philharmoniker die Symphonie Nr. 6 von Anton Bruckner spielen.

Zu diesem Konzert werden hochrangige Persönlichkeiten aus dem Europäischen Hochadel, Kultur, Politik und Weltkirche erwartet: Neben der Fürstin von Liechtenstein, dem italienischen Kulturminister Sandro Bondi und dem deutschen Kulturstaatsminister Bernd Neumann haben auch Italiens Ministerpräsident Berlusconi, zahlreiche europäische Botschafter sowie die Delegierten der zu diesem Zeitpunkt im Vatikan tagenden Weltbischofssynode als Ehrenggäste ihr Kommen zugesagt.

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Sonntag, 24. August 2008

Niederländische Camper bei Rom brutal überfallen

http://blogs.badische-zeitung.de/cft/wp-content/uploads/2008/03/5_zelt1.jpg 
Gefährlich: Camping auf freiem Feld.

Ein niederländisches Urlauberpaar, das mit dem Fahrrad quer durch Europa tourt, ist in Italien brutal überfallen worden. Eine Bande von drei oder vier Männern fiel auf einem Feld in der Nähe von Rom über das Paar her, das die Nacht in einem Zelt verbrachte, wie die Polizei am Samstag mitteilte.

Die etwa 50 Jahre alten Niederländer wurden zusammengeschlagen, die Frau wurde vergewaltigt. Die Urlauber wurden mit mehreren Brüchen und Schock ins Krankenhaus eingeliefert werden. Die Täter entkamen mit einer Beute von rund 1.500 Euro.

Am Samstag wurden einem Bericht der italienischen Nachrichtenagentur ANSA zufolge zwei Rumänen festgenommen, die der Tat verdächtigt werden. Die zwei seien von den Niederländern bei einer Gegenüberstellung identifiziert worden.

Quelle: PR-Inside.com
PR-inside.com



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Geändert am 24. August 2008 um 10:43
Freitag, 22. August 2008

«Rom und die Barbaren» in Bonn

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Eisen, Silber und Gold: römischer Helm aus dem Jahre 320.

Die 1,6 Kilogramm schwere Kostbarkeit, vor fast 70 Jahren in einem antiken Abwasserkanal Roms entdeckt, gehört zu den Glanzpunkten der Ausstellung «Rom und die Barbaren - Europa zur Zeit der Völkerwanderung», die bis zum 7. Dezember in der Bundeskunsthalle in Bonn zu sehen ist. Rund 1000 Exponate von knapp 70 europäischen Leihgebern haben die Ausstellungsmacher zusammengetragen.

Sie alle geben Zeugnis von der Epoche der Völkerwanderung. Der lange Marsch europäischer «Stämme» ist auch Thema der ebenfalls an diesem Freitag beginnenden Ausstellung «Die Langobarden - Das Ende der Völkerwanderung» im Rheinischen Landesmuseum Bonn.

Die Büste Mark Aurels, heute im Museum speziell bewacht, wurde zu Lebzeiten des Kaisers vermutlich den Truppen vorangetragen, wenn es in den Kampf gegen die barbarischen Völker ging. Sie sollte den Eindringlingen die Stärke, die Macht, den Reichtum Roms signalisieren. Aber gerade an diesem Reichtum wollten die Barbaren ja teilhaben. Immer öfter gab es Grenzverletzungen.

Die Markomannenkriege von 166 bis 180 gelten als die Vorboten der Zeit der Völkerwanderung. Es bilden sich größere Stammesverbände heraus, es gibt gesellschaftliche Umstrukturierungen und Siedlungsverlagerungen. Es brodelt in den Donauprovinzen, in Norditalien, auf dem südliche Balkan und im Barbaricum nördlich der mittleren Donau. Am Konflikt beteiligt waren zahlreiche Barbarengruppen bis hin zum Ostseeraum.

Was die Barbaren von ihren Beutezügen mit nach Hause brachten oder was römische Soldaten vor der Schlacht noch eilig versteckten oder zurücklassen mussten - im Haus der Geschichte ist ein spannender Querschnitt dessen zu sehen. Etwa Teile des Schatzes von Hildesheim wie die fein getriebene Silberschale mit der Büste des schlangenwürgenden Herakles oder der Helm von Deurne, der auch die Vorderseite des lesenswerten Ausstellungskatalogs schmückt.

Eine große animierte Europakarte mit Zeitleiste veranschaulicht die Wanderungsbewegungen. «Da kann man endlich mal erfahren, woher man kommt», sagt ein Besucher, der sich - schon etwas erschöpft von all den Eindrücken - auf einer Bank vor der Karte niedergelassen hat.

Ein paar Kilometer entfernt liegt der Schwerpunkt beim Thema Völkerwanderung im Rheinischen Landesmuseum auf den Langobarden. Vor allem die Kostbarkeiten aus Gräbern der Herrscher-Elite dokumentieren die hohe Kultur des seit Römertagen als Krieger gefürchteten Volksstamms. Mit rund 1000 erlesenen Exponaten schildert das Museum (bis 11. Januar 2009) von der massivgoldenen Gürtelschließe bis zum todbringenden Langschwert die acht Jahrhunderte, in denen dieses sagenumwobene germanische Volk auf der Bühne der europäischen Völkerwanderung zwischen seinen Ursprüngen im Norden und der Eroberung Norditaliens eine herausragende Rolle gespielt hat.

Weitere Informationen: www.bundeskunsthalle.de

Quelle: süddeutsche.de

Bei einem Aufenthalt in Rom oder Umgebung empfíehlt es sich, rechtzeitig eine Unterkunft zu suchen. Angebote von Ferienwohnungen, Privatzimmern und Pensionen haben Romehome und Romabed im Programm.



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Geändert am 22. August 2008 um 09:38
Donnerstag, 21. August 2008

Neuer Kommandant der Schweizergarde

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Rekruten der Schweizergarde exerzieren im Vatikan.

Papst Benedikt XVI. hat Daniel Anrig zum neuen Kommandanten der Päpstlichen Schweizergarde ernannt. Anrig wird sein Amt als Nachfolger von Elmar Mäder am 1. Dezember antreten, wie die Schweizer Bischofskonferenz mitteilte.

Der 36-jährige Jurist ist derzeit Kommandant der Glarner Kantonspolizei. In Sargans geboren und aufgewachsen, diente er bereits zwei Jahre in der Schweizergarde, bevor er sich an der Universität Freiburg (Schweiz) einschrieb. Sein Studium beendete Anrig 1999 mit dem Lizenziat im zivilen und kanonischen Recht. Seine Polizei-Laufbahn begann er als Chef der Kriminalpolizei bei der Glarner Kantonspolizei.

Hauptmann in der Schweizer Armee

Der neue Kommandant der Päpstlichen Schweizergarde ist mit einer Theologin verheiratet und Vater von vier Kindern. In der Schweizer Armee bekleidet er den Rang eines Hauptmanns.

Anrigs Vorgänger Mäder hatte im März seinen Rücktritt bekanntgegeben. Mäder hatte 2002 die Nachfolge von Pius Segmüller angetreten, nachdem er zuvor vier Jahre lang Vizekommandant gewesen war.

Konkurrenz durch vatikanische Gendarmerie

Hauptaufgabe der 1506 gegründeten Garde ist die Kontrolle der Tore zum Vatikan. Sie fühlt sich inzwischen jedoch zunehmend durch die vatikanische Gendarmerie bedrängt, die inzwischen auch eine «Schnelle Eingreiftruppe» und eine «Anti-Sabotage-Abteilung» zum Schutz gegen Terroranschläge aufgebaut hat.

Anlässlich seines Rücktritts hatte Mäder in einem Zeitungsinterview erklärt, die Schweizergarde müsse «auf der Hut sein», um nicht von der Gendarmerie in den Hintergrund gedrängt zu werden.

Quelle: Neue Zürcher Zeitung Online
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Dienstag, 19. August 2008

Spiele: Imperium Romanum II angekündigt

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Gerade erst ist das AddOn zu Imperium Romanum erschienen, schon legt Kalypso erneut nach. Schon im März 2009 soll Imperium Romanum II erscheinen.

Der Spieler übernimmt darin erneut die Rolle eines römischen Adeligen, der gerade erst seine politische Karriere begonnen hat. Sein Ziel ist die Herrschaft über Rom. Im Laufe des Spiels kann der Spieler seinen Charakter weiter ausbauen und entwickeln, in dem er in der Gunst von verschiedenen historischen Persönlichkeiten wie Julius Caesar, Rompey und Octavian steigt. Der Spieler profitiert dabei nicht nur im normalen Spiel von diesen wertvollen Beziehungen, sie sind auch im Sandkastenmodus und Multiplayermodus nutzbar.

Imperium Romanum II hält sich weitesgehend an die Vorlage des Vorgängers, wird jedoch an vielen Stellen komplett überarbeitet. So erstrahlt Rom jetzt in einer noch beeindruckerenden Grafikpracht, die Wirtschaftskreisläufe sind weitaus komplexer gehalten und das Kampfsystem wurde komplett überarbeitet. Die Truppen lassen sich nun so steuern, wie man es von anderen Echtzeitstrategiespielen kennt. Außerdem enthält die Fortsetzung einen umfangreichen Mehrspielermodus.

Quelle: Gamecaptain



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Montag, 18. August 2008

"Veni, vidi, vici" sprach Cäsar - es half aber nur drei Jahre

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"Veni, vidi, vici" (ich kam, ich sah, ich siegte) - dieser Satz des Julius Cäsar ist weltberühmt. Aber was steckt eigentlich an historischen Vorgängen dahinter? Also: Cäsar schrieb die unsterblichen Worte vor 2055 Jahren in einem Brief an seinen Freund Amintius nach seinem Sieg bei Zela im August 47 v. Chr. und er verrät schon einiges über die Hintergründe.

"Ich kam, ich sah, ich siegte", das klingt selbstgefällig und überheblich. Und eine gute Portion Selbstbewusstsein war auch sicher beigemischt, hatte der berühmte Römer doch seinen Gegner Pharnakes II., den König des Bosporanischen Reiches, geradezu vom Schlachtfeld gefegt. Das Bosporanische Reich war rund um die Straße von Kertsch angesiedelt, eine Meerenge zwischen Krim und Kaukasus, die das Asowsche Meer mit dem Schwarzen Meer verbindet.

Revolutionäre zu Hause

Dieser König Pharnakes hatte wohl gedacht, er könne einem nach weit verbreiterter Meinung machtpolitisch angeschlagenen Cäsar den Todesstoß versetzen, den ganzen Osten gegen ihn aufwiegeln und sich aus dem römischen Imperium verabschieden. Aber da lag er falsch, obwohl an vielen Stellen des Imperium Romanum der Baum brannte und in Rom selbst die Revolutionäre bereits die Messer wetzten, weil, wie man so sagt, die Mäuse auf dem Tisch tanzen, wenn die Katze aus dem Haus ist.

Und deshalb schwingt bei "Veni, vidi, vici" auch viel Erleichterung mit, denn das politische Überleben des Gaius Julius Cäsar hatte an einem seidenen Faden gehangen. Der glänzende Erfolg über Pharnakes in der Nähe des heutigen 52000-Einwohner Städtchens Zile in der türkischen Provinz Tokat, für den Cäsar nur vier Stunden brauchte, brachte die Möchte-gern-Aufrührer dann doch ins Grübeln und ließ sie zurückzucken. Er war also doch nicht das willenlose Werkzeug der berauschenden Kleopatra, es war also doch nicht so, dass ihn der Sohn, den ihm die ägyptische Königin erst kurz zuvor geboren hatte, zu einem friedvollen Familienvater gemacht hatte. Der alte Löwe konnte also immer noch beißen. Cäsar war zur Zeit der Schlacht von Zela 53 Jahre alt und hatte die vergangenen 20 Monate am Nil verbracht, völlig hingerissen von einer der betörendsten Frauen der Weltgeschichte.

Auch im alten Ägypten ließ er nichts anbrennen. So sehr er auch Kleopatra begehrte, so war er dennoch offen unter anderem für die Reize der schönen Königin von Numidien, Eunoe. Zu Hause, in Rom, nannte man ihn "aller Frauen Mann und aller Männer Frau", er heiratete munter drauf los und verschaffte sich durch seine Ehen politische und finanzielle Vorteile, machte sich aber auch mächtige, weil eifersüchtige Feinde.

Aber darum hatte er sich nie richtig gekümmert. Geschickt und skrupellos, mit überragender Intelligenz und einem untrüglichen Händchen dafür, was politisch machbar ist, war der Spross der zwar verarmten, aber alten und edlen Sippe der Julier unbeirrbar seinen Weg gegangen, hatte Niederlagen in Siege verwandelt, um schließlich der mächtigste Mann seiner Zeit zu werden.

Aufräumen in Rom

Und so wendete er auch diesmal das Blatt. Aber es war knapp. Schon in Ägypten wäre er fast ermordet worden, musste sich mit einem Aufstand der römischen Garnison auseinandersetzen, musste seine nicht verteidigungsfähige Flotte in Brand setzen (wobei auch ein großer Teil der unersetzlichen Schätze der Bibliothek von Alexandria in Flammen aufging), musste im Pfeilregen um sein Leben schwimmen, aber er überstand alles.

Nun räumte er in Rom auf, ließ sich wieder zum Diktator ernennen, besänftigte das Volk, indem er alle Miet- und Pachtzahlungen unterhalb von 2000 Sesterzen aussetzte und tat auch den Konservativen den einen oder anderen Gefallen. Kurz: Die Katze war wieder da.

Somit kann man das "Veni, vidi, vici" nach der Schlacht von Zela durchaus auch auf Rom beziehen, wenn auch nur für ein paar Jahre. Denn da gab es die Iden des März des Jahres 44 v. Christus, und da gab es einen Brutus und noch ein paar andere Meuchler . . .

Quelle: Wiesbadener Kurier



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Freitag, 15. August 2008

Die Venus von Fregene: Baden vor Rom

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Römer müssen nicht weit fahren, um am Strand zu chillen. Alte Küstenorte wie Ostia kommen wieder in Mode.

Ob ans Meer oder nicht, das ist für die Römer im Sommer kein Thema - zur Debatte steht nur der Badeort. Wenn etwa Kaiser Tiberius seines Palastlebens auf Capri müde war, legte er nach Ponza ab. Die größte der fünf Pontinischen Inseln ist seit den Sechzigern eine der beliebtesten römischen Urlaubsadressen.

Obwohl die Insel schon lange nicht mehr vom Fischfang, sondern vom Badebetrieb lebt, bestimmen an der rosaroten Hafenmole noch immer die pescatori, die Fischer, das Bild. Anstelle von modischen Boutiquen empfangen den Besucher kleine Verkaufs- und Lagerräume, in denen die inzwischen magere Ausbeute angeboten wird. Abends sitzen die Bootsleute ganz unter sich in den Bars beim Kartenspiel - während an den Anlegestellen bunte Barken in Erwartung letzter Kunden dümpeln.

Im Norden von Ponza zeigt sich ein anderes Bild: schneeweiß gekalkte Häuser mit arabischen Kuppeldächern vor schroff ins Meer abfallenden Felswänden. Hier und da Tuffsteinhöhlen, manche dienen noch als Unterkunft. Schöne, nur per Boot erreichbare Badebuchten und Klippen, denen der Volksmund fantasievolle Namen gegeben hat: „Stumme Hose" oder „Polypenspalter".

Neros Sommerfrische

Anders als Tiberius zog Kaiser Nero das Festland vor, er machte seinen Geburtsort Anzio zur begehrten Sommerfrische. Mit seinem Mega-Palazzo - die flutumspülten Grundmauern sind weitgehend erhalten - hinterließ er den Badegästen die Möglichkeit, Kultur im Bikini zu genießen. Mittlerweile ist das Städtchen, in dem 1944 die Alliierten landeten, nicht nur Badeort, sondern auch Anlaufstelle für die Hochseefischerei. In den vielen kleinen Trattorien gibt es den besten Fisch von ganz Latium: Pasta mit Garnelen, wilde Venusmuscheln, gegrillter Tintenfisch, Goldbrassen oder Rotbarben mit Oliven und Kräutern in Alufolie, dazu trockener Tafelwein, der in den umliegenden Weinbergen angebaut wird. Für derlei Genüsse nehmen die Römer selbst im Winter 60 Kilometer Anfahrt in Kauf.

Spät am Nachmittag, bevor die passeggiata, der rituelle Spaziergang, beginnt, warten viele am Kai auf die Rückkehr der Kutter, um sich mit frischem Fangfisch zu versorgen, der nicht kilo-, sondern kistenweise verschleudert wird. Bei Sonnenuntergang zeichnen sich am Ufer vis-à-vis scharf die Konturen der imposanten Festungsmauern von Nettuno ab. „Jahrzehntelang war die mittelalterliche Burg mit ihren kleinen Plätzen und handtuchbreiten Gassen mit Kopfsteinpflaster die Hauptattraktion", erklärt Mario, ein tatkräftiger Mittdreißiger, der einen ehemaligen Lagerraum zu einer attraktiven Weinstube umfunktioniert hat. „Jetzt bestimmt der moderne Jachthafen mit dem Shoppingcenter das Bild. Und die Preise der Ferienhäuser und -wohnungen sind entsprechend in die Höhe geklettert."

Eine unwiderstehliche Anziehungskraft auf Rom-Flüchtige übt nach wie vor der Ort Sperlonga an der malerischen Küste zwischen Terracina und Gaeta aus; Goethe hat sie auf seiner italienischen Reise bestaunt. Zur Zeit des römischen Imperiums ließ die Upperclass dort Grotten zu Villen ausbauen - antike Luxusdomizile für feucht-fröhliche Bankette und mondänes Badeleben. Das hoch über dem Meer gelegene mittelalterliche Fischerdorf erinnert hingegen an eine orientalische Medina: hell gekalkte Häuser, Treppengassen, versteckte Höfe, in denen man unerwartet auf kleine Restaurants und Cafés stößt.

Die römische Schickeria bevorzugt das nahe Fregene mit seinen eleganten Villen zwischen ausgedehnten Pinienhainen. Ein Mythos aus den Tagen, als sich hier noch die Größen des italienischen Films tummelten. Heute verschanzen sich in Fregene gut bezahlte Parlamentarier, die gehobene Bourgeoisie und Fußballmillionäre hinter hohen Mauern.

Ostia kehrt zurück

Angelpunkt des römischen Badelebens aber ist erneut Ostia, einst Zentrum des antiken Wirtschaftslebens. Aufgrund des Baubooms in den 70er-Jahren verschmäht, haben die Römer die über 20 Kilometer lange Sandküste vor den Toren der Ewigen Stadt nun wiederentdeckt. Schnell hat sich Ostia mit neuen Strandbädern, Pubs, Diskotheken und touristischen Initiativen darauf eingestellt.

„Der Strand ist eine gigantische Freilichtbühne, auf der man den Frust der Großstadt ungezwungen ablässt", erklärt ein Discjockey das Ostia-Phänomen. Ihn habe die Liebe von Rimini ans Meer der Cäsaren verschlagen. Er ist nicht der Einzige. Noch lange bevor Rom die Bühne der Weltgeschichte betrat, soll Odysseus, von der Zauberin Circe angelockt, an diesem Küstenstreifen an Land gegangen sein. Wo genau, ist unklar. Aber jeder Ort hat dazu seine eigene Version dieser Geschichte.

RÖMERBAD

Info: Staatliches Italienisches Fremdenverkehrsamt ENIT,
T 01/505 16 39-12, http://www.enit.at/

Die Lieblingsbadeorte der Römer liegen maximal zwei Stunden entfernt: Ponza (Pontinische Insel, Fähre ab Anzio), Sperlonga, Nettu- no, Fregene und Ostia (wieder im Trend). Touristische Infrastruktur vom Grandhotel bis zum simplen Appartement, von Trattoria-Nostal- gie bis Michelin-Empfehlungen.

Anschauen: Ruinen der Villa Tibe- rio (Ponza); Ruinen des Nero-Palastes und die Fotoausstellung der Landung der Alliierten (Anzio); mittelalterliche Burg (Nettuno); Ostia Antica (Ausgrabungen).

Quelle: DIEPPRESSE.COM
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Donnerstag, 14. August 2008

Italienischer Waffenlieferer nach Blutfehde gefasst

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Er ist immer noch auf der Flucht: Das Fahndungsfoto des Bundeskriminalamts (BKA) zeigt den Hauptverdächtigen Giovanni Strangio (28). Er soll für die Mafia-Morde von Duisburg verantwortlich sein.

Die italienische Polizei hat in Aprilia bei Rom einen Mafioso festgenommen, der indirekt mit der Bluttat von Duisburg in Verbindung stehen soll. Die Fahndung nach Gianfranco Antonioli lief bereits seit einem Jahr. Der 50-Jährige soll dem Clan Pelle-Vottari mit Schusswaffen ausgestattet haben, um die Morde zu begehen.

„Wir haben den seit vergangenem Jahr gesuchten Gianfranco Antonioli in Aprilia festgenommen. Ihm wird vorgeworfen, Maschinengewehre und andere schwere Waffen für den kalabrischen Mafiaclan Pelle-Vottari nach Italien eingeführt zu haben", sagte Renato Cotese von der kalabrischen Polizei. Der südlich von Rom gefasste Italiener soll die Waffen von einem Bosnier erhalten haben.

Der Flüchtige hatte sich in den vergangenen Monaten in einer Wohnung in dem Städtchen Aprilia versteckt, berichteten italienische Medien. In Duisburg waren vor einem Jahr im Rahmen einer alten 'Ndrangheta-Fehde zwischen kalabrischen Mafia-Familien sechs Italiener im Alter von 16 bis 38 Jahren erschossen worden.

Giovanni Strangio
Er ist immer noch auf der Flucht: Das Fahndungsfoto des Bundeskriminalamts (BKA) zeigt den Hauptverdächtigen Giovanni Strangio (28). Er soll für die Mafia-Morde von Duisburg verantwortlich sein.

Seit 1991 steht der Pelle-Vottari-Clan in einer blutigen Vendetta dem Nirta-Strangio Clan gegenüber. Beide Mafiafamilien stammen aus San Luca im süditalienischen Kalabrien. Die Morde an sechs Männern in einer Duisburger Pizzeria am 15. August 2007 führt die italienische Polizei auf diesen Familienkrieg zurück. Der 28-jährige Hauptverdächtige Giovanni Strangio ist weiterhin auf der Flucht.

Allerdings hatte die Polizei bereits zwei Wochen nach der Tat in Duisburg rund um die süditalienische 'Ndrangheta-Hochburg San Luca knapp 40 mutmaßliche Mafiosi festgenommen.

Im Mai ging den Beamten der 68 Jahre alte Clan-Chef Giuseppe Nirta ins Netz, der auf Italiens Liste der 100 meistgesuchten gefährlichen Verbrecher gestanden hatte. Erst in der vergangenen Woche war der 31-jährige Paolo Nirta - einer der Drahtzieher der Bluttat - gefasst worden.

Quelle: WELT ONLINE
Welt Online



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Geändert am 14. August 2008 um 10:39
Mittwoch, 13. August 2008

Neuer Shuttle-Service zum Meer

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Durch einen neuen Shuttle Service sind Badeorte in Latium nun leicht erreichbar. Jeweils freitags, samstags und sonntags bringen moderne Reisebusse Urlauber von den römischen Flughäfen Fiumicino und Ciampino sowie vom Airport Neapel Capodichino direkt zum Hotel.

Der reservierungspflichtige Tansfer dauert knapp zwei Stunden und kostet für die einfache Strecke 25 Euro pro Person. Angefahren werden unter anderem Anzio, Sabaudia, Terracina, Gaeta und Sperlonga. Weitere Informationen hier >>>



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Dienstag, 12. August 2008

Das Goethe-Denkmal

defaultDas Goethe-Denkmal steht in Rom an der Viale Goethe in der Villa Borghese. Entworfen wurde es von dem deutschen Bildhauer Gustav Eberlein im Auftrag Kaiser Wilhelms II., der es anlässlich seines Geburtstages im Jahre 1902 der Stadt Rom schenkte. Der italienische Bildhauer Valentino Casali war es jedoch der den Entwurf von Eberlein in seinem Studio in Berlin umsetzte. Das aus Marmor gestaltete Werk wurde am 5. August 1904 unter Anwesenheit des italienischen Königs Viktor Emanuel III. enthüllt.

Das gesamte Monument ist 9 m hoch. In dessen Zentrum auf einem dorisch-korinthischen Kapitell (sog. Kompositkapitell) erhebt sich der junge Johann Wolfgang von Goethe. An der Basis ist er von 3 kleineren Skulpturgruppen umgeben. An der Rückseite befinden sich Faust und Mephisto. Die Gruppe symbolisiert die Philosophie und die Kulturnation Deutschland. An der Vorderseite links werden Mignon und der Harfner dargestellt als Ausdruck der lyrischen Dichtung und der Kulturnation Italien. Die Skulpturgruppe Iphigenie und Orest befindet sich auf der vorderen Seite rechts. Sie versinnbildlicht die dramatische Dichtung sowie die Kulturnation Griechenland.

Ein 1,75 m großer Entwurf des Denkmals von Gustav Eberlein ist zur Zeit in Hannoversch Münden im Bauhof zu besichtigen.

Quelle: Wikipedia

(Artikel Goethe-Denkmal (Rom). In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 23. April 2008, 08:00 UTC. URL: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Goethe-Denkmal_%28Rom%29&oldid=45206526 (Abgerufen: 12. August 2008, 08:09 UTC)



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Montag, 11. August 2008

Casa del Jazz: Früher Jiller, heute Jazz-Musiker

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Casa del Jazz: Vom Mafitreff zum Musikermagnet.
 

Können Verbrecher aus bestem Hause sein? Kommen Sie doch einmal in die Casa del Jazz: In der römischen Herrschaftsvilla residierte früher ein Mafia-Clan. Jetzt geben dort Stars wie Til Brönner und Nils Landgren den Ton an.

Es ist auch eine Weihnachtsgeschichte. Sie spielt in Rom, und genau genommen beginnt sie bereits in den frühen achtziger Jahren. Damals hatte man in Italien die Notwendigkeit erkannt, endlich wirksam gegen die Mafia vorgehen zu müssen, nachdem in Palermo ein erbitterter Bandenkrieg der Corleone-Clans wütete. Auf Initiative des Abgeordneten Pio La Torre wurde ein Gesetz auf den Weg gebracht, mit dem nicht nur die Mafia als kriminelle Organisation an sich definiert wurde, sondern auch wirksame juristische Schritte gegen sie eingeleitet werden konnten.

Unter anderem wurde es aufgrund des "La-Torre"-Gesetzes möglich, beschlagnahmten Besitz der Mafia öffentlichen, beispielsweise kulturellen Zwecken zuzuführen. So schließt sich der Kreis zwei Jahrzehnte später nach Rom und mit einigen Umwegen auch zur Kunst und Musik. Denn in der italienischen Hauptstadt waren Ende der Neunziger Enrico Nicoletti und seine Banda della Magliana dingfest gemacht worden. Der Pate von Südrom hatte mit seiner Anhängerschaft zuvor in einer fürstlich anmutenden Villa residiert, einem historistisch inspirierten Herrschaftssitz, den der Gründer der Banca Nazioale del Lavoro, Arturo Osio, in den dreißiger Jahren von dem renommierten Architekten Cesare Pascoletti hatte verwirklichen lassen.

Von der Mafia-Villa zur Casa del Jazz

Dieser repräsentative Bau am Fuße der Aurelianischen Mauer stand nun leer, und als der erklärte Jazzfan Walter Veltroni 2001 zum Bürgermeister der Stadt gewählt wurde, setzten sich die Dinge in Bewegung. "Er bekam die Möglichkeit, sich Räumlichkeiten anzusehen, die früher der Mafia gehörten und nun der Stadt zur öffentlichen Nutzung zur Verfügung gestellt wurden", erinnert sich Luciano Linzi, der Leiter der Casa del Jazzan die Anfänge. "Veltroni sah das Gebäude und hatte spontan die Idee, es für den Jazz zu nutzen."

Von da an ging es zügig voran. Der Bürgermeister erklärte die Casa del Jazz zur Chefsache. Für rund fünf Millionen Euro wurden die Villa und der zweieinhalb Hektar große Park hergerichtet, weitere eineinhalb Millionen Euro konnten mit einer Mischfinanzierung aus kommunaler Unterstützung und Sponsorengeldern als jährlicher Etat auf die Beine gestellt werden. Ein kleiner Konzertsaal wurde in die ursprünglichen Mauern eingebaut, ein Studiokomplex eingerichtet, hinzu kamen ein Fernseharchiv und Dokumentationszentrum, ein Shop und Gastronomie.

Am 21. April 2005 öffnete die Casa del Jazz ihre Pforten, seitdem avancierte sie mit regelmäßigem Konzertprogramm, im Sommer im Park auf einer Außenbühne, zu einem Treffpunkt der Szene und des Publikums, das durchaus mit Picknickkorb , Kind und Kegel anrückt, um in gepflegtem Ambiente angenehm modern swingende Musik zu hören. Die Konzerte konzentrierten sich zunächst auf die einheimischen Künstler, die unter anderem mit eigenen Live-CD-Reihen gefeatured wurden. Das war jedoch nur der Anfang.

Advents-Bop

"Die Casa del Jazz ist beispiellos", sagt der Trompeter Till Brönner und kommt ins Schwärmen. "Wenn es Vergleichbares bei uns in Berlin gäbe, wäre das ein Traum". Er ist mit dem Posaunisten Nils Landgren und dem Vibraphonisten Christopher Dell zu Gast in Rom, um gemeinsam mit den italienischen Kollegen Riccardo Fassi am Klavier, Piero Leveratto am Bass und dem Schlagzeuger Massimo Manzi an einem deutsch-italienischen Jazzer-Gipfeltreffen teilzunehmen. Geprobt wurde in den Räumen der Casa del Jazz, so wie überhaupt die Aktivitäten von Luciano Linzi und seiner Bühne mehr und mehr über das Gelände der Villa Osio hinaus Bedeutung gewinnen.

Das Konzert wurde dann allerdings aufgrund des zu erwartenden Andrangs in die wesentlich größere Aula des Goethe-Instituts in Rom verlegt. Eine umsichtige Entscheidung, wie sich herausstellte, denn das Publikum strömte in Scharen zu dem grenzübergreifenden Event. Geboten wurde dezent Adventliches, von Händel-Bearbeitungen über eine Slow-Flow-Adaption von "Es ist ein Ros entsprungen" bis hin zu den unvermeidlichen amerikanischen Gassenhauern der kandierten Konsumhörkultur.

Über Rom hinaus

Wichtig war dabei weniger der konkrete musikalische Inhalt, als er die Aktion an sich, in kultureller Kooperation zwei noch immer wenig verknüpfte nationale Szenen zusammen zu bringen. "Es genügt ja nicht, nur hier für die einheimischen Musikhörer etwas zu veranstalten. Wirklich nachhaltig bewirkt man erst etwas, wenn es auch über Rom hinaus wahrgenommen wird", meint Uwe Reissig, Leiter des Goethe-Instituts vor Ort und Initiator des vorweihnachtlichen Musikertreffens. Und deshalb startete er in diesem Sommer die Zusammenarbeit mit der Casa del Jazz in Form einer eigenen Reihe und hat für die kommenden Jahre noch Einiges vor.

Im Gespräch sind Gastspiele etwa der NDR-Bigband im Park der Villa, Konzerte mit Wolfgang Dauner oder Eric Schaefer sind bereits bestätigt. Ein dauerhafter Platz für deutschen Jazz soll geschaffen werden, bislang unterrepräsentiert im Kulturprogramm der Stadt, so wie auch italienischen Musikern mehr Kontakte nördlich der Alpen vermittelt werden sollen. Der erste Schritt jedenfalls ist gemacht, mit Events wie "Natale in Jazz", dem Weihnachtskonzert von Brönner, Fassi & Co. Und die Perspektiven lassen zuversichtlich in die Zukunft blicken. Jazzfan Veltroni jedenfalls wurde in seinem Amt bestätigt und bleibt der Stadt voraussichtlich bis 2011 erhalten.

Noch ein Nachtrag. Für Till Brönner war das Weihnachtskonzert auch eine Art von Heimkehr. In dessen Kindheit Anfang der Siebziger arbeitete sein Vater als Lehrer an der deutschen Schule in Rom. Und die hatte ihren Sitz in den Räumen des heutigen Goethe-Instituts. "Ich bin als Kind schon in diesen Hallen herumgesprungen. Es ist ein verrücktes Gefühl und ich schaue an jeder Ecke, ob ich mich daran erinnere". Die Serpentinen des Jazz sind noch immer für kleine Überraschungen gut.

Quelle: SPIEGEL ONLINE
SPIEGEL ONLINE
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Geändert am 11. August 2008 um 17:34
Samstag, 9. August 2008

Paulus-Jahr läuft langsam an

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 Pilger in Rom.

Nach der großen Eröffnungsfeier durch Papst Benedikt XVI. in Anwesenheit des Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios I. läuft das Paulus-Jahr in Rom langsam an. Die Basilika San Paolo fuori le Mura (wo sich das Grab des Völkerapostels befindet) verzeichne derzeit nur einen "leichten Besucher- und Pilger-Anstieg", sagte Nerino Mondin, Beauftragter der Basilika, im Gespräch mit "Kathpress". Das Gedenkjahr in Erinnerung an die Geburt des Völkerapostels vor 2.000 Jahren war am 28. Juni eröffnet worden und geht bis zum 29. Juni 2009.

Bislang zeigten vor allem Besucher aus Spanien und Lateinamerika großes Interesse am Paulus-Jahr, so Mondin. Aus Italien kämen viele kleinere Gruppen, die Diözesan-Wallfahrten unter Führung des jeweiligen Bischofs würden jedoch erst ab Herbst erwartet. Aus dem deutschen Sprachraum seien bislang nur wenige Pilger auf den Spuren des Völkerapostels in Rom eingetroffen, teilte das deutschsprachige Pilgerzentrum mit.

Auch der "Pilger-Pass", mit dem Einzelpilger die Paulus-Stätten in Rom mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder einem Panorama-Bus besuchen können, ist derzeit noch wenig nachgefragt. Ein Grund ist auch, dass die städtischen Verkehrsbetriebe Roms im August ihren Fahrplan ausdünnen und die Buslinie 23, die zur Basilika San Paolo fuori le Mura fährt, besonders betroffen ist. Auch für den "Pilger-Pass" erwarte man eine größere Nachfrage ab Herbst, sagte die Pressesprecherin der "Opera Romana Pellegrinaggi" (ORP), Elena Grazini, auf Anfrage.

Quelle: kathweb
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Freitag, 8. August 2008

Lucchini weist Verantwortung von sich

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Das Istituto Svizzero in Rom.


Der ehemalige Verantwortliche des Bereichs Kunst und Kultur am Schweizerischen Institut in Rom, Domenico Lucchini, hat die Vorwürfe zurückgewiesen, für ein Defizit von über einer Million Franken verantwortlich zu sein.

In einem Schreiben an den Stiftungsrat und die Direktion des Istituto Svizzero di Roma (ISR) zeigt sich Lucchini erstaunt, dass er in einem "Ballett von Anschuldigungen" der einzige Verantwortliche eines Finanzlochs von über einer Million Franken sein soll.

Im Juli war im Zusammenhang mit den Festlichkeiten zum 60-jährigen Bestehen des ISR bekannt geworden, dass während der Dreijahresperiode 2005/2007 der Etat um 1,35 Millionen Franken überzogen worden war. Lucchini war von Juli 2005 bis Dezember 2007 Kulturverantwortlicher des Instituts.

"Die Aussage, dass ich der einzige Verantwortliche für diesen Fehlbetrag sein soll, wie Institutsdirektor Christoph Riedweg behauptet, ist ein Vorwand und lächerlich", hält Lucchini in seinem Schreiben fest.

Er übernimmt die Verantwortung für einen Fehlbetrag von 300 000 Franken aus dem Jahr 2006 im Bereich Ausstellungen, Tagungen und Veranstaltungen und eine mangelnde Rückstellung von 150 000 Franken aus dem Jahr 2007. Der Rest gehe auf das Konto anderer Bereiche wie Verwaltung und Bibliothekswesen, mit denen er nichts zu tun gehabt habe.

Das Schweizer Institut in Rom hatte ursprünglich einen rein wissenschaftlichen und künstlerischen Auftrag. In der prachtvollen Villa Maraini können Stipendiaten ein Jahr lang studieren. Dem Zürcher Altphilologen Christoph Riedweg (50) untersteht die Gesamtleitung des Institut seit seiner Neuausrichtung im Jahr 2005.

Quelle: zisch.ch
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Donnerstag, 7. August 2008

Rom sagt Müllstöbern den Kampf an

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"Roma cambia" - Rom ändert sich - war Alemannos Wahlslogan. Für Müllstöberer ist im neuen Rom offenbar kein Platz.
 

Mit dem Verbot vom Stöbern in Mülltonnen will der rechte Bürgermeister Alemanno Schritte gegen den "Verfall und die Kriminalität" setzen.

Das Stöbern in Mülltonnen ist Roms rechter Bürgermeister Gianni Alemanno seit neuestem ein Dorn im Auge. Und offenbar nicht nur ihm: Auch andere italienische Bürgermeister wollen nun dem Beispiel Alemannos folgen und Schritte gegen den "Verfall und die Kriminalität" setzen, berichtete die italienische Zeitung Corriere della Sera in ihrer Internetausgabe. Das Miststöbern soll im Rahmen des von Innenminister Roberto Maroni verfügten Dekrets erfolgen, das Stadtoberhäuptern mehr Macht in Sicherheitsfragen einräumt.

Das vor allem von Bettlern, alten Menschen und Obdachlosen praktizierte Stöbern in Mülltonnen nach Essensresten oder verwertbaren Gegenständen sei für viele dieser Menschen eine Möglichkeit, um zu überleben, empörte sich der Sprecher der sozial engagierten Kirchengemeinde Sant'Egidio, Mario Marazziti. Er kündigte an, gegen die Verfügung anzukämpfen.

"Rom ist kein Platz für Dreck"

Alemanno, Spitzenpolitiker der postfaschistischen Alleanza Nazionale, hielt dagegen: Wer im Müll stöbere, werfe oft Mist auf die Straße und trage so zur Verdreckung der Stadt bei. "Mit den neuen Kompetenzen werden wir eine weitere Gelegenheit haben, um allen begreiflich zu machen: Rom ist kein Platz für Dreck und nicht jeder kann machen was er will."

Quelle: KURIER
kurier.at



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Mittwoch, 6. August 2008

Dirigent Nicola Rescigno ist tot

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Der italienische Dirigent Nicola Rescigno ist im Alter von 92 Jahren gestorben. Wie das Belcolle-Krankenhaus in Viterbo nördlich von Rom am Dienstag mitteilte, starb Rescigno am Montag an Atemproblemen und Herzversagen. Er sei am 30. Juli nach einem Sturz mit einem gebrochenen Oberschenkelknochen in die Klinik eingeliefert worden, sagte der Arzt Corrado Ricci. Schon da sei sein Zustand kritisch gewesen.

Rescigno war einer der Lieblingsdirigenten der Sängerin Maria Callas und Mitgründer der Oper in Dallas in den USA. Dort verbrachte er auch einen Großteil seiner Karriere. Rescigno dirigierte unter anderem beim USA-Debüt von Callas. Nach der Gründung der Oper in Dallas 1957 war er dort künstlerischer Leiter und später auch Generaldirektor. Rescigno dirigierte unter anderem auch in der Oper von Rom und in La Fenice in Venedig. Zuletzt lebte er in Rignano Flaminio, einem Dorf in der Nähe von Rom.

Quelle: derStandard



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Geändert am 6. August 2008 um 10:19
Dienstag, 5. August 2008

Papst-Angreifer muss in Psychiatrie

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Das Papamobil: Hier wollte der Verwirrte neben dem Papst sitzen. 

Er hielt sich für Jesus und wollte auf dem Papamobil Platz nehmen: Ein geistig verwirrter Deutscher wurde zur Unterbringung in eine Psychiatrie verurteilt - auf Bewährung.

Im vergangenen Sommer hatte der heute 28-jährige Mann aus dem Schwarzwald vor Zehntausenden Gläubigen in Rom versucht, auf das Auto von Papst Benedikt XVI. zu springen.

Bei der Generalaudienz auf dem Petersplatz kletterte er über ein Absperrgitter. Sicherheitskräfte konnten ihn aber rechtzeitig abdrängen, der Mann wurde festgenommen. Ein Attentat hatte er offenbar nicht verüben wollen, meinte ein Papstsprecher danach.

Kein Alkohol und keine Drogen

Nach Beschluss der Richter des Landgerichts Waldshut-Tiengen muss der Mann in den kommenden vier Jahren eine bereits begonnene Behandlung unter Kontrolle fortsetzen, darf keinen Alkohol trinken und keine Drogen nehmen. Nach Auffassung des Gerichts war die Schuldfähigkeit des Mannes damals in Rom wahrscheinlich aufgehoben, zumindest aber erheblich vermindert.

Quelle: SF Tagesschau



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Montag, 4. August 2008

Kutschen-Krieg in Rom

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Kutscher stehen mit ihren geschmückten Droschken vor dem Pantheon in Rom.

Auch bei 35 oder mehr Grad stehen die Kutscher mit ihren geschmückten Droschken vor dem Pantheon oder an der Spanischen Treppe und warten auf zahlungskräftige Touristen. Im Lärm und den Abgasen der Tiber-Metropole zieht das Pferd dann die internationale Kunden durch die pittoresken Gassen aus antiker Zeit.

Nun hat die Tradition der Droschkenkutschen die Tierschützer auf den Plan gerufen. Sie fordern die Touristen auf, die romantische Kutschfahrt durch die Ewige Stadt zu boykottieren - die Pferde litten unter der schlechten Behandlung der Kutscher. Die Fahrer sehen ohnehin schwarz für ihre Zukunft. Ist ihre Arbeit noch zeitgemäß? Schon Friedrich Nietzsche zerriss es das Herz. Am Droschkenstand von Turin umarmte der kranke Philosoph schluchzend ein Pferd, das von seinem Kutscher geschlagen worden war. Er brach zusammen und kam in eine Nervenklinik. Das war 1889. Was die noch etwas mehr als 40 Droschkenkutschen in Rom angeht, so hat die Tierschutzorganisation ENPA gleich eine ganze Liste angeblicher Übeltaten zusammengestellt, um ihren Boykottaufruf zu untermauern: Etliche Pferde blieben über Wochen ohne Auslauf in viel zu kleinen Ställen, der römische Smog und die vom Autoverkehr verstopften Straßen seien eine Qual für die Tiere. Und manche Kutscher scherten sich auch nicht um das Verbot, den Pferden in glühender Mittagshitze Schwerstarbeit abzuverlangen.

Das Glück liegt in Rom nicht mehr auf dem Rücken der Pferde. „Die Droschkenfahrt ist eine anachronistische Tradition, die keinen Sinn mehr macht, und die armen Pferde zahlen den Preis dafür", prangert die Präsidentin der Tierschützer, Carla Rocchi, den Touristenspaß an: „Diese Tiere sind gezwungen, Kutschen zu ziehen, die für eine Stadt vergangener Zeiten bestimmt gewesen sind." Nachts würden sie unzulänglich untergebracht - in einem Schlachthof. Das ist auch der Ort, der manchen Kutschpferden statt einer verdienten Pension droht.

Im Krieg der Worte halten die römischen Kutscher dagegen: „Wir versorgen unsere Pferd so, als wären es unsere Söhne." Von den noch 43 „Botticelle"-Kutschern demonstrierte etwa die Hälfte vor einigen Tagen in der römischen Juli-Hitze auf einer Piazza dagegen, „dass wir beschuldigt werden, ohne dass es Beweise dafür gibt." Doch die römische Zeitung „Il Messagero" singt bereits das Abschiedslied für diese Tradition der Tiber-Metropole: „Das Ende einer Periode steht an. Wenn die Pferde sprechen könnten, dann wären sie die ersten, die uns zustimmen würden." Das Argument: Italiens Hauptstadt müsse sich aus jenen Klischees befreien, in die sie sich in vielerlei Hinsicht selbst verstrickt habe. Also keine Kutschfahrten mehr umgeben von den Touristenbussen, im Stau der Stadt am Rand des Verkehrsinfarkts?

Auch Droschkenkutscher Enrico Pilo sieht seine Zukunft düster: „Es ist heute wirklich schwierig, diese Arbeit zu tun, wir sind in Rom ja auch nur noch etwas mehr als 40." Und er wird nostalgisch: „Vor 80 Jahren waren unsere Kutschen in Rom doch unbestritten die Königinnen des öffentlichen Verkehrs." Da konnte es auch noch nicht passieren, dass ein großzylindriges Fahrzeug eine Kutsche rammte, so wie unlängst am Tiber-Ufer. Das dreijährige Vollblutpferd Legoli lag in einer Blutlache und musste mit einer Spritze von seinem Leiden erlöst werden. Ob der Boykottaufruf sich auswirkt? Und was wird aus den Kutschern? Tierschützerin Rocchi sähe es am liebsten, dass Roms Bürgermeister Gianni Alemanno ihnen allen eine Ta