
Bürgermeister Alemanno lässt in der Hauptstadt Soldaten aufmarschieren.
Um die Sicherheit zu erhöhen, dürfen seit vergangener Woche Soldaten in Italiens Städten patrouillieren. Das sieht das neue Sicherheitspaket der Mitte-Rechts-Regierung von Silvio Berlusconi vor.
Roms rechter Bürgermeister Gianni Alemanno will von dieser Möglichkeit nun rasch Gebrauch machen. So sollen in den Sommermonaten Soldaten für die Kontrolle von Bahnhöfen und U-Bahnstationen eingesetzt werden. Alemanno, der sich in früheren Jahren offen als Neofaschist deklariert hatte, hatte im April überraschend die Kommunalwahlen in Rom gewonnen. Im Wahlkampf hatte er unter anderem versprochen, für mehr Sicherheit auf der Straßen der italienischen Hauptstadt zu sorgen.
Im Oktober hatte der Mord an einer 47-Jährigen mitten in Rom für Aufsehen gesorgt. Die Frau war nach Angaben der Behörden von einem rumänischen Staatsbürger vergewaltigt und getötet worden. Der Vorfall sorgte in ganz Italien für Aktionen gegen rumänische Staatsbürger. Vor allem Roma gerieten dabei ins Visier der Behörden. Roma-Siedlungen in der italienischen Hauptstadt wurden von der Polizei geräumt und die Bewohner nach Rumänien abgeschoben. In Neapel griffen Einheimische ein Roma-Lager mit Molotow-Cocktails an.
Fingerabdrücke für Roma-Kinder
Italiens Innenminister Roberto Maroni kündigte nun an, minderjährigen Roma, die in Barackensiedlungen leben, die Fingerabdrücke abnehmen zu lassen. Das sei keine Registrierung auf ethnischer Basis, sondern eine Maßnahme zum Schutz der Roma-Kinder, die oft als Bettler ausgenützt würden, sagte der Minister der rechtspopulistischen Lega Nord.
Ex-Sozialminister Paolo Ferraro bezeichnete Maronis Ideen als „faschistische Methoden". Auch ein Sprecher der EU-Kommission stellte klar, dass kein Land das Recht habe, auf ethnischer Basis Fingerabdrücke zu nehmen.
Quelle: DiePresse.com
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