
Bei einem Überfall von Faschisten auf dem Gelände der La Sapienza-Universität von Rom sind am Dienstag vier Menschen verletzt worden. Dadurch verschärft sich nur wenige Wochen nach dem Amtsantritt der pro-faschistischen Regierung von Ministerpräsident Berlusconi das aufgeheizte Klima in der italienischen Hauptstadt. Bereits vor drei Tagen war es in einem Stadtviertel Rom zu rassistischen Überfällen auf von Ausländern geführte Geschäfte gekommen.
Eine Gruppe von etwa 20 vermummten und bewaffneten Männern hatte am Samstag in Pigneto Läden von Einwanderern aus Bangladesh und Indien geplündert, zerstört und dabei rassistische Parolen gerufen.
Augenzeugen der gestrigen Vorfälle berichten, dass mehrere mit Schlägern und Ketten bewaffnete Männer zwischen 30 und 40 Jahren an der Hochschule aus einem Auto sprangen und eine Gruppe von Studierenden angriffen, die gerade antifaschistische Plakate klebten. Die Notfallaufnahme des Universitätskrankenhauses Umberto I. beziffert die Zahl der Opfer auf vier.
Die Vereinigung antifaschistischer Studierender der Sapienza macht für den Überfall die neofaschistische Organisation "Forza Nuova" verantwortlich und kritisierte das "Klima der Straffreiheit, dass die Neofaschisten jetzt in Rom genießen". Bei den Kommunalwahlen Ende April hatte die Rechte in Rom die Abstimmung gewonnen. Der neue Bürgermeister Gianni Alemanno saß früher wegen rechts-terroristischer Aktionen mehrfach im Gefängnis und hatte sich am Wahlabend auch von Neofaschisten feiern lassen, die ungehindert den Faschisten-Gruss zeigten und Parolen gröhlten. Er selbst gehört heute dem rechten Flügel der aus der faschistischen MSI hervorgegangenen "Alleanza Nazionale" an, die mit Berlusconi verbündet ist.
Quelle: RedGlobe

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