Freitag, 29. Februar 2008
Der Palazzo del Quirinale
Der auf dem Qurinalshügel (50 m hoch) gelegene Palast ist heute der Amtssitz des italienischen Staatspräsidenten; von 1870 bis 1946 war hier der Amtssitz der italienischen Könige. Er wurde von den Architekten Fontana, Maderna, Bernini u.a. erbaut. Bauherrwar Papst Gregor XIII.
Der Quirinalshügel ist einer der sieben antiken Hügel Roms. Die Sage verbindet ihn mit Romulus. In altrömischer Zeit lag hier ein Stadtviertel mit vornehmen Wohnhäusern.
Papst Gregor XIII. wünschte sich hier eine Residenz, bequemer und moderner als im Vatikan. 1574 wurde mit den Arbeiten begonnen und dann Stück für Stück erweitert. Unter Klemens XII. (1730 - 1740) bildete der Palazzo einen riesigen Komplex mit vielen Gebäudetrakten und Gärten.
Quelle: Italienwelten.de
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Geändert am 29. Februar 2008 um 18:16 Auto rast in Menschenmenge: Fünf Tote

Rettungskräfte untersuchen den Unfallort in Fiumicino unweit von Rom.
Fünf Frauen sind am Dienstag in der Nähe von Rom ums Leben gekommen, als ein Auto in eine Bushaltestelle raste. Der Fahrer hatte offensichtlich die Kontrolle über seinen Wagen verloren und war in die wartende Menschenmenge gerast.
Der Unfall ereignete sich in Fiumicino etwa 30 Kilometer westlich von Rom. Er löste eine Massenkarambolage mit acht weiteren Fahrzeugen aus, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa. Insgesamt habe es sich um drei Frontalzusammenstöße hintereinander gehandelt, teilte die Polizei mit. Die Opfer seien zwischen 13 und 37 Jahre alt. Ums Leben kamen unteren anderem eine Rumänin mit ihren beiden Töchtern. Acht Menschen wurden verletzt, einige von ihnen schwer.
«Eine Tragödie dieser Art war absehbar», kritisierten Anwohner nach dem Unfall. Auf der Straße und einer gefährlichen Kreuzung sei es bereits mehrfach zu Zusammenstößen gekommen, zuletzt vor einer Woche. Vor allem «verwechselten» Autofahrer das zwei Kilometer lange Straßenstück, auf dem sich der Unfall ereignete, mit einer Rennstrecke.
Quelle: Financial Times Deutschland
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Dienstag, 26. Februar 2008
Razzia gegen Hooligans in Rom

20 Ultras, mehrheitlich Fans von Lazio Rom, sind am Dienstag in der italienischen Hauptstadt festgenommen worden. Ihnen werden Bildung einer kriminellen Vereinigung, Verletzungen, Plünderung und politische Gewalt vorgeworfen. 50 Hausdurchsuchungen wurden durchgeführt.
Die Ultras werden beschuldigt, sich an den Krawallen am 11. November 2007 nach dem Tod des Lazio-Ultras Gabriele Sandri beteiligt zu haben. Dabei hatten sie zwei Polizeikasernen in Rom angegriffen. Die Hooligans sollen Gewaltaktionen gegen Ultras anderer Mannschaften, Angriffe auf Ausländer und eine Attacke gegen eine Roma-Siedlung in der italienischen Hauptstadt organisiert haben.
Die mehrheitlich rechtsorientierten Ultras mit Sympathien für die rechtsextreme Partei Forza Nuova sollen auch Lokale attackiert haben, in denen junge Anarchisten verkehren. Ein Großteil der festgenommenen Ultras ist vorbestraft, teilte die Polizei mit.
Quelle: sport.orf![]()
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Montag, 25. Februar 2008
Rutelli will Bürgermeister von Rom werden

Frühere Bürgermeister von Rome Francesco Rutelli, links, und Walter Veltroni, rechts, grüßen einander auf der Bühne, bei einem Treffen der italienischen demokratischen Partei.
Der italienische Kulturminister Francesco Rutelli hat am Sonntag seinen Wahlkampf um das Rathaus in Rom eröffnet. Damit strebt der Linkspolitiker eine dritte Amtszeit an: Die Römer hatten ihn bereits 1993 und 1997 zum Stadtoberhaupt bestimmt.
Das Mitte-Rechts-Bündnis um Oppositionsführer Silvio Berlusconi hat sich noch nicht auf einen Kandidaten für das Amt verständigt. Rutelli will damit dem zurückgetretenen Bürgermeister Walter Veltroni nachfolgen, der ihn bei der Wahlkampferöffnung den Römern empfahl. Beide Männer umarmten sich nach einer Rede Veltronis herzlich. Veltroni war zurückgetreten, um bei den vorgezogenen Parlamentswahlen im April für das Mitte-Links-Bündnis Demokratische Partei (PD) als Spitzenkandidat anzutreten.
Quelle: Epoch Times
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Sonntag, 24. Februar 2008
In Rom gibt es Politiker-Brötchen

Walter Veltroni gibt es in Rom auch als Panini.
In Italien, dem Land der politischen Instabilität, löst man seit jeher Probleme lieber kulinarisch. Letzter Schrei in Rom ist das Politiker-Brötchen. So bietet etwa ein Lokal in der Nähe des Petersdoms «Panini» an, die den Vornamen von Politikern tragen.
Da gibt es etwa die mit Mortadella und Käse belegten Semmeln «Romano», benannt nach dem scheidenden Ministerpräsidenten Romano Prodi. «Walter», nach dem neuen Spitzenkandidaten der Linken Walter Veltroni getauft, kommt mit Tomaten und Mozzarella daher. Auch die politische Konkurrenz darf natürlich nicht fehlen: Das Brötchen «Silvio», nach Silvio Berlusconi, stärkt mit Krebsfleisch und Salat die Italiener, die im April im die 62. Nachkriegsregierung wählen sollen.
Quelle: Welt Online
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Geändert am 25. Februar 2008 um 12:31 Samstag, 23. Februar 2008
Dokumente der Inquisition

Das Gemälde «Der Grossinquisitor» von El Greco
Eine Ausstellung gewährt zum ersten Mal Einblicke in jahrhundertealte Dokumente des Vatikans zur Inquisition. Das Risorgimento-Museum in Rom zeigt seit Donnerstag unter anderem eine 400 Jahre alte Anweisung, die genau beschreibt, wie gegen Ketzerei vorzugehen ist.
Die Stücke führen vor Augen, wie der Vatikan systematisch versuchte, viele Lebensbereiche zu kontrollieren, die mit der Religion nichts zu tun hatten. Es werden allerdings keine Protokolle von Ketzerei-Prozessen oder Beschreibungen von Foltermethoden ausgestellt.
Die entsprechenden Archive der Kurie waren seit Jahrhunderten für die Öffentlichkeit verschlossen. Sie wurden 1998 nur für Gelehrte geöffnet. Zu den Ausstellungsstücken gehört ein Dokument aus dem Jahr 1611, das Inquisitoren anweist, wie sie ihre Arbeit ausführen und wie sie sich im Privatleben verhalten sollen. Eine Liste von 1703 erklärt eine Jagd auf Hugenotten, Ketzer und ihre Unterstützer.
Die Ausstellung macht aber auch deutlich, dass die Inquisition mehr war als die Verfolgung von angeblichen Ketzern und Hexen: Die Inquisition «wollte die totale Kontrolle», sagte Monsignore Alejandro Cifres, einer der Kuratoren der Schau und Mitarbeiter der Kongregation für die Glaubenslehre. Die Kirche habe überall ihre Hände im Spiel gehabt, bei «Kultur, Literatur und Wirtschaft, sogar Architektur», sagte Cifres. Die Ausstellung ist bis zum 16. März zu sehen.
Quelle: NZZ![]()
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Geändert am 23. Februar 2008 um 11:12 Freitag, 22. Februar 2008
Erster deutsch-römischer Übersetzerpreis
In Rom wurde jetzt zum ersten Mal der deutsch-italienische Übersetzerpreis verliehen. Initiatoren des Preises sind das Auswärtige Amt und der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien. Der deutsch-italienische Übersetzerpreis wird künftig jährlich vergeben.
Der Preis umfasst drei Kategorien: Ausgezeichnet werden die derzeit beste literarische Übersetzung, das Lebenswerk eines Übersetzers bzw. einer Übersetzerin sowie ein/eine Nachwuchsübersetzer/in. Die Preissumme beträgt jeweils 7.500 €. Der Preis für das Lebenswerk wird durch Mercedes-Benz Italien gestiftet. Der ausgezeichnete Nachwuchsübersetzer erhält einen Stipendienaufenthalt am Europäischen Übersetzerkolleg Straelen/Nordrhein-Westfalen.
Der deutsche Botschafter in Italien, Michael Steiner, wird die Preise heute im Rahmen eines Festakts im Goethe Institut Rom übergeben: Der Preis für die beste Übersetzung 2007 geht an Domenico Pinto für „Dalla vita di un fauno" von Arno Schmidt, den Preis für das Gesamtwerk erhält Anita Raja und der Preis für die beste Nachwuchs-Übersetzerin 2007 wird Monica Pesetti verliehen.
Quelle: Auswärtiges Amt
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Geändert am 22. Februar 2008 um 10:56 Donnerstag, 21. Februar 2008
Tonnenschwere Glocke stürzt von Kirche

Der Glockenturm der Christuskirche in Rom.
Beim Absturz einer tonnenschweren Bronzeglocke vom Turm der evangelisch-lutherischen Christuskirche in Rom sind zwei deutsche Arbeiter schwer verletzt worden. Wie die römische Tageszeitung «La Repubblica» am Mittwoch berichtete, verlor einer der beiden Männer einen Fuß. Die Arbeiter sollten alle drei Glocken der Kirche für Restaurierungsarbeiten abmontieren. Nach Feuerwehr-Angaben löste sich eine der Glocken vom Turm, weil ein Befestigungstau gerissen war.
Die evangelische-lutherische Gemeinde in Rom feiert seit 1922 ihr Gottesdienste in der neobyzantinischen Christuskirche. Seit 1949 gehört sie zum Verbund der evangelischen Kirchen in Italien.
Quelle: Netzeitung![]()
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Mittwoch, 20. Februar 2008
Rom erhält Tourismusauszeichnung

Blick auf das Forum Romanum.
Die Umfragen unter den Lesern und dem Trade der wichtigen amerikanischen Fachzeitschriften Global Traveller und Travel Weekly haben Italien mit bedeutenden Anerkennungen ausgezeichnet, weil sich unser Land im Jahr 2007 auf dem amerikanischen Fremdenverkehrsmarkt als beliebteste Destination für Urlaubs- und Geschäftsreisen behauptet hat.
Global Traveller hat dem Direktor der italienischen Zentrale für Tourismus in New York Riccardo Strano bei einer Feier im Jumeirah Essex House den Preis für die Auszeichnung von Rom als Best International Business City überreicht.
Rom bleibt für die amerikanischen VIPs weiterhin stellvertretend für das Land Italien. Die Zeitschrift Travel Weekly, eine der bekanntesten Wochenzeitschriften zum Thema Reisen, hat ihrerseits Italien zum europäischen Publikumsliebling 2007 und die Hauptstadt Rom zur beliebtesten Fremdenverkehrsstadt in Europa erkoren.
Quelle: turus.net
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Geändert am 20. Februar 2008 um 13:11 Dienstag, 19. Februar 2008
Sebastiano del Piombo Erste große Retrospektive in Rom

Im Palazzo Venezia in Rom ist zur Zeit eine große Ausstellung des venezianischen Malers Sebastiano del Piombo (1485- 1547) zu sehen. Bei der Ausstellung handelt es sich um die erste große Einzelausstellung des Malers.
In 80 Exponaten wird den Besuchern ein Einblick in das Schaffen Del Piombos gewährt: Von seinen Anfängen in Venedig, über seine römische Zeit, die er an der Seite seines Freundes und Protektors Michelangelo verbrachte, bis hin zu seinem Spätwerk.
Neben den Gemälden im Palazzo Venezia können Interessierte zudem wichtige Werke des Künstlers an verschiedenen Orten der Stadt besuchen. So etwa die Fresken in der Villa della Farnesina und in San Pietro in Montorio, sowie das Altarbild der Chigi-Kapelle in Santa Maria del Popolo.
Quelle: m&G
Weitere Informationen hier >>>
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Geändert am 20. Februar 2008 um 13:08 Montag, 18. Februar 2008
Vatikan fordert mehr Strenge bei Seligsprechungen

Seligsprechung von Paul Josef Nardini in Speyer.
Der Vatikan fordert mehr Strenge und Sachlichkeit bei der Eröffnung von Seligsprechungsverfahren. Die zuständigen Bischöfe sollten vor allem bei der Überprüfung möglicher Wunder, die hierfür nachgewiesen werden müssen, größere Vorsicht walten lassen.
Dies geht aus einem Dokument hervor, das der Heilige Stuhl in Rom präsentiert hat. Die 86 Seiten lange Instruktion «Sanctorum Mater» habe keinen gesetzgebenden Charakter, sondern solle dazu beitragen, die genaue Beachtung der geltenden Regeln anzumahnen, heißt es.
Quelle: Welt Online
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Sonntag, 17. Februar 2008
Eitle Priester: Turnschuhe unter dem Talar

Sportliche und ungezwungene Kleidung ist bei der neuen Generation von Kirchenvertretern angesagt.
Wer erinnert sich nicht an Ralph de Bricassart, den schönen Pater aus der Serie "Die Dornenvögel", der in den 80er Jahren Millionen von Frauenherzen zum Schmelzen brachte? Ob in Zivilkleidung oder im Talar - der Mann sah einfach immer umwerfend aus. Viele Geistliche in Rom scheinen heute dem Vorbild des attraktiven Paters nachzueifern. "Es gibt kaum noch Priester, die auch von Kopf bis Fuß wie Priester gekleidet sind", sagt Gabriele Barbiconi, Inhaber einer der berühmtesten Schneidereien für kirchliche Gewänder in Rom. Stattdessen tragen sie fesche Turnschuhe unter dem Talar und moderne Pullover unter dem Priesterkragen. "Aber das ist ja auch nicht schlimm: Eitelkeit ist menschlich", meint Barbiconi.
Sportliche und ungezwungene Kleidung ist bei der neuen Generation von Kirchenvertretern angesagt: Mit Nike- oder Adidas-Sneakers an den Füßen, schicken Hemden unter dem "Clergyman" und einer sportlichen Winterjacke statt des traditionellen schwarzen Mantels gehen sie ihrer Mission nach - stilvoll soll das Outfit sein, aber auch individuell. Viele ziehen dabei den Talar überhaupt nur noch mit großem Widerwillen an.
Wie aus dem Ei gepellt
"In Italien sehen die Kirchenleute irgendwie alle wie aus dem Ei gepellt aus - auch wenn sie einen modernen Kapuzenpulli mit kaum sichtbarem Priesterkragen tragen", bemerkt eine deutsche Austauschstudentin. "Seit Joseph Ratzinger Papst ist, haben wir aber vor allem bei Geistlichen aus anderen Ländern auch ein Comeback des klassischen Geschmacks verzeichnet", erklärt Barbiconi.
"Kleidung macht den Priester", titelte die Turiner Zeitung "La Stampa" zuletzt. Einer, der die modische Entwicklung bei den Seelenhirten mit Besorgnis beobachtet, ist Kardinal Franc Rodé, seines Zeichens Präfekt der Kongregation für die Institute des geweihten Lebens. "Verbürgerlichung und moralischer Relativismus sind die beiden großen Gefahren, die das religiöse Leben schwächen", sagt er. Er beklagt, dass viele junge Kleriker heute nicht nur ungern den Talar tragen, sondern auch ungehorsam gegenüber ihren Oberen seien und Desinteresse am Gebet und am kirchlichen Leben im Allgemeinen zeigten.
Zahl der Geistlichen schrumpft
Und das bereitet der Kirchenführung heute ebenso viel Kopfzerbrechen, wie die stetig sinkende Zahl von Ordensbrüdern, Priestern und Nonnen. Laut offiziellen Vatikanangaben gab es im Jahr 2006 noch rund 196.000 geweihte Priester und Pater und 836.000 Ordensschwestern. In den 27 Jahren des Pontifikats von Johannes Paul II. sei die Zahl der Geistlichen in der Welt um 25 Prozent geschrumpft, rechnete "La Stampa" vor.
Don Antonio Mazzi, selbst ein Priester, sieht das Problem des kirchlichen Kleidertrends hingegen im übertriebenen Luxus, auf den viele Geistliche Wert legen. "Die teuren Gewänder, in denen vor allem Bischöfe herumlaufen, sind das deutlichste Zeichen für die Verbürgerlichung der Kirche und die zunehmende Geldverschwendung." Er selbst trägt aus Prinzip keinen Talar: "Ich arbeite mit Drogenabhängigen, die würden mich ja auslachen, wenn ich mit Priesterkragen herumlaufen würde". Berühmt ist der Seelsorger für seine urgemütliche und lässige Arbeitskleidung: Don Mazzi trägt seit jeher Jeans und Pullover.
Quelle: n-tv.de
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Freitag, 15. Februar 2008
Waldfrüchte liefern elektrischen Strom

Waldfrüchte als Stromerzeuger.
Das an der römischen Universität Tor Vergata eingerichtete Center of Hybrid and Organic Energy http://www.chose.uniroma2.it/ hat eine neue Generation organischer Solarzellen entwickelt. Mit Hilfe von aus Brombeeren oder Preiselbeeren gewonnenen Pigmenten werden nach dem Prinzip der Chlorophyll-Photosynthese die Sonnenstrahlen in elektrische Energie umgewandelt.
Thomas Brown, Dozent für Bioelektronik an der Universität Tor Vergata, erklärt die Vorteile: "Im Vergleich zum Silizium haben die Hybridzellen zwar nur einen halb so großen Wirkungsgrad. Die Energieausbeute erreicht mit 50 Watt pro Quadratmeter sogar nur ein Drittel des Vergleichswertes. Entscheidend sind jedoch die Herstellungskosten je Quadratmeter Spitzenleistung. Der bei organischen Zellen erzielbare Kostenvorteil beläuft sich gegenüber der herkömmlichen Siliziumtechnik auf über 90 Prozent."
"Auf längere Sicht dürften wir soweit kommen, dass die Produktionskosten je Watt Spitzenleistung unter zwei Euro sinken," so der Wissenschaftler weiter. "Beim Silizium liegen sie bei 4,8 Euro". Eine weitere Herausforderung sei, die bei 15 - 20 Jahren liegende mittlere Lebensdauer der Zellen zu erhöhen und damit Einspareffekte bei den Materialkosten zu erzielen.
Das Projekt des Ende 2006 gegründeten Center of Hybrid and Organic Solar Energy ist von der Landesregierung des Latium durch einen Zuschuss von sechs Mio. Euro unterstützt worden. Mit der Erreichung der Marktreife wird Ende dieses Jahres gerechnet. Für die innovative Technologie interessiert sich auch der australische Solartechnikanbieter Dyesol. Dieser hält ein Patent über Hybridzellen, die mit Hilfe von chemischen Farbstoffen funktionieren, und möchte mit dessen Vermarktung beginnen. Die Australier wollen in diesem Jahr eine Italien-Niederlassung in Rom einrichten und fünf Mio. Euro für die Errichtung der ersten Fertigungslinie ausgeben.
Quelle: pressetext
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Donnerstag, 14. Februar 2008
Weniger Herzinfarkte in Rom

Zigarettenqualm ist aus italienischen Lokalen verbannt. Erste Wirkungen zeigen sich bereits nach einem Jahr.
Die Zahl von Herzinfarkten und anderen akuten Herzerkrankungen bei Erwachsenen hat ein Jahr nach dem öffentlichen Rauchverbot in Italien abgenommen, berichten Forscher in Circulation. In Rom verglichen sie die Zahlen der Herzinfarkte während fünf Jahren vor dem Rauchverbot mit denen ein Jahr nach dem Verbot. Bei Menschen zwischen 35 und 64 Jahren nahm die Zahl der akuten Herzerkrankungen um 11,2 Prozent ab, bei Menschen zwischen 65 und 74 Jahren um 7,9 Prozent.
Die aktuelle Studie ist die erste europäische, die den Nutzen eines öffentlichen Rauchverbotes untersucht. "Rauchverbote an öffentlichen Plätzen und im Büro führen zu einer wichtigen Abnahme von Herzinfarkten", schließt Studienautor Francesco Forastiere aus den Ergebnissen. "Das Rauchverbot in Italien funktioniert und hat einen wirklichen Schutzeinfluss auf die Volksgesundheit."
Ausgewertet wurden von den Wissenschaftlern die Entlassungsberichte von Krankenhäusern und die regionale Sterbestatistik. Die Forscher maßen zusätzlich täglich an 40 öffentlichen Plätzen den Feinstaubgehalt der Luft. In Innenräumen nahm dieser Gehalt von im ersten Jahr von 119 Mikrogramm pro Kubikmeter vor dem Rauchverbot auf 43 Mikrogramm im ersten Jahr danach ab. Außerdem sank im gleichen Zeitraum der Anteil der Raucher in der Bevölkerung von knapp 35 auf gut 30 Prozent bei Männern, bei Frauen blieb er nahezu gleich bei gut 20 Prozent.
In der ebenfalls untersuchten Altersgruppe der 75- bis 84-Jährigen nahm das Herzinfarktrisiko nicht ab. Die Forscher gehen davon aus, dass sehr alte Menschen sich vor und nach dem öffentlichen Rauchverbot weniger in öffentlichen Räumen bewegen und deshalb durch das Rauchverbot weniger profitieren - sie rauchen eher zu Hause. Oder sie sind dem Rauch anderer zu Hause ausgesetzt: Die Forscher gehen davon aus, dass die Risikoreduktion im öffentlichen Raum zu einem guten Teil auf den Schutz von Nichtrauchern vor Passivrauch zurückzuführen ist.
Quelle: GesundheitPro
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Mittwoch, 13. Februar 2008
Steuersenkungen: Roms Bürgermeister will es wissen
Walter Veltroni.
Steuern runter! Gehälter hoch!", lachte es gestern Italiens Wählern fast einstimmig von den Titelblättern der Zeitungen entgegen. Guten Morgen, Italien! Wer mag dazu nicht von Herzen nicken? Doch es war nicht Silvio Berlusconi, der sich da wieder mit den richtigen falschen Versprechen gekonnt in Szene setzte, sondern Roms Bürgermeister Walter Veltroni, der populäre Herausforderer des Medienkünstlers um die Macht in Rom. Er hat gelernt, vor allem, was die Macht der Bilder und die Kunst genialer Vereinfachung betrifft.
Seine Wahlkampagne begann Veltroni deshalb auch dort, wo Italien am schönsten ist, in Spello in Umbrien, wo die Welt noch heil aussieht und ganz weit weg ist von den Müllbergen Neapels. "Italia moderna", heißt der Untertitel auf den Fähnchen und Plakaten, die Veltronis Anhänger schwenken, und, vor allem, immer wieder: "Si può fare - das lässt sich machen."
Das ist zwar nicht ganz so elegant wie das unübertrefflich positive "Yes, we can!", mit dem Barack Obama gerade in den USA auf die Überholspur zur Macht wechselt, doch im Grunde ist es der einzige winzige Schwachpunkt beim Auftakt von Veltronis Wahlkampagne. Silvio Berlusconi wird ein gehöriger Schreck in die Glieder gefahren sein. Denn obwohl noch klarer Favorit in den letzten Umfragen (mit 50 Prozent gegen 25 Prozent für Veltroni), sah er mit diesem Auftritt doch einen ebenbürtigen Populisten in die Arena springen. Vergessen jeder Adenauersche "Quatsch von jestern". Vergessen, dass Berlusconi im letzten November noch vom Trittbrett einer Limousine in Mailand eigentlich eine neue Partei aus dem Zylinder gezaubert hatte, die "Volkspartei der Freiheit", mit der er um die Macht kämpfen wollte. Vergessen, dass die kurz zuvor von Romano Prodi und Walter Veltroni aus der Taufe gehobene Demokratische Partei zum neuen großen Sammelbecken aller vereinigten Linken werden sollte.
Dazu langt nun die Zeit nicht mehr. Die Entscheidung fällt schon im April. Aus dem "Haus der Freiheiten", Berlusconis ehemaligem Regierungs- und Oppositionsbündnis, wurde nun rasch das neue "Volk der Freiheit" gezimmert, natürlich mit den gleichen Mietern. Die Lega Nord unter Umberto Bossi und die Nationale Allianz unter Gianfranco Fini haben sich einer neuen Koalition mit dem ungeliebten Alphatier des zerstrittenen rechten Lagers nicht lange verweigert, die christdemokratische UDC unter Pierferdinando Cassini ziert sich nur noch ein wenig. Spiegelbildlich rüstet sich auch Walter Veltroni nun zum Gipfelsturm mit seiner neuen Partei, in der er die Linke ohne die erpresserischen radikalen Ränder sammeln will. Ein dezenter roter Schlips war dann auch fast die einzige Erinnerung des zukünftigen Staatsmanns an alte revolutionäre Träume.
Diesem Signal folgte auch seine 35-minütige Rede in Umbrien. Vor ausgesucht jungen Gesichtern, die immer neu in die Kameras lachten, war es eine Ansprache ohne Misston, ohne Polemik, ohne Angriff, ein frommer Appell an die Zukunft des Landes, wie ihn ein Pfarrer nicht besser hätte formulieren können. Die Senkung der Steuern und Erhöhung der Löhne seien kein leeres Versprechen, sondern eine greifbare Erfolgsdividende, hinterlassen von der Regierung Prodi und ihrer soliden Haushaltsführung. Eine verbindliche Koalitionszusage werde es von ihm dennoch nicht geben.
Nicht allein, doch ungebunden wolle er sich den Wählern empfehlen, denen er nur versprechen könne, dass sich mit ihm die Tore zu einem neuen, modernen und dynamischen Italien endlich öffnen würden. Nicht zu einer Partei oder Regierung dränge es ihn hin, sondern zur umfassenden Sanierung der politischen Landschaft. Auf Berlusconis "Richte dich wieder auf Italien!" könne er nur sagen, nicht Italien liege am Boden, sondern die politische Klasse. Veltroni will es wissen. An diesem Tag wirkt Berlusconi in seinem schwarzen, offenen Hemd wie ein junger Pirat.
Quelle: Welt Online
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Montag, 11. Februar 2008
Der Tod des letzten Papstkönigs

Es war das längste Pontifikat der Geschichte, in das eine der bittersten Niederlagen des Papsttums fiel: Als Papst Pius IX. vor 130 Jahren starb, hatte er seinen innigsten Feind, den König von Italien, überlebt. Doch die Herrschaft des Kirchenstaats war unwiederbringlich verloren.
Dunkle Gewitterwolken hingen Anfang Februar 1878 über der Ewigen Stadt. Papst Pius IX., den schon seit einigen Monaten eine schwere Bronchitis und ein Beinleiden plagten, lag im Sterben. Am 2. Februar hatte die Kirche noch den 75. Jahrestag seiner Erstkommunion gefeiert. "Fate presto! Questa volta é finito tutto! - Macht schnell! Diesmal ist alles aus!", soll der sterbende Papst den an sein Sterbebett geeilten Kardinälen zugerufen haben, bevor er die letzte Ölung erhielt. Mit den Sterbesakramenten versehen starb der 86-Jährige am späten Nachmittag des 7. Februar 1878. Damit endete das längste Pontifikat der Kirchengeschichte nach fast 32 Jahren.
"Es sind wunderbare Blätter der Geschichte, die in diesem Zeitraum zu beschreiben sind. Ereignisse, deren Zeuge ich hier bin und deren Eindrücke noch nach Jahrhunderten sichtbar sein müssen", hält der deutsche Rom-Historiker Ferdinand Gregorovius in seinem Tagebuch fest. "Kaum hat der Tod an die Pforten des Quirinal gepocht, so trat er an jene des Vatikan, und nachdem der erste König Italiens eben erst im Pantheon bestattet worden war ... verschied auch der letzte Papstkönig, der Rom beherrscht hat und dem eben jener Viktor Emanuel die Krone entrissen hat."
Am 9. Januar war der erste König des vereinten Italiens gestorben. Nur knapp einen Monat später folgte ihm Pius IX. in die Ewigkeit. Beide verband eine innige Feindschaft und tiefe gegenseitige Abneigung. Immerhin hatte der König bis zuletzt im ehemaligen Sommerpalast der Päpste residiert. Der Quirinal, noch heute Sitz des italienischen Staatspräsidenten, tauschte den Hausherrn 1870, als Rom die Hauptstadt Italiens wurde, die Kirche ihren weltlichen Landbesitz endgültig verlor und sich der Papst als "Gefangener" in den Vatikan zurückzog. Jedem ausländischen katholischen Staatsgast, der dem König fortan im Quirinal seine Aufwartung machte, hatte der Pontifex maximus mit der Exkommunikation gedroht.
"Idol am Boden"
Nach dem Tod Pius' IX. trat der Camerlengo an dessen Sterbebett. Mit einem silbernen Hämmerchen schlug er dem Heiligen Vater dreimal an die Stirn und rief ihn bei seinem Taufnamen: "Giovanni ... Giovanni ... Giovanni". Als der Ausruf ohne Antwort blieb, war sein Tod auch kirchenamtlich festgestellt. Danach wurde der Leichnam einbalsamiert. Herz und Eingeweide wurden ihm entnommen und einer langen Tradition folgend in die Kirche SS. Vincenzo e Anastasio nahe des Trevi-Brunnens gebracht. Dort ruhen sie bis heute in einer Urne.
Der festlich gekleidete Papstleichnam wurde zunächst im Vatikanpalast aufgebahrt, wo ihm kirchliche und diplomatische Würdenträger die letzte Ehre erwiesen. Danach wurde Pius IX. in den Petersdom überführt. Der Leichnam wurde dort so in der Sakramentskapelle aufgebahrt, dass die Gläubigen durch ein schützendes Gitter hindurch gerade seine Füße erreichen und küssen konnten. Scharen von Gläubigen nahmen so Abschied von ihrem Kirchenoberhaupt. Zeitgenossen berichten, dass die päpstlichen Pantoffeln durch die Berührungen der Massen am Ende ganz abgewetzt gewesen sein sollen.
Der Vatikan nahm sogar die Hilfe des verfeindeten Italiens in Anspruch, um des gewaltigen Andrangs Herr zu werden. Der Tagebucheintrag Gregorovius vom 13. Februar 1878 erinnert an die Ereignisse nach dem Tod von Johannes Paul II. im April 2005: "Der Zudrang zum St. Peter wächst mit jedem Tage. Die Straßen, die zu ihm führen, wie der Platz bieten das Schauspiel dichtgedrängter Menschenmassen dar." 25.000 italienische Sicherheitskräfte sollen im Einsatz gewesen sein, um den ununterbrochenen Pilgerzug zu sichern. 300.000 Menschen zogen an der päpstlichen Leiche vorüber. Unter ihnen auch der Chronist Gregorovius, der die Szenerie als eine "Wachsfigurenbude" wenig pietätvoll beschreibt: "Die Züge des Gesichts sind kaum noch kenntlich, die weichen Formen voll Milde und Anmut sind verschwunden, und das Lächeln hat sich in einem abschreckend starren Ausdruck verzerrt. Die große Erscheinung gleicht nun der eines umgestürzten, auf den Boden geworfenen Idols."
Später Triumph
Nach drei Tagen wurde Pius IX. in aller Stille vorläufig im Petersdom bestattet. Der italienische Könighof hatte seine Teilnahme am päpstlichen Requiem angeboten. Der Vatikan lehnte dies allerdings mit Hinweis auf den privaten Charakter der Trauerfeier ab. Pius selbst hatte in seinem Testament die römische Kirche San Lorenzo fuori le mura als letzte Ruhestätte gewünscht. Nach der Fertigstellung seines Grabmonumentes sollten seine Gebeine in einem feierlichen Zug durch Rom dorthin gebracht werden. Wenigstens nach seinem Tod wollte er den Vatikan verlassen und so über seine Gegner triumphieren.
Bei der Überführung in der Nacht vom 12. auf den 13. Juli 1881 kam es jedoch zu Ausschreitungen. Der Trauermarsch endete in einem Tumult. Antiklerikale und Republikaner lauerten der Prozession auf, bewarfen den Sarg des Papstes mit Steinen und drohten ihn in den Tiber zu stürzen. Nur das massive Eingreifen der italienischen Staatsmacht konnte das Schlimmste verhindern und sicherstellen, dass der päpstliche Leichnamszug sein Ziel erreichte.
In den folgenden Jahren kam es immer wieder zu Anschlägen auf das Grab Pius' IX. Seit 1907 betrieben seine Verehrer die Heiligsprechung. Johannes Paul II. erhob ihn jedoch erst im Jahr 2000 in den Kreis der Seligen - zusammen mit dem Papst des II. Vatikanischen Konzils Johannes XXIII. Die Gebeine Pius' IX. sind seither wundersam unversehrt in einem Glassarg in der römischen Kirche San Lorenzo fuori le mura zu sehen.
Quelle: EinesTages
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Sonntag, 10. Februar 2008
Drei ausserordentliche archäologische Ausstellungen

Kopf eines Mädchens, aus einem Wandbild in Herculaneum, 20-10 v. Chr.
Drei archäologische Ausstellungen sind zurzeit in Rom zu sehen. Die erste will eine neue Phase der internationalen Museumszusammenarbeit einläuten, die zweite zeigt exklusive römische Wandmalereien, die dritte führt in das antike Theaterwesen ein.
Eine archäologische Ausstellung in der Residenz des Staatsoberhauptes ist auch in Rom nichts Alltägliches. Unter dem Titel «Nostoi», der an die beschwerliche Heimreise der griechischen Helden nach ihrem Sieg über Troja erinnert, sind in den von Pietro da Cortona ausgemalten Sälen über fünfzig antike Vasen mit Figurenszenen aus allen namhaften Zentren des 7. bis 4. Jahrhunderts v. Chr., dazu Bronzefiguren, Marmorstatuen, pompejanische Wandgemälde und anderes mehr zu bewundern: Kunstwerke höchster Qualität und oft in sehr guter Erhaltung, die davon erzählen, wie sich Griechen, Etrusker und Römer die Welt und die Vergangenheit vorstellten. Stumm bleiben sie allerdings auf die Frage hin, wer und zu welchem Anlass sie gewollt hat, wie sie in riskanter Fahrt vom Töpferviertel Athens oder Tarents in das Grab etruskischer oder apulischer Magnaten gelangten. Wo genau und mit welchen anderen Stücken sie während zweieinhalb Jahrtausenden ruhten, bleibt nämlich für immer dunkel, da sie illegal ausgegraben und auf verschlungenen, nicht selten über die Schweiz führenden Wegen nach Übersee geschickt wurden.
Glückliches Ende einer Odyssee
Solche Fahrten häuften sich nach 1970 bedrohlich: Für die Archäologie setzte weltweit eine verhängnisvolle Zeit ein. Bereits 1972 kam eine in Cerveteri entdeckte, vom Athener Euphronios um 510 v. Chr. bemalte Prachtvase für eine Million Dollar ins Metropolitan Museum of Art. Der Kunstspekulation und der unkontrollierten Räuberei waren nicht nur in Italien Tür und Tor geöffnet mit riesigem, irreparablem Schaden für unsere Kenntnis der Antike. Die Fachwelt reagierte erst 1988 mit der von einigen europäischen Antikenmuseen erarbeiteten, auch in dieser Zeitung publizierten Berliner Deklaration gegen den Ankauf von Objekten ungeklärter Provenienz (NZZ 3. 9. 88).
Die Anstrengungen der Herkunftsländer, das kriminelle Abfliessen ihrer Bodenfunde einzudämmen, brachten zwar punktuelle Erfolge, konnten gegen die Übermacht des Marktes aber kaum aufkommen. Dies vermochte auch die 1970 gestartete, erst nach und nach wirksame, von der Schweiz 1995 ratifizierte Unesco-Konvention zur Verhinderung des illegalen Kunsttransfers zunächst nicht. Die katastrophalen Folgen machte spätestens die Plünderung des Bagdader Nationalmuseums und der mesopotamischen Stätten im Irak allen klar. Klar wurde dies- und jenseits des Atlantiks auch, dass die polizeilichen und juristischen Massnahmen in eine neue Museumspolitik einzubetten sind. Eine solche schwebte den Initianten der Berliner Deklaration noch als Utopie vor; sie soll mit dieser Ausstellung eingeläutet werden.
Worin besteht diese neue Museumspolitik? Auf der einen Seite verzichten die ausländischen Museen auf den Ankauf noch so attraktiver Stücke ohne transparente Provenienz, auf der anderen verlängert Italien die Ausleihfristen von drei Monaten auf vier Jahre, gibt abgefangenes Raubgut, wie kürzlich an Peru, Afghanistan und Iran, zurück und sieht härtere Strafen für Raubgräber und Mittelsmänner vor. Gemäss einer aussergerichtlichen Einigung gibt das Getty-Museum in Malibu über vierzig seiner schönsten nach 1970 erworbenen Antiken zurück und erhält im Gegenzug Originale aus italienischen Museen für seine 2008 geplante Bernini-Schau. Unter den Rückgaben ist auch eine archaische Korenstatue aus Paros, mit der die griechische Regierung an diesem Anlass präsent sein will. Ähnliche Abkommen existieren bereits mit dem Metropolitan Museum in New York, das im Januar den Euphronioskrater aushändigt, dem Bostoner Museum of Fine Arts und dem Princeton University Art Museum und werden mit europäischen und asiatischen Antikensammlungen vorbereitet. In Italien gestohlene Stücke hat auch der Kunsthandel zurückgegeben, einzelne Sammler haben sich spontan angeschlossen. Diese und zukünftige «Heimkehrer» werden nach der Schau, bis die definitiven Standorte feststehen, im Palazzo Poli nahe der Fontana di Trevi ausgestellt. Zu betonen ist, dass es dem offiziellen Italien nicht generell um Rückgaben geht, sondern um die Anerkennung ethischer Regeln im internationalen Kunstverkehr.
Wandmalerei aus den Vesuvstädten
Zeitgleich beherbergt das Nationalmuseum für römische Kunst beim Hauptbahnhof über hundert Bilder aus dem vom Tunnelbau für die Untergrundbahn beschädigten archäologischen Museum in Neapel. Es sind mehrheitlich frisch restaurierte Ausschnitte aus vollständig ausgemalten Wänden, die ursprünglich aufgehängte Bilder vortäuschten und im 18. Jahrhundert in kongenialem Verständnis für den Gebrauch in den Königsresidenzen der Bourbonen eingerahmt worden sind. Höhepunkte der Schau sind zwei vollständige, luxuriös mit Scheinarchitekturen und Idealfiguren ausgestattete Räume aus einem im Jahr 2000 unweit südlich des antiken Pompeji entdeckten Repräsentationsbau. Es handelt sich vielleicht um eine jener extra errichteten und gesicherten Herbergen, in denen Kaiser Nero auf seinen Reisen abstieg. In diesem Fall jene des Jahres 64 n. Chr. nach Kampanien. Ebenfalls ein jüngerer Fund ist ein reizendes «Studiolo» aus Pompeji, dessen vier Wände in einen üppigen Garten mit feinen Blüten, herumflatternden Vögeln, aufgehängten Theatermasken verwandelt sind. Der Vergleich mit dem berühmten, weniger gut erhaltenen Gartenbild aus der Villa der Kaisersgattin Livia im selben Museum liegt nahe. Nicht zufällig wurde ja die Ausstellung im wichtigsten Museum für römische Wandmalerei installiert. Sie illustriert eindrücklich, wie eng die in den Vesuvstädten tätigen Maler mit der Hauptstadt verbunden waren, und vermittelt uns so das Beste der römischen Kunst. Sie dient zugleich als Vorschau für das ab dem nächsten März zugängliche Augustushaus auf dem Palatin. Ob der darunter liegende, kürzlich mit einer Laserkamera fotografierte Nymphäum-artige Kuppelraum (NZZ 24. 11. 07) wirklich das ehrwürdige Lupercal ist, werden erst systematische Ausgrabungen klären.
Ebenfalls von Interesse ist zuoberst in den mächtigen Gewölben des Kolosseums eine kleine, aber instruktive Ausstellung über das Theater bei den Römern. Malereien, Mosaiken, Figuren aus Ton und Marmor, kleine und grosse Reliefs geben, durch Fotos und Modelle antiker Theater in der ganzen römischen Welt ergänzt, Einblick in ein zentrales Phänomen antiken Lebens.
Quelle: NZZ Online![]()
Info:
«Nostoi. Capolavori ritrovati». Roma, Palazzo del Quirinale, Galleria di Alessandro VII. Bis 2. März 2008. Katalog € 20.-. «Rosso pompeiano. La decorazione pittorica nelle collezioni del Museo di Napoli e a Pompei». Roma, Museo Nazionale Romano, Palazzo Massimo alle Terme. Bis 31. März 2008. Katalog € 35.-. «In scena. Il teatro di Roma antica. The Theater in Ancient Rome». Roma, Colosseo. Bis 17. Februar 2008. Katalog € 25.-.
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Geändert am 10. Februar 2008 um 14:05 Samstag, 9. Februar 2008
Ausstellung über den Petersdom Rom

In den prächtigen Sälen des römischen Palazzo Braschi ist noch bis zum 30. März eine Fotoausstellung über den Petersdom zu sehen. 90 großformatige Fotografien aus rund 150 Jahren erzählen die Geschichte der gewaltigen Peterskirche von Rom als Sujet der Fotografie - von den ersten Grafik ähnlichen Aufnahmen aus dem 19. Jahrhundert bis hin zur modernen Hochglanzfotografie.
Die Ausstellung bietet zugleich Geschichte der Fotografie und Geschichte des großartigen architektonischen Komplexes "San Pietro".
Das Museum ist von Dienstag bis Sonntag jeweils von 9 bis 19 Uhr geöffnet. Monats ist immer geschlossen. Mit den Buslinien 40 (express), 30 (express ), 46, 62, 64, 70, 81, 87, 116, 492 und 628 gibt es viele Anfahrtsmöglichkeiten.
Quelle: Deutsche Welle
Bei einem Aufenthalt in Rom oder Umgebung empfíehlt es sich, rechtzeitig eine Unterkunft zu suchen. Angebote von Ferienwohnungen, Privatzimmern und Pensionen haben Romehome und Romabed im Programm.
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Geändert am 9. Februar 2008 um 16:39 Freitag, 8. Februar 2008
Gewerkschaft fordert Arbeitsschutz

Italienische Gewerkschaften rufen zu einer landesweiten Mobilisierung gegen Arbeitsunfälle auf.
Die italienischen Gewerkschaften haben zu einer landesweiten Mobilisierung gegen die erschreckend hohe Zahl von Arbeitsunfällen aufgerufen. Demonstration isind Ende Februar unter anderem in Rom in Turin geplant. Für die Großkundgebung wurde diese Industriemetropole gewählt, nachdem im Dezember bei einem verheerenden Brand in einem Werk der ThyssenKrupp sieben Menschen ums Leben gekommen waren.
Die Gewerkschaften schlagen wegen der Rekordzahl tödlicher Arbeitsunfälle in Italien Alarm. Laut einem neuen Bericht des Arbeitsministeriums in Rom ist Italien europaweit das Land mit den meisten tödlichen Arbeitsunfällen. Über eine Million Arbeitsunfälle werden jährlich gemeldet, die über 1000 Todesopfer verursachen. Alle sieben Stunden wird ein Opfer am Arbeitsplatz gemeldet.
Die Gewerkschaften schätzen, daß 200000 weitere Arbeitsunfälle nicht gemeldet werden, weil sie Schwarzarbeiter betreffen. Oft würden die Todesopfer nicht einmal angegeben, vor allem wenn es sich um schwarz beschäftigte Immigranten handelt. Nach Angaben des Arbeitsministeriums erwirtschaften illegal Beschäftigte 18 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Die Gewerkschaften drängen die Parteien, die Sicherheit am Arbeitsplatz zum Thema ihrer Wahlkampagne für die Parlamentswahlen am 13. und 14. April zu machen.
»Obwohl die Zahl der tödlichen Unfälle im Vergleich zu den vergangenen Jahren rückläufig ist, sprechen wir immer noch von über 1000 Todesopfer pro Jahr. Es ist unannehmbar, daß immer noch so viele Menschen bei der Arbeit ums Leben kommen«, sagte der scheidende Arbeitsminister Cesare Damiano.
Die Abgeordnetenkammer hat kürzlich ein Gesetz verabschiedet, mit dem die Sicherheitsvorkehrungen für die Beschäftigten verbessert werden sollten. Wegen der vorzeitigen Auflösung des Parlaments nach der Regierungskrise in Rom konnte das Gesetz jedoch nicht auch im Senat gebilligt werden und kann somit nicht in Kraft treten. Dem Gesetzentwurf zufolge wäre der Unternehmer künftig immer für die Sicherheit des Personals am Arbeitsplatz zuständig gewesen, auch wenn es sich um freie Mitarbeiter oder um Leiharbeiter handelt.
Unternehmen, die anderen Firmen Aufträge erteilen, sollen laut dem Entwurf bei Unfällen am Arbeitsplatz mitverantwortlich sein. »85 Prozent der tödlichen Arbeitsunfälle geschehen in kleineren Unternehmen, wo die Kontrollen oft unzulänglich sind. Daher müssen auch Auftraggeber zur Mitverantwortung gezogen werden«, so die scheidende Gesundheitsministerin Livia Turco. Die Funktion der Gewerkschaften bei den organisatorischen Sicherheitsaspekten soll gestärkt werden. Auch an Schulen und Universitäten soll das Fach »Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz« eingeführt werden.
Für Aufsehen hatte erst diese Woche wieder ein weiterer Arbeitsunfall gesorgt. Bei einer Explosion in einem Feuerwerklager in der Nähe der Stadt Viterbo nördlich von Rom kamen vier Menschen ums Leben. Nach der Explosion entwickelte sich ein Großbrand. Alle Opfer waren Mitglied derselben Familie.
Quelle: Junge Welt
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Donnerstag, 7. Februar 2008
Parlament in Rom vor Auflösung

Kurs auf eine dritte Regierungszeit: Silvio Berlusconi.
Die Übergangsregierung ist nicht zustande gekommen - Italien rüstet sich einmal wieder für die nächste Wahlkampfschlacht. Die überfällige Wahlrechtsreform wird wohl erst anschließend kommen. Als Sieger wird aus der Krise vor allem einer hervorgehen: Silvio Berlusconi.
talien rüstet mal wieder zum Wahlkampf. Für heute, spätestens morgen, wird die amtliche Auflösung der beiden Parlamentskammern durch das Staatsoberhaupt Giorgio Napolitano erwartet. Und während Italiens Zeitungen darum streiten, ob die Neuwahlen nun am 6. oder am 13. April ausgetragen werden, scheint ein anderes Datum schon festzustehen: Nach Angaben der noch amtierenden Regierung Prodi wird das Referendum über eine Reform des derzeitigen Wahlrechts am 18. Mai stattfinden.
Das Wahlsystem und seine Veränderung bleibt also das beherrschende innenpolitische Thema. Gleich, wer Mitte April als Premier in den Palazzo Chigi einzieht.
Derzeit sieht alles danach aus, als sei dies Silvio Berlusconi. Er hat alle seine großen Verbündeten auf Linie gebracht: Die Lega Nord erschien nicht mal zu den Sondierungsgesprächen. Die Nationale Allianz war von Anfang an für Neuwahlen. Und die Christdemokraten schwenkten nach anfänglichem Zögern auf diese Haltung um. So wurden Neuwahlen unter dem bestehenden Wahlsystem durchgesetzt.
Schwächen im Senat
Berlusconis Argumentation ist klar: Nicht das Wahlgesetz sei daran schuld, dass es der Linken nicht gelungen sei, zu regieren. Sie habe einfach im Senat keine Mehrheit gehabt. "Kein Wahlgesetz der Welt hätte der Linken, die die Senatswahlen verlor, die Chance gegeben, im Senat zu regieren", sagt Berlusconi.
Das stimmt: Prodis Koalition war im Senat oft auf die Stimmen der nicht gewählten, sondern ernannten Senatoren auf Lebenszeit angewiesen. Sie stellte dort - was in Italien üblicher ist als in Deutschland - etwa dreißigmal die Vertrauensfrage, um durch Koalitionsdisziplin Sachfragen durchzusetzen.
Was aber auch stimmt: Am bestehenden Wahlgesetz hatten auch Berlusconis Partner Kritik geübt, teilweise schon Unterschriftenlisten für eine Volksbefragung gesammelt. Selbst Berlusconi persönlich hatte Fehler an diesem Gesetz zu einem früheren Zeitpunkt eingeräumt und Verbesserungsbedarf erkannt. Es sei, so Berlusconi über sein eigenes Wahlgesetz, in großer Hast und Eile am Ende der letzten Legislatur durchs Parlament gebracht worden.
Fachleute sind für Wahlrechtsreform
Fachleute sind sich darin einig, dass nur ein anderes Wahlsystem mit einer ernstzunehmenden Sperrklausel für den Einzug ins Parlament die Verhältnisse auf Dauer bessern könnte - und Italien regierungsfähige Mehrheiten verschaffen würde. So stabil, wie sie Silvio Berlusconi genoss, in der einzigen vollständigen Legislaturperiode, die ein Premier der Republik je durchstand.
Doch gegen Ende dieser Amtszeit veränderte er gegen den wütenden Protest von Mitte-Links das Wahlrecht. Damals führte Mitte-Links weit in allen Umfragen. Doch mit der Neuregelung schmolz der Abstand dahin. Und Silvio Berlusconi gibt sich im Moment siegesgewiss wie selten.
Warten auf Napalitano
Alles wartet also auf das Wort des Staatspräsidenten. Napolitano hätte zwar die Möglichkeit, eine weitere Persönlichkeit mit der Suche nach einer regierungsfähigen Parlamentsmehrheit zu beauftragen. Gestern, als Innenminister Giulio Amato und Zentralbankpräsident Mario Draghi auf den Quirinalshügel gerufen wurden, ging ein Raunen durch das Regierungsviertel.
Aber wahrscheinlich ging es bei Amato um den Wahltermin, und bei Draghi um die Reaktion der internationalen Märkte, wenn Italiens Politik jetzt erstmal wieder mit sich selbst befasst ist.
Quelle: Tagesschau
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Mittwoch, 6. Februar 2008
Rom für alle - und zwar umsonst

Außen herum gehen, kostet nichts: das römische Kolosseum
Kunst und Kultur kann man in Italiens Hauptstadt auch genießen, ohne Geld auszugeben: von Michelangelo und Caravaggio über Raffael-Fresken bis zu Skulpturen Berninis.
Die Stadt am Tiber trägt die Beinamen «ewig» und «offen», ist mit mehr als 900 Kirchen gesegnet, wegen der immensen Renovierungskosten jedoch auch geschlagen. Einige der bekanntesten Museen der Welt, schmucke Plätze sowie eine Unzahl an Palazzi und Brunnen laden den neugierigen Ankömmling in Italiens Hauptstadt ein. Zwischen dem Petersdom, dem Trevi-Brunnen, der Piazza Navona und dem mächtigen Kolosseum kann er sehr viel Geld lassen. Aber den großen Michelangelo und Spitzenwerke von Caravaggio und Bernini gibt es für die pfiffigen Fans von Kunst und Kultur auch umsonst - schließlich waren dies alles «öffentliche» Baumeister, und die Stadt mit der überbordenden Geschichte erschließt sich dem eifrigen Flanierer.
Kunst gratis und Sightseeing in Italiens Kulturschatulle ohne Tickets für die Touristenbusse, das führt von den Highlights wie dem (noch) ohne Eintritt zum Erkundungsspaziergang einladenden Forum Romanum über die Spanische Treppe - als Treffpunkt gerade für die Jüngeren und zum genüsslichen Break für ein Gelato al Limone - bis zum mehr als zwei Jahrtausende alten Pantheon, mit seiner riesigen Kuppel eine der beeindruckenden Glanzleistungen der alten Römer. Und selbst die Vatikanischen Museen mit der Sixtinischen Kapelle, die jeden Rom-Besucher doch magisch anzieht, können einmal monatlich umsonst bestaunt werden, jeweils am letzten Sonntag. Aber Vorsicht, es gibt kilometerlange Schlangen auf dem Weg zu der Vatikan-Kunst.
Wer die Verbote einhält, kommt in den Künstler-Himmel
«Roma, non basta una vita!» So heißt es in einem der Führer, die alle eine gewisse Ordnung in die Überfülle an Sehenswertem in der Ewigen Stadt zu bringen versuchen, die zu erkunden eben ein ganzes Leben nicht ausreichen soll. Aber vielleicht beginnt der Flanierer seinen Rundgang zu den Kirchen mit ihren Kunstschätzen, die sich wie eine Perlenkette aneinanderreihen. Allein die Autoabgase dürfen ihn nicht stören, die Luft kann so schlecht sein wie in einer Metropole der Dritten Welt. Und er muss, mal abgesehen von Öffnungszeiten, je nach Basilika oder Chiesa Diverses beachten: «No flash!» kann es da beispielsweise heißen, «Kein Besuch während der Messe» (das versteht sich eigentlich), «Keine zu freizügige Kleidung» und «Nicht setzen!»
Wer die Verbote einhält, kommt auch in den künstlerischen Himmel, ohne dafür einen Euro ausgegeben zu haben. Es sei denn, er will eine Kerze stiften oder einige Postkarten erwerben. Etwa Michelangelo. Um die Werke des Meisters der italienischen Hoch- und Spätrenaissance zu bewundern, muss man sich eben nicht die Füße müde stehen für die Fresken des «Jüngsten Gerichts» in der Sixtinischen Kapelle. Dieser geniale und vielbeschäftigte toskanische Bildhauer, Baumeister und Maler war nicht nur für den Petersdom samt Kuppel verantwortlich, er schuf auch den für Spaziergänger ebenso faszinierenden wie eleganten Kapitolsplatz. Entwürfe, Modelle, Skulpturen, in Rom wie in Florenz, kein Wunder, dass er zwecks Entspannung Sonette über die Strapazen bei der körperlichen Arbeit verfassen musste. Um dann fortzufahren.
Bernini gratis
Von der Via Cavour nahe dem Centro Storico führt eine steile Treppe hoch zur Basilica di San Pietro in Vincoli, die neben den Ketten des Heiligen Petrus auch Michelangelos Grab für den Papst Julius II. beherbergt. Dort steht jener rätselhafte gehörnte Moses mit prächtigem Bart, ein marmornes Meisterwerk aus der Renaissance, während das Gesamtensemble den ganzen Stress des großen Michelangelo dokumentiert hat - die Arbeiten wurden immer wieder unterbrochen und nie vollendet. Einen etwas kühlen Triumphierenden Christus hatte der Maestro zwischendurch für die Kirche Santa Maria sopra Minerva nahe dem Pantheon abgeliefert. Ein Werk, das drinnen konkurriert mit den wunderbaren Fresken des Filippino Lippi - und auf dem Platz vor der Kirche mit dem kleinsten der vielen Obelisken Roms. Giovanni Lorenzo Bernini ließ ihn auf einen Elefanten mit superlangem Rüssel stellen.
Ja, dieser neapolitanische Barockkünstler ist auch unter den «Kostenlosen», wobei das doch vielleicht heißt, dass ein paar Euro für den kleinen Kunstkatalog oder den Kalender drin sind. Zunächst aber gilt es weiterhin einige ultimativ formulierte Auflagen in den Kirchen oder Prunkgemächern zu befolgen wie «Kein Handy!», «Keine Hunde!» oder «Bitte Ruhe!». Dass man sich in einer Basilika keine Zigarette ansteckt, ist wohl klar. Wer ein sinnliches Meisterwerk des Bildhauers und Architekten in der Chiesa di San Francesco a Ripa im Stadtteil Trastevere von nahem besehen will, muss möglicherweise erst einmal das Ende der Messe und die letzten Töne des Organisten abwarten, um nicht zu stören - und auch selbst ungestört zu bleiben.
Zwischendurch ein Caffè
Es lohnt sich allemal. Denn die erotisch aufgeladene Ludovica degli Albertoni in der vierten Seitenkapelle links der Chiesa di San Francesco a Ripa ist ein Schmuckstück der barocken Bildhauerkunst, ein Alterswerk Berninis, das man getrost genial nennen kann. Eine spirituelle Ekstase ist kaum lebensnäher in Marmor zu meißeln! Als aus dem Rahmen fallenden Ovalbau hat Bernini auch die Kirche Sant' Andrea al Quirinale (gegenüber dem Quirinalspalast) errichten lassen - als Hofkirche des ehemaligen italienischen Königshauses. Nicht zuletzt zählen der Kirchenväterthron in Sankt Peter sowie Skulpturen auf der Engelsbrücke zu den Spuren des Meisters im Herzen Roms. Und nicht zu vergessen sein beliebter und für Restaurierungsarbeiten so lange schon verhängter Vierströmebrunnen auf der Piazza Navona, die Besucher magnetisch anzieht. Nun ist es aber Zeit für einen Caffè.
Am frühen Nachmittag sind viele Kirchen sowieso geschlossen. Oder es wird gerade eine Trauerfeier vorbereitet. Nonnen geben noch rasch mi