Rund um Rom siedeln Armut und Not

Kommentare: 0     Stars : 0

default
Blick auf die Ponte Milvio.

Er gilt als gefährlichster Radweg Roms: Vor wenigen Tagen sperrte ihn die Polizei mit gelben Plastikbändern ab, nun knattern Motorradstreifen entlang. Zehn Kilometer führt der Weg, von der Ponte Milvio, der Brücke der Verliebten, bis zu den Barackensiedlungen am Stadtrand. Er geht durchs Grün, entlang des Tiber, über freies Feld, aber vor allem entlang der Barackensiedlungen, den Favelas von Rom.

Wilde Siedlungen

Seit Monaten wuchern um Rom in der Folge einer planlosen Einwanderungspolitik wilde Siedlungen. Ein Grund: Im Gegensatz etwa zu Deutschland hatte Italien nach dem 1. Januar 2007 für rumänische Bürger sofort die Freizügigkeit eingeführt, weshalb ihnen die Einreise nicht grundsätzlich verweigert werden kann. Und weil die Beziehungen zu Italien eng und die Sprachen verwandt sind und weil ohnehin schon viele Rumänen in Rom arbeiteten, sind seit dem 1. Januar rund weitere 50 000 Rumänen allein nach Rom eingewandert. Tausende von ihnen arbeiten tagsüber auf dem Bau, schlafen nachts in Bretterbuden versteckt im Gebüsch des Tiberufers.

Unter der Stadtumgehungsstraße, rechts vom Radweg, kommt die erste Barackensiedlung in Sicht: Wild gezimmerte Holzbaracken, Sperrmüll liegt herum, ein Schotterweg. Zwei Männer kommen heraus. Ja, sie seien beide Rumänen, sagen sie in gutem Italienisch, sie sind in diesem Frühjahr gekommen. Sie arbeiten auf dem Bau und schicken die Hälfte des Geldes nach Hause. Etwas weiter sind noch andere Leute, eine Frau, viele Kinder, sie sortieren Holz, das eben ein Kipplaster abgeladen hat. Überall ist Matsch und Müll.

Silvana Gogevicz, als Tochter von Einwanderern in Mailand geboren, spricht fließend Italienisch und gibt zu, dass viele aus ihrer Familie stehlen. Vor einem Jahr zeigte die 26-Jährige die Stadt an, da ihre Familie seit acht Jahren auf eine Sozialwohnung wartet. In diesem Jahr verklagte sie Italien beim Europäischen Gerichtshof wegen Diskriminierung.

Klage wegen Diskriminierung

Es regnet, das Lager steht unter Wasser, es sieht aus wie in einem Slum. 15 Minuten wären es von hier bis zur Piazza Navona. Vom Radweg aus überblickt man das Lager, sieht die provisorischen Dächer, die Autos, Wohnwagen, Satellitenschüsseln, welche mit abgezweigtem Strom betrieben werden. "Die Rumänen müssen unsere Regeln akzeptieren, aber damit der Wille wächst, müssen wir mehr tun", meint Staatssekretärin Christina De Luca. Dass viele der Rumänen im Land wie Silvana inzwischen die italienische Staatsbürgerschaft besitzen, ist den meisten Römern dabei aber fremd.

Quelle: Mannheimer Morgen
Morgenweb

Eintrag kommentieren

Registrierte Nutzer können sich hier einloggen

Name:

E-Mail:

Homepage:



Sicherheits-Code (bitte aus obigem Bild entnehmen):

Kommentar eingeben:

   

Zurück zu den Einträgen

romehome "Anderer Orten muß man das Bedeutende aufsuchen, hier werden wir davon überdrängt und überfüllt.(...) Man müßte mit tausend Griffeln schreiben, was soll hier eine Feder!"

Goethe in Rom, am 7. November 1786

Dieses Weblog soll alle möglichen Infos über Rom liefern - ohne An-
spruch auf Vollständigkeit: Aktuelle Nachrichten, Historisches, Kuli-
narisches, Hinwei-
se, wie man eine Ferienwohnung, ein Zimmer oder eine Pension findet und vieles mehr.
Links
Ferienwohnung Rom
Pension Rom
Romaculta
Einladung nach Rom
Ombelico
Die-Römer-Online
Roma Antiqua
Wikipedia
Lange-Weile