Zeremonie auf dem Petersplatz.
Die katholische Kirche hat 498 spanische Geistliche als Märtyrer selig gesprochen. Die Massen-Seligsprechung war die zahlenmäßig größte in der Kirchengeschichte. Über 40 000 Menschen strömten dazu auf den Petersdom in Rom. Die feierliche Zeremonie wurde vom portugiesischen Kardinal José Saraiva Martins geleitet. Papst Benedikt XVI. war bei der Feier ebenfalls anwesend. Bei den neuen Seligen handelt es sich um Märtyrer des spanischen Bürgerkriegs, die von linken Milizen getötet wurden.
Zu der Messe reisten aus Spanien mehrere tausend Pilger und fast alle Bischöfe an, doch insgesamt blieb die Zahl der Teilnehmer weit unter den Erwartungen. Die spanische katholische Kirche hatte Anfang Oktober die Teilnahme von einer Million Gläubigen in Aussicht gestellt. Die spanische Regierung war bei der Zeremonie durch Außenminister Miguel Angel Moratinos vertreten. Unter dem Pontifikat des 2005 gestorbenen Papstes Johannes Paul II. waren bereits 471 spanische Katholiken selig gesprochen worden.
Seligsprechung durchaus umstritten
Opfer der Franco-Diktatur kritisierten die Seligsprechungen. Sie erinnerten an die Rolle der katholischen Kirche als Stütze des mit Hilfe von Hitler-Deutschland und dem faschistischen Italien an die Macht gelangten Franco und an die Hinrichtung zehntausender Gegner seines Regimes. In der US-Internet-Zeitung "National Catholic Reporter" hieß es, auch der Geistliche Gabino Olaso Zabala, der als Missionar auf den Philippinen an Folterungen beteiligt gewesen sein soll, stehe auf der Liste der "Märtyrer". Nach Angaben von Historikern starben im spanischen Bürgerkrieg mehr als eine halbe Million Menschen.
Der Generalsekretär der spanischen Bischofskonferenz, Juan Antonio Martínez, bestritt einen Zusammenhang zwischen der Veranstaltung und dem von der sozialistischen Regierung unter Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero geplanten Gesetz zur Rehabilitierung von Verfolgten der Franco-Diktatur. Das spanische Parlament wird das Gesetz voraussichtlich am Mittwoch gegen die Stimmen der konservativen Opposition beschließen. Zapateros Großvater, der im Bürgerkrieg auf Seiten der Republikaner kämpfte, wurde von Franco-Anhängern erschossen.
Quelle: stol.it
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