
Das Parlamentsgbäude in Rom.
Politik ist keine lebenslängliche Berufung, auch Politiker müssen ab einem gewissen Alter in den Ruhestand treten: Italien diskutiert derzeit über die Einführung von Altersgrenzen für Politiker. Der Präsident der römischen Abgeordnetenkammer, Fausto Bertinotti, drängt zu einer "Erneuerung der politischen Führungselite" und auf die Einführung einer Altergrenze für Parlamentarier. Er selber wolle nach Ende der Legislaturperiode in den Ruhestand treten, sagte der 65-jährige Bertinotti.
Dazu erklärte der Präsident der Abgeordnetenkammer, Wahllisten sollten Kandidaten versperrt bleiben, die der Mafia-Zugehörigkeit verdächtigt werden, auch wenn keine Verurteilung besteht.
Arbeitnehmer zu früh, Politiker zu spät
Zu den Befürwortern einer Altersgrenze für Politiker zählt der italienische Außenminister Massimo D'Alema. "Auch für die politische Klasse ist Erneuerung notwendig. Ich hoffe, dass ich meine politische Tätigkeit in einem nicht zu hohen Alter aufgeben werde. Sollte ich bis 82 in der Öffentlichkeit bleiben, hieße dies, dass Italien seine Probleme immer noch nicht gelöst hat", betonte D'Alema, der als Pensionist sein altes Hobby, Segeln, aktiv betreiben will. "Italien hat bisher darunter gelitten, dass die Arbeitnehmer zu früh in den Ruhestand gingen, und die Politiker zu spät. Ich werde mich im richtigen Alter zurückziehen", versicherte D'Alema.
Auch Regierungschef Romano Prodi will nach Ende der Legislaturperiode 2011 in den Ruhestand treten. Der 68-jährige Premierminister will sich dann ausschließlich als Großvater betätigen, sagte er kürzlich in einem Interview.
Viele Politiker wollen jedoch von der Pension nichts wissen. Zu ihnen zählt der Ex-Präsident und Senator auf Lebenszeit Oscar Luigi Scalfaro (88). Sein um knapp zwei Jahre jüngerer Nachfolger Carlo Azeglio Ciampi sitzt ebenfalls als Senator auf Lebenszeit im Parlament. Zu den noch sehr aktiven Senatoren zählt der 1919 geborene siebenmalige Regierungschef Giulio Andreotti. Auch die 98jährige Medizin-Nobelpreisträgerin und Senatorin auf Lebenszeit Rita Levi Montalcini setzt sich unermüdlich für den Weltfrieden ein.
Quelle: derStandard
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