
Mit dem Schwert nach Britannien: Auf seiner Reise macht der Legionär Aurelius (Colin Firth) Bekanntschaft mit der schönen Mira (Aishwarya Rai).
Doug Leflers Historienfilm zeigt den Untergang des Römischen Reiches. Geschichtliche Fakten sucht der Zuschauer aber vergebens. Das Imperium geht zwar unter, aber nur, um von den "Legionären der letzten Tafelrunde" zurückerobert zu werden.
Von einer Renaissance des Sandalen-Films zu sprechen, wäre übertrieben. Aber mit dem enormen Erfolg von Ridley Scotts „Gladiator" haben sich Antiken-Stoffe wieder einen festen Platz auf der Leinwand und im Fernsehen erobert. Und nun scheint die mit ungeheurem Aufwand produzierte HBO-Serie „Rom" dieses Genre endgültig rehabilitiert zu haben.
Einer der ersten Filme, die jetzt praktisch in ihrem Windschatten in die Kinos kommen, ist „Die letzte Legion", Doug Leflers bizarrer Abgesang auf das römische Reich. Anders als die Macher von „Rom", die einer recht konventionellen Seifenopernhandlung mittels ihres historischen Setting einen ambitionierten Anstrich verpasst haben, nimmt es Lefler mit geschichtlichen Hintergründen nicht sehr genau.
Das Excalibur des Julius Cäsar
Die Goten stehen vor den Toren Roms. Die Tage des Weströmischen Reiches sind gezählt. In einem verzweifelten Versuch, das Imperium doch noch zu erhalten, wird der 12-jährige Romulus Augustus, ein Nachfahre Julius Cäsars, von seinem Vater zum Kaiser gemacht. Doch auch dieser Schachzug bleibt ohne Wirkung. Die Goten fallen unter Führung ihres Herrschers Odoaker in die Stadt ein.
Romulus' Eltern werden getötet, er selbst wird gemeinsam mit seinem von Ben Kingsley gespielten Lehrer Ambrosinus nach Capri verschleppt. Im Mittelpunkt der Geschichte stehen allerdings weder Romulus noch Aurelius, sondern ein sagenumwobenes Schwert, das einst Cäsar gehört hat und seinem Träger eine besondere Macht verleihen soll. Diese Waffe, die Romulus ausgerechnet in seinem Gefängnis entdeckt und die er nach seiner Befreiung durch Aurelius (Colin Firth) mit auf die Suche nach der legendären letzten römischen Legion nimmt, ist in Leflers Erzählung Symbol einer durch und durch idealisierten Vorstellung von Rom. Das einst von Cäsar geschaffene Reich präsentiert sich hier als eine Art Utopia, dessen Prinzipien erst im Lauf der Zeit ausgehöhlt wurden.
Sagenhafte Geschichtsverzerrung
Schließlich zieht „Die letzte Legion" sogar eine direkte Linie von Rom nach Camelot. Das hat als mythologische Gedankenspielerei durchaus seinen Reiz. Nur geht das Drehbuch etwas zu simpel und naiv zu Werke, so dass man diese Spielerei kaum ernst nehmen kann. Schlagworte
Zudem reichten die finanziellen Mittel, die Lefler zur Verfügung standen, längst nicht aus, um eine ganz eigene Legenden- und Sagenwelt zu erschaffen, in der Rom nur untergeht, um dann gleich wieder in Britannien aufzuerstehen. Die historischen und mythischen Versatzstücke fügen sich nicht zusammen. Sie bleiben Zitate, mit denen sich ein klassischer B-Film eher augenzwinkernd schmückt.
Quelle: Welt Online
: 0