Roma: Menschen, die keiner haben will

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Nach dem Feuertod von vier Roma-Kindern diskutiert das Land, wie man mit den Roma umgehen soll.

Sie kommen mittlerweile mit dem Linienbus. Und, seit Rumänien zur EU gehört, ganz legal, ohne Einreise- oder Aufenthaltsbeschränkungen. 60.000 Roma, so schätzt die Caritas, werden heuer in Italien eintreffen - zusätzlich zu jenen, die schon im Land sind, deren genaue Zahl aber keiner kennt: Sind's 50.000? Oder 80.000?

hre Habseligkeiten passen in ein paar Plastiksäcke. Und sie lassen sich nieder, wo Platz ist: auf brachen Grundstücken, meist nahe dem Stadtzentrum. Sie basteln Hütten aus Wellblech, Paletten, Brettern. Es gibt dort auch viel Karton, Plastik, Benzin, offenes Feuer, abenteuerlich angezapfte Stromleitungen. Selten Wasser.

Trauer in Livorno

Vor kurzem ging (wieder einmal) eine solche Slum-Siedlung in Flammen auf: In der toskanischen Hafenstadt Livorno war sie unter einer Straßenbrücke errichtet worden. Vier Kinder im Alter von vier bis zwölf Jahren verbrannten.

Livorno trug am Tag danach Trauer. Die Fußballer, A-Liga immerhin, legten schwarze Bänder an; die Stadt stoppte ein Volksfest vorzeitig und ohne Feuerwerk. Aber die Geschäftsleute protestierten wegen des Verdienstentgangs. Und Politiker streiten, wer Schuld sei am „angekündigten Desaster".

„Schrecklich kompliziert"

Die Bürgermeister, so Sozialminister Paolo Ferrero, „drehen den Kopf von den Zuständen in den Siedlungen weg, weil Roma keine Stimmen bringen". Der Verband der Städte und Gemeinden gibt zurück, die Regierung streiche laufend Finanzmittel, man habe kein Geld für die Einwanderer. Premier Romano Prodi meint, das Roma-Problem sei gesamteuropäisch, und „schrecklich kompliziert"; die Rechten entgegnen, das hätten sich die EU-Größen früher überlegen sollen, als sie den Eintritt Rumäniens in die EU genehmigten.

Städte wie Rom und Mailand haben Siedlungen aus Containern vor der Stadt errichtet und räumen illegale Lager weg. Aber sie werden des Zustroms nicht Herr: 6500 Roma siedeln in Rom „legal", „2500 plus x" leben unter Brücken, am verkrauteten Tiberufer, in etruskischen Grabhöhlen sogar. Mehr als 60 Prozent sind jünger als 18 Jahre.

Soziale Organisationen versuchen, Roma-Kinder zum Schulbesuch zu bewegen, aber die Erfolge sind mäßig - wegen des Widerstands der Eltern, die sie zum Geldverdienen brauchen. In Rom sind täglich mehr als 2500 minderjährige Bettler und Diebe unterwegs, meist drei bis zwölf Jahre alt, gewerbsmäßig organisiert und, wie sich in Prozessen zeigt, unter Druck: Die Eltern erwarten Tageseinnahmen von teilweise 100 Euro und mehr. Auf Neapels Schwulenstrich bieten sich immer mehr junge Roma an.

Die Italiener sehen die Roma mit einem Mix aus Desinteresse und Feindschaft. In Zonen, die von den Gemeinden für legale Roma-Lager vorgesehen sind, gibt es stets heftige Proteste. Im Juni brannte ein Roma-Camp in Mailand; jüngst wurde der Rest von Unbekannten mit Gewehren und Pistolen beschossen.

Rom hilft bei Rücksiedlung

Paolo Razzauti, Bischof von Livorno, fordert indes nach dem Barackenbrand einen nationalen „Runden Tisch": „Wir dürfen nicht bei Wut und Trauer über die toten Kinder verbleiben." Er gibt zu, dass Roma sich der Integration verweigerten, aber man könne sie nicht weiter so hausen lassen.

Roms Bürgermeister Walter Veltroni hat mit den Behörden in Bukarest die Rückführung eines Teils der Roma vereinbart. Rom will ihnen bei der Wiederansiedlung, bei der Ausbildung und beim Finden eines Arbeitsplatzes helfen.

Quelle: DiePresse.com

festim veckollari am 20. September 2007 um 19:54
alles lehre verschprechungen
es hat sich seit mehreren jahren nichts verändert und das tut es jetzt auch nicht mehr. wir werden doch nirgens akzeptirt ala währen wir wilde tiere

   

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