Dogmatiker und Diplomaten

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Dominique Mamberti.

Die politische Schaltzentrale des Heiligen Stuhls ist wieder komplett. Papst Benedikt XVI. hatte schon vor Monaten den früheren zweiten Mann der Glaubenskongregation und späteren Erzbischof von Genua, Tarcisio Bertone, zum Kardinalstaatssekretär ernannt. Und Erzbischof Dominique Mamberti wurde an die Spitze der sogenannten Zweiten Sektion im Staatssekretariat berufen. Er löste dort Kurienerzbischof Giovanni Lajolo ab, der Präsident des Governatorats wurde.

Die Zweite Sektion, Schaltstelle der vatikanischen Außenpolitik, ist von erheblicher Relevanz für das internationale Ansehen des Heiligen Stuhls. Viele Jahre war hier Kurienkardinal Jean-Louis Tauran tätig, dem Lajolo folgte und alle Versuche unternahm, um im Irakkrieg 2003 die Kirche als Verhandlungspartner anzubieten.

Mamberti, in Marokko geboren, war viele Jahre Nuntius im Sudan und kennt sich in Krisengebieten aus. Um ihn ist es bisher eher ruhig gewesen, was dem außenpolitischen Kurs des Kardinalstaatssekretärs entspricht. Bertone setzt auf Hintergrund und vorsichtige Diplomatie im internationalen Bereich. Und genau diese Strategie setzt Mamberti nun gezielt um.

Als neuen Leiter der Ersten Sektion, also für die Allgemeinen Angelegenheiten des Staatssekretariats, hat Papst Benedikt XVI. Erzbischof Fernando Filoni berufen. Diese Personalie ist nicht nur bemerkenswert, sondern Programm, denn offensichtlich ist es dem Papst ein Anliegen, einen über Jahrzehnte politisch erfahrenen Diplomaten in führender Position des Staatssekretariats zu wissen. Die Sektion für die Allgemeinen Angelegenheiten hat wesentlichen Einfluss auf die Arbeit der Nuntiaturen. Und Filoni gilt als Topdiplomat, der durchsetzungsstark ist und das Staatssekretariat in seinen verschiedenen Bereichen prägen wird.

Filoni war zuletzt Nuntius auf den Philippinen, zuvor, seit 2001, Vertreter des Papstes in Jordanien und im Irak. Er war es, der in den dramatischen Entwicklungen des Irak die Nuntiatur als eine der wenigen diplomatischen Vertretungen offenhielt, während die ersten Bomben auf Bagdad fielen. Der in Apulien geborene Filoni nutzte jede Gelegenheit, um für den Heiligen Stuhl und die anderen Konfessionen im Irak den größtmöglichen Handlungsspielraum unter Saddam Hussein auszuhandeln. Sein zentrales Anliegen war eine Anmahnung der Menschenrechte - unter Saddam ebenso wie unter der neuen irakischen Führung.

Quelle: Rheinischer Merkur

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