Bewaffnete Siebenjährige bedrohten Lehrerin

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defaultAn Italiens Schulen eskaliert die Gewalt. Sechs Schüler einer römischen Volksschule, die von ihrer Lehrerin während der Pause mit einigen Küchenmessern ertappt worden waren, drohten der Frau mit Mord.

Die Siebenjährigen gingen auf sie los und drohten, sie mit den Messern zu verletzen. Auch immer mehr Fälle von gewalttätigen Pädagogen wurden dieser Tage bekannt. Eine römische Kindergärtnerin etwa fesselte „Quälgeister“ an Stühle.

Besorgt über die Gewaltwelle in italienischen Schulen zeigte sich Unterrichtsminister Giuseppe Fioroni. Sein Ministerium richtete eine Telefonhotline ein, bei der solche Fälle angezeigt werden können. Seit der Einrichtung der Servicenummer vor sechs Wochen gingen pro Tag 120 Anrufe ein.

In den vergangenen Tagen hatte eine Videoaufnahme von einem autistischen Jugendlichen in einer Turiner Schule für Aufregung gesorgt: Zu sehen ist, wie der Bursch von anderen Schülern geschlagen und gedemütigt wird. Die mit einem Handy gefilmte Aufnahme wurde auch von TV-Sendern ausgestrahlt.

In Messina erlitt eine Pädagogin in einem Gymnasium Verletzungen. Beim Überqueren des Schulhofes wurde die Englisch-Lehrerin von einer Mineralwasser-Flasche getroffen. Der Angreifer konnte nicht identifiziert werden. Die Frau wurde ins Spital gebracht.

Auch gewalttätige Pädagogen geraten zunehmend unter Beschuss. Aufsehen erregend war etwa der Fall einer Kindergärtnerin in Rom, die besonders lebhafte Kinder an Sessel gefesselt haben soll. Einigen Kleinen wurde angeblich der Mund mit Klebestreifen verklebt. Die Pädagogin wurde angezeigt, das Unterrichtsministerium ermittelt.

Vor einem Monat hatte eine genervte Mailänder Lehrerin ein unruhiges Schulkind mit einer Schere verletzt. „Ich schneide dir die Zunge ab, wenn du nicht still bist“, drohte die Frau dem siebenjährigen Ahmed. Daraufhin streckte der Bub seine Zunge heraus - die Lehrerin schnitt hinein. Die Verletzung musste genäht werden. Die Frau wurde von der Schulleitung und den Eltern des Siebenjährigen angezeigt. „Ich wollte das Kind nicht verletzen, es war nur ein Spiel“, rechtfertigte sie sich. Ihr droht nun die Entlassung. Der Bub will seit dem Vorfall nicht mehr in die Schule gehen.

Zur Verhinderung von Gewalt an Schulen hat die Regierung nun einen Plan angekündigt. Vier Millionen Euro will das Kabinett Prodi den Pflichtschulen zu diesem Zweck zur Verfügung stellen. Unter anderem sollen Sensibilisierungskampagnen für Pädagogen finanziert werden.

Quelle: Südtirol online

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