
Papst Benedikt XVI. solle die wiedervereinigten Kirchen führen.
Einem Zeitungsbericht zufolge gibt es bei der anglikanischen und der römisch-katholischen Kirche erste Schritte in Richtung einer Wiedervereinigung. Doch Konservative und Liberale streiten sich.
Die anglikanische und die römisch-katholische Kirche wollen nach einem Bericht der "Times" eine Wiedervereinigung unter der Führung von Papst Benedikt XVI. anstreben. Ein entsprechender Vorschlag solle in diesem Jahr bekannt gegeben werden, berichtete die britische Zeitung am Montag. Hochrangige Bischöfe beider Kirchen hätten einen 42-seitigen Bericht erarbeitet, der beide Kirchen dazu auffordere, nach Möglichkeiten einer Vereinigung zu suchen.
Große Differenzen
Der Vatikan äußerte sich bislang nicht zu dem Zeitungsbericht. Papst Benedikt XVI. hatte im vergangenen November den Primas der Anglikanischen Kirche und Erzbischof von Canterbury, Rowan Williams, im Vatikan empfangen. Nach dem Treffen wiesen beide auf die nach wie vor bestehenden Konflikte zwischen beiden Kirchen hin. In einer gemeinsamen Erklärung hieß es aber, trotz "ernster Hindernisse" müsse der Weg der Annäherung (Ökumene) zwischen Rom und den Anglikanern weiter verfolgt werden.
Die anglikanische Kirche zählt weltweit rund 78 Millionen Gläubige, die katholische eine Milliarde. Nach Streitigkeiten des englischen Königs Heinrich VIII. mit dem Vatikan 1534 erklärten die Bischöfe Englands, dass sie den englischen König und nicht den Papst als ihr Oberhaupt betrachten und sagten sich von Rom los. In der Theologie steht die anglikanische Kirche den Protestanten nahe, die Liturgie aber blieb der katholischen Tradition verhaftet.
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