Mehrere Interessenten für marode Alitalia

Kommentare: 0     Stars : 0

default

Kurz vor Ablauf der Bieterfrist hat die angeschlagene Fluggesellschaft Alitalia potenziellen Interessenten eine weitere Hiobsbotschaft überbracht.

Für das abgelaufene Jahr schätzt der italienische Konzern den Verlust nun auf etwa 380 Millionen Euro und damit deutlich mehr als die zuletzt erwarteten 221 Millionen Euro. Jeden Tag rutschte die Gesellschaft 2006 somit um eine weitere Million Euro in die roten Zahlen. An der Börse wurde die Nachricht am Montag gelassen aufgenommen: Die Aktie notierte kaum verändert bei 1,075 Euro.

Der italienische Staat will angesichts der anhaltenden Verluste einen Großteil seines Anteils an der nationalen Gesellschaft verkaufen. Derzeit hält Italien noch 49,9 Prozent, mindestens 30,1 Prozent an Alitalia sollen nun abgegeben werden. Ein Käufer für diesen Anteil müsste auch ein Gebot für den Gesamtkonzern vorlegen. Potenzielle Käufer müssen bis Montagabend 18.00 Uhr ihr Interesse bekunden. Allerdings dürfte das Finanzministerium nach Ablauf der Frist kaum mehr als die Zahl der Bieter bekannt geben.

Bislang meldeten vor allem Finanzinvestoren ihr Interesse an. So sollen Kreisen zufolge Texas Pacific Group und Management & Capitali zu möglichen Käufern gehören. Italienische Zeitungen berichteten zudem, die kleinere italienische Fluggesellschaft Air One könnte ebenfalls ein Gebot abgeben und dabei von der Bank Intesa Sanpaolo unterstützt werden. Auch Air France-KLM wird zu den möglichen Bietern gezählt. Branchenexperten haben indes erklärt, wegen der veralteten Flotte Alitalias, der immensen Kosten und arbeitsrechtlicher Streitigkeiten könnten Interessenten vor einem konkreten Angebot auf einen Zusammenbruch Alitalias warten.

Die Fluggesellschaft hatte zuletzt 2002 einen Gewinn erwirtschaftet. Für den jüngsten Verlust macht Alitalia entgangene Erlöse in Folge von Streiks und die scharfe Konkurrenz von Billig-Fliegern verantwortlich. Zudem verwies das Unternehmen auf gestiegene Treibstoffkosten. Auch sei es nicht gelungen, die Arbeitskosten zu reduzieren. Gewerkschafts-Chef Raffaele Bonanni wies gegenüber der Zeitung "La Repubblica" die Vorwürfe an die Arbeitnehmer zurück. Die Verantwortung für den Verlust liege allein beim Management und der Regierung, sagte er. "Die Arbeiter werden nicht für die Fehler der vergangenen Jahre bezahlen."

Angesichts der anhaltenden Schwierigkeiten muss Alitalia seine Geschäftszahlen monatlich der Börsenaufsicht Consob vorlegen - allerdings kommt das Unternehmen dieser Pflicht nicht immer nach. Consob hatte daher jüngst bis Sonntag die Bekanntgabe der aktuellen Prognose gefordert. Alitalia erklärte dabei, über genügend Bargeld zu verfügen, um die Geschäfte noch deutlich länger als zwölf Monate fortzuführen. Per Ende 2006 lag die Netto-Verschuldung demnach bei 1,026 Milliarden Euro

Quelle: Reuters

Eintrag kommentieren

Registrierte Nutzer können sich hier einloggen

Name:

E-Mail:

Homepage:



Sicherheits-Code (bitte aus obigem Bild entnehmen):

Kommentar eingeben:

   

Zurück zu den Einträgen

romehome "Anderer Orten muß man das Bedeutende aufsuchen, hier werden wir davon überdrängt und überfüllt.(...) Man müßte mit tausend Griffeln schreiben, was soll hier eine Feder!"

Goethe in Rom, am 7. November 1786

Dieses Weblog soll alle möglichen Infos über Rom liefern - ohne An-
spruch auf Vollständigkeit: Aktuelle Nachrichten, Historisches, Kuli-
narisches, Hinwei-
se, wie man eine Ferienwohnung, ein Zimmer oder eine Pension findet und vieles mehr.
Links
Ferienwohnung Rom
Pension Rom
Romaculta
Einladung nach Rom
Ombelico
Die-Römer-Online
Roma Antiqua
Wikipedia
Lange-Weile