
Nguyên Tân Dung.
Nach jahrelangen Spannungen wollen der Vatikan und Vietnam ihre Beziehungen verbessern. Am Donnerstag hat der Papst erstmals in der Geschichte des kommunistischen Landes Ministerpräsident Nguyên Tân Dung empfangen.
Der Besuch bei Benedikt XVI. sei ein "neuer und wichtiger Schritt zur Normalisierung der bilateralen Beziehungen", teilte der Heilige Stuhl anschliessend mit. Auch habe es durch die Öffnung hin zu einer grösseren Religionsfreiheit in dem südostasiatischen Land bereits in den vergangenen Jahren "konkrete Fortschritte" gegeben.
Auch Beobachter in Rom sehen schon seit einiger Zeit Anzeichen für eine Entspannung der Lage und eine mögliche Normalisierung im Verhältnis zwischen dem Kirchenstaat und der Regierung in Hanoi.
Positive Zeichen
Es habe sich "ein Klima des Vertrauens§ gebildet, nachdem im Jahr 2002 erstmals alle 28 Mitglieder der vietnamesischen Bischofskonferenz eine Genehmigung zu einem Besuch in Rom erhalten hatten, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa.
Die Zulassung Vietnams als 150. Mitgliedstaat der Welthandelsorganisation (WTO) sei ebenfalls ein positives Zeichen, hiess es. Dies zeige, dass das südostasiatische Land auf dem Weg einer zunehmenden Einhaltung der Menschenrechte und der Religionsfreiheit sei.
Bei dem Treffen hätten beide Seiten beschlossen, noch ungelöste Probleme durch die "existierenden Dialogkanäle anzugehen und zu lösen", teilte der Vatikan weiter mit. Auch hätten Benedikt XVI. und Nguyên Tân Dung über aktuelle Themen gesprochen, "um sich gemeinsam für den Frieden einzusetzen und die schweren Probleme der Gegenwart anzugehen§.
Der vietnamesische Regierungschef war mit einer neunköpfigen Delegation nach Rom gereist. In der Volksrepublik Vietnam leben etwa sechs Millionen Katholiken, es handelt sich nach den Philippinen um die zweitgrösste katholische Gemeinde Südasiens. In der Vergangenheit gab es immer wieder Berichte über Einschränkungen der Religionsfreiheit.
Quelle: Basler Zeitung
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