
Kirill Serebrennikov.
Der russische Regisseur Kirill Serebrennikov ist beim ersten Filmfestival in Rom mit dem Preis für den besten Film ausgezeichnet worden. Der 1969 geborene Künstler, der als einer der wichtigsten Theaterregisseure seiner Heimat gilt, erhielt den Marc-Aurel-Preis zum Abschluss des Festivals für seinen Streifen "Playing the Victim". Der Film ist eine moderne Adaption von William Shakespeares "Hamlet".
Der Preis wurde von einer 50-köpfigen Publikumsjury unter Vorsitz des italienischen Regisseurs Ettore Scola verliehen. Das Festival von Rom wird in Italien vielfach als Konkurrenzveranstaltung zur Biennale von Venedig gesehen, die seit Jahren unter mangelnder Finanzausstattung leidet.
Als bester männlicher Darsteller wurde in Rom der italienische Schauspieler Giorgio Colangeli für seine Hauptrolle in "L'Aria salata" von Alessandro Angelini geehrt. Die armenische Künstlerin Ariane Ascaride bekam den Preis für die beste weibliche Hauptrolle in "Le Voyage en Arménie" von Robert Guédiguian. Der britische Streifen "This is England" von Shane Meadows bekam den Spezialpreis der Jury. Deutsche Beiträge waren nicht unter den 16 Wettbewerbsfilmen. Allerdings liefen mehrere deutsche Filme, unter anderem "Offset" von Didi Danquart und "The Big Sellout" von Florian Opitz.
Festival im Zeichen des PublikumsDas Festival von Rom stand, im Gegensatz zu Venedig, im Zeichen des Publikums. Zehntausende Römer kauften sich Karten und konnten die Festivalfilme miterleben. Ausgewählte "Laien" saßen in der Jury und entschieden über die Preise.
Auch mehrere Hollywoodstars wie Nicole Kidman, Harrison Ford und Leonardo DiCaprio kamen nach Rom. Während das Festival mit dem neuen römischen Kongresszentrum eine gute Infrastruktur bieten konnte und zugleich über zehn Millionen Euro an Sponsorengeldern verfügte, wird in Venedig seit langem über veraltete Säle und schlechte technische Ausstattung geklagt. Venedig ist das weltweit älteste Filmfestival und gilt neben Berlin und Cannes als weltweit wichtigstes.
Quelle: Tagesschau
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