
Silvia Baraldini.
Nach 25-jähriger Haft in Hochsicherheitsanstalten in New York und in Rom ist die ehemalige italienische Terroristin Silvia Baraldini seit Dienstagabend wieder frei. Die italienische Linke feierte ihre Heimkehr.
Die inzwischen 61-Jährige ist Ex-Mitglied der in den Vereinigten Staaten aktiven linksextremistischen Terrorgruppe "19. Mai". Sie profitierte nun von einem im vergangenen Juli erlassenen Strafnachlass.
"Baraldinis Rückkehr verdanken wir der Regierung Prodi und der italienische Öffentlichkeit, die in all den Jahren unermüdlich für ihre Auslieferung gekämpft haben" betonten Vertreter der kommunistischen Partei. Bei der Mitte-Rechts-Allianz wurde die Freilassung dagegen scharf kritisiert.
Baraldini war 1982 in den USA verhaftet worden. Laut Anklage gehörte sie einer bewaffneten Untergrundorganisation an, in deren Auftrag sie an einem Raubüberfall in New York teilgenommen hat. Dabei wurden drei Polizisten getötet. Baraldini leugnete dies nicht, verriet aber auch nicht ihre Gesinnungsgenossen.
Die hohe Haftstrafe von 40 Jahren hatte Entrüstung in Italien ausgelöst, da Baraldini für keine Bluttaten verantwortlich gemacht worden war. Der Fall hatte zudem öfters zu diplomatischen Spannungen zwischen Italien und den USA geführt.
Quelle: Basler Zeitung
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