In dem Inserat heißt es u.a. wörtlich: "Gestern nazistische Blutbäder, heute israelische Blutbäder." Weiter werden bekannte Orte NS-Gräueltaten in Italien wie Marzabotto oder die Fosse Ardeatine mit Gaza und dem Libanon gleichgesetzt.
Korrektur "verfälschter Informationen"
Der Präsident der UCOII, der seit 40 Jahren in Italien lebende syrische Arzt Mohammed Nour Dakhan, erklärte, seiner Organisation sei es darum gegangen, die "verfälschte Information" der Medien über den jüngsten Libanon-Krieg zu korrigieren. In dieser Information sei nicht mehr klar gewesen, "wer der Angeklagte und wer der Ankläger ist". Im Libanon hätten innerhalb von vier Wochen 1.000 Zivilisten den Tod gefunden, ein Fünftel der Bevölkerung sei ohne Obdach. Außerdem gehe aus auch vom Roten Kreuz bestätigten Krankenhausberichten aus den palästinensischen Gebieten hervor, dass die israelische Armee offensichtlich verbotene Waffen einsetze.
Die Union italienischer jüdischer Gemeinschaften hat den Inhalt des UCOII-Inserats "mit Empörung" zurückgewiesen. Der Versuch, "tragische Augenblicke der italienischen Geschichte und der kollektiven Erinnerung" zu instrumentalisieren, um haltlose Vergleiche mit der aktuellen Situation im Nahen Osten herzustellen, sei anzuprangern, sagte der Vorsitzende der Union, Renzo Gattegna.
Ablehnung bei Regierung und Opposition
In der italienischen Politik war die Ablehnung des UCOII-Inserats sowohl bei Regierung wie Opposition einhellig. Der Generalsekretär der Linksdemokraten (DS), Piero Fassino, bezeichnete die Bezugnahme auf die "nazistischen Blutbäder" als "schändlich"; es handle sich um einen absolut inakzeptablen Vergleich. Wortmeldungen wie das UCOII-Inserat würden nicht nur das Gedenken an den Holocaust mit Füßen treten, sondern auch offensichtlich extremistische Organisationen irreführend als Repräsentanten der Meinung der Moslems erscheinen lassen, stellte der Vizepräsident des Senats, Roberto Calderoli von der rechtspopulistischen Lega Nord, fest.
Quelle: Standard
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