
Russel Crowe im Film "Gladiator".
Echte Gladiatoren aus dem alten Rom würde das Grausen befallen: Die blutrünstigen Kampfszenen in Hollywood-Filmen entsprachen ganz und gar nicht der damals angewandten Kampftradition, berichtet die britische Wissenschaftszeitung "New Scientist".
Kaum Verstümmelungen
Die Kämpfe in der Arena seien zwar grausam gewesen, folgten aber strikten Regeln, zitiert das Blatt die österreichischen Forscher Karl Grossschmidt und Fabian Kanz von der Medizinischen Universität Wien und dem Archäologischen Institut. Mit Computertomografen und gerichtsmedizinischen Mitteln untersuchten sie die Todesursache von 67 Gladiatoren, deren Gebeine in Ephesus in der Türkei gefunden wurden. Dabei zeigte sich, dass nur wenige Körper mehrere Wunden gleichzeitig oder Verstümmelungen aufwiesen.
Nachträglich mit dem Hammer erschlagen?
Das deute darauf hin, dass die Kämpfer nur eine Waffe tragen und nicht über ihre verletzten Gegner herfallen durften, heißt es weiter. Obwohl die meisten Gladiatoren Helme trugen, starben zehn der Untersuchten durch eine quadratische Wunde an der Kopfseite. Sie könnten deshalb erst außerhalb der Arena mit einer hammerartigen Waffe umgebracht worden sein - nicht unbedingt, um sie für einen verlorenen Kampf zu bestrafen, sondern um ihnen wegen unheilbarer Verletzungen einen langen schmerzhaften Tod zu ersparen.
Mit Schiedsrichtern
Damit seien Bilder wie in Ridley Scott's Römer-Epos "Gladiator" kaum authentisch, sagen die Forscher. In dem Film wird die Arena als Ort ungezügelter Gewalt und Verstümmelung dargestellt. Abbildungen auf römischen Kunstwerken zeigten zudem, dass die Gladiatoren nach ihren jeweiligen Fähigkeiten gut abgestimmt ihre Gegner zugeteilt bekamen und Regeln folgten, die von zwei Schiedsrichtern durchgesetzt wurden.
Quelle: T-Online
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