
Der Palatin zwischen Kolosseum und Forum Romanum, der berühmteste Hügel Roms, droht langsam aber sicher zu verfallen. Wenn nicht bald dringend notwendige Restaurationsarbeiten vorgenommen würden, drohten Einstürze und Erdrutsche, berichteten italienische Zeitungen. Deshalb habe das Kulturministerium jetzt entschieden, fast vier Millionen Euro für erste Notmaßnahmen bereitzustellen. Ein Projekt für eine "Globaltherapie" des Palatin läge bereits seit rund zehn Jahren vor, jedoch habe es bisher immer an den finanziellen Mitteln gemangelt, um die Arbeiten zu beginnen, berichtete die Zeitung "Il Messaggero".
"Der
Palatin ist krank", titelte das Blatt. Der "Corriere della Sera" sprach
von "einer Wende beim größten Problem der römischen Archäologie".
Jedoch seien langfristig mindestens 130 Millionen Euro nötig, um den
Hügel zu retten, sagte Kulturminister Rocco Buttiglione. Erst im
November war nach heftigen Regenfällen eine kleine Mauer eingestürzt,
an vielen der historischen Bauwerke und Torbögen sind Risse zu
erkennen, während das berühmte Haus des Augustus - die Residenz des
römischen Kaisers - schon lange baufällig ist und für Touristen aus
Sicherheitsgründen geschlossen wurde.
Der Palatin gilt als der erste Hügel, der in der Antike besiedelt
wurde. Der Legende nach soll Romulus die Stadt 753 v. Chr. dort
gegründet haben. Später ließen Adelige und Kaiser hier ihre Paläste und
vornehmen Häuser bauen. Den Palatin mit seinen herrlichen Gärten können
Touristen heute mit der Eintrittskarte für das Kolosseum besuchen. Die
Besucherzahlen steigen ständig und belaufen sich derzeit auf etwa vier
Millionen im Jahr.
Quelle: Der Standard
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