
Die Lateranbasilika (ursprünglich: Basilika des Allerheiligsten Erlösers, heute San Giovanni in Laterano) ist eine fünfschiffige Säulenbasilika. Der heutige Grundriss geht noch auf die Gründung Konstantins im 4. Jh. zurück, allerdings wurde die Kirche vom 16. bis zum 18. Jh. barockisiert. Insbesondere die monumentale Fassade stammt aus dieser Zeit. Gegenwärtiger Erzpriester der Patriarchalbasilika ist Kardinal Camillo Ruini.
Die Türen des Hauptportals stammen von der antiken Kurie auf dem Forum Romanum; sie demonstrieren als Spolien Übergang und Kontinuität der Herrschaft in Rom im Papsttum.
In dem im Mittelalter erweiterten und mit einer neuen Apsis versehenen Chor befinden sich Mosaiken von Jacopo Torriti und Jacopo da Camerino aus den Jahren 1288 bis 1292. Sie wurden wie jene in Santa Maria Maggiore von Papst Nikolaus IV. in Auftrag gegeben. In das ursprüngliche Mosaik wurden bei dieser Restauration die Figuren der Heiligen Franz von Assisi und Antonius von Padua eingefügt, da Nikolaus IV. Generalminister der Franziskaner gewesen war.
Über dem Hauptaltar erhebt sich ein Ziborium von 1367 mit den mutmaßlichen Häuptern von Petrus und Paulus. Diese wurden von Urban V. aus ihrer ursprünglichen Ruhestätte, der Sancta Sanctorum entfernt und in das neuerrichtet Ciborium versetzt.
In der Kirche befinden sich zahlreiche Papstgrabmäler, in der Confessio ruht Papst Martin V.. Durch diese Grablege demonstriert der erste unumstrittene Papst nach dem Großen Abendländischen Schisma die Kontinuität des Papsttums in seiner römischen Bischofskirche; zu seiner Zeit war die eigentlich Grablege der Päpste die vatikanischen Basilika. Auch andere fanden in der Basilika ihre letzte Ruhestätte, wie Klemens XII., aus dessen Zeit die Fassade der Kirche stammt, außerdem: Sergius III., Silvester II., Sergius IV., Alexander III., Klemens XII., Leo XIII. Die Gräber zahlreicher anderer Päpste sind verloren gegangen.
Der Kreuzgang
Er gilt als einer der schönsten Roms und wurde 1215 bis 1232 errichtet. Die ca. 36 m langen Arkadengänge wurden mit reich ornamentierten, zum Teil gedrehten Säulen ausgestattet; sie demonstrieren kosmatisches Zierwerk in Reinform. An den Wänden sind Reste aus der alten Basilika (vor dem Umbau durch Borromini) angebracht, darunter Teile des Grabmals eines im 13. Jahrhundert verstorbenen Kardinals von Arnolfo di Cambio, Teile des ehemaligen Magdaleneziboriums, die heute einen alten Bischofssitz einfassen.
Das Baptisterium
Das heute achteckige Baptisterium des Laterans ist wohl das älteste der Christenheit und gilt als Prototyp aller Baptisterien. Es wurde um das Jahr 315 von Konstantin vermutlich ursprünglich rund errichtet. Obwohl es mittlerweile vielfach umgestaltet worden ist, zeigt es aber noch einige Reste antiker Mosaike und die antiken Säulen aus ägyptischem Porphyr. Auch eine Bronzetür des 5. Jahrhunderts aus der Zeit des römischen Bischofs Hilarius hat sich erhalten. Sie ist eine der letzten ihrer Art, die in der Antike in Rom gefertigt wurden.
Das Baptisterium war Teil einer großen Anlage von Kapellen, die dem hl. Stephanus, dem hl. Hilarius und dem hl. Kreuz geweiht waren; auch sie mußten dem großen Umbau des gesamten Komplexes weichen und sind nur noch auf alten Plänen oder Zeichnungen vorhanden; für sie stellt die Biblioteca Vaticana ein unerschöpfliches Reservoir dar.
Alter Lateranspalast
Der im Jahre 1308 durch einen Brand beschädigte mittelalterliche Lateranspalast stellte ein Konglomerat der verschiedensten Gebäude dar: Neben Wohn- und Repräsentationsräumen, gab es mehrere Kapellen, mehre Speisesäle Triclinien, Kreuzgänge, Aulen und eine weitere Vielzahl an Räumen, deren Funktion bis heute noch nicht geklärt werden konnte, deren Existenz jedoch aufgrund von Plänen oder Bilddarstellungen bekannt sind. Mit dem Umzug der Päpste nach Avignon im Jahre 1309 war das Schicksal dieses Palastbaus besiegelt: Trotz zahlreicher Renovierungsarbeiten, für die aus Avignon die Anweisungen kamen, verfiel das Gebäude. Als die Päpste aus Avignon zurückkehrten, kehrten sie dem Palast als ideeler Hauptresidenz den Rücken: mit dem definitiven Umzug in den vatikanischen Palast betonten sie ihre Stellung als universaler Bischof, denn ihre Herrschaft über Rom - für die der Lateran als Symbol galt - war weitestgehend gesichert. Erst Papst Sixtus V. ließ den Palast abreißen - was ihm die Humanisten seiner Zeit äußert übelnahmen - und ließ als Reste nur die Sancta Sanctorum und ihre Fundamente in einem neuen Bau zusammen mit der Scala Santa fassen.
Neuer Lateranspalast
Auch der neuere Lateranspalast, der unmittelbar an die Lateransbasilika angrenzt, wurde im Auftrage von Papst Sixtus V. errichtet, stammt also aus dem 16. Jahrhundert. Er ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich und beherbergt heute Vatikanische Behörden.
Am 11. Februar 1929 wurden hier die Lateranverträge zwischen dem Heiligen Stuhl und dem damaligen Königreich Italien (vertreten durch den faschistischen Ministerpräsidenten Benito Mussolini) abgeschlossen.
Quelle: Wikipedia
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