Ein Meisterwerk von Michelangelo: Die Sixtinische Kapelle

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Das Tonnengewölbe der Sixtinischen Kapelle wurde von Michelangelo zwischen 1508 und 1512 freskiert. Die Gesamtfläche beträgt 520 Quadratmeter.

Die Sixtinische Kapelle wurde von Giovanni de’ Dolci unter Papst Sixtus IV. in den Jahren 1477 bis 1482 als päpstliche Hauskapelle erbaut, wobei ihr die in der Bibel (im Buch der Könige) beschriebenen Idealmasse des Salomonischen Tempels - die Länge entspricht der doppelten Höhe sowie dreifachen Breite - zugrunde gelegt wurden (40,93 x 20,70 x 13,41 m).

Das am 15. August 1483 der Jungfrau Maria geweihte Gotteshaus dient traditionsgemäss als zeremonielles Zentrum des Vatikans, in dem die Versammlungen der Kardinäle und das Konklave zur Wahl eines neuen Papstes stattfinden sowie Hochämter gefeiert werden.

Der Innenraum des mittelalterlichen Baus zählt mit seinen einzigartigen Fresken zu den Weltkulturgütern. Die horizontal dreigeteilten Wände weisen in der unteren Reihe gemalte Vorhänge sowie darüber in einem Band von zwölf Bildern Szenen aus dem Leben Christi und Moses’ auf, die von Meistern der florentinischen Frührenaissance wie Botticelli, Rosselli, Peruginio, Ghirlandaio und Signorelli geschaffen wurden.

Das ursprüngliche Deckengemälde von Pier Matteo d’Amelia zeigte als Himmelswölbung Sterne auf einem nachtblauen Untergrund. Als 1503 Julius II. «Sixtus» Neffe, zum Papst gewählt wurde, liess dieser die mittlerweile als unpassend empfundene Darstellung übermalen. Der Auftrag ging an den in der Toskana geborenen Bildhauer und Maler Michelangelo Buonarroti (1475-1564), der sich zunächst mit dieser Arbeit überfordert fühlte, 1508 dann aber doch die Herausforderung annahm. Bis 1512 malte er an der Decke eine fingierte Architektur mit Pfeilern und Marmorbändern, in die er neun Bilder mit Szenen aus der Schöpfungsgeschichte einfügte. In den Zwischenfeldern wurden auf Marmorthronen Propheten und Sibyllen, in den Zwickeln und Lünetten die Ahnen Christi sowie darüber ignudi, nackte Figuren mit aus Papstsymbolen und Medaillons gewobenen Girlanden abgebildet.

1533 erhielt Michelangelo von Papst Clemens VII. den Auftrag, an der Altarwand der Sixtina eine Darstellung des Jüngsten Gerichts zu malen, die 1541 fertiggestellt war. Das 180 Quadratmeter grosse Werk zeigt in seinem Zentrum Christus als Weltenrichter, der die Gerechten in den Himmel erhebt und die Sünder in die Hölle verdammt.

Als Michelangelo 1564 fast neunzigjährig in Rom starb, wurde Daniele da Volterra beauftragt, im Jüngsten Gericht die Darstellungen männlicher Nacktheit mit Tüchern zu übermalen, wofür er den Spitznamen "il braghettone" (der Hosenmacher) erhielt.

Zum 500. Geburtstag Michelangelos beschloss der Vatikan 1975, die im Laufe der Jahrhunderte durch Regenwasser, Risse sowie Übermalungen von Restauratoren in Mitleidenschaft gezogenen Fresken einer grundlegenden Restaurierung zu unterziehen. Dabei wurden nicht nur die Patina der vergangenen Jahrhunderte, sondern auch die meisten "Textilstücke" entfernt, mit denen die Blössen der Figuren bedeckt worden waren.

Seit Abschluss der kosten- und zeitintensiven Arbeiten präsentiert sich der Innenraum der Sixtinischen Kapelle wieder in seiner ursprünglichen, verblüffend farbkräftigen Gestalt, die täglich von unzähligen Besuchern aus aller Welt bewundert wird.

Eine ganz spezielle und individuelle Führung durch die sixtinische Kapelle bietet übrigens der Kunsthistoriker Alessandro Canestrini. Weitere Informationen bei romaculta.

Müde von der Besichtigung dieses Juwels ist es schön, wenn man sich in ein Zimmer oder eine Ferienwohnung zurückziehen kann. Diese gibt's bei Romehome oder Romabed.

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