Ein vergessene Landschaft nicht weit von Rom: Die Tuscia

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Die Tuscia ist eine liebliche Landschaft Mittelitaliens, die vom großen Touristenstrom verschont geblieben ist. Die Gegend hat aber nicht nur unvergleichliche Kunst- und Kulturschätze zu bieten, sondern verspricht auch auf gastronomischem Gebiet ein Geheimtipp für Insider zu werden.

Tuscia (auf deutsch "Tuszien") ist die antike Bezeichnung für das Gebiet Südetruriens. Es liegt zwischen dem tyrrhenischen Meer, der Toskana und Umbrien. Hier befiden sich die berühmten archäologischen Ausgrabungen von Vulci, Tuscania und Tarquinia. Nördlich liegt die sanfte Hügelkette der Colli Cimini mit dem Lago di Vico, die Hügel der Colli Volsini mit dem Bolsena-See und die Stadt Viterbo. Östlich von Tuszien verläuft das mittlere Tibertal. Die Gegend ist ländlich geprägt; die ausgedehnten Olivenhaine, Haselnussplantagen und Weinreben bestimmen das Landschaftsbild.


Im Vergleich mit der Toskana erscheint Südetrurien rauer und wild-romantisch. Das geographische Landschaftsbild wird von tiefen Schluchten, hohen, kantigen Tuffsteinfelsen und engen, kurzen Tälern bestimmt. Morphologisch könnte man sie mit einem Handrücken mit gespreizten Fingern vergleichen: radial gelagerte Tuffsteinrippen, dazwischen tiefe Schluchten, alles mit einem Hochplateau verbunden.

Die treffendste Beschreibung der Tuscia ist 1870 vom preußischen Gelehrten Ferdinand Gregorovius formuliert worden. In der Campagna Romana nördlich von Rom, herrsche "ein vulkanisch durchrissenes Hochland vor mit weiten Einöden von ernster und melancholischer Natur, die geheimnisvoll erscheint. Das geschichtliche Leben ist hier meist spurlos geworden."

Am 28.Oktober 1786 beschreibt Johann Wolfgang v. Goethe (1749-1832) der vom Norden kommend die Via Flaminia Richtung Rom entlangfuhr, die Gegend folgendermaßen:

"... man (befindet) sich im vulkanischen Terrain (...). Die Chaussee, die von der Höhe nach Città Castellana geht, von eben diesem Stein, sehr schön glatt gefahren, die Stadt auf vulkanischen Tuff gebaut, in welchem ich Asche, Bimsstein und Lavastücke zu entdecken glaubte. Vom Schlosse ist die Aussicht sehr schön; der Berg Soracte steht einzeln gar malerisch da, wahrscheinlich ein zu den Apenninen gehöriger Kalkberg. Die vulkanisierenden Strecken sind viel niedriger als die Apenninen, und nur das durchreißende Wasser hat aus ihnen Berge und Felsen gebildet, da denn herrlich malerische Gegenstände, überhangende Klippen und sonstige landschaftliche Zufälligkeiten gebildet werden."

Goethe sah bei dieser Gelegenheit den Monte Soratte, die einzige größere Erhebung der Gegend. Der Kalkberg ragt wie ein versteinertes Schiff aus der Hügellandschaft heraus.

Ausführliche Informationen gibt es bei Romaculta.

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Goethe in Rom, am 7. November 1786

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