Freitag, 3. Februar 2012
Roms Zeichner glänzen in München
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Annibale Carracci Umkreis, Schreibender Knabe (Evangelist Johannes?), o.J.
Spricht man von den „Deutschrömern“, so meint man damit im engeren Sinne eine Gruppe von Künstlern, die in den Jahrzehnten um und nach 1800 aus dem Norden in die Ewige Stadt am Tiber eilten, sich häufig für viele Jahre oder sogar lebenslang dort ansässig machten und sich sowohl von der italienischen Kunst der Alten als auch von Landschaft, Licht und Kultur der Mittelmeerhalbinsel inspirieren ließen. Der Drang von Künstlern nördlich der Alpen nach Rom ist jedoch viel älter und erreicht einen ersten Höhepunkt in der zweiten Hälfte des 16ten Jahrhunderts. Verantwortlich dafür waren die politischen und religiösen Verhältnisse in Mitteleuropa: Während sich der Norden in ärgerlichen Glaubensstreitigkeiten aufrieb und das künstlerische Leben dadurch erheblich beeinträchtigt war, stellte das Konzil von Trient den mediterranen Raum auf ein festes katholisches Fundament. Davon profitierten notwendigerweise auch Architektur, Malerei und Plastik: Rom, Sitz des Hauptes der katholischen Christenheit, wurde ein Magnet für Künstler aus aller Herren Länder und blieb es für die kommenden drei Jahrhunderte.
Der ersten Hälfte dieser Zeitspanne römischer Kunst, zwischen etwa 1550 und 1700, widmet sich nun eine Ausstellung mit Beständen aus der Staatlichen Graphischen Sammlung in der Pinakothek der Moderne in München. Präsentiert wird ein Querschnitt durch das zeichnerische Schaffen von Künstlern, die aus Rom stammten oder nach Rom gekommen waren. Da tauchen so illustre Namen wie Federico Zuccari, Gian Lorenzo Bernini, Pietro da Cortona, Annibale Carracci oder Carlo Maratta auf, denen sich Meister aus dem Norden wie Adam Elsheimer, Nicolas Poussin, Paul Bril, Claude Lorrain oder Johann Heinrich Schönfeld hinzugesellen. Insgesamt circa 150 Blätter von Spätrenaissance bis Hochbarock illustrieren eine an künstlerischen Entwicklungen außerordentlich reiche Zeit, die hinsichtlich der Gattung Zeichnung überdies als eine der glanzvollsten der Kunstgeschichte gelten kann.
Die Ausstellung „Zeichner in Rom 1550-1700“ läuft vom 2. Februar bis zum 13. Mai. Die Pinakothek der Moderne hat dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr, donnerstags zusätzlich bis 20 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 10 Euro, ermäßigt 7 Euro. Der Katalog kostet im Museum 36 Euro.
Pinakothek der Moderne
Barerstraße 40
D-80333 München
Telefon: +49 (0)89 – 23 805 360
Quelle: Kunstmarkt.com
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von: romehome
Geändert am 3. Februar 2012 um 16:00 Edler Zuwachs für das Museum Etruskischer Kunst in Rom

Vorbildlich renoviert: die römische Villa Poniatowksi.
Die seit Jahren angestrebte Erweiterung des Nationalmuseums für Etruskische Kunst in der Villa Giulia in Rom ist vollbracht. Ein Teil der Exponate konnte in die benachbarte Villa Poniatowski umsiedeln.
Rom hat den Etruskern viel zu verdanken. Sie stellten drei der sieben Könige, die Rom von der Gründung der Stadt 753 v. Chr. bis 510 v. Chr. lenkten. Der letzte war Lucius Tarquinius Superbus, dessen Verbannung das Ende der Monarchie und den Beginn der römischen Republik markierte. Doch erst zwei Jahrhunderte später gelang den Römern der entscheidende Schritt zur Unterwerfung der Rivalen. Nach zehnjähriger Belagerung nahmen sie 396 v. Chr. Veji, die Hochburg der Etrusker, ein. Die antike Stadt erfährt heute eine Auferstehung dank der vorbildlichen Neuordnung des Museo Nazionale Etrusco di Villa Giulia.
Statt eng zusammengepfercht oder in Depots verstaut wie einst, werden die Zeugnisse der hohen Kunst der Etrusker endlich gebührend präsentiert. So ist der berühmte Apoll des Tempels von Veji, eine atemberaubende Terrakottastatue aus dem sechsten Jahrhundert v. Chr, nun von Funden umgeben, die etwas über die Menschen erzählen, die den Sonnengott verehrten. Grabbeigaben aus verschiedenen Nekropolen veranschaulichen ihr Selbstverständnis, andere Objekte geben Aufschluss über die Bestattungsriten: So wurde die Asche hochrangiger Persönlichkeiten in bronzenen Urnen auf einem vierrädrigen Karren zur letzten Ruhestätte getragen.
Die Ausführlichkeit, mit der Sitten und Bräuche der Etrusker vor Augen geführt werden, ist Frucht eines Projekts, das schon 1972 in Angriff genommen wurde. Nur: Gut Ding braucht Weile. Und natürlich Geld. Da dies bereits vor geraumer Zeit beantragt war, kam es zwar spärlich, aber es kam. Bei den heutigen Sparmaßnahmen hätte der Kulturhaushalt vermutlich kaum die notwendigen 20 Millionen Euro bereitstellen können.
Die Villa Giulia, in der die Kunst der Etrusker seit 1889 aufbewahrt wird, war dank späterer Funde zu klein geworden. Für die Erweiterung fiel die Wahl auf die benachbarte Villa Poniatowski. Sie wurde einst von dem Meister des italienischen Klassizismus, Giuseppe Valadier, für Fürst Stanislaus Poniatowski, einen Neffen des polnischen Königs, errichtet. Aber die Villa war 1871 in den Besitz der Familie Riganti gekommen, die in den kunstvoll dekorierten Sälen unter anderem Tierhäute gerben ließ, bevor sie sie dem Verfall anheimgab. Der Enteignungsprozess dauerte rund 15 Jahre, weitere zehn verstrichen, ehe 1998 die Restaurierungsarbeiten begannen. 2001 wurde die Villa dem Publikum zugänglich gemacht, um sie kurz darauf wieder zu schließen.
Nun, weitere zehn Jahre später, gehört die Villa offiziell zum Etruskischen Nationalmuseum und widmet sich insbesondere dem Volk der Latiner, die ähnlich wie die Etrusker an der Wiege der römischen Kultur Pate standen. Zu den bedeutendsten Funden zählen Reste eines Tempels, welcher der Mater Matuta, der Göttin des Frühlings, der Geburt und des Wachstums, geweiht war. Über die Bestattungsriten gibt ein monumentaler, aus Eichenholz geschnitzter Sarkophag Auskunft.
Wer nach dem Betrachten so außergewöhnlicher Zeugnisse der Zeit noch mehr über sie erfahren möchte, wird in der ebenfalls neu eingerichteten Bibliothek fündig. 17.000 Bände zur Etruskologie und Altrömischen Zeit stehen hier dem Wissbegierigen zur Verfügung.
Quelle: derStandard.at
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von: romehome
Freitag, 13. Januar 2012
Restaurierung des Kolosseums droht zu scheitern
Hintergrund sind Ermittlungen wegen etwaiger Unregelmäßigkeiten bei der Vergabe des Sponsorenvertrages, wie das Kulturministerium mitteilte. Ressortchef Lorenzo Ornaghi habe den Unternehmer gebeten, einen eventuellen Rückzug noch mal zu überdenken, hieß es weiter.
Vor knapp einem Jahr hatte Della Valle, Chef des Schuh- und Luxusgüterkonzerns Tod´s, als alleiniger Geldgeber den Vertrag mit der hoch verschuldeten Stadt unterschrieben. Im Gegenzug für die Investition darf der Unternehmer an dem fast 2000 Jahre alten Amphitheater, das jährlich mehr als fünf Millionen Besucher anlockt, für seine Produkte werben.
Eine Gewerkschaft macht nun aber geltend, die Vergabe sei nicht transparent gewesen, und löste damit eine Untersuchung aus, an der sich auch Italiens höchstes Verwaltungsgericht beteiligt. Die Ermittlungen stehen noch am Anfang, und bislang sind nach Medienberichten keine Unregelmäßigkeiten entdeckt worden.
Die Restaurierung des stark verschmutzten und verwitterten Bauwerks hätte eigentlich schon im vergangenen Monat beginnen sollen, nun ist von März die Rede. Die Arbeiten sollen rund zwei Jahre dauern.
Quelle: FOCUS ONLINE

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von: romehome
Geändert am 13. Januar 2012 um 11:52 Montag, 9. Januar 2012
Rom: Retrospektive auf das Werk von Barbieri
Der Palazzo Barberini in Rom.
In dem Palazzo der Fürstenfamilie Barberini in Rom ist heute die Nationalgalerie für alte Kunst. Sie zeigt eine Retrospektive auf das Werk des frühbarocken Malers Giovanni Francesco Barbieri. Der Künstler wurde "Il Guercino", der Schieler, genannt und war ein Meister der Kontraste.
Zwei Männer, eine bukolische Landschaft mit Bäumen und Wolken und dazu ein großer Totenkopf. Der Maler platzierte ihn auf einem anscheinend in der Antike behauenen und mit den Jahrhunderten verfallenen Steinblock. Der Totenschädel scheint den Bildbetrachter anzuschauen, während die beiden Männer, aufgrund ihrer Kleidung als Hirten zu erkennen, das menschliche Relikt ansehen. Der eine zeigt sich entsetzt und klammert sich an seinen Hirtenstab, der andere Mann, etwas jünger, betrachtet das Memento mori melancholisch gefasst. Auf dem Steinblock aus der Antike stehen die Worte "Et in Arcadia ego", zu Deutsch: auch ich in Arkadien.
Giovanni Francesco Barbieri, Guercino genannt, malte dieses Gemälde wahrscheinlich 1618. Der Maler war demnach 27 Jahre jung. Ein rätselhaftes Sujet für einen jungen Künstler. Ein Bild das Fragen aufwirft und seit Generationen Kunstexperten beschäftigt. Auch den Renaissancefachmann Vittorio Sgarbi:
"Ein Gemälde, das auf den Betrachter einen Schatten düsterer Ahnungen von Tod und Vergehen wirft. Das macht den ganzen Reiz dieses Kunstwerks aus. Das Bild kann auf zweifache Weise interpretiert werden. Entweder: 'auch in Arkadien existiert der Tod' oder aber der Totenkopf will uns mitteilen: 'auch ich lebte in Arkadien'. Dass wir immer noch über dieses Bild rätseln, beweist die Fähigkeit des Künstlers zeitlos zu faszinieren."
"Et in Arcadia ego" von Guercino gehört seit 1644 zu den Sammlungen der Fürstenfamilien Barberini. In dem mächtigen Palazzo dieser Papstfamilie ist heute die Nationalgalerie für alte Kunst untergebracht. Erst vor wenigen Monaten öffnete dieses Museum neue Säle, um seine in Magazinen aufbewahrten Schätze zu zeigen. Doch immer wieder müssen einige Museumssäle geschlossen bleiben, weil Geld für ausreichend Aufsichtspersonal fehlt. Umso erstaunlicher die Nachricht, dass das klamme Museum, immerhin eine der wichtigsten Gemäldegalerien Italiens, die Finanzmittel erhalten hat, um einen Maler zu würdigen, der einer der ganz Großen der italienischen Kunstgeschichte war, der aber leider immer noch im Schatten seiner Zeitgenossen Caravaggio und Guido Reni steht, meint Ausstellungskuratorin Rosella Vodret:
"Diese Ausstellung findet in Rom statt, weil Guercino hier seine volle malerische Reife erlangte, auch wenn er Zeit seines Lebens eng mit seinem Heimatort Cento und dem benachbarten Bologna verbunden blieb. Aber in Rom wird seine Malweise zunehmend durch Licht und Klarheit in der Anordnung der Bildobjekte bestimmt. Hier in Rom erhält seine Karriere den vollkommen Schliff."
Als sein Gönner Kardinal Alessandro Ludovisi 1621 als Gregor XV. Papst wird, ruft er den Maler gleich nach Rom. Die Schaffensperiode in Rom ist durch Gemälde gekennzeichnet - "Magdalena und die zwei Engel" oder die "Sibilla" - die die theatralische Dramatik vorhergehender Jahre hinter sich läßt. Guercino überwindet das leicht Gekünstelte des späten Manierismus und wird zu einem der wegweisenden Theoretiker der italienischen Barockmalerei.
1623, nach dem Tod seines päpstlichen Mäzens, kehrt Guercino nach Cento zurück und zieht schliesslich nach Bologna. In Cento begann er als enfant prodige seine Karriere: schon als Siebenjähriger zeichnete er mit der Begabung eines Erwachsenen.
"Wir zeigen Zeichnungen und Gemälde aus der gesamten Schaffenszeit Guercinos, der übrigens so genannt wurde, der Schieler, weil sein rechtes Auge infolge eines Unfalls fortan geschielt haben soll. Interessant ist, dass dieser Maler ein Autodidakt war: Er hielt es nie lange bei einem Lehrer aus. Eine für seine Zeit recht ungewöhnliche Künstlervita."
Beim Gang durch die Ausstellungssäle des Palazzo Barberini wird deutlich, dass Guercino mit zunehmendem Alter ein Experte des sogenannten "chiaroscuro" wurde, des Hell-Dunkel-Kontrasts in der Darstellung. Aber anders als bei Caravaggio, dem unbestrittenen Meister dieser Kontrastmalerei, fällt sie bei Guercino gemäßigter aus, weniger radikal und extravagant. Wie punktuell Guercino die Hell-Dunkel-Darstellung einsetzt, und damit zum Vorreiter einer über Caravaggio hinausgehenden barocken Malweise wurde, macht "Die Vision des Heiligen Bruno" von 1647 deutlich: Hell sind der Heilige und die Mutter Gottes dargestellt, dunkel hingegen der ferne Himmel, der in der Intention des Malers vom wahren Glauben noch erhellt werden muss.
Quelle: dradio.de
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Geändert am 9. Januar 2012 um 10:19 Freitag, 6. Januar 2012
Die Spitzenverdiener unter den europäischen Volksvertretern sitzen in Rom

Rekordbezüge, Gratisflüge, Steak für 2,78 Euro - Italiens Parlamentariern (hier beim Weihnachtskonzert im Senat) geht es ausgezeichnet.
Italiens Parlamentarier sind die Spitzenverdiener unter den Volksvertretern Europas. Die Nachricht überrascht in Italien niemanden, aber nun ist es zum ersten Mal amtlich. Was bisher nur Zeitungen vorgerechnet hatten, stellt ein offizieller Bericht fest: Die Bezüge italienischer Deputierter und Senatoren summieren sich auf mehr als 16 000 Euro monatlich. 11 300 Euro davon sind Grunddiäten, die zum Beispiel bei Bundestagsabgeordneten bei rund 7600 Euro liegen. Die Bezahlung und die zahlreichen Privilegien "der Kaste", wie die politische Klasse gern abschätzig genannt wird, sind Dauerthema in Italien.
hnehin mussten normale Bürger schon mit sinkenden Reallöhnen zurechtkommen. Nun kommen wegen der harten Sparprogramme der neuen Regierung Leistungskürzungen und schmerzhafte Abgaben- und Steuererhöhungen auf sie zu. Dass bei den Rentnern gespart wird und die Parlamentarier nicht mit gutem Beispiel vorangehen, halten viele für skandalös. Erst recht, weil die Parlamentarier noch andere Vergünstigungen genießen. Krankenversicherungen gehören dazu, kostenlose Flüge sowie privilegierte Pensionsregelungen. Von einem besonders absurden Privileg mussten sich die Senatoren schon Ende August verabschieden. Ihr Restaurant im Palazzo Madama war legendär - für gute Küche und Preise auf Vorkriegsniveau. Für 2,78 Euro konnten die Senatsmitglieder dort ein Steak verspeisen, das Rindsfilet kostete 5,53 Euro. Für die wahren Kosten kamen die Steuerzahler auf, die Senatoren durften sich bei ihren Mahlzeiten zu 87 Prozent von ihnen eingeladen fühlen.
Das war nicht mehr zu rechtfertigen, so trat nach der Sommerpause die Order in Kraft, dass die Restaurantpreise ungefähr auf Marktniveau steigen müssen. Viele Senatoren begnügen sich seither mit Reisgerichten oder kommen gar nicht mehr. Das Senatsrestaurant ist jedenfalls am Ende, und die Rechnung bezahlen die Mitarbeiter: Der Betreiber des ehrwürdigen Lokals musste neun von ihnen vor Weihnachten kündigen.
Die Parlamentarier beider Kammern stehen unter öffentlichem Druck und wissen, dass sie den Rotstift bei sich ansetzen müssen. Änderungen etwa bei den Pensionen und Übergangsgeldern sind im Gang. Doch ehe sie ihre Bezüge ändern, wollten sie abwarten, was der Chef der nationalen Statistikbehörde Istat in seinem Bericht herausfindet. Istat-Präsident Enrico Giovanni sagt, er habe sich sehr schwergetan mit dem europäischen Vergleich. Kein Parlament ist strukturiert wie das andere, genauso wenig die Bezüge und Aufwandsentschädigungen.
Ausführlicher Berichte bei Süddeutsche.de
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von: romehome
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