you better don't think.
ich weiß nicht, wie es mir wirklich geht. eigentlich gut. man merkt mir die trennung nicht an. gar nicht. jedoch realisiere ich es vielleicht einfach noch nicht, weil wir uns ohnehin so selten gesehen haben in der zeit vor der trennung. übergang gleitend. am freitag hab ich mich abschleppen lassen, freiheit feiern, ablenkung, spaß, vielleicht auch trotz und ego-push. es klappt also eigentlich alles wunderbar. ich bin gefasst. ich weiß nicht, ob es nur verdrängung ist. denn wenn ich länger nachdenke, fehlst du mir doch mehr, als ich das gerne hätte. wenn ich länger nachdenke, nur ein bisschen länger, dann kommen mir die tränen.
ultimatum.
gestern habe ich eine theorie aufgestellt: du willst keine beziehung momentan, sie passt dir nicht in den kram. früher in münchen konntest du immer mit deinen freunden mädels aufreißen und spielchen austesten, wie du es mir immer erzählt hast. jetzt in münchen stehe ich im weg. was aber noch viel mehr im weg steht ist, dass ich dir anscheinend nicht gleichgültig bin, im gegenteil. du weißt nicht, was du willst. einerseits willst du die freiheit, die dir wieder etwas gemeinsames mit deinen freunden gibt, andererseits willst du mich nicht verlieren (und die anziehungskraft ist auch noch vorhanden). weil das nun aber beides gleichzeitig so nicht funktioniert, suchst du dir anhaltspunkte, die -zugegebenermaßen- zwar zutreffen, aber weitaus nicht so gravierend sind, wie du sie darstellst, geschweige denn grund, wirklich grund, schluss zu machen.
ich glaube, jetzt bist du einmal der jenige, der an sich arbeiten muss, denn ich habe schon einiges an mir verbessert und ich brauche keine aufreißereien und spielchen mit 20 verschiedenen leuten, um mein ego zu pushen. ich erinnere da nur an deinen satz in unserem letzten telefonat "ich glaube, du musst wirklich mal an deinem selbstbewusstsein arbeiten."
ratlosigkeit.
gestern nacht um zwölf habe ich dich also doch angerufen. ich dachte, noch einen tag mit dieser ungewissheit überstehen und dabei scheißfreundlich das hoteltelefon abzunehmen, würde nicht mehr wirklich klappen. ob das letztendlich heute der fall ist - gute frage. eigentlich ist alles einleuchtend, was du sagst. "du bist doch auch etwas wert und musst doch einen gewissen stolz haben, dass du nicht geplante sachen verschiebst, wenn ich dich frag, ob du zeit für mich hast." ja. was soll man da noch sagen. ich bin so und eigentlich finde ich es schrecklich. ich würde so gern ins telefon schreien und sagen, ab morgen ändere ich mich. aber ich bin zu stolz dafür, ein bisschen hab ich doch noch. was du jetzt weiter willst, frage ich, denn ich will die beziehung. wie das funktionieren soll, weiß ich zwar nicht, du auch nicht, deswegen lässt du es offen. "ich will aber nicht, dass du auf mich wartest." das war der schlimmste satz des ganzen telefonats, eigentlich selbsterklärend und doch wieder so flau und vage. ich meine, du kannst nicht mit mir so oft schluss machen, wie du willst und wieder zurückkommen, was dich verunsichert. du fragst mich, warum ich dich eigentlich so mag, obwohl du so gemein zu mir bist. ich antworte, ich wüsse es nicht, gefühle könne man eben nicht erklären, und warum du mich denn mögest, wenn ich dir doch keine grenzen setze. "weil du einfach ein total liebenswerter mensch bist." "na dann lieb mich doch einfach," antworte ich. du sagst "ja" und lächelst ins telefon, während deine stimme endlich einen weicheren klang bekommt. "ach lina... ich will dich als menschen nicht verlieren." fazit: du liebst mich, ich dich. zum ende sage "duu... nicht weinen, es wird alles gut. schlaf gut." wir verbleiben nach einer stunde gespräch offen, ich bin nicht viel schlauer als zuvor, nur um ein paar tränen leichter.
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