Manie als Kunst

Am meinem 55sten Geburtstag am 28.2.2008 war auf den Tag genau nach 25 Jahren mein Schweigegelöbnis beendet. Meine Psychiatrieakte wie die Gerichtsunterlagen sind nicht nur Fiktionen paranoider Psychiatergehirne, sondern auch Teil meiner Kunstakte. Seit meiner ersten Einlieferung in die Psychiatrie nach meiner sozialen Plastik „Menschensohn" während einer Morgenmesse am 10.8.1983 in meiner Taufkirche erkläre ich unter Zeugen, daß ich Kunst mache. Wie die Odyssee Homers war meine Kunstodyssee auf zwanzig Jahre angelegt. Wie in der Odyssee gibt es an Stelle der vierundzwanzig Gesänge vierundzwanzig teilweise mehrwöchige Kunstperformances und Happenings. Als Konzept- und Aktionskünstler in der Tradition des Futurismus, Surrealismus, Fluxus, Situationistische Internationale und Narren seit Don Quichote und Shakespeare bis ins Foolsmovement der Siebziger hinterlies ich bei tausenden einen bleibenden Eindruck. Meine Schauspielkunst fußte auf Grotowski und Stanislawski wie meine Inszenierungen auf der attischen Tragödie, dem epischen Theater der Verfremdung Brechts und Antonin Artauds Theater der Grausamkeit geschuldet waren. Kein Psychiater war je an den theoretischen Kunstreflexionen interessiert ganz in der Tradition ihrer früheren Kollegen zur Zeit der entarteten Kunst. Totschweigen und konsequente Kommunikationsverweigerung als Form des systematischen Psychoterrors war ihre Strategie und Methode. Zum fünfundzwanzigsten Jahrestag meiner psychiatrischen und politischen Verfolgung werde ich mein zugundeliegendes Kunstmanifest und Kunstkompendium meiner Aktionen „Manie als Kunst" veröffentlichen.

 

Bisher keine Kommentare vorhanden.

Eintrag kommentieren

Hier klicken um sich zum Kommentieren einzuloggen




Graphical Security Code


Über mich
Slogan dieses Blogs:
Sowie die individuelle Psychose eine Ausnahme ist der psychiatrische Terror die Regel.
21Publish - Cooperative Publishing

guenstige buecher
Konzerttickets
Online Hotelbuchung
Cardio.de
Notebook Schutzfolien