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Freitag, 22. September 2006

Grundbegriffe sprachlichen Handelns

in Sachtexten oder theoretischen Texten:

Was steht an?                Was will (soll) der Hörer?            Was tut der Sprecher dafür?

1. Eine Abfolge                      wissen                                    berichten
zusammenhängender
Ereignisse                       unterhalten werden                       erzählen

2. eine Menge
von Phänomenen;           kennen; sich vorstellen                   beschreiben
ein Einzelding

3. Problem, un-                    verstehen                                erklären
bekannte Zusammenhäne

4. Entscheidung                   klar sehen                                bewerten

5. Handlung                          handeln                                 auffordern

Das alles sind einzelne Handlungen des Sprechers im "Dialog" mit dem Hörer; hierhin gehört dann auch noch alles, was mit dem Argumentieren (begründen - bezweifeln, ein Beispiel anführen , verallgemeinern, folgern usw.) und dem schönen Überzeugen (Rhetorik) zusammenhängt (appellieren, fragen, zuspitzen usw.) zusammenhängt: die Konstruktion des ganzen Gedankengangs. Die Kenntnis der Mittel oder Techniken des Argumentierens und Überzeugens wird jetzt von mir der Einfachheit halber vorausgesetzt.

Wir können mindestens zwei weitere Aspekte unterscheiden: Der Sprecher (Autor) gibt Hilfen für den Überblick über das, was er insgesamt sagt, will also dem Hörer (Leser) das Verständnis erleichtern. Hierhin gehören Handlungen wie: einleiten, einen Überblick geben, vorausdeuten, zusammenfassen, rückverweisen, etwas wiederholen. Vielleicht sollte man hierzu auch die Handlungen zählen, mit denen der Sprecher (Autor) die Aufmerksamkeit des Hörers (Lesers) gewinnen und erhalten will (direkte Anrede, auf ein aktuelles Ereignis anspielen, einen Scherz machen usw.).

Zweitens kann man (innerhalb der argumentativen Konstruktion des Gedankengangs) "das Gespräch" des Autors mit anderen Teilnehmern am großen Gespräch der Fachleute beachten. Hierhin gehört alles, was mit dem Zitieren, Verweisen, Zustimmen zu und Ablehnen von fremden Auffassungen zusammenhängt; hierhin gehört auch wieder die ganze Palette des Argumentierens.

von: norberto42
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Geändert am 22. September 2006 um 23:25

Samstag, 25. März 2006

Der Satz im Deutschen


Eine kurze Einführung

Anhand einiger Beispiele sollen vier Merksätze eingeführt werden:
(1)  Der neue Schüler stört manchmal meinen Unterricht.
(2)  Der neue Schüler stört meinen Unterricht.
(3)  Mein Unterricht stört den neuen Schüler.
(4)  Die neuen Schüler stören meinen Unterricht.
(5)  Der neue Schüler stört alle Lehrer (im Unterricht).
(6)  Du störst meinen Unterricht.
Das Verb, das diesen sechs Sätzen zugrunde liegt, ist „stören“.
„stören“ hat folgende Valenz:

          Wer?

        stören   ->   Wen?/Was?   

[Ich male um „stören“ in diesem Schema ein Rechteck, um die dabei erforderlichen Angaben einen Kreis.]  
           
1. Merksatz: Die meisten Verben fordern, wenn man mit ihnen einen Satz bildet, regelmäßig bestimmte Angaben.
Wenn man (2) im Valenzschema schreibt, sieht das so aus:
           Der neue Schüler
               stört  -  meinen Unterricht.
** Nun ist es natürlich ein Unterschied, ob mein Unterricht den Schüler oder der Schüler meinen Unterricht stört. Um solche Verwechslungen zu vermeiden, verändert man die Form der Nomina:
„der neue Schüler“ ist Nominativ (1. Fall, Wer-Fall),
„meinen Unterricht“ ist Akkusativ (4. Fall, Wen-Fall).
2. Merksatz: Damit die Angaben dem Verb richtig zugeordnet werden, stehen sie in bestimmten Fällen (also Wortformen); die Angabe im Nominativ nennen wir „Subjekt“, die anderen Angaben „Objekt“.
[Manche Verben schließen Objekte mit einer Präposition an:
„vertrauen auf...“, „sich verlassen auf...“, „denken an...“.]
** Nun gehören Subjekt und Objekt auf eine besondere Weise zusammen,
wie du an (2) und (4) erkennen kannst:
     Der neue Schüler              Die neuen Schüler
     stört - meinen Unterricht.    stören - meinen Unterricht.
Wie die Regel heißt, siehst du, wenn du außerdem (5)-(6) beachtest:
     Der neue Schüler              Du
     stört - alle Lehrer...        störst - meinen Unterricht.
3. Merksatz: Das Prädikat richtet sich in Person und Numerus (Zahl) nach dem Subjekt; Prädikat ist das Verb, das mit dem Subjekt zusammen den Satzkern bildet.
** In (1) siehst du ein weiteres Satzglied, „manchmal“; damit wird gesagt, wann er stört.
4. Merksatz: Es kann außer den Angaben noch Ergänzungen geben, mit denen (grob gesprochen) bestimmt wird, wann, wo, wie oder warum etwas geschieht: die Adverbiale.  
11/05
von: norberto42
Entry modified
Geändert am 25. März 2006 um 13:49