Bekannt ist Volker Klotz' Unterscheidung „geschlossene / offene Form“ des Dramas (1960), vgl.
Offene Form des Dramas:
idealtypische dramatische Bauform (versus geschlossene Form): dramatische Präsentation eines unabgeschlossenen Geschehens in nicht wesentlich miteinander verknüpften Einzelsequenzen, die keinen Gesamtzusammenhang bilden - „idealtypisch“ heißt, dass diese Definition auf einer Abstraktion beruht, dass die Form also rein so selten vorkommt, dass hier eben ein Typus erfasst wird, eine Idee.
(http://www.fernuni-hagen.de/EUROL/termini/welcome.html?page=/EUROL/termini/8330.htm; dort weitere Erläuterungen).
Geschlossene Form:
dramatische Präsentation eines in sich geschlossenen, also ganzen Handlungszusammenhangs aus strikt aufeinander bezogenen Elementen als exemplarisches Geschehen
(http://www.fernuni-hagen.de/EUROL/termini/welcome.html?page=/EUROL/termini/8320.htm)
Vgl. ferner:
http://www.uni-essen.de/literaturwissenschaft-aktiv/Vorlesungen/dramatik/dramaoffge.htm
http://www.thomasgransow.de/Fachmethoden/Deutsch/Strukturelemente_2.html (ziemlich breite Übersicht, gut!)
http://www.teachsam.de/deutsch/d_literatur/d_gat/d_drama/drama_2.htm („geschlossene Form“ hier besser als „offenen Form“ erklärt!)
Daneben steht Brechts Unterscheidung „dramatische / epische Form“ des Theaters (30er Jahre). Ferner gibt es des Aristoteles Theorie, diese dann in Lessings Verständnis, dazu Gustav Freytags Pyramiden-Schema des Aufbaus... Kurz, das Ganze ist ziemlich verworren, und so findet man es auch in Cornelsens TTS.
1. die „gebundene“ Gesprächsform: disziplinierter Austausch zwischen prinzipiell gleichberechtigten Gegnern, die sich im gleichen geistigen Raum begegnen und einander genau antworten. Muster: Gespräche der antiken Tragödie.
Paradigma: Schiller, Wallensteins Tod II 2 (S. 12 ff., S. 30 ff.)
2. das „ungebundene“ offene, impulsive Gespräch; Konventionen des Sprechens werden durchbrochen. Es wird spontane Verständigung angestrebt, direkter Zugang zum anderen, schonungslos und aggressiv; es geht um das fundamentale Sein des anderen, icht um Kontroverse. Muster: Dialoge im „Sturm und Drang“.
Paradigma: Hauptmann, Michael Kramer (Ende II) (S. 15 f., S. 35 ff.)
3. das dialektische Gespräch; häufig wird erst im Sprechen ein Fundament der Verständigung hergestellt. Die Sprechweise ist weniger stark festgelegt als bei den beiden ersten Typen; die Partner sprechen und denken probeweise, sie sind nicht festgelegt, die Frontstellung ist korrigierbar. Muster: platonische Dialoge.
Paradigma: Lessing, Nathan der Weise II 5 (S. 16 ff., S. 44 ff.)
4. die Konversation; entweder ist dies der begeisterte Austausch von Freunden oder ein förmliches Sprechen um des Sprechens willen. Die Atmosphäe ist der einzelnen Meinung übergeordnet, es besteht übereinstimmung in den Grundlagen und der Einstellung der Partner (manchmal nur in der Illusion); oft kommt der Ironie große Bedeutung zu. Muster: Gruppengespräch der Romantiker.
Paradigma: Mann, Der Zauberberg Kap. 5 (Gespräch zwischen Hans Castorp und Clawdia Chauchat) (S. 18 ff., S. 53 ff.)
Der Vorteil dieser kleinen Typologie liegt darin, dass hier der Blick darauf gelenkt wird, wie die Gesprächspartner miteinander umgehen und sprechen; es kann also nicht darum gehen, einzelne Szenen einem der vier Typen zuzuordnen, sondern allein draum, den Blick auf die Eigentünlichkeit des jeweiligen Gesprächs zu lenken.
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