Einträge "Februar 2007":

Montag, 5. Februar 2007

Chamisso: Peter Schlemihls wundersame Geschichte - Analysen

Zeitstruktur in Kap. I - IV
Unter diesem Begriff wird erfasst, welche Bedeutung der Erzähler welchem Ereignis schenkt, indem er relativ knapp oder breit von ihm berichtet. Im Erzählerbericht kann man episodisches (szenisches) und summarisches Erzählen unterscheiden. (Ich folge wieder der Seiten- und Zeilenzählung von RUB 93, 2003).

In Kap. I werden episodisch erzählt
- Einkehr im Wirtshaus (9/8 ff.),
- Empfang im Haus des Herrn John, Gespräch mit diesem (9/28 ff.),
- verschiedene Leistungen des grauen Mannes (10/29 ff.),
- Begegnung Peters mit dem Grauen, Schattenverkauf (13/29 ff.)
Die Ereignisse dieses ersten Tages enden damit, dass Peter (in Kap. II) im Gold wühlt und darüber einschläft (17/34).
   Die meiste Zeit nimmt der Erzähler sich, wenn er Gespräche wörtlich (zeitgleich) berichtet: das Gespräch mit Herrn John (10/3-16) und vor allem das Gespräch Peters mit dem Grauen (14/6 - 15/31). Relativ viel Zeit nimmt der Erzähler sich für den Bericht von den wunderbaren Taten des Grauen und vom Eindruck, den dieser auf Peter macht (10/35 - 13/17).
   In Kap. I werden summarisch erzählt
- die Landung (9/5 ff.),
- der Gang zum Haus des Herrn John (9/20 ff.),
- der Gang zum Rosenhügel (10/20 ff. - relativ breit),
- Peters Flucht vom Rosenhügel (13/25-27).
   Am nächsten Tag (18/7 ff.) richtet Peter sich ein und lernt Bendel kennen; am übernächsten Tag (19/34 ff.) schickt er Bendel auf die Suche nach dem Grauen und erfährt, dass dieser sich „über Jahr und Tag“ (21/12) wieder melden wird; dies tut der auch am Tag vor der geplanten Hochzeit (39/32). Für die Ereignisse des ersten Tages braucht der Erzähler also etwa ‚11 Seiten‘ unserer RUB-Ausgabe (er braucht natürlich Zeit - wir rechnen der Einfachheit halber in Seiten!), für den zweiten Tag knapp 2 Seiten, für den Rest des Jahres 20 Seiten (davon 10 für die Mina-Geschichte).
   Weitere Episoden werden eingeleitet mit „einst“ (22/22), „an einem schönen Abend“ (25/22); die erste Begegnung mit Mina wird relativ zur Vorgeschichte datiert (27/14-22), die zweite Begegnung erfolgt am nächsten Abend (29/31 ff.); es folgt eine kleine Episode („einst“ 31/23 ff.) und ein halbes Bekenntnis gegenüber Mina („einst“ 34/21 ff.), wonach Peter dem Vater seinen Heiratsantrag ankündigt. „Am nächsten Abend“ (35/31 ff.) begegnet er Mina kurz. Die Zeit bis zum Vorabend des entscheidenden Tages (36/9) wird durch einen kurzen Sammelbericht („öfters“ 36/5) überbrückt.
   Unbestimmt wird Zeit durch verschiedene Wendungen überbrückt: „die Tag' und Nächte“ (22/12); „seitdem“ (24/16); „eine Zeit lang“ (24/37); „seither“ (25/11); „ununterbrochen“ (26/15); an die Vorgeschichte anknüpfend „sobald“ (27/20); „oft“ (32/26); „öfters“ (36/5). Die Formel „über Jahr und Tag“ wird wiederholt (21/12; 24/28; 33/3 -> 39/33).
   Das ganze Kap. IV ist dem Thema gewidmet, wie er sich in dem Badeort jenseits des Gebirges (26/16 ff.) einrichtet und in die, wie sogleich gesagt wird (27/4 ff.), schließlich gescheiterte Liebe zu Mina verfällt (26/34 ff.) (Eine andere Form der Auswertung einer Zeitstruktur findet man oben zu Fontane: Irrungen, Wirrungen, und zu Eichendorff: Aus dem Leben eines Taugenichts.)

Die Orte des Geschehens scheinen (in I - IV) in Hamburg zunächst konkret und lokalisierbar zu sein (Norderstraße 9/23; Breitestraße 16/25), doch sind sie bald ganz allgemein: Hotel (17/16), (in der Welt 24/23,) in einem Garten (25/28), Badeort (26/19), mein Haus (28/29 f.), unter den Bäumen vor meinem Haus (29/20), im Förstergarten (32/34).

Peter Schlemihl als Mensch (I und Anfang Kap. II)

Peter Schlemihl ist ein armer Schlucker: Er bringt von der Fahrt nur eine kleine Habseligkeit mit, die er auch noch selbst trägt, statt einen Diener zu engagieren (9/6 f.); von einem Wohn- oder Heimatort spricht er nicht. Er geht in das billigste Hotel am Platz (9(8 f.), wird selbst dort noch skeptisch gemustert (9/10 f.) und bekommt auchnur ein billiges Zimmer unterm Dach. Er weiß jedoch, was sich gehört, wenn man einen Besuch macht, und kleidet sich reinlich (9/17 ff.).
   In der Welt der Reichen ist er ein Fremder: Er muss im Haus John „ein Verhör“ bestehen, ehe er eingelassen wird (9/29 f.); nicht ohne subtile Ironie erzählt er, wie er von herrn John herablassend behandelt wird. Der empfängt ihn nämlich „sehr gut wie ein Reicher einen armen Teufel“ (9/34; ähnlich bereits 9/30: hatte die Ehre...) und spricht nur ganz nebenbei mit Peter (9/34 - 10/2); dass Peter dem Diktum von der Selbstverständlichkeit, reich zu sein, beipflichtet („mit vollem überströmenden Gefühl“, 10/11 f.), ist objektiv ironisch. Seine Fremdheit in dieser Umgebung drückt er noch einmal ironisch aus, dass er hinterherschleicht, „ohne jemandem beschwerlich zu fallen“ (10/20 f.): Er gehört schlicht nicht zu den Schönen und Reichen.
   In der Begegnung mit dem grauen Mann wächst bei dessen Kunststücken von Mal zu Mal seine Betroffenheit: Auf das Pflasterbesorgen reagiert Peter noch nicht (10/37 ff.); dass der Graue das Fernrohr hervorholt, verwundert Peter (11/21-23); den Teppichzauber sieht er betroffen (12/5 ff.), während die Gesellschaft überhaupt nicht darauf reagiert - wie auch beim Zeltzauber, wo Peter „unheimlich, ja graulich zu Mute“ ist (13/1), erst recht beim Pferdezauber (13/2 ff.). Der Schauder, der ihn ergriffen hat, hat sich ins Unerträgliche gesteigert (13/16 f.); er beschließt wegzugehen. [Mit dem sorgsam zum Schauder gesteigerten Grauen entstehen der abgrundtiefe Hass (50/13) und das letzte Entsetzen Peters (59/24), in dem er endgültig dem grauen Mann abschwört.] 
   Als dann der Graue sich ihm nähert, erschrickt er und hat Angst (13/29; 13/37 f.; 14/10), ohne sich ihm jedoch entziehen zu können: Nach dem Angebot des Schattenverkaufs ist er verwirrt (14/24 f.); der Hinweis auf die Tasche mit den unmöglichsten Inhalten erzeugt wieder einen kalten Schauder (14/36). Als ihm dann „Fortunati Glückssäckel“ angeboten wird, nimmt der Graue seinen „ganzen Sinn gefangen“ (15/19 f.): „Ich bekam einen Schwindel...“ In diesem Schwindel schließt er das Geschäft ab, und auch danach ist in ihm „noch keine Besinnung“ (16/4).
   Danach macht er verwirrende Erfahrungen: Ohne Schatten ist er auch unter den normalen Menschen ein Fremder, was ihn zur verzweifelten Frage führt: „was konnte, was sollte auf Erden aus mir werden!“ (17/10 f.). Nachdem er ausgiebig geweint hat (17/4), wechselt er in ein nach Norden gelegenes Hotel, wo er vom Sonnenlicht verschont ist (17/16 ff.), und wühlt dort rauschhaft in seinem Gold (17/20 ff.). Nach seinem Traum vom forschenden Chamisso, der tot ist, was durch das Stehenbleiben der Uhr unterstrichen wird (17/33 ff.), erfasst ihn jedoch ein Überdruss am Gold (18/11 ff.) und er bezeichnet das Tauschgeschäft nur noch als törichten Handel (20/1, vgl. 18/12: törichtes Herz). Ein neuer Test, wie er als Schattenloser auf andere wirkt (19/6 ff.), lässt ihn den Plan fassen, den törichten Handel rückgängig zu machen (20/1 ff.), und setzt damit das weitere Handeln Peters (II - IV) wie das weitere Geschehen (Versuche des Grauen, ihn zum Teufelspakt zu bewegen, Kap. V - VIII) in Bewegung: als Versuche, mit der Schattenlosigkeit so oder so fertig zu werden.  

Du-Anreden an Chamisso

Eine der Eigentümlichkeiten der Novelle besteht darin, dass der Ich-Erzähler Peter sich häufig an seinen Freund Chamisso als den Leser (oder Zuhörer - das wird in den beiden Briefen an Julius Eduard Hitzig klar: 4/28 ff.) seiner Geschichte wendet. Das sind einmal Stellen, an denen das Erzählen durch solche Hörer-Anreden lebendiger wird (13/4 f. und 13/10-12; 17/35 ff.); auch erklärt Peter manchmal, warum er sich im Erzählen an diesen Stellen kurz fassen möchte, weil Chamisso solches ohnehin kennt (19/16 f.; 25/16-18); gelegentlich kommentiert Peter so auch aus „heutiger“ Sicht vergangenes Geschehen, dass er sich etwa schämt, so etwas seinem Freund zu beichten (17/21-23; 29/17-19). An den zuletzt genannten Stellen nähert sich die Anrede dem Kommentar an.

Erzählerkommentare in I - IV
Es ist nicht immer klar zu entscheiden, ob ein echter Kommentar aus heutiger Sicht oder eine erzählte Einschätzung aus vergangener Zeit vorliegt (z. B. 17/4-10).
   Oft sind die Kommentare ganz harmlos (13/23 f.; 31/32 f.; 33/16-18), auch zum Zeitgeschehen (31/18-20). Bedeutsam ist der Kommentar, mit dem die Mina-Erzählung eingeleitet wird (26/22 ff. und 27/4 ff.). Da bekennt Peter einmal, die Liebe vorbei ist und auch im Erzählen nicht mehr lebendig wird (26/22 ff.); der Begriff „Wahn“ (26/29 und 27/11) deutet vielleicht darauf hin, dass er nach heutiger Einschätzung Mina nicht wirklich geliebt hat, im Gegensatz zur früheren Beurteilung des Verhältnisses (32/ 11 ff.; vgl. auch 27/4 ff.). Das hängt offensichtlich mit seinem Alter (und der Herrschaft der Vernunft heute, 27/9) zusammen, könnte also auch einfach auf das „normale“ Vergehen jeglicher Liebe anspielen (27/8 ff.). - Insgesamt sagen die beiden Kommentare, dass nun nicht eine Liebesgeschichte erzählt wird, sondern eine bedeutsame Episode aus Peters Lebensgeschichte, die zur Entscheidung in der Frage des Teufelsbundes drängt.
   Auch Minas Brief verdient Beachtung - sie hat in Peter den Adeligen gesehen, den sie liebt und auf den sie schweren Herzens verzichten will (33/19 ff).

Zeitstruktur in Kap. V - VIII
Am Morgen des Tages, wo Peter den Heiratsantrag machen will,
kündigt Rascal den Dienst wegen Peters Schattenlosigkeit auf (36/25ff.),
stellt der Förster ihm ein Ultimatum (3 Tage), mit Schatten zu erscheinen (37/27 ff.),
entflieht Peter (39/24-27). -> (unbestimmte Zeitlücke)
Am gleichen Tag (so wegen 44/14 f.)
begegnet Peter in der Heide dem Grauen (39/29 ff.);
er erhält dessen 1. Angebot: Tausch des Schatten gegen die Seele (40/10 ff.);
- Disput über den Wert der Seele (40/35 ff.);
dessen 2. Angebot, durch die Tarnkappe geschützt Mina von Rascal bedroht zu sehen
(41/10 ff.), lehnt Peter ab;
der Graue zeigt Peter seinen Schatten als den Schatten des Grauen (42/9 ff.);
Bendel trifft ein, verprügelt und verfolgt den Grauen (42/34 ff.).
- Peter ist einsam (43/17 f.); // Ende Kap. V
er steht im Konflikt, ob er Minas wegen auf die Seele verzichten soll (43/21 ff.).
---------------
* Neuer Tag beginnt (44/9), es vergehen zwei Tage.
---------------
Am vierten Tag (so 44/14 f., vgl. das Ultimatum des Försters!)
kommt ein Schatten allein daher (44/21 ff.),
erkämpft Peter sich das unsichtbarmachende Vogelnest (45/18 ff.)
und geht zum Forsthaus (46/7 ff.), von einem Unsichtbaren begleitet;
er erkennt den Grauen (47/1, mit Tarnkappe), der ihm das Vogelnest abnimmt (47);
er erhält dessen 3. Angebot: Schatten plus Mina (inklusive Bestrafung Rascals) plus Kappe gegen die Seele tauschen (47/27 ff.);
Peter sieht Rascal als Bräutigam und die verzweifelte Mina (48 f.) und ist deswegen drauf und dran, den Teufelspakt zu unterschreiben (49/17 ff.; 50/35 f.).
[Großer Kommentar, mit Anrede Chamissos 49/25 ff.] (wirkt wie Zeitdehnung!)
Peter fällt in Ohnmacht, statt zu unterschreiben (50/29-37). // Ende Kap. VI
---------------
Am nächsten Tag, als er zu sich kommt, ist Mina verheiratet (51/1 ff.) [oder geschah das am gleichen Morgen?];
vom Grauen beschimpft, geht Peter nach Hause (bis 52/11);
Peter trifft Bendel, der ihm die Ereignisse „zu Hause“ erzählt (52/22 ff.),
er trennt sich von Bendel (53/17 ff.).
Es ist Nacht (53/34), er reitet los, er ist am Tiefpunkt seines Lebens angekommen (53/36 f.). // Ende Kap. VII
Ein Spaziergänger begleitet ihn.
[Kommentar 54/17-25, über die Bedeutung der inneren Stimme]
---------------
Am anderen Morgen (55/2) erkennt er den Grauen als seinen Begleiter;
der leiht ihm seinen Schatten (55/20 ff.);
Peter will diesen entführen, was aber scheitert (bis 56/23);
er setzt die Reise mit Schatten und dem Grauen fort;
Peter berichtet, dass er damals erkannt hat, in welchen Konflikt er durch die Abhängigkeit vom verhassten Schattenverleiher gekommen ist (57/2-15).
--------------- (unbestimmte Dauer) ->
„Einst“ führt(e) der Graue wieder verführerische Reden (57/16 ff.);
Peter erklärt in der Rückschau, dass so der entscheidende Kampf begann (57/31):
In einem Streitgespräch eröffnet der Graue ihm die Möglichkeit, ihn jederzeit mittels des Geldsäckels zu rufen;
als der Graue ihm auf Peters Frage Thomas John als arme Seele zeigt, ist Peter entsetzt, beschwört den Bösen und wirft den Geldsäckel fort (59/15 ff.). // Ende Kap. VIII
Auswertung:
Es wird ein Geschehen erzählt, das sich über sechs Tage und einen weiteren („einst“) erstreckt, von denen aber zwei nur gestreift werden; insgesamt geht es darum, ob Peter den Teufelspakt abschließt, um seinen Schatten wieder zu bekommen, sei es um Minas oder seiner neuen Stellung in der Welt willen. Beim ersten Mal rettet ihn die Ohnmacht, beim zweiten Mal der Anblick des in die Hölle gefahrenen Thomas John. Beide Male findet er so die „richtige“ Lösung in seinem Konflikt.
[Erzähltechnisch sollte man die Steigerung in den Versuchen des Grauen, Peter zu verführen, würdigen; der zweite Konflikt ist notwendig, weil der erste ja nicht von Peter entschieden, sondern er durch ein gütiges Schicksal vor einer falschen Entscheidung bewahrt wurde.] 

Zeitstruktur in Kap. IX - XI
- Fortsetzung: Ruhe und Heiterkeit nach der Beschwörung des Grauen (59/32 - 60/9);
- Peter träumt von schattenlosen Menschen (60/10-24)
--------------- (neuer Tag)
- Peter überlegt, was er tun soll, und geht los (60/25 ff.);
- Begegnung mit einem Bauern, der sich von ihm abwendet (61/8 ff.);
- Peter setzt die Wanderung zum Gebirge fort, über Stunden (61/35 ff.).
---------------
ein paar Regentage (62/11-15)
---------------
- Peter kauft auf einer Kirmes Stiefel und geht los (62/15 ff.),
- bemerkt, dass er nicht normal vorankommt (62/32),
- geht weiter durch viele Landschaften
- und erkennt, dass er Siebenmeilenstiefel besitzt (63/36 f.). // Kapitel IX zu Ende
- Er beginnt dankbar zu weinen und erkennt seine Lebensaufgabe (64/1 ff.).
[Kommentar 64/10-14]
- Er geht weiter und siedelt sich in der Thebais an (64/15 ff.), geht weiter...
- und versucht mehrfach vergeblich, nach Australien zu kommen (65/13 ff.).
[Kommentar 65/26-29]
->->-> Vorgriff: Oft hat er später diesen Versuch vergeblich wiederholt (65/30 - 66/6)
- kommt in der Nacht in die Thebais zurück, hat die Morgendämmerung überholt!
--------------- (neuer Tag)
- Peter schafft an, was er als Forscher alles braucht, und beginnt seine neue Lebensweise (66/13-36).
---------------
Sammelbericht vom Forscherleben: unbestimmte Dauer (66/37 - 67/14); Ankündigung eines letzten Abenteuers (67/14 f.) // Kap. X zu Ende
---------------
- Peter begegnet dem Eisbären, Unfall, Erkrankung; er fällt (67/17 - 68/10)
---------------
- [unbestimmte Zeit später] Peter erwacht im Schlemihlium (68/11 ff.), hört einiges;
---------------
- Sammelbericht („einige Zeit“): Genesung; er erfährt auch die Vorgeschichte des Schlemihliums und den Stand Bendels und Minas (68/32 - 69/21);
---------------
- Peter hört die Unterhaltung seiner Freunde, schreibt zum Abschied einen Brief und bricht auf nach Hause (69/21 - 70/32).
---------------
- Er setzt seine Arbeit fort (Sammelbericht: länger als ein Jahr, 70/32-36)
---------------
Peter kommt im Heute des Erzählens an (71/1 ff.),
- blickt auf seine Arbeit als Forscher zurück und kurz voraus (71/7-27)
- und wendet sich mit den Schlussworten an Chamisso als den Bewahrer seiner Geschichte (71/28-35).

Auswertung:
Die Geschichte mit dem Grauen ist glücklich überstanden, aber es gibt für Peter noch keine Perspektive (2 Tage) - er will sich mit der Schattenlosigkeit arrangieren. Der entscheidende Tag ist der des Stiefelkaufs; Peter erhält die Möglichkeit und das Verständnis einer neuen Lebensaufgabe und findet in der Wüste der Einsiedler sein Zuhause (S. 62/15 ff.). Vom nächsten Tag, an dem er die Vorbereitungen fürs Forscherleben trifft, geht es zum Sammelbericht von diesem Leben (66/13 - 67/14).
   Das Bärenabenteuer mit anschließender Erkrankung bereitet auf wundersame Weise die Rückkehr ins Schlemihlium vor (67/17 - 68/10); die Art und Weise, wie Peter dorthin kommt, bleibt offen. Verschiedene Episoden (68/11-31; 69/21 - 70/5, mit eingeschobenem Sammelbericht) lassen ihn die alten Freunde unerkannt wieder erleben und die gute Wendung ihres Lebens begreifen; der Bericht von der Heimkehr leitet zur unbestimmten Fortsetzung seines Forscherlebens über.
   Im Heute gibt Peter seine Einschätzung der eigenen systematisch betriebenen Arbeit preis und auch seinen Auftrag und Rat an Chamisso als den Leser seines Berichts (und damit indirekt an die Leser der Novelle, die ja „später“ von Fouqué herausgegeben wird, der das Stichwort „bewahren“ aufgreift, vgl. 71/29 f. mit S. 4 f. und 6/2 ff.). 

Entry modified
Geändert am 17. August 2007 um 15:49