Unter dem Stichwort „Barock“ behandelt ein Konversationslexikon (Meyers großes Taschenlexikon, 6. A. 1998) die Aspekte: Namen, Epoche allgemein, Baukunst, Bildhauerkunst, Malerei, Dichtung, Musik, Philosophie, Mathematik, Naturwissenschaften. Zu diesen Aspekten solltest du je einen Namen kennen (dort weitersuchen!).
Zur Literatur des Barock schaut man nicht in die Encarta, weil die Informationen dort zu unspezifisch oder unsortiert sind; vielmehr schaut man in eine Literaturgeschichte. Die „Deutsche Literaturgeschichte. Von den Anfängen bis zur Gegenwart“, hrsg. von Wolfgang Beutin u.a., 3. Auflage 1989, stellt zunächst Deutschland im 17. Jahrhundert vor (30-jähriger Krieg; Absolutismus: Erstarken der Fürsten gegen das Reich und die Bürger; bürgerliche Gelehrte als Staatsdiener; Juden- durch Hexenverfolgung ersetzt).
Die Dichtung ist Gesellschaftsdichtung, sollte sowohl erfreuen als auch nützen, sollte zur Tugend oder zur Einsicht führen; die Dichter waren hauptberuflich Gelehrte. 1617 wurde die erste deutsche Sprachgesellschaft gegründet, die „Fruchtbringende Gesellschaft“; sie stand Adeligen wie Bürgern offen und sollte die anständigen Sitten ebenso wie den Gebrauch der deutschen Sprache pflegen. Ihrem Beispiel folgten viele andere; Lesegesellschaften oder öffentliche Bibliotheken gab es noch nicht.
Die Sprache der Dichter und Gelehrten war Latein, daneben gab es eine volkstümliche deutsche Literatur. In den führenden europäischen Ländern gab es inzwischen Literatur in der Nationalsprache. 1624 veröffentlichte Opitz sein „Buch von der Deutschen Poeterey“, worin er nicht nur bestimmte Gedichtformen empfahl, sondern auch Jambus und Trochäus als die besten Versmaße festschrieb; er entdeckte das Gesetz von der Bedeutung der Wortbetonung (statt Silbenlänge) und empfahl die Übereinstimmung von Vers- und Wortakzent. - Auf dem Land und bei den Anlässen des praktischen Lebens lebte natürlich die alte Volksdichtung weiter.
Dichtung dient also einem Zweck und gehorcht damit den Kategorien der Rhetorik; der Dichter stellt sich in den Dienst einer Sache; es geht nicht um die Verarbeitung von Erlebnissen des Subjekts Dichter, sondern um Dichtung nach Regeln zu Zwecken im Rahmen bekannter Muster. In den Sonetten sind die beiden letzten Verse oft ein sich geschlossener Sinnspruch (Epigramm), etwa in Flemings Gedicht „An sich“. Das Sonett steht in hoher Blüte, aber es gibt auch andere Gedichtformen. Oft folgt es dem dreiteiligen Aufbau des Emblems: Überschrift - Bild (Text) - Epigramm.
Wenn du in eine Gedichtsammlung (Anthologie) deutscher Gedichte schaust, etwa in die von Karl Otto Conrady, solltest du Gedichte von Gryphius, Greiffenberg, Fleming, Friedrich Spee, Paul Gerhardt, Angelus Silesius, Kuhlmann, Logau, Hoffmannswaldau zur Kenntnis nehmen.
Das Theater ist noch nicht so entwickelt, dass ihr es kennen müsstet. Als Roman ist „Der Abenteuerliche Simplicissimus Teutsch“ von Grimmelshausen (1669) so bedeutsam, dass ihr eine Inhaltsangabe im KLL oder einem Romanführer lesen solltet. Defoes „Robinson Crusoe“ gehört ebenso wie spanische Pikaroromane in die Epoche.
http://www.teachsam.de/deutsch/d_literatur/d_litgesch/barock/litge_barock_centermap.html
Eine Fortsetzung „Literatur des Barocks“ (mit vielen Links) findest du unter http://logos.kulando.de/post/2007/09/22/literatur_des_barocks und http://logos.kulando.de/post/2007/09/26/zur_lyrik_des_barocks.
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