Es erzählt Ich-Erzähler, der nur in einem „wir“ spricht (1 ff.);
einem kurzen erzählten Geschehen (Z. 1-19) steht eine größere Passage des Gedachten gegenüber (Z. 20 ff./ dachten 48/ fragten 50). Das Denken schließt an das an, was „wir“ sahen (Z. 1):
ein lebendiger Mensch (4) / unbeweglich (5) [paradox, Kontrast],
dieser Kontrast ruft Kopfschütteln und Denken hervor (18 ff.),
dieser Kontrast bestimmt die ganze Erzählung.
Der Selbstauslegung auf dem Schild steht die Erklärung der Denkenden gegenüber. Auf dem Schild wird die ungewöhnliche Fähigkeit (Z. 14) als: „Kunst / Krankheit“ ausgelegt (15/16). Die Denkenden erkennen in dem Statuenmenschen den unverwüstlichen Soldaten vieler Jahrtausende (20), von dem zunächst kurz erzählt wird (21) und dessen Fähigkeit dann doch als nicht ungewöhnlich (27 vs. 14) erscheint, wie sich aus der Zeitdauer seines Wirkens (Jahrtausende, Z. 21, ausgelegt in den Aufzählungen Z. 21 ff., 43 ff. usw.) ergibt: Die Selbstauslegung des Soldaten hält dem Denken und Wissen nicht stand (vgl. kommandiert, aber unwissend 35 f.). - dass alle Werkzeuge der Vernichtung an ihm ausprobiert wurden (Z. 28), dass er durchlöchert, zertrampelt, zerschmettert, zerrissen wurde (Z. 29 ff.) und sich dabei als unverwüstlich erwies: das ist paradox, ein innerer Widerspruch, ausgelegt in
1. dem „nicht“-Profitieren (Z. 36 ff.) von den eigenen Leistungen,
2. der Bestimmung der „Kunst“ als „Krankheit“ (48),
3. der Auslegung der „Verschüttung“ des Menschlichen in einem
tieferen Sinn (13 vs. 48)
4. der Möglichkeit der Heilung einer unheilbaren Krankheit (Z. 46
ff.), zumindest als Frage der Denkenden (Z. 50).
Erst im Denken werden die Widersprüche auflösbar, möglicherweise - es bleibt eine letzte Frage!
Es liegt eine lehrhafte Erzählung vor, indirekt belehrend: Der Leser kann die Gedanken der Denkenden mitdenken; sich dem Wir anschließen; die Widersprüche erkennen und ahnen, dass sie aufhebbar sind, ohne dass vom Erzähler gesagt würde, wie das geschehen könnte.
Wenn man 1948 als Jahr der Entstehung sieht und die Datierung des Geschehens („nach dem ersten Weltkrieg“, Z. 1) bemerkt, wird man die Erzählung ohne Bedenken als eine Parabel verstehen, in welcher die Leidensbereitschaft von Soldaten kritisiert wird.
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